Letztes Update: 05.12.2022
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Du willst wissen, wie sich die DJI Air 2S Drohne im Test schlägt? Ich habe sie ein Jahr lang in der Praxis getestet und dabei genau unter die Lupe genommen. Hier bekommst du die Ergebnisse, Beispielfotos und Videos und natürlich mein Fazit.

Top Down Foto Steg
Steg am See von oben fotografiert | Zum Bild

Technische Daten: F/2.8 | 1/500 Sekunde | ISO100 Ausrüstung: DJI Air 2S & Polfilter für die Drohne

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Wie kam es zum Test der DJI Air 2S

Seit 2017 fotografiere ich mit fliegenden Kameras. Fünf Jahre lang war ich mit der großen DJI Phantom 4 Pro+ unterwegs, da sie „damals“ den besten Kompromiss aus Größe der Drohne und Bildqualität der Kamera geboten hat. Allerdings ist der Transport dieser relativ großen Drohne, gerade bei Flugreisen, immer etwas kompliziert und mit extra Aufwand wie zusätzlichem Handgepäck verbunden gewesen.

Daher habe ich schon lange auf eine Drohne gehofft, die ich, wie ein zusätzliches Objektiv, einfach mit im Fotorucksack transportieren kann, die mir dabei aber die gleiche hohe Bildqualität liefert wie die großen Modelle. Dann kam die DJI Air 2S auf den Markt und bot auf einmal alles, was ich mir an einer Drohne gewünscht habe. Da konnte ich natürlich nicht widerstehen und habe zugeschlagen. Ob ich nach einem Jahr Praxiserfahrung nun dennoch Kritikpunkte an der neuen fliegenden Kamera habe, erfährst du hier im Test.

DJI Air 2S – Test

Im vergangenen Jahr konnte ich die kleine Air 2S bereits bei unterschiedlichsten Flugbedingungen praxisnah in Deutschland, Island, Schweden und Norwegen ausgiebig testen.

Mein erster Eindruck der Drohne

Verglichen mit meiner vorherigen Drohne ist die Air 2S natürlich viel kleiner und leichter und passt tatsächlich „einfach so“ mit in meinen Fotorucksack. Perfekt. Kein extra Handgepäck mehr bei Flugreisen.

Der erste Eindruck beim Fliegen offenbart direkt noch eine weitere sehr positive Überraschung. Die Air 2S ist nicht nur kompakter, sondern auch noch angenehm leiser beim Fliegen. Wer schon mal eine große Phantom 4 Pro+ geflogen ist, weiß, wovon ich rede.

DJI Air 2S Test
DJI Air 2S Test

Die kompakten Abmaße und die verbesserte Akustik sind für mich die augenscheinlichsten (und „ohrenscheinlichsten“) verbesserten Eigenschaften beim ersten Start. Und das alles bei vermeintlich ebenbürtigen Flugeigenschaften und der vermutlich gleich hohen Qualität der Fotos und Videoaufnahmen. Aber dazu dann mehr weiter unten im Test.

Die wichtigsten Eigenschaften und Kaufkriterien

Die Grafik unterhalb zeigt schon die wichtigsten neuen Eigenschaften von Drohne und Kamera im Überblick. In den folgenden Abschnitten gehe ich jeweils näher darauf ein.

DJI Air 2S Test - die wichtigsten Eigenschaften im Überblick
DJI Air 2S Test – die wichtigsten Eigenschaften im Überblick

Bildqualität der Fotos und Videos

Für mich als Landschaftsfotograf mit einem technisch sehr hohen Qualitätsanspruch an meine Aufnahmen ist natürlich die Bildqualität eines der wichtigsten Kriterien beim Kauf einer fliegenden Kamera. Dafür verantwortlich sind der in der Drohne verbaute Bildsensor sowie die dazugehörige Optik, durch deren Linse die Aufnahmen entstehen.

Bildsensor

Die Air 2S ist mit einem 1-Zoll CMOS Kamerasensor ausgestattet. Damit ist der Sensor in der kleinen Drohnenkamera nun genauso groß wie der in der großen DJI Phantom Pro oder der DJI Mavic Pro Reihe.

Abstrakter Gletscherfluss von oben fotografiert
Abstrakter Gletscherfluss von oben fotografiert | Zum Bild

Technische Daten: F/2.8 | 1/250 Sekunde | EV-0,33 | ISO100 Ausrüstung: DJI Air 2S & Polfilter für die Drohne

Auch die Auflösung ist mit effektiven 20 Megapixel auf dem gleichen hohen Niveau. Die produzierte Bildqualität des Sensors entspricht ungefähr dem einer Premium Kompaktkamera wie der Sony RX100 VII, die einen ähnlichen Sensor verbaut hat. Die Air 2S ist außerdem in der Lage 5,4K Videos mit 30 fps, 4K mit 60 fps und Full-HD mit 120 fps aufzunehmen.

Kameraoptik

Wie schon beim Sensor muss sich die Air 2S auch bei der verbauten Kameraoptik gegenüber den Phantom- oder den Mavic-Modellen nicht verstecken. Die Linse ist mit ihrer 22 mm Optik sehr weitwinklig, was hervorragend zur Landschaftsfotografie passt, da so sehr viel Landschaft in ein Bild passt. Das Gleiche gilt natürlich auch für den gewählten Bildausschnitt in den Videos.

Die Kombination von Optik und Sensor der Kamera in der Air 2S liefert knackig scharfe Bilder mit einer sehr hohen Auflösungsleistung bei geringem Bildrauschen. Der Dynamikumfang sowie das Rauschverhalten bei wenig Licht übertrumpft in den Messanalysen sogar die Bildqualität der Mavic 3.

Größe und Gewicht der Drohne

Die geringen Abmaße der kleinen und kompakten Air 2S sind ein wahrgewordener Traum. Wie du im Foto unterhalb sehen kannst, passt die eingeklappte Drohne samt Smart Controller und zwei Ersatz-Akkus nun ganz bequem mit in den Fotorucksack.

Fotoausrüstung mit Drohne im Fotorucksack
Die Drohne ist endlich ein normaler Teil der Fotoausrüstung

In den ersten Jahren musste ich den Einsatz der „großen Drohne“ und die Flüge im Vorfeld viel sorgsamer planen und abwägen, ob sich das zusätzliche Gepäck und die Schlepperei potenziell überhaupt lohnen werden. Jetzt ist die fliegende Kamera ohne großen zusätzlichen Aufwand einfach immer mit auf Fototour dabei und ich kann auch mal relativ spontan abheben. Ein riesengroßer Vorteil und am Ende einer der Hauptgründe für meinen Wechsel von der Phantom 4 Pro+ zur Air 2S.

Flugverhalten, Sicherheit und Steuerung beim Fliegen

Die Air 2S ist sehr agil und fliegt sich butterweich, ist dabei aber dennoch sehr präzise. Auch bei starkem Wind steht sie wie eine 1 in der Luft und lässt sich tadellos steuern. Die Reaktionsgeschwindigkeit hat sich dabei zu den Vorgängermodellen gefühlt noch einmal verbessert. Auch sind das Übertragungssignal und die Videoübertragung im Flug nun stabiler und sie hat zudem eine höhere Reichweite.

Was mir bei der Steuerung außerdem positiv aufgefallen ist, dass das senkrechte Aufsteigen und Absinken gegenüber den Vorgängermodellen nun viel schneller geht. Besonders das senkrechte Sinken hat bei der Phantom 4 Pro+ gefühlt noch doppelt so lange gedauert. Dadurch hast du am Ende natürlich auch mehr effektive Flugzeit, die du zum Fotografieren und Filmen in der Luft nutzen kannst.

Drohnen Verbotsschild
Drohnen Verbotsschild

Das neue AirSense System (ADS-B) zeigt dir nun auch an, ob sich bemannte Flugobjekte wie Flugzeuge oder Hubschrauber in der Nähe befinden. Das DJI Geofencing System verhindert, dass du in gesperrten Gebieten wie z.B. einem Flughafen abhebst oder hineinfliegst. Dieses System deckt aber nicht alle Flugverbotszonen ab. Achte also vor dem Flug auf solche Verbotsschilder, wie im Bild oberhalb.

Beim Flug unterstützen dich bei der Air 2S zudem Sensoren an der Vorder-, Rück- und Unterseite und erkennen so Hindernisse in alle vier Richtungen und helfen zusätzlich dabei, Unfälle zu verhindern.

🔎 Hinweis: Mehr zum Thema Sicherheit beim Fliegen sowie die aktuellen Regeln, Richtlinien und Pflichten für Drohnenpiloten findest du in meinem ausführlichen Drohnenfotografie Guide. Dort bekommst du auch meine gratis Checkliste für einen sicheren Flug zum Ausdrucken im PDF Format.

Automatische Funktionen und Flugmanöver

Die Air 2S ist die erste DJI Drohne, welche die sogenannten MasterShots mit an Bord hat. Wählst du diese Videofunktion aus, umfliegt die Drohne selbstständig ein von dir markiertes Objekt wie z.B. einen Baum, ein Auto, eine Person oder ein Haus anhand der eingestellten Parameter.

Dabei führt die Drohne vollständig automatisch einige klassische Drohnen HeroShots aus und erstellt so ein visuell sehr beeindruckendes und professionell wirkendes Video. Würdest du diese Sequenzen jeweils einzeln und manuell ausführen, würde das um ein Vielfaches länger dauern und oft nicht so schön flüssig aussehen wie bei der neuen Programmautomatik.

Achte nur darauf, dass du vor dem ersten Benutzen der MasterShots einmal durch die Einstellungen dieser Funktion schaust und z.B. die gewünschte Video-Auflösung und die Länge der gesamten Videosequenz auswählst, da hierfür nicht die grundlegenden Videoeinstellungen der Drohne übernommen werden.

Neben den MasterShots bietet die Air 2S natürlich auch alle bereits bekannten automatischen Flugmanöver und Funktionen wie „FocusTrack“ oder „Point of Interest“, falls du dich z.B. im Auto oder beim Fahrrad fahren in Aktion zeigen willst.

Durchschnittliche Flugdauer, Reichweite und Geschwindigkeit

Die durchschnittliche Akkulaufzeit und damit auch die maximale Flugdauer sind mit 34 Minuten angegeben. Diese Zeit erreichst du jedoch nur bei idealen Flugbedingungen mit wenig bzw. gar keinem Wind. Bei meinen Testflügen in Island und Skandinavien kam ich allerdings trotz Wind auf solide 25 – 30 Minuten Flugzeit, was noch mal eine kleine Steigerung gegenüber den Vorgängermodellen der Serie darstellt.

Das Aufladen pro Akku dauert dann ca. 1 Stunde und 50 Minuten. Der Akku des Smart Controllers hält trotz des großen Displays locker ungefähr 6 bis 8 volle Akkuzyklen Flugzeit durch. Die Laufzeit ist mit ca. 6 Stunden angegeben.

Abstrakter Fluss von oben fotografiert
Abstrakter Fluss von oben fotografiert | Zum Bild

Technische Daten: F/2.8 | 1/50 Sekunde | EV-0,33 | ISO100 Ausrüstung: DJI Air 2S & Polfilter für die Drohne

Die Air 2S verwendet eine neue und optimierte Version des bisherigen Übertragungssystems. Das OcuSync 3.0 verspricht eine stabilere Signalübertragung bei noch größerer Reichweite als sein Vorgänger. Das kann ich nach einem Jahr im Einsatz auch so bestätigen. Ich hatte, trotz teils anspruchsvollem Gelände, keine Signalabbrüche, die bei der Phantom 4 Reihe hingegen noch recht häufig vorkamen. Die Funk-Reichweite beträgt laut DJI 12 (FCC) bzw. 8 (CE) Kilometer.

Im Normal-Modus schafft die Air 2S, je nach Windverhältnissen, bis zu 54 km/h. Wie der Name schon vermuten lässt, ist sie im Sportmodus noch etwas schneller und schafft hier maximal 68 km/h.

Zusätzliche Kriterien

Es gibt ein paar zusätzliche Kriterien, die mir beim Kauf einer Drohne wichtig sind. Das ist z.B. die Steuerungssoftware und deren Funktionen, die möglichen Dateiformate für Foto und Video sowie die Verfügbarkeit von wichtigem Zubehör.

Goldene Stunde von oben fotografiert
Goldene Stunde von oben fotografiert | Zum Bild

Technische Daten: F/2.8 | 1/500 Sekunde | ISO100 Ausrüstung: DJI Air 2S & Polfilter für die Drohne

Software und Zusatzfunktionen

Damit ich mich beim Fliegen in aller Ruhe auf das Fotografieren und Filmen konzentrieren kann, ist es sehr wichtig, dass die Software stabil läuft und reibungslos funktioniert, ohne mitten im Flug abzustürzen. Ebenfalls entscheidend ist eine einfache Bedienbarkeit der Software zum Steuern der Drohne sowie Hardware-Einstellrädchen und Knöpfe am Smart Controller.

Top Down Fotografie Drohne
Top Down Fotografie mit der Drohne | Zum Bild

Technische Daten: F/2.8 | 1/80 Sekunde | ISO100 Ausrüstung: DJI Air 2S & Polfilter für die Drohne

So kann ich z.B. auf Knopfdruck die Kamera einmal automatisch komplett nach unten schauen lassen, um zu sehen, was aktuell „unter mir“ ist und auch schnell wieder zurückschwenken und weiter fliegen.

Die ausgeklügelten Funktionen der DJI Software nehmen dir viel manuelle Arbeit ab und helfen beim Erstellen anspruchsvoller Aufnahmen z.B. wie einem Vertikal-Panorama oder einer Sphäre. Für die Videografen unter uns sind die vorgefertigten Flugmanöver und Programme wie z.B. die MasterShots und ActiveTrack sehr hilfreich und lassen dich einfach auf Knopfdruck Kinoreife Aufnahmen in professioneller Qualität produzieren.

Professionelle Dateiformate (RAW, DLog)

Da ich meine Fotos online verkaufe und für große Kalender und Drucke lizenziere, möchte ich immer die maximale Bildqualität aus meiner Ausrüstung herausholen. Ein wichtiger Punkt dabei ist, die professionellen und nicht komprimierten Dateiformate (digitale Negative) einer Kamera zu benutzen. Dadurch stehen dir dann bei der Video- oder Bildbearbeitung viel mehr Informationen zur Verfügung.

DJI Air 2S - Sonnenuntergang
DJI Air 2S – Sonnenuntergang im Fjord | Zum Bild

Technische Daten: F/2.8 | 1/500 Sekunde | ISO100 Ausrüstung: DJI Air 2S & Polfilter für die Drohne

💡 Bonus: Falls du mehr zu den Unterschieden zwischen JPG und RAW wissen möchtest oder dich die einzelnen Schritte moderner Bildbearbeitung interessieren, dann schaue gern mal in den verlinkten Artikeln vorbei.

Verfügbarkeit von wichtigem Zubehör

Wenn ich mit der Kamera in der Natur unterwegs bin, benutze ich fast immer einen Polfilter am Objektiv. Darauf möchte ich auch bei der fliegenden Kamera keinesfalls verzichten. Daher ist ein verfügbarer Polfilter für die Drohnenkamera meiner Wahl ein absolutes Muss.

Mit dem Auto auf Fototour - Ausrüstung laden
Mit dem Auto auf Fototour – Ausrüstung laden

Auf meinen ausgedehnten Fototouren, wenn ich wochenlang autark im Auto unterwegs bin, brauche ich außerdem die Möglichkeit, meine gesamte Fotoausrüstung auf der Fahrt laden zu können. Deswegen ist ein Autoladekabel für die Drohnen-Akkus und den Smart Controller für mich unerlässlich.

Ein mit der Drohne kompatibler Smart Controller mit großem Display ist ebenfalls ein absolutes Muss für mich, da ich die Drohne keinesfalls über ein kleines, fummeliges Smartphone steuern und meine Bildkomposition darauf arrangieren will.

Technische Daten der DJI Air 2S im Überblick

In der folgenden Tabelle bekommst du einen Überblick über die wichtigsten technischen Eigenschaften der Drohne. Eine komplette Liste aller Spezifikationen kannst du dir bei Bedarf auf der Seite beim Hersteller ansehen.

Abstrakte Muster im Fluss von oben fotografiert
Abstrakte Muster im Fluss von oben fotografiert | Zum Bild

Technische Daten: F/2.8 | 1/160 Sekunde | EV-0,33 | ISO100 Ausrüstung: DJI Air 2S & Polfilter für die Drohne

Kamera-Sensor1 Zoll CMOS, 20 MP (5.472 x 3.648 Pixel)
Kameraobjektivf/2.8, FOV 88°, 22mm äquivalent
Gimbal3-Achsen mechanisch
Fotos20 MP JPG / DNG (RAW)
VideoBis zu 5.4K (5.472 x 3.078) / 30 fps, 4K bei 60 fps
Maximale Bitrate150 Mbit/s
FarbprofileD-LOG (10-bit), HLG (10-bit), Normal (8-bit)
Video-FormateMP4 / MOV
CodecsH.265 / H.264 AVC und H.265 / H.264 HEVC
Interner Speicher8 GB (per Micro-SD bis zu 256 GB)
Abfluggewicht595g
Größe gefaltet180 × 97 × 77 mm (Länge × Breite × Höhe)
Größe ausgeklappt183 × 253 × 77 mm (Länge × Breite × Höhe)
Max. Flugdistanz (bei Windstille)18,5 km
Maximale FlugzeitBis zu 31 Minuten
Maximale Fluggeschwindigkeit19m/s (Sportmodus), 5m/s (Stativmodus)
Maximaler Windwiderstand8,5-10,5 m/s (Windstärke 5)
SichtsystemVorwärts, rückwärts, abwärts, aufwärts
Technische Daten der DJI Air 2S Drohne

Fotografieren mit der DJI Air 2S – Beispielfotos (RAW, JPG)

Alle Fotos mit der Drohne entstehen bei mir im A-Modus (A = Aperture, Blendenprioritätsmodus). Das bedeutet, die Kamera wählt die Verschlusszeit automatisch anhand der Blende (fix F/2.8 bei der Air 2S), der eingestellten ISO und der Belichtungskorrektur. Sollte der Dynamikumfang einer Szene zu hoch sein, nutze ich die Funktion für die Belichtungsreihen. Dabei hilft natürlich immer ein prüfender Blick auf das eingeblendete Echtzeit-Histogramm auf dem Display.

🔎 Tipp: Das Zusammenspiel von Blende, Verschlusszeit und ISO des fotografischen Dreiecks erkläre ich ausführlich im verlinkten Artikel. Wie du das Histogramm richtig liest, erfährst du hier.

Beispielfoto 1 – Island

Das erste DJI Air 2S Beispielfoto entstand tagsüber bei einem Erkundungsflug in Island. Ich war auf der Suche nach abstrakten Gletscherflüssen und nahm hier und da „nebenbei“ ein paar klassische Landschaftsfotos auf. Eine dieser Aufnahmen ist das Bild unterhalb. Damit keine Highlights in den Wolken ausfressen, habe ich die Belichtungskorrektur ein klein wenig nach unter verschoben.

DJI Air 2S Test Beispiel Foto 1
DJI Air 2S Test Beispiel Foto 1 – Island

Technische Daten: F/2.8 | 1/1500 Sekunde | EV-0,33 | ISO100 Ausrüstung: DJI Air 2S & Polfilter für die Drohne

💾 Download: Die originalen RAW und JPG Dateien des Beispielfotos als Zip-Archiv (ca. 27 MB)

Beispielfoto 2 – Schweden

Das zweite Beispielfoto ist eine etwas anspruchsvollere Szene. Sie zeigt einen der unendlich vielen Seen in Schwedisch Lappland zum Sonnenuntergang. Das Bild unterhalb ist die „normale Belichtung“ einer Belichtungsreihe. Theoretisch hat der Sensor der Air 2S alle nötigen Informationen aufgezeichnet, aber um bei der Bildbearbeitung mehr Reserven zu haben, nehme ich solche Szenen immer mit Belichtungsreihen auf. So kann ich die dunklen Bereiche im Bild dann später verlustfrei mit der überbelichteten Aufnahme aufhellen.

DJI Air 2S Test Beispiel Foto 2
DJI Air 2S Test Beispiel Foto 2 – Schweden

Technische Daten: F/2.8 | 1/60 Sekunde | ISO100 Ausrüstung: DJI Air 2S & Polfilter für die Drohne

💾 Download: Die originalen RAW und JPG Dateien des Beispielfotos als Zip-Archiv (ca. 35 MB)

Filmen mit der DJI Air 2S – Beispielvideo 4K

Sehr ambitionierte Hobbyfilmer und professionelle Filmemacher werden für ihre Produktionen wohl eher zur Mavic 3 Cinema greifen. Die ist allerdings auch erheblich teurer. Die Air 2S ist im Preis-Leistungs-Vergleich mit der teuren Cinema Edition aber sehr gut aufgestellt. Sie schafft eine Video-Auflösung von 5,4K bei 30 BpS. Bei der gängigen 4K Auflösung bekommst du sogar eine maximale Bildrate von 60 BpS und bei Full HD schafft sie 120 BpS, was sich im Vergleich mit anderen Drohnen durchaus sehen lassen kann.

Das Beispielvideo unterhalb ist mit 4K aufgenommen und zeigt eine 20-Sekunden-Sequenz zum Sonnenuntergang bei sehr dynamischen Lichtverhältnissen. Der eingefangene Dynamikumfang, die knackige Schärfe sowie der Detailreichtum sind sehr beeindruckend!

4K Beispielvideo – 20 Sekunden Sequenz zum Sonnenuntergang bei dynamischen Lichtverhältnissen

DJI Air 2S – Zubehör

In den folgenden vier Abschnitten stelle ich dir das wichtigste Zubehör für die Drohne vor.

Smart Controller mit großem Display

Für mich ist der Smart Controller mit dem großen Display sehr wichtig. Schon bei der Phantom 4 Pro+ hatte ich mich für die Variante mit einem Controller mit festverbauten Display entschieden, damit ich nicht auf das Handy (und dessen Akkuladestand) angewiesen bin, wenn ich mit der Drohne fliegen will. Für mich ist der Controller und die Drohne auf diese Weise ein geschlossenes System, wofür ich keine Dritt-Geräte wie das Smartphone benötige.

Mit dem Controller brauchst du dir auch keine Sorgen um die Kompatibilität von Smartphone und der iOS oder Android Version mit der DJI Fly App machen, da auf dem Controller schon alle notwendigen Apps und die Steuersoftware vorinstalliert sind. Das Verbinden der Steuerungssoftware vom Controller mit der Drohne geht damit natürlich auch sehr einfach.

Der größte Vorteil ist aber, dass du auf dem großen, scharfen und hellen 5,5 Zoll Bildschirm, draußen auch bei direkter Sonneneinstrahlung einfach besser auf eine durchdachte Bildkomposition achten kannst. Obendrein ist die Steuerung mit den beiden Joysticks sehr intuitiv und der Controller gibt ein haptisches Feedback, wenn die Software wichtige Meldungen zum Flug für den Piloten hat.

Falls du dich beim Kauf nicht für die FlyMore Combo entscheidest, kannst den DJI Smart Controller auch separat für die Drohne nachkaufen.

Polfilter für Drohnenkamera

Als Landschaftsfotograf habe ich den Polfilter bei ungefähr 90 Prozent meiner Shootings vorn am Objektiv montiert. Die Liebe geht so weit, dass ich sogar für jedes Objektiv einen eigenen habe, sodass ich den Filter beim Objektivwechsel nicht auch noch ab- und wieder anschrauben muss.

Falls du dich fragst, warum mir der Polfilter so wichtig ist, dann schau mal in meinem Polfilter Guide vorbei. Darin zeige ich dir anhand von Beispielfotos, wie der Filter Reflexionen vermindert, die Kontraste anhebt, die Farben sättigt und für mehr Dynamikumfang im Bild sorgt. Und das alles schon bei der Aufnahme, ohne Bildbearbeitung.

📸 Tipp: Für Videografen sind außerdem die ND Filter für die Air 2S interessant, da sie für ein flüssigeres und ruckelfreies Bild auch bei hohem Lichteinfall sorgen. Die neutralen Graufilter verlängern durch Abdunkeln die Verschlusszeit, was du sonst auch durch Schließen der Blende erreichen könntest, aber die ist bei der Air 2S ja fixiert auf F/2.8.

Schnelle Micro SD Speicherkarten

Die Micro SD Speicherkarten sind nicht direkt im Lieferumfang enthalten, sondern du musst sie separat dazu kaufen. Dabei musst du vor allem auf die Größe und die Geschwindigkeit der jeweiligen Speicherkarte achten. Denn nicht jede Karte bietet eine ausreichend hohe Schreibgeschwindigkeit für die maximal mögliche Videoauflösung in Kombination mit der höchsten Bildrate.

Ich selbst nutze seit Jahren die SanDisk Extreme PRO microSDXC Speicherkarten und bin sehr zufrieden damit. Die Karten sind sehr zuverlässig und schnell genug, um problemlos 4K UHD Videos aufzunehmen. Außerdem haben sie immer eine Adapterkarte dabei, sodass du die Daten ganz einfach mit jedem SD-Kartenleser kopieren kannst.

Die Speicherkapazität einer microSD für die DJI Air 2S kann bis zu 256 Gigabyte betragen. DJI selbst empfiehlt für die Air 2S insbesondere die SanDisk Extreme- und SanDisk Extreme Pro-Speicherkarten.

🔎 Tipp: Nutze lieber mehrere kleinere Speicherkarten, sodass du sie möglichst nach jedem Flug austauschen kannst, um einem möglichen Datenverlust im Fall eines Absturzes vorzubeugen.

📸 Bonus: Im Artikel Datensicherung für Fotografen stelle ich dir meine Backup-Strategie vor und zeige dir, wie du deine wertvollen Fotos und Videos sicher vor einem drohenden Datenverlust schützt.

Zwei zusätzliche Akkus

Damit du unterwegs auf Tour immer genug Reserven hast, empfehle ich dir unbedingt immer zwei vollgeladene Ersatz Akkus dabei zu haben. Eine halbe Stunde Flugzeit pro Akku klingt erst mal relativ viel, aber in der Luft vergeht die Zeit buchstäblich „wie im Flug“. Daher ist es immer gut, wenn du nach dem Landen gleich wieder mit einem vollen Akku abheben kannst und dir so kein Motiv oder das beste Licht entgeht.

Paradiesische Insel in Schweden zum Sonnenuntergang
Paradiesische Insel in Schweden zum Sonnenuntergang | Zum Bild

Technische Daten: F/2.8 | 1/30 Sekunde | ISO100 Ausrüstung: DJI Air 2S & Polfilter für die Drohne

DJI Air 2S – Kaufen: Anbieter und Preisvergleich

Ein Vergleich der Preise und der Lieferzeiten bei unterschiedlichen Anbietern lohnt sich immer. Die Größe und das Gewicht der Drohne kannst du vor dem Kauf am besten im Fotogeschäft deines Vertrauens oder einem Elektronikfachmarkt in deiner Nähe ansehen und beurteilen. Wenn der Preis passt, kannst du sie natürlich auch dort gleich kaufen und damit die lokalen Läden unterstützen. Darüber hinaus bieten Calumet Photo und MPB auch günstige gebrauchte und überprüfte Kameraausrüstung mit Garantie an.

💡 Preis-Leistungs-Tipp: Die Fly More Combo der Air 2S beinhaltet bis auf den Polfilter und die Speicherkarten alles, was du an Zubehör brauchst und lässt dabei keine Wünsche offen. Mit dabei sind insgesamt drei Akkus, ein ND Filterset (vor allem für das Filmen), eine praktische Umhängetasche für die Drohne, geräuscharme Ersatzpropeller sowie Ersatzsteuerknüppel und zu guter Letzt natürlich der Smart Controller mit dem großen Display. Was dieses Bundle noch attraktiver macht, ist, dass du gegenüber dem Einzelkauf der Komponenten Geld sparst und direkt von Anfang an frustfrei Fliegen kannst.

📸 Verfügbarkeit & Preise bei Onlinehändlern checken: Amazon | Foto Erhardt | Calument Photo | Otto

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Fazit zum DJI Air 2S Test

Der Wechsel von der Phantom 4 Pro+ auf die Air 2S hat sich für mich absolut gelohnt. Die Drohne ist viel einfacher zu transportieren und das bei einer sehr hohen Bildqualität und beeindruckenden Flugeigenschaften, vor allem im Vergleich mit der viel größeren, schweren und lauteren Phantom.

Auch für Neueinsteiger ist die DJI Air 2S aus meiner Sicht die aktuell beste Drohne mit einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis.

Sonnenuntergang am Gletscher
Sonnenuntergang am Gletscher | Zum Bild

Technische Daten: F/2.8 | 1/500 Sekunde | ISO100 Ausrüstung: DJI Air 2S & Polfilter für die Drohne

Nach rund einem Jahr im Einsatz gibt es nichts Gravierendes, was ich vermisse oder was mich stört. Einziges Manko ist für mich immer noch die Lautstärke der Drohne beim Fliegen. Die hat sich zwar zu den Vorgängermodellen schon erheblich verbessert, laut ist sie in meinen Ohren allerdings immer noch. Das ist am Ende Meckern auf hohem Niveau und mindert nicht die fantastischen Flugeigenschaften und die fabelhafte Bildqualität der fliegenden Kamera.

Zum Schluss möchte ich noch darauf hinweisen, dass du in Deutschland einen Kompetenznachweis (Kleiner Drohnenführerschein), ein Kennzeichen sowie eine Versicherung für das Fliegen mit einer Drohne brauchst. Mehr zu den Regeln und Vorschriften beim Fliegen von Drohnen findest du in meinem Drohnenfotografie Guide.

Hast du noch Fragen oder Anmerkungen zum DJI Air 2S Test? Dann schreib sie mir gern in den Kommentaren!

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Ich bin Dave und seit über 15 Jahren leidenschaftlicher Landschafts- und Architekturfotograf. Meine Erfahrungen und mein über die Jahre zusammengetragenes Wissen in diesen Bereichen der Fotografie gebe ich gern hier auf diesen Seiten in den Rubriken Tutorials, Ausrüstung und Reisen an dich weiter. Um zukünftig keinen dieser Beiträge mehr zu verpassen, kannst Du einfach meinen kostenlosen Newsletter abonnieren oder den ebenso kostenlosen RSS Feed benutzen. Eine kleine Auswahl meiner Landschaftsfotos findest du hier in der Galerie und auf meiner persönlichen Foto Webseite.

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2 Kommentare

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  1. Hallo Dave,

    wieder einmal ein interessanter und fundierter Artikel von Dir. Ich habe zwar keine Draohne, bin aber interessiert und verblüfft, wie die Fotos aus dieser Perspektive wirken.

    Eine Frage habe ich noch: Wenn die Drohne sich dreht, ändert sich sofort auch die Wirkung des Polfilters. Wie stellst Du diesen ein?

    Was mit den Mastershots möglich ist, dass zeigt Siegried Eichhorn in diesem Video https://www.youtube.com/watch?v=Ug1e1ENQa_I. So einfach kommt man heute zu einem Heiligenschein.

    Schöne Drohnegrüße von
    Bernd

    1. Hallo Bernd,

      und vielen Dank für deinen Kommentar! 🙂

      Ja, das ist eine gute Frage, denn der Einsatz des Polfilters an der Drohne ist manchmal etwas tricky. Genau, die Wirkung des Polfilters hängt u.a. von der Tageszeit, der Blickrichtung zur Sonne und der Bewölkung am Himmel ab. Wenn man im 90° Winkel zur Sonne fotografiert, ist der Effekt im Bild am größten.

      Wenn ich im Vorfeld weiß, in welche Richtung ich fotografiere, stelle ich den Polfilter schon vor dem Start am Boden so ein, wie es haben will bzw. es die Lichtsituation erfordert. Weiß ich es vorher nicht, dann stelle ich den Polfilter „auf halbe Stärke“ ein. Das geht bei dem Filter dank entsprechender Markierungen ganz gut. Dann hat man den Effekt für den Dynamikumfang, Kontraste und Farben, aber er ist ggf. auch nicht zu stark und führt zu den ungewünschten Farbverläufen im Blau des Himmels. Das ist für die meisten Fälle erst mal ein guter Kompromiss.

      Verschneite Grüße aus Leipzig,
      Dave

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