Letztes Update: 05.01.2021
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In diesem Artikel stelle ich dir 10 Tipps f├╝r kreative Landschaftsfotos vor. Hier findest du neue Ideen und Aufnahmetechniken f├╝r deine Landschaftsfotografie! Frische Konzepte und Inspiration erwarten dich jenseits der allseits bekannten 08-15 Bildkomposition und dem Benutzen von Blende 8, wenn die Sonne lacht.

Inhaltsverzeichnis

Einleitung & Motivation

K├╝nstlerische Landschaftsfotografie

In der Landschaftsfotografie geht es darum, die Gef├╝hle die du beim Betrachten einer Landschaft hast, in einem Foto festzuhalten und damit den Betrachtern deiner Bilder zu kommunizieren. Denn anders als bei der blo├čen und n├╝chternen Dokumentation eines Ortes in Bildern, geht es bei der kunstvollen Landschaftsfotografie darum, deine Gef├╝hle beim Fotografieren der Szenerie vor Ort in das Foto einflie├čen zu lassen.

Gegenlichtaufnahme am Kleinen Winterberg zum Sonnenaufgang
Kleiner Winterberg zum Sonnenaufgang | Zum Bild

Einstellungen: F/11, 1/8 Sekunden, ISO200 | Ausr├╝stung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Wenn du nun also selbst kein seelenloser Stahlbolzen bist und tats├Ąchlich vielleicht schon das ein oder andere Mal beim Anblick einer wundersch├Ânen Landschaft Freudentr├Ąnen in den Augen hattest, dann willst du dieses Gef├╝hl sicherlich auch im Foto festhalten.

Emotionale Reaktion beim Betrachter

Das i-T├╝pfelchen ist nat├╝rlich, wenn du es schaffst, eine ├Ąhnliche Reaktion beim Betrachter des Fotos hervorzurufen. Das gelingt dir aber sicher nicht mit emotionsloser Dokumentationsfotografie. Es gen├╝gt nicht, dass alle technischen Parameter, wie z.B. die Belichtung des Fotos, korrekt sind. Dazu folgend ein Zitat.

Die Tatsache, dass eine (im konventionellen Sinn) technisch fehlerhafte Fotografie gef├╝hlsm├Ą├čig wirksamer sein kann als ein technisch fehlerloses Bild, wird auf jene schockierend wirken, die naiv genug sind, zu glauben, dass technische Perfektion den wahren Wert eines Fotos ausmacht.

Andreas Feininger

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Das Gef├╝hl, nach einer fr├╝h morgendlichen Wanderung durch einen dunklen Wald und dem anstrengenden Kraxeln auf einen Berg, um dort allein auf den den Sonnenaufgang zu warten und diesen dann schlie├člich zu erleben und zu fotografieren, kann man nur sehr schwer in Worte fassen. Und an dieser Stelle kommt die k├╝nstlerische Fotografie ins Spiel. Sie kann ausdr├╝cken, wozu Worte oft nicht in der Lage sind. Nicht umsonst gibt es das Sprichwort: „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte„.

Das obige Bild habe ich an solch einem Sonnenaufgang in der S├Ąchsischen Schweiz aufgenommen. Es war der dritte Versuch und diesmal hat das Wetter und der Nebel endlich mitgespielt. Das fr├╝he Aufstehen und schwei├čtreibende Wandern im Dunkeln hatte sich mehr als gelohnt. Oben angekommen, war ich einfach ├╝berw├Ąltigt vom grandiosen Ausblick und von der Ruhe des Ortes und habe diese Gef├╝hle beim Aufnehmen und Nachbearbeiten in das Foto einflie├čen lassen.

Die Entstehung des Fotos unterhalb und die genaue Geschichte hinter dem Bild kannst du ausf├╝hrlich im Artikel Sonnenaufgang am Heringstein nachlesen.

Sonnenaufgang am Heringstein in der S├Ąchsischen Schweiz
Sonnenaufgang am Heringstein | Zum Bild

Einstellungen: F/11, 1/25 Sekunden, ISO100 | Ausr├╝stung: Nikon D810 + Nikkor 14-24mm + Polfilter

Los gehtÔÇÖs

Solltest du das n├Ąchste Mal selbst f├╝nf Uhr morgens auf einem Berg stehen und vom sanften Licht der Morgensonne gek├╝sst werden und hast deine Kamera dabei, dann gibt es die unterschiedlichsten Methoden, um diesen Gef├╝hlen fotografisch Ausdruck zu verleihen. Meine pers├Ânlichen Top 10 dieser Ideen f├╝r kreative Landschaftsfotos stelle ich dir hier in diesem Artikel vor. Los gehtÔÇÖs.

Langzeitbelichtung

Als erstes m├Âchte ich dir die Langzeitbelichtung vorstellen. Du fragst dich jetzt vielleicht, was ist ├╝berhaupt eine Langzeitbelichtung. Bei der Fotografie wird jedes Bild, was mehr als eine halbe Sekunde oder auch deutlich l├Ąnger belichtet wird, als Langzeitbelichtung bezeichnet. Eine exakte Definition, ab welcher Belichtungszeit ein Foto als Langzeitbelichtung gilt, gibt es allerdings nicht. Das ist auch vollkommen egal. Wichtig ist die Wirkung auf das Bild, das dabei entsteht und welche Auswirkung diese Aufnahmetechnik auf das Motiv hat und es gegebenenfalls sogar in Aussehen und Wirkung ver├Ąndert.

Diese Technik wird haupts├Ąchlich in der k├╝nstlerischen Architektur- und Landschaftsfotografie (inkl. der Nachtfotografie) eingesetzt.

Motive – Welchen Look kannst du mit der LZB generieren

Mit diesen langen Verschlusszeiten kannst du, je nach Motiv und Wetterbedingungen, unterschiedlichste Effekte und Looks f├╝r deine Landschaftsfotos erreichen. In den meisten F├Ąllen werden lange Belichtungszeiten in der Fotografie daf├╝r benutzt Bewegungen zu visualisieren.

Bewegung von Wasser in Fl├╝ssen und B├Ąchen

In der Natur ist ein h├Ąufiger Anwendungsfall das Flie├čen von Wasser sanfter darzustellen. Je nach Flie├čgeschwindigkeit eines Flusses oder Bachs kannst du die Verzeichnung der Stromschnellen kurz oder lang werden lassen. Dabei gilt, je l├Ąnger die Belichtungszeit, umso gr├Â├čer wird auch die Weichzeichnung der Bewegung.

Beispiel 1: Fluss in der B├Âhmischen Schweiz
Langzeitbelichtung in der B├Âhmischen Schweiz
Langzeitbelichtung in einem urigen Tal in der B├Âhmischen Schweiz | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 0.8 Sekunden, ISO64 | Ausr├╝stung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Du musst also je nach Flie├čgeschwindigkeit des Wassers deine Belichtungszeit anpassen. Je nachdem, welchen Look du f├╝r dein Foto haben willst, musst du entsprechend l├Ąnger oder k├╝rzer belichten. F├╝r das obige Bild habe ich durchschnittliche Werte benutzt, nichts au├čergew├Âhnliches. Das hei├čt soviel, wie nicht so kurz, dass ich es h├Ątte aus der Hand fotografieren k├Ânnen, aber auch keine 30 Sekunden oder l├Ąnger. Wie die drei Werte Blende, ISO und Verschlusszeit zusammenh├Ąngen habe ich in einem extra Artikel ausf├╝hrlich erkl├Ąrt.

Langzeitbelichtung bei Wind

­čöÄ Hinweis: Wenn es windig ist und du eine Langzeitbelichtung aufnehmen willst, kann es sein, dass zwar das Wasser w├Ąhrend der Aufnahme weich gezeichnet wird, aber leider auch die Gr├Ąser und Bl├Ątter an den B├Ąumen unscharf werden. Um das zu umgehen, kannst du neben der Langzeitbelichtung, zus├Ątzlich eine normale kurze Belichtung aufnehmen. Diese nimmst du dann als Ausgangsfoto bei der Nachbearbeitung des Fotos und legst die lange Belichtung in Photoshop einfach dar├╝ber. Dann legst du eine komplett schwarze Maske ├╝ber diese Ebene (ALT bei Anlegen der Maske dr├╝cken, oder STRG + BACKSPACE im Nachhinein) und malst mit einem weichen Pinsel mit 100% Sichtbarkeit mit Wei├č als Vordergrundfarbe die Bereiche sichtbar, die du aus der Langzeitbelichtung im Bild haben willst.

Beispiel 2: Wasserfall in Island
Wasserfall der G├Âtter - Island
Wasserfall der G├Âtter – Norden von Island | Zum Bild

Einstellungen: F/11, 0.6 Sekunden, ISO100 | Ausr├╝stung: Nikon D810 + Nikkor 14-24mm + Polfilter + Stativ

Das zweite Beispiel entstand im Norden von Island am ber├╝hmten Wasserfall der G├Âtter, dem „Waterfall of the Gods“. Ich habe hier eine leicht k├╝rzere Verschlusszeit benutzt, als im Beispiel oben. Trotzdem sieht das Wasser aus als, als w├Ąre das Foto deutlich l├Ąnger belichtet worden. Das kommt durch die viel schnellere Flie├čgeschwindigkeit des Wasser in diesem Fluss, verglichen mit dem Fluss in der B├Âhmischen Schweiz.

Du kannst also nicht stur irgendwelche fixen Werte benutzen, um den gew├╝nschten Effekt f├╝r dein Foto zu erreichen, sondern musst immer auf die Gegebenheiten vor Ort achten und entsprechend reagieren.

­čöÄ Hinweis: Bei allen Aufnahmen vom Stativ, also nicht nur bei Langzeitbelichtungen, solltest du immer vorhandene Bildstabilisatoren am Objektiv und der Kamera deaktivieren. Diese sind nur hilfreich, wenn du aus der Hand fotografierst. Bei Aufnahmen vom Stativ k├Ânnen die Bilder bei aktiviertem Bildstabilisator unscharf werden.

Bewegung am Himmel

Genauso kannst du auch die Bewegung von Wolken am Himmel darstellen. Je nach Windst├Ąrke und Belichtungszeit kann das sehr surreal aussehen. Der Effekt ist nat├╝rlich am gr├Â├čten, wenn du dich genau entgegen der Richtung stellst und fotografierst, in der die Wolken ziehen.

Das Beispiel dazu: „Wie eine Kerze im Wind“
Langzeitbelichtung von ziehenden Wolken ├╝ber einem See
Langzeitbelichtung von ziehenden Wolken ├╝ber einem See | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 80 Sekunden, ISO100 | Ausr├╝stung: Canon 5D + Canon L 16-35mm + Polfilter

Um das Bild zu fotografieren wie du es jetzt siehst, war einiges an Vorbereitung n├Âtig. Ich war mehrere Male im Vorfeld an diesem Ort. Prim├Ąr einfach um drau├čen zu sein, aber auch um neue Fotospots in der N├Ąhe zu erkunden. Als ich den Baumstumpf mit den Pflanzen darauf sah, kam mir die Idee zu genau diesem Bild.

Daf├╝r sind aber schnell ziehende Wolken Richtung Osten n├Âtig. Es hat dann nochmal ein paar Wochen gedauert, bis die Bedingungen so waren, wie ich es brauchte und das Foto schlie├člich von meinem Kopf endlich im Kasten war.

Ja, ich habe mich nicht vertippt. Das Bild wurde tags├╝ber 80 Sekunden lang belichtet, um genau diesen Effekt in den Wolken zu haben. Ich h├Ątte auch eine scharfe Version der kleinen Str├Ąucher im Vordergrund reinblenden k├Ânnen, aber wie der Titel schon sagt, ist das Absicht. Deiner Fantasie sind bei solchen Langzeitaufnahmen keine Grenzen gesetzt. Tobe dich mal richtig aus!

Verwendete Filter

­čöÄ Tipp: Um diese lange Belichtungszeit von ├╝ber 1 Minute tags├╝ber zu erreichen, habe ich eine Kombination aus verschiedenen neutralen Graufiltern verwendet. Die Belichtungszeit w├Ąchst exponentiell, wenn du mehrere Filter wie den ND8, ND64 oder ND1000 kombinierst.

Neutrale Graufilter ND8, ND64 und ND1000 f├╝r Langzeitbelichtungen
Die neutralen Graufilter ND8, ND64 und ND1000 f├╝r Langzeitbelichtungen

K├╝ste & Meer

Wenn du an der K├╝ste fotografierst, kannst du mit dieser Technik die Wellen im Meer komplett verschwinden und das Wasser glatt werden lassen, bis es wie ein ruhiger See aussieht. Eine Langzeitbelichtung mit angeschraubten Polfilter kann zudem die Farbintensit├Ąt erh├Âhen. Der Polarisationsfilter erh├Âht auch den Kontrast und den Dynamikumfang. Er ist ein absolutes Muss f├╝r jeden Landschaftsfotografen. Ich habe ihn gef├╝hlt 90% der Zeit am verwendeten Objektiv im Einsatz.

Die Farbintensit├Ąt sollte sich allerdings bei neutralen Graufiltern nicht ver├Ąndern. Leider haben aber die meisten Billig Produkte einen Magenta-Farbstich. Deshalb rate bei diesen Filtern vom Kauf von Billigware ab. So einen Farbstich bekommt man auch w├Ąhrend der Nachbearbeitung nur sehr schlecht bis gar nicht wieder entfernt und er ist einfach sehr ├Ąrgerlich.

Beispiel 1: Komplette Gl├Ąttung der Wellen am Meer
Anleger bei Zingst zum Sonnenuntergang
Anleger bei Zingst zum Sonnenuntergang als Langzeitbelichtung | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 30 Sekunden, ISO200 | Ausr├╝stung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Durch die lange Belichtung von 30 Sekunden sieht das Meer und die Brandung hier aus, als sei es ruhiger See an einem windstillen Sommerabend. Das bringt sehr viel Ruhe ins Bild. Die warmen Farbt├Âne tragen beim Betrachten zus├Ątzlich zu einem harmonischen Gef├╝hl bei.

­čöÄ Tipp: Bei Spiegelreflexkameras solltest du w├Ąhrend mehr-sek├╝ndiger Belichtungen den Sucher der Kamera abdecken. Der Hintergrund ist, dass durch den Sucher ebenfalls Licht in die Kamera und auf den Sensor gelangen kann. Das spielt bei normalen Ausl├Âsungen meistens keine Rolle und ist unkritisch, da sich ja im Normalfall eins deiner Augen am Sucher befindet und ihn damit abdeckt. Bei Langzeitbelichtungen ist das aber nicht der Fall. Zum Abdecken kannst du einfach den Tragriemen bzw. Kameragurt daf├╝r verwenden.

Beispiel 2: Leichte Weichzeichnung der Brandung
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Sonnenuntergang an der Ostee | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 0.5 Sekunden, ISO200 | Ausr├╝stung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Das Bild entstand zum Sonnenuntergang an der Ostseek├╝ste an einem wilden, naturbelassenen Strand. Die Belichtungszeit ist mit einer halben Sekunde relativ kurz gehalten, um zu zeigen wie die Wellen sanft an den Strand flie├čen. Damit diese Belichtung auch technisch korrekt ist, habe ich bei konstanter Blende 8 (f├╝r die entsprechende Sch├Ąrfe), den ISO Wert auf 200 erh├Âht.

­čĺí Bonus: Wie genau Blende, Verschlusszeit und ISO zusammenh├Ąngen habe ich im verlinkten Artikel f├╝r dich erkl├Ąrt und auch wie du das Histogramm in Bezug auf die Belichtung lesen und interpretieren musst, habe ich einen extra Artikel mit Beispielen beschrieben.

Beispiel 3: Langzeitbelichtung zur Blauen Stunde am Meer
Buhne an der Ostsee im Nebel zur Blauen Stunde
Buhne an der Ostsee im Nebel zur Blauen Stunde | Zum Bild

Einstellungen: F/5.6, 30 Sekunden, ISO64 | Ausr├╝stung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Dieses Bild entstand an einem sehr ruhigen 1. Januar an der Ostseek├╝ste. An diesem Tag herrschten dort geradezu mystische Wetterverh├Ąltnisse. Es war die ganze Zeit ├╝ber neblig und vollkommen windstill an der K├╝ste. Gegen Abend zur blauen Stunde spitze es sich zu und die Grenze zwischen Nebel und Meer verlief flie├čend am Horizont. Mit der Langzeitbelichtung von 30 Sekunden habe ich auch die letzten kleinen Wellen gegl├Ąttet und so sieht es fast aus, als w├Ąre die Buhne auf eine blaue Leinwand gemalt worden.

Lichtspuren in der Stadt

An dieser Stelle unternehme ich mit dir einen kleinen Exkurs in die Architekturfotografie. Auch in Stadtlandschaften sind Langzeitbelichtung f├╝r kreative Aufnahmen m├Âglich. Es gibt auch hier unterschiedliche Effekte, die du damit erreichen kannst.

Zum Beispiel kannst du den Verkehr in der Stadt durch die Leuchtspuren der Autos, Busse und Stra├čenbahnen darstellen. Ein weiterer sehr spannender Effekt, wie ich pers├Ânlich finde, ist Menschen durch eine Langzeitbelichtung praktisch entfernen zu k├Ânnen.

Beispiel 1: Lichtspuren zur Blaue Stunde
Leuchtspuren in der Stadt
Leuchtspuren in der Stadt Leipzig zur blauen Stunde | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 1.0 Sekunde, ISO200, EV+0.33 | Ausr├╝stung: Nikon D810 + Nikkor 14-24mm + Stativ

Das Bild zeigt den bekannten Augustusplatz in Leipzig, mit all seinem Verkehr von Stra├čenbahnen und Autos, ebenfalls zur blauen Stunde nach Sonnenuntergang. Zu sehen sind der MDR Tower, die Oper und das Kirchen ├Ąhnliche Geb├Ąude der Universit├Ąt Leipzig. Mit diesem sogenannten Timescape Bild m├Âchte ich das vielf├Ąltige und hektische Treiben dieses Ortes zeigen. Das finale Bild setzt sich deshalb auch aus sieben Einzelbelichtungen mit nahezu identischen Einstellungen zusammen. Eine Grundbelichtung des Platzes, plus f├╝nf Fotos f├╝r die Lichtspuren und eine zus├Ątzliche Belichtung mit Blende F/22 f├╝r die Sterne an den Laternen.

Beispiel 2: Menschenleerer Bahnhof
Leuschner Platz Leipzig
Leuschner Platz in Leipzig | Zum Bild

Einstellungen: F/11, 3 Sekunden, ISO64, EV+0.67 | Ausr├╝stung: Nikon D810 + Nikkor 14-24mm + Stativ

Dieses Bild vom Leuschner Platz in Leipzig, zeigt einen einfahrenden, sowie einen ausfahrenden Zug im menschenleeren Bahnhof. Man k├Ânnte auch meinen sie fahren beide einfach durch, ohne ├╝berhaupt anzuhalten. F├╝r das Bild waren vier Aufnahmen n├Âtig. Die Grundbelichtung des Bahnhofs, eine sehr lange Belichtung von jenseits der 30 Sekunden, um alle herumlaufenden Menschen komplett verschwinden zu lassen und jeweils eine f├╝r die Z├╝ge.

­čöÄ Tipp: Wenn du lange genug belichtest, kannst du praktisch jeden Platz in einer Stadt auf einem Foto menschenleer erscheinen lassen.

Wetter und Abstraktes

Mit Langzeitbelichtungen l├Ąsst sich aber noch mehr einfangen und darstellen. Zum Beispiel die fantastischen tanzenden Nordlichter (Aurora Borealis) am n├Ârdlichen Nachthimmel oder Blitze w├Ąhrend eines Gewitters. Polarlichter gibt es zwar auch in der Antarktis, aber die meisten von uns kommen wohl eher auf der Nordhalbkugel in deren Genuss.

Beispiel 1: Nordlichter
Nordlichter in Island spiegeln sich in einem See
Nordlichter im S├╝den von Island | Zum Bild

Einstellungen: F/2.8, 15 Sekunden, ISO800 | Ausr├╝stung: Nikon D810 + Nikkor 14-24mm + Stativ

Um die fallenden und tanzenden Nordlichter zu fotografieren braucht man meistens ebenfalls eine Langzeitbelichtung. Optimal ist es, wenn der Vordergrund zus├Ątzlich sehr hell, oder beleuchtet ist, oder sich spiegelt, wie es bei Schneelandschaften und Wasseroberfl├Ąchen der Fall ist. Die ideale Belichtungszeit h├Ąngt wie so oft vom Motiv selbst ab. Die Lichter „fallen“ und „tanzen“ mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Damit es nicht zu verwaschen aussieht sind Zeiten zwischen 4 und 20 Sekunden ratsam.

Am Ende musst du das vor Ort ausprobieren. Das obige Bild ist in einer einzigen 15 sek├╝ndigen Belichtung entstanden. Ich stand alleine mitten im Nirgendwo bei Eisesk├Ąlte und der ganze Himmel um mich herum war voll von tanzenden Lichtern in unterschiedlichen Farben. Ein absolut einzigartiges Erlebnis, dem ein einzelnes Foto nur sehr schwer auch nur ansatzweise gerecht werden kann.

Beispiel 2: Gewitter ├╝ber Davos
Gewitter mit Blitz ├╝ber Davos in der Schweiz
Gewitter ├╝ber Davos in der Schweiz | Zum Bild

Einstellungen: F/11, 30 Sekunden, ISO200 | Ausr├╝stung: Canon 5D MkII + Canon L 16-35mm + Polfilter

Das Bild des Blitzes entstand am ersten Abend einer einw├Âchigen Tour durch die Schweiz vom Dach unseres Hotels in Davos. Am Abend braute sich ein massives Alpengewitter zusammen und ich dachte, warum nicht mal mit der Kamera draufhalten. Da man ja nie genau wei├č, wann genau denn wieder ein Blitz sich seinen Weg durch die Wolken sucht, muss man mit einer Langzeitbelichtung arbeiten und hoffen, dass man am Ende einen einf├Ąngt. In diesem Fall hat es mit einer Belichtungszeit von 30 Sekunden geklappt. Durch die lange Belichtung war auch gleich der Vordergrund des Bildes ausreichend hell, sodass hier nur eine Belichtung n├Âtig war.

Beispiel 3: Geisterbild in einem Lost Place
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Geisterbild | Zum Bild

Einstellungen: F/3.5, 1.5 Sekunden, ISO200 | Ausr├╝stung: Nikon D80 + 18-70mm Kit Objektiv + Stativ

Dieses Selbstportrait in einem Lost Place bei K├Âthen (Anhalt) entstand w├Ąhrend meiner Studienzeit dort und zwar im Jahr 2007. Ich habe es mit dem Selbstausl├Âser an meiner ersten DSLR Kamera aufgenommen. Wie im Screenshot zu sehen ist, hatte ich die Nikon D80 am 26. Februar 2007 gekauft.

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Meine erste DSLR Kamera

Rein technisch gesehen ist das Foto eine Langzeitbelichtung, aber der eigentliche „Trick“ bei der Aufnahme ist es, eine Belichtung mit der Person und eine ohne Person anzufertigen. Die mit Person habe ich dann in der Nachbearbeitung mit 30% Deckkraft auf einer eigenen Ebene wieder eingeblendet, um es wie eine Art Geist aussehen zu lassen. Genau so k├Ânntest du nat├╝rlich auch andere Objekte, wie beispielsweise Autos, halbdurchl├Ąssig im Bild einblenden und damit unterschiedliche Effekte erzielen.

Vorstellbar w├Ąren auch andere Varianten des Einblendens. Zum Beispiel k├Ânntest du die Person vom Kopf bis zu den F├╝├čen hin, mit Hilfe des Verlaufswerkzeugs auf der Ebenenmaske, immer durchsichtiger werden lassen. Oder du blendest das Objekt / die Person nur punktuell wieder ein, oder l├Ąsst nur einzelne Teile (teilweise) sichtbar werden, oder was auch immer dir noch einf├Ąllt und irgendwie sinnvoll erscheint.

Zusammenfassung Langzeitbelichtung

Ich hoffe diese Beispiele und Anregungen geben dir einen Eindruck, welche Effekte und Looks du damit in unterschiedlichen Situationen erreichen kannst und inspirieren dich einfach mal raus zu gehen und ein paar neue Techniken auszuprobieren und mit dem neuen Wissen kreativ zu werden.

Neue Perspektiven

Am Boden – die Ameisenperspektive

Eine weitere Idee um deine Fotos ein wenig aufzupeppen, ist es neue Blickwinkel und Perspektiven auszuprobieren. Also nicht einfach wie immer das Stativ aus Gewohnheit voll ausfahren, aufstellen, die Kamera darauf positionieren und direkt wild drauf los fotografieren, sondern etwas bedachter vorgehen.

B├Ąrlauch zum Sonnenaufgang
B├Ąrlauch zum Sonnenaufgang im Wald bei Leipzig | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 1/30 Sekunde, ISO400 | Ausr├╝stung: Canon 5D MkII + Zenitar Fisheye

Bei mir hat es sich ├╝ber die Jahre bew├Ąhrt, dass ich mir schon vor dem Aufbau des Stativs ├╝berlege, f├╝r welchen Bildausschnitt ich mich ├╝berhaupt entscheiden will.

Mein Vorgehen dabei ist, dass ich vor allem erst einmal in Ruhe ankomme, mir Zeit nehme und mich umsehe und den jeweiligen Ort auf mich wirken lasse. Dann laufe ich mit der Kamera in der Hand herum, lege mich manchmal sogar auf den Boden und suche mir genau den Bildausschnitt, den ich im Foto abbilden will.

Erst dann baue ich mein Stativ genau dort auf und stelle es auf die H├Âhe ein, die ich mir zuvor ausgeknobelt habe. Du wirst sehen, dadurch ergeben sich viel mehr M├Âglichkeiten und frische Perspektiven f├╝r deine Fotos.

Aus der Luft – die Vogelperspektive

Vor einigen Jahren hat sich mir durch die Drohnenfotografie noch einmal eine v├Âllig neue Welt und eine zus├Ątzliche Dimension f├╝r meine Landschaftsfotografie er├Âffnet. Die Vogelperspektive aus der Luft erm├Âglicht es mir an Stellen zu fotografieren, wo ich sonst nie mit einer Kamera hingelangt w├Ąre. Diese neue M├Âglichkeit ist fantastisch und bringt neuen Wind in jedes Portfolio.

Kleiner Exkurs: Ich habe, wie eigentlich immer, im Vorfeld sehr viel recherchiert, welche Drohne f├╝r Landschaftsfotografie am besten ist. Ich habe mich dann guten Gewissens f├╝r die DJI Phantom 4 Pro+ Drohne und gleich noch f├╝r einen Polfilter f├╝r die Drohne und zwei Ersatz Drohnen Akkus entschieden. Mit denen komme ich dann insgesamt mit einer Akkuladung auf gut eine Stunde Flugzeit. Mit einem Aufladeger├Ąt f├╝r das Auto kann ich neben den normalen Kamera Akkus nun sogar auch die Drohnen Akkus bequem beim Fahren laden, wenn ich auf einer l├Ąngeren, mehrt├Ągigen Fototour unterwegs bin. Ich bin mit der Drohne sehr zufrieden.

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DJI Phantom 4 Pro Plus Drohne

Bisher war ich mit der Drohne in Deutschland, Island, Norwegen, Schweden und Italien unterwegs. Da ich sowieso vorwiegend in menschenleeren Gegenden fliege und fotografiere, hatte ich damit bisher auch nirgends irgendwelche Probleme. Ich werde demn├Ąchst noch einen ausgiebigen Artikel ├╝ber die Drohnenfotografie schreiben. Dabei werde ich weitaus detaillierter auf die Vor- und Nachteile und den Vorurteilen gegen├╝ber Drohnen und dem Fotografieren auf der Luft eingehen.

Beispiel 1: Top-Down Shot

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Tropisch anmutende K├╝ste an einem Bergsee in Bayern | Zum Bild

Einstellungen: F/5.6, 1/5 Sekunde, ISO100 | Ausr├╝stung: DJI Phantom 4 Pro+ + Polfilter f├╝r die Drohne

Die beiden Luftaufnahmen, die ich hier f├╝r die Veranschaulichung der Vogelperspektive nutze, sind beide im sch├Ânen Bayern in S├╝ddeutschland entstanden. Das Bild oberhalb zeigt das tropisch anmutende Ufer des Hintersees. Die Kamera der Drohne habe ich daf├╝r komplett senkrecht nach unten schauen lassen, um diese direkte Draufsicht von oben zu erm├Âglichen.

Beispiel 2: Vogelperspektive

Die Ludwigs Insel im Eibsee aus der Vogelperspektive
Die wundervolle Ludwigs Insel im Eibsee mit der Zugspitze im Hintergrund | Zum Bild

Einstellungen: F/5.6, 1/100 Sekunde, ISO100 | Ausr├╝stung: DJI Phantom 4 Pro+ + Polfilter f├╝r die Drohne

Das Foto oben zeigt die bekannte Ludwigs Insel im Eibsee und Deutschlands h├Âchstem Berg, der Zugspitze, im Hintergrund. Auch diese einzigartige Perspektive ist nur aus der Luft m├Âglich und w├Ąre von einem Boot oder einfach stehend am Ufer mit Stativ niemals m├Âglich.

Zusammenfassung Neue Perspektiven

Ob nun aus der Luft oder am Boden liegend, probiere einfach immer mal komplett neue Perspektiven f├╝r deine Fotos aus. Es wird sich lohnen! Vielleicht hast du ja noch mehr Einf├Ąlle und Ideen f├╝r au├čergew├Âhnliche Kamerapositionen? Dann schreib sie mir in den Kommentaren. Ich freue mich drauf!

Abstrakte Fotos

Einleitung

Diese Technik ist schon ein bisschen spezieller und wird nicht jedem zusagen. Ich mag sie und hab schon ganze Bild – Serien auf diese Weise produziert.

Das Resultat dieser Methode ist eine recht abstrakte Wiedergabe dessen, was w├Ąhrend der Aufnahme vor der Kamera war.

F├╝r mich pers├Ânlich haben solche Fotos irgendwie immer die Wirkung, dass sie meine Fantasie anregen und ich ewig drauf gucken k├Ânnte. Zudem wirken solche Bilder oft eher wie Gem├Ąlde als wie Fotografien.

Das Foto unterhalb zeigt solche eine Abstraktion eines mystischen Winterwaldes im Harz.

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Mystischer Winterwald im Harz | Zum Bild

Einstellungen: F/11, 1 Sekunde, ISO100 | Ausr├╝stung: Canon 5D MkII + Canon L 16-35mm + Polfilter

Wie funktioniert diese Technik

Der Trick ist die Kameraeinstellungen so zu w├Ąhlen, dass du eine Belichtungszeit jenseits dessen erreichst, was du scharf aus der Hand fotografieren k├Ânntest. Als Faustformel gilt ungef├Ąhr Belichtungszeit ist gleich 1 durch Brennweite, also s = 1 / 24mm zum Beispiel. Da solltest du also dr├╝ber liegen.

Wenn du dir die technischen Einstellungen der Kamera unter den Beispielen ansiehst, wirst du feststellen, dass es schon relativ lange Belichtungszeiten sind, um diese Bilder scharf aus der Hand und ohne Stativ zu fotografieren. Falls du nochmal nachlesen willst, wie genau der Zusammenhang von Blende, ISO und Verschlusszeit ist, kannst du das in diesem Artikel tun.

Kamera beim Belichten bewegen

Der Effekt und der abstrakte Look des Fotos entsteht haupts├Ąchlich durch die Bewegung der Kamera w├Ąhrend der Aufnahme und noch etwas kreative Nachbearbeitung im Anschluss. Bei den Beispielen im Wald habe ich einfach w├Ąhrend der Ausl├Âsung die Kamera mit den Armen gerade nach unten bewegt. Du kannst sie zum Beispiel aber auch nur mit den H├Ąnden nach oben oder unten neigen. Das liegt ganz bei dir.

Vor Ort kannst du ruhig mal mit einigen unterschiedlichen Verschlusszeiten spielen und gucken wie sich die Ergebnisse ver├Ąndern. Alternativ kannst du nat├╝rlich auch die Bewegung der Kamera selbst mal schneller und mal langsamer ausf├╝hren.

Wald Abstrakt mittels Kamerabewegung w├Ąhrend der Aufnahme
Herbst Wald Abstrakt | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 1/2 Sekunde, ISO100 | Ausr├╝stung: Canon 5D MkII + Canon L 16-35mm + Polfilter

Probiere es einfach mal irgendwo aus. Es muss ja nicht im Wald sein. Das Sch├Âne ist, du brauchst daf├╝r keine zus├Ątzliche Ausr├╝stung. Einfach Kamera in die Hand nehmen und los geht es.

­čöÄ Tipp: Um die Belichtungszeit zu erh├Âhen, kannst du den A-Modus der Kamera benutzen (Blendenpriorit├Ątsmodus), die ISO so niedrig wie m├Âglich einstellen und die Blende immer weiter schlie├čen. Theoretisch kannst du in diesem Fall die Blende bei Bedarf sogar komplett bis F/22 schlie├čen. Der auftretende Effekt der Diffraktion, der die Pixel ab einer bestimmten Blende wieder unscharf werden l├Ąsst, kann dir in dem Beispiel egal sein, da das Endergebnis ja sowieso kein knack-scharfes Foto sein soll.

Ein weiteres m├Âgliches Motiv

Das Beispielfoto unterhalb zeigt ein weiteres m├Âgliches Motiv f├╝r diese Methode. In diesem Fall habe ich die Kamera allerdings nur wirklich minimal bewegt und einfach die Leute sich stattdessen bewegen lassen, um die gewollte Unsch├Ąrfe zu erreichen.

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Geister in der Nacht am Flughafen Berlin Tempelhof | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 1/3 Sekunde, ISO200 | Ausr├╝stung: Canon 5D MkII + Canon L 16-35mm + Polfilter

Zusammenfassung

Probieren geht ├╝ber Studieren und wenn du, wie ich, solche Fotos interessant findest und sie dir zusagen und du es ausprobierst, lass deiner Fantasie mal komplett freien Lauf. Auf diese Weise lernst du auch gleich nebenbei deine Kamera und die Auswirkungen der Einstellungen besser kennen. Poste gern einen Link zu solch einem Foto dazu den Kommentaren.

Spiegelungen

Einleitung

Nat├╝rlich vorkommende Spiegel in der Natur, wie z.B. auf der (spiegel-)glatten Wasseroberfl├Ąche eines Sees, wirken immer magisch und verzaubernd. Sie lassen sich wunderbar bei der Bildgestaltung eines Landschaftsfotos nutzen und sind ein wahrer Blickfang.

Spiegelung optimal nutzen

Der Grad der Spiegelung bzw. der Reflexion auf der glatten Oberfl├Ąche l├Ąsst sich mit einem guten zirkularen Polarisationsfilter optimal steuern. Durch Drehen des Filters kannst du entweder die Spiegelung komplett sichtbar machen oder die Oberfl├Ąche komplett durchsichtig werden lassen, sodass du hindurch fotografieren kannst.

Tipps & Tricks

­čöÄ Tipp: Wenn du nur Teile der Spiegelung in deinem finalen Bild zeigen willst, musst nur zwei Belichtungen des exakt gleichen Bildausschnitts anfertigen. Eine mit Spiegelung und nat├╝rlich auch eine ohne (einfach den Polfilter drehen). Am besten vom Stativ aus aufnehmen, um auf Nummer sicher zu gehen, dass sich an der Bildkomposition auch nichts ge├Ąndert hat. In der digitalen Nachbearbeitung legst du die Bilder wieder ├╝bereinander. Dann f├╝gst du eine schwarze Ebenenmaske hinzu und malst mit einem Pinsel die Bereiche wieder sichtbar (d.h. wei├č), die du im Foto haben m├Âchtest.

Spiegelung eines Bergs im windstillen, whiskey-farbenen Wasser des Loch Maree
Spiegelung eines Bergs im windstillen, whiskey-farbenen Wasser des Loch Maree | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 1/160 Sekunden, ISO200, EV+0,33 | Ausr├╝stung: Canon 5D MkII + Canon L 16-35mm + Polfilter

Durch die optische Wiederholung des Motivs und dem austauschbaren Oben und Unten wirkt das Foto interessanter und wird regelrecht zu einem Augenfang (Eye-Catcher). Wenn du das Gehirn des Betrachters vollkommen durcheinander bringen und verwirren willst, kannst du in der Nachbearbeitung das Bild vertikal spiegeln, d.h. oben und unten vertauschen. In Photoshop: Bild -> Bilddrehung -> Arbeitsfl├Ąche vertikal spiegeln.

Je nach Intensit├Ąt der Spiegelung und der Verunreinigung bzw. Bewegung auf der spiegelnden Oberfl├Ąche, braucht das Gehirn eine Weile um die Nuancen und kleinen Unterschiede zu erkennen und festzustellen, was tats├Ąchlich oben und unten ist. Das l├Ąsst dein Bild aus der Masse hervorstechen und garantiert eine l├Ąngere Verweildauer des Betrachters.

Spiegelung von Boot, Regenbogen und Karikollen (753m) im Fjord auf den Ofoten
Spiegelung von Boot, Regenbogen und Karikollen (753m) im Fjord auf den Ofoten | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 1/100 Sekunde, ISO100, EV-0,33| Ausr├╝stung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Wo findest du Spiegelungen

Solche nat├╝rlich vorkommenden Spiegelungen findest du auf fast allen glatten Wasseroberfl├Ąchen. Das k├Ânnen Pf├╝tzen, Seen, das Meer oder ein nasser flacher Strandabschnitt sein. Wenn du mit einem Weitwinkelobjektiv richtig nah an eine Pf├╝tze ran gehst, kann diese im Bild riesig – fast wie ein See – wirken.

Noch mehr Spiegelungen findest du z.B. auf Glasoberfl├Ąchen in der Stadt, auf Sonnenbrillen oder Motorhauben, um nur einige Beispiele zu nennen. Es gibt sie ├╝berall, halte einfach die Augen offen.

Bei folgendem Beispielfoto unterhalb habe ich mit Absicht die Standard Regeln der Bildkomposition missachtet und stattdessen auf perfekte Symmetrie gesetzt. Die beiden Beispiele oberhalb halten sich eher an die Drittel Regel des goldenen Schnitts. Bei Spiegelungen kann beides gut funktionieren.

Darauf musst du achten

Inwieweit du bei der Nachbearbeitung an der Realit├Ąt bleiben willst, ist nat├╝rlich dir ├╝berlassen. Spiegelungen und Reflexionen im Wasser sind naturgem├Ą├č dunkler als das sich spiegelnde Original. Wenn du deine Bilder m├Âglichst original-getreu halten bzw. aussehen lassen willst, dann sollte die Spiegelung immer etwas dunkler sein. In F├Ąllen wo du mit dem Betrachter spielst, ihn verwirren willst, oder dich einfach austoben willst, kann es helfen beides gleich hell wirken zu lassen.

Perfekte Spieglung im See der Tr├Ąume
Ein traumhafter Bergsee mit einer Spiegelung im fast windstillen Wasser | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 1/60 Sekunde, ISO64, EV-0,67|Ausr├╝stung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Zusammenfassung Spiegelung

Spiegelungen sind ein Augenschmaus und machen deine Bilder interessanter. Halte also zuk├╝nftig einfach ├╝berall Ausschau nach nat├╝rlich vorkommenden Spiegelungen, die dein Motiv wiederholen. Mit einem zirkularen Polfilter kannst du die Intensit├Ąt der Spiegelung manuell regeln. Wo genau du die Spiegelachse platzierst, entscheidet ├╝ber den Grad der Symmetrie im Bild. Ich mag es, das Bild in genau zwei H├Ąlften zu teilen und dabei auch mal die Drittel Regel der Bildkomposition in den Skat zu dr├╝cken. Nimm am besten vor Ort immer gleich mehrere Varianten unterschiedlicher Bildkompositionen auf, dann kannst du sp├Ąter immer noch entscheiden, welche Version f├╝r dich am besten funktioniert.

Startrails

Einleitung

Die Startrail Fotografie ist eine Unterform der Nachtfotografie. Sie zeigt nicht nur den statischen Nachthimmel, sondern viel mehr die Bewegung der Sterne relativ zu deiner Blickrichtung auf der Erde. Wenn du nun auf der Nordhalbkugel Richtung Norden fotografierst und sehr sehr lange belichtest erzeugt die Bewegung der Sterne (bzw. eigtl. die der Erde) damit Lichtspuren auf dem Foto.

Was musst du beachten

Das n├Ąchtliche Fotografieren funktioniert bekanntlich am besten in Gebieten mit m├Âglichst geringer Lichtverschmutzung. Das hei├čt du siehst die Sterne, Nordlichter und gegebenenfalls die Milchstra├če in l├Ąndlichen Arealen bei weitem besser, als in der N├Ąhe einer Stadt. Wenn du also ein Nacht Shooting planst, suche dir ein Motiv mit m├Âglichst wenig k├╝nstlichem Licht in der N├Ąhe aus. Als Anregung daf├╝r, habe ich dir hier die Karte der Lichtverschmutzung verlinkt.

Eine 20 Minuten Belichtung f├╝r die n├Ąchtlichen Startails
Eine 20 Minuten Belichtung f├╝r die n├Ąchtlichen Startails | Zum Bild

Einstellungen: F/4, 1200 Sekunden, ISO100 | Ausr├╝stung: Canon 5D MkII + Canon L 16-35mm + Polfilter

Wenn du nachts fotografierst spielt auch die Mondphase eine entscheidende Rolle. Je heller der Mond, umso mehr ├╝berstrahlt er die Sterne im Foto, hellt aber auch gegebenenfalls deinen Vordergrund im Bild auf. Wann der Mond auf- bzw. untergeht, sowie die Zeiten des Sonnenaufgangs und Sonnenuntergangs kannst du sehr genau mit dem Tool The Photographers Ephemeris planen. Die Desktop Version ist kostenlos, f├╝r die mobile Variante musst du etwas Geld bezahlen.

Wie funktioniert die Startrailfotografie

Um ein Startrailfoto aufzunehmen suchst du dir als erstes, wie schon oben beschrieben, ein sehr dunkles Fleckchen auf unserer sch├Ânen Erde, m├Âglichst ohne Lichtverschmutzung.

Himmelsrichtung bestimmen

Als zweites bestimmst du die Himmelsrichtung. Damit die Sternspuren im finalen Bild wie eine Art Trichter oder Strudel wirken, in den der Betrachter hineingezogen wird, musst du in Richtung Norden fotografieren. Am besten zentrierst du „deinen Strudel“ auf Polaris, den Nordstern. Den findest du, in dem du die Deichsel des gro├čen Wagens am Nachthimmel mit einem unsichtbaren Lineal verl├Ąngerst, siehe Grafik unterhalb.

Grafik: Polaris am Himmel finden
Grafik: Polaris am Himmel finden

Bildausschnitt finden

Nachdem du erfolgreich den Norden und den Polarstern gefunden hast, kommt als dritter und letzter Vorbereitungspunkt die Bildkomposition. Denke dabei an das Sprichwort: „Vordergrund macht Bild gesund!“ Wenn du also kein reiner Astro-Fotograf ist, sondern dein Fokus eher auf Landschaftsfotografie liegt, dann suche dir einen Vordergrund f├╝r dein Bild. Im Beispielbild unterhalb habe ich mir einen Fluss (die Elbe bei Magdeburg) gesucht und die B├Ąume und deren Spiegelung als Vordergrund genutzt. Das Bild habe ich auch als eine orange Version vom RAW aus entwickelt. Zum n├Ąchtlichen Himmel passt aber irgendwie ein tief blauer bis schwarzer Himmel besser, finde ich.

30 Startrails Minuten Belichtung des Nachthimmels + Spiegelung
Startrails – 30 Minuten Belichtung des Nachthimmels

Einstellungen: F/5.6, 1800 Sekunden, ISO100 | Ausr├╝stung: Canon 5D MkII + Canon L 16-35mm + Polfilter

Hast du deine Bildkomposition rund um den Nordstern gemacht und das Stativ steht wirklich fest, dann kannst du mit der Belichtung beginnen. Ich empfehle auf jeden Fall irgendeine Art Fernausl├Âser f├╝r die Kamera zu benutzen.

Zwei Varianten des Belichtens

F├╝r die Belichtung kannst du zwischen zwei Varianten w├Ąhlen. Entweder du machst du sehr viele Einzelbilder (├á 30 Sekunden) und l├Ąsst diese dann sp├Ąter von einem Tool automatisiert zu einem Bild zusammen rechnen oder du belichtest das Bild im Bulb Modus und arretiertem Fernausl├Âser in einem Rutsch.

Es hat beides seine Vor- und Nachteile. Sollte z.B. der Akku unerwartet schlapp machen nach 30 Minuten, dann ist bei der zweiten Variante das eine erstellte Bild eventuell komplett futsch und alles war umsonst, w├Ąhrend du bei der anderen Variante noch alle zuvor erstellten Aufnahmen h├Ąttest. Nur das letzte Teilst├╝ck w├Ąre verloren.

Bei so vielen Einzelbildern ist das Bildrauschen im finalen Bild zudem geringer und der Vordergrund wird nicht so schnell ├╝berbelichtet. Alles in einem Bild zu belichten hat nat├╝rlich den Vorteil, dass du im Nachhinein kein extra Tool mehr benutzen musst, sondern das fast fertige Bild schon „in-Camera“ hast. Dabei entstehen manchmal durch erhitzen des Sensors bei DSLR Kameras sogenannte rote Hot-Spots oder Hot-Pixel auf dem Foto, die aber bei der Raw-Entwicklung des Bildes automatisch entfernt werden.

­čöÄ Hinweis: Wenn du die Variante mit vielen Bilder bevorzugst musst du diese nat├╝rlich nicht h├Ąndisch selbst ausl├Âsen. Du machst alle Kameraeinstellungen soweit fertig, stellst die Kamera auf Serienaufnahme und l├Ąsst den Fernausl├Âser einrasten. Dann macht die Kamera so lange Bilder, bis den Ausl├Âser wieder entriegelst, der Akku alle ist oder die Speicherkarte voll ist.

Welche Kameraeinstellungen soll ich nehmen

So, alles ist aufgebaut und du fragst dich welche Kameraeinstellungen du nehmen sollst. Die Belichtung sollte nicht unter ~20 Minuten dauern. Das hei├čt im Bulb Modus einfach 20 Minuten belichten oder eben mindestens 40 Bilder ├á 30 Sekunden mit der Serienbildfunktion aufnehmen. Dabei gilt: je l├Ąnger du belichtest, umso deutlicher und l├Ąnger werden die Lichtspuren am Himmel. Das Beispiel oben wurde im Bulb Modus ca. 30 Minuten belichtet. Da geht noch deutlich mehr. Wenn du die Geduld hast, belichte ruhig mal eine ganze Stunde und sieh dir das Ergebnis an.

Voraussetzung f├╝r die Startrailfotografie ist nat├╝rlich eine Kamera mit manuellem Modus (M-Modus) um Belichtungszeit, Blende und ISO selbst festzulegen. Die Sch├Ąrfe wird bei der Nachtfotografie meist auch manuell auf unendlich festgelegt, sodass das Objektiv ruhig auch nur manuellen Fokus haben darf. Die Blende kannst du soweit ├Âffnen wie es dein Objektiv zul├Ąsst und die ISO, je nach Lichtverschmutzung vor Ort, kannst du dann mit einigen Test-Belichtungen anheben bis du meinst, dass es passt.

Ein recht g├Ąngiges Beispiel f├╝r die Kameraeinstellung ist: Blende F/3.5, 30 Sekunden und ISO400

Nachbearbeitung der Fotos

Nachdem du die bzw. alle notwendigen Belichtungen im Kasten hast, geht die Nachbearbeitung los.

Bei der Variante mit den vielen Einzelbildern, musst du diese zun├Ąchst z.B. mit der Photoshop Stapelverarbeitung in JPEGs konvertieren. Achte dabei darauf, dass du die Objektivkorrekturen im RAW Konverter deaktiviert hast, sonst kommt es zu Fehlern. Dann importierst du die Bilder in das kostenlose Tool von Startrails.de und l├Ąsst sie dort zu einem Bild zusammen rechnen. Danach kannst du ggf. die Objektivkorrektur durchf├╝hren und deine normalen Einstellungsebenen der Nachbearbeitung anwenden.

Bei der Ein-Bild-Variante kannst du nat├╝rlich sofort mit der normalen Raw Entwicklung und der Nachbearbeitung beginnen.

Zusammenfassung Startrails

Ich hoffe die Startrail Fotografie er├Âffnet dir ein paar neue M├Âglichkeiten und gibt dir Anreize f├╝r deine zuk├╝nftigen Bilder. Die Nachtfotografie ist generell sehr spannend. Insbesondere, wenn du sie mit anderen Techniken kombinierst. Dazu noch zwei weitere Bild Beispiele, die als Denkansto├č gedacht sind, um wiedermal etwas komplett Neues auszuprobieren.

Beispiel 1: Dolomiten bei Nacht

Spiegelung der Berge an der italienischen Pale di San Martino Gruppe
Italienische N├Ąchte an der Pale di San Martino | Zum Bild

Einstellungen: F/4, 30 Sekunden, ISO400 | Ausr├╝stung: Canon 5D MkII + Canon L 16-35mm + Polfilter

Das Bild oben zeigt die ber├╝hmte Bergkette Pale di San Martino in den italienischen Alpen bei Nacht und klarem Sternenhimmel. Ich habe den Vordergrund und die Wiesen schon zur blauen Stunde aufgenommen, die Kamera aber dann mehrere Stunden dort auf dem Stativ stehen lassen und gewartet. Als es dann komplett dunkel war, habe ich den Nachthimmel und die Spiegelung im See fotografiert. Zu hause am PC habe ich die Belichtungen dann zu einem Bild zusammengef├╝gt.

Beispiel 2: Milchstra├če

Milchstra├če und Jupiter im Sommer
Milchstra├če und Jupiter im Sommer | Zum Bild

Einstellungen: F/2.8, 30 Sekunden, ISO800 | Ausr├╝stung: Nikon D810 + Nikkor 14-24mm + Stativ

Entgegen der Startrail Fotografie, bei der du in Richtung Norden fotografierst, richtest du deine Kamera beim Fotografieren der Milchstra├če eher Richtung S├╝den aus. Ich habe zum Planen dieses Fotos das kostenlose Tool Stellarium-Web benutzt. Dort siehst du genau, wann und in welcher Richtung die Milchstra├če zu sehen sein wird. Dann musst du dir nur noch einen geeignete Vordergrund suchen und es kann losgehen. Technisch ist das Bild nichts besonderes. Eine einfach Belichtung mit oben genannten Kameraeinstellungen und ein wenig ganz normale Entwicklung der Raw Datei. Wichtig bei solchen Bildern ist der manuelle Wei├čabgleich und die Sch├Ąrfe, sowie Kontraste.

Bildkomposition

Einleitung

Du musst dich nicht immer zwingend an die Grundregeln der Bildkomposition halten. Auch wenn du sie gezielt brichst und umgehst, kann solch ein Foto sehr gut funktionieren. So ein Bild funktioniert, je nach Motiv und Wetter, manchmal sogar besser, wenn du dich nicht hundertprozentig an die Regeln des goldenen Schnitts und der Drittel Regel h├Ąltst, oder sogar das Hauptmotiv mal mittig setzt. Kunst ist nicht dazu da, um sich an die Regeln zu halten und es anderen recht zu machen.

Beispiele Alternative Bildkomposition

Beispiel 1 – Elemente bewusst weg lassen

Bei dem Bild unterhalb habe ich mich z.B. dazu entschlossen ├╝berhaupt gar keinen Himmel im oberen Bereich zu integrieren, sondern ihn ausschlie├člich bei der Spiegelung der Berggipfel im unteren Bereich des Fotos zu zeigen. F├╝r mich funktioniert das Bild trotz des Bruchs mit den Grundregeln der Bildkomposition. Ich w├╝rde es mir an die Wand h├Ąngen. Das ist nat├╝rlich Geschmackssache. Probiere einfach aus, was dir in den Kopf kommt und schaue dann, ob es dir gef├Ąllt und in deinen Augen stimmig ist. Das ist am Ende das Wichtigste, finde ich. Dein Foto sollte vor allem dir gefallen und nicht etwaigen Kritikern.

Bildkomposition - Reflektionen im See
Spiegelung der Berggipfel im Hintersee | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 1/25 Sekunde, ISO250, EV-2 | Ausr├╝stung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Beispiel 2 – Oben und Unten vertauschen

Das folgende Bild ist wieder relativ klassisch, was die reine Bildgestaltung angeht. Der Fluchtpunkt der Linienf├╝hrung ist genau im unteren linken Drittel. Dem gegen├╝ber steht der Wegweiser auf dem Boden, im Bild oben rechts. Das klingt etwas widerspr├╝chlich. Ist es auch. Der Trick hier ist, dass das Bild vertikal gespiegelt ist. Durch die sich spiegelnde Deckenbeleuchtung auf dem Fu├čboden funktioniert die Illusion ganz gut. Als Betrachter merkt man auf den ersten Blick noch nicht, dass oben und unten vertauscht sind.

Bildkomposition am Flughafen Mallorca, Spanien
Am Flughafen Mallorca, Spanien | Zum Bild

Einstellungen: F/4, 1/20 Sekunde, ISO200 | Ausr├╝stung: Canon 5D MkII + Canon L 16-35mm + Polfilter

­čöÄ Hinweis: Bei den meisten Kameras kannst du ein Gitternetz im Sucher oder auf dem Liveview Bildschirm einblenden und das direkt bei der Bildkomposition nutzen. Entweder um dich daran zu halten oder um sie gezielt zu brechen.

Beispiel 3 – Spezielle Wettersituation

Manchmal ergeben sich durch spezielle Wettersituationen ganz besondere M├Âglichkeiten. So auch im Bild unterhalb. Der Abend auf der Gro├čglockner Hochalpenstra├če war recht verregnet und stark bew├Âlkt bis in die T├Ąler. Die Sicht war teilweise zero zero und man sah kaum die Hand vor Augen. Da wir aber auf einer Fototour und nicht im Urlaub waren, fotografierten wir trotzdem weiter. Und es sollte dieses Mal auch belohnt werden. F├╝r kurze Zeit zogen die Wolken f├╝r einen kurzen Moment auf und gaben die direkte Sicht auf den Gipfel des Wiesbachhorns frei. Zum Gl├╝ck waren Kamera und Stativ schon aufgebaut, alle Kameraeinstellungen gemacht, sodass ich nur noch den Ausl├Âser bet├Ątigen musste.

Durch die Wolken ergibt sich ein nat├╝rlicher Rahmen um den Berggipfel. Dieses magische Fenster war nur f├╝r wenige Sekunden genau so sichtbar. Was will ich dir damit sagen? Nutze einfach immer die Gegebenheiten und Gelegenheiten vor Ort und mach das beste draus, statt komplett ohne Bild einfach wieder nach hause zu fahren, nur weil gerade nicht exakt die Bedingungen sind, die du dir vielleicht gew├╝nscht hast.

Ein magisches Fenster zum Gipfel des Wiesbachhorns durch die Sturmwolken
Ein magisches Fenster zum Wiesbachhorn | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 1/3 Sekunde, ISO200 | Ausr├╝stung: Canon 5D MkII + Canon L 16-35mm + Polfilter

Es kommt nat├╝rlich immer auf die jeweilige Situation an. Wenn z.B. der Himmel komplett wolkenlos ist und du diesen inhaltslosen Raum (sog. negative space) nicht f├╝r Werbetexte oder Artikel├╝berschriften einplanst, weil du das Foto ├╝ber Verlage lizenzieren willst, dann kannst du den Himmel auch nur zu 10 Prozent (statt der ├╝blichen 30%) f├╝r die Bildkomposition nutzen.

Beispiel 4 – Spiegelungen erkennen

Wie du vielleicht schon gemerkt hast, bin ich ein gro├čer Freund von Spiegelungen. Und davon Spiegelungen zu spiegeln. Aus k├╝nstlerischer Sicht kannst du auch einfach mal alles auf den Kopf stellen, wie im Bild unterhalb. Das mag den Betrachter auf den ersten Blick verwirren, aber gibt auch einen guten Anreiz etwas l├Ąnger bei dem Bild zu verweilen und dar├╝ber nachzudenken.

Daf├╝r musst du nat├╝rlich erstmal deinen Blick ├╝ben und schulen, damit du solche Situationen ├╝berhaupt im Alltag erkennst. Achte beim Spazieren einfach mal ├Âfter drauf, wo du ├╝berall Spiegelungen siehst und ├╝berlege dir, wie du sie fotografisch und bildgestalterisch interessant umsetzen kannst.

Neue Perspektiven bei der Bildkomposition
Neue Perspektiven | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 1/20 Sekunde, ISO200 | Ausr├╝stung: Canon 5D MkII + Canon L 16-35mm + Polfilter

Zusammenfassung Bildkomposition

Das letzte Beispiel soll dir noch einmal zeigen, dass du dich nicht immer zwingend an die Grundregeln der Bildkomposition halten musst. Regeln sind ja bekanntlich da, um gebrochen zu werden. Du kannst dich daran halten, musst du aber nicht.

Spiegelung der Drei Zinnen im Antorno Bergsee
Spiegelung der Drei Zinnen im Antorno Bergsee | Zum Bild

Einstellungen: F/11, 1/25 Sekunde, ISO64, EV-0,67|Ausr├╝stung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Das Hauptmotiv eines Bildes sollte z.B. niemals mittig gesetzt werden. Aber genau das ist im Beispielbild oberhalb der Fall. Es ist nicht mittig-mittig, sondern schon eher im oberen Drittel, also ist es kein totaler Fauxpas. F├╝r mich funktioniert es durch die Linienf├╝hrung der Wolken, die genau auf den Berggipfel zulaufen und durch den starken Vordergrund des Fotos und die Spiegelung des Hauptmotivs trotzdem sehr gut. Wie ├╝berall gilt eben auch hier: probieren geht ├╝ber studieren und Versuch macht kluch!

Gegenlicht und Sonnenstern

Einleitung

Fotos ins Gegenlicht und insbesondere solche mit einem Sonnenstern sind nicht umsonst im Trend, denn sie sind ein wahrer Hingucker und Augen├Âffner. Vor einigen Jahren noch undenkbar, sind sie heute aus der modernen Landschaftsfotografie nicht mehr wegzudenken. Solche Fotografien sind technisch allerdings auch etwas aufwendiger zu produzieren und du brauchst nat├╝rlich die richtigen Wetterbedingungen. Wie das genau technisch funktioniert und wie du dabei einen nat├╝rlichen Look beibeh├Ąltst, erkl├Ąre ich dir in den folgenden Abschnitten.

Nordisches Paradis
Steile Klippen und ein schwarzer Sandstrand zum Sonnenuntergang | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 1/6 Sekunde, ISO200 | Ausr├╝stung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Ins Gegenlicht fotografieren

Planung im Vorfeld

Moderne Tools benutzen

Die Planung solcher aufwendigen Fotos im Vorfeld des eigentlichen Shootings spielt bei mir eine sehr wichtige Rolle. Wenn ich online z.B. via Google Earth m├Âgliche Fotospots auskundschafte, gucke ich auch direkt bei Photographers Ephemeris, ob die Location ein m├Âglicher Sonnenaufgangs oder Sonnenuntergang Spot zur geplanten Jahreszeit ist. Das ist n├Ąmlich die Hauptvoraussetzung, dass solche Fotos ├╝berhaupt entstehen k├Ânnen. Der zweite entscheidende Faktor ist, dass die Wetterbedingungen zum Zeitpunkt des Shootings mitspielen und die Sonne ├╝berhaupt zu sehen ist und sich nicht hinter dicken Regenwolken versteckt. Das l├Ąsst sich im Zweifel mit dem Wetterdienst deines Vertrauens im Vorfeld einer anstrengenden Wanderung grob abchecken.

Diesen Bergsee hatte ich mir im Vorfeld der Tour schon auf diversen Wanderkarten und eben auch bei The Photographers Ephemeris ausgekundschaftet und wusste ungef├Ąhr was mich erwartet. Das Wetter sah am Nachmittag vielversprechend aus, also machte ich mich auf den Weg. Auf dem Weg nach oben, zogen schon langsam immer mal wieder Wolken am Horizont und vor der Sonne entlang, aber ich lies mich nicht beiirren und wanderte weiter.

Vor Ort Zeit nehmen
Lago di Limides zum Sonnenuntergang im Gegenlicht
Sonnenuntergang an einem Bergsee in den italienischen Dolomiten | Zum Bild

Einstellungen: F/11, 1/20 Sekunde, ISO100 | Ausr├╝stung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Oben angekommen, war ich erstmal sehr froh dar├╝ber den See auf ├╝ber 2000Hm komplett f├╝r mich alleine zu haben. Keine anderen Wanderer oder Fotografen weit und breit. Ich war fr├╝h dran und lie├č mir Zeit und den Ort erstmal auf mich wirken. Nach einiger Zeit bin ich dann einmal ringsum gelaufen um mir Gedanken ├╝ber die Bildkomposition zu machen. Letztendlich habe ich mich dann f├╝r den Bildausschnitt oben entschieden, der eine Spiegelung des gegen├╝berliegenden Berges im ruhigen See erlaubt, sowie den prominenten Baumstamm als Vordergrund nutzt und die Sonne genau im oberen linken Drittel zeigt.

Technischer Ablauf

Die Voraussetzung um ├╝berhaupt solche Fotos erstellen zu erstellen ist, dass du vom Stativ fotografierst und um Verwacklungen bei der Aufnahme zu vermeiden und zus├Ątzlich einen Fernausl├Âser oder z.B. den 2 Sekunden Timer der Kamera nutzt. Denk dran auf dem Stativ immer alle vorhandenen Bildstabilisatoren zu deaktivieren, sonst werden die Bilder unscharf.

Belichtung

Hast du die Bildkomposition fertig und die Kamera steht stabil auf dem Stativ, dann kann es mit dem Belichten losgehen. Mein Prozedere daf├╝r ist, 3 Belichtungsreihen (EV 0, EV-2, EV+2) hintereinander durchlaufen zu lassen. Das ergibt dann 9 Bilder insgesamt.

Belichtungsreihen deshalb, weil Sonnenaufg├Ąnge und Sonnenunterg├Ąnge erfahrungsgem├Ą├č sehr dynamische Lichtverh├Ąltnisse im Bild vereinen, d.h. von sehr dunkel bis sehr hell ist alles dabei. Mit den drei Belichtungen pro Bild, gehe ich nur sicher den ganzen Dynamikumfang auch tats├Ąchlich im Kasten zu haben. Alternativ kannst du auch eine Testbelichtung machen und das Histogramm checken. Wenn nichts am einen oder anderen Ende der Skala ausschl├Ągt, reicht wahrscheinlich auch nur eine Belichtung. Macht dann nur 3 Bilder.

Beispiel Gegenlicht fotografieren - Lensflares
Beispiel Gegenlicht und Sonnenstern fotografieren – Lensflares

Die erste Reihe ist eine ganz normale Belichtung. Einstellungen z.B. F/11, 1/60 Sekunde, ISO64
Bei der zweiten Reihe halte ich etwas vor die Sonne, damit keine Lensflares im Bild sind (siehe Beispiel Bild oben)
Die dritte dient dann dem Einfangen des Sonnensterns. Da schlie├če ich dann die Blende bis zu F/22

Beispiel Gegenlicht und Sonnenstern fotografieren - Der Trick
Beispiel Gegenlicht und Sonnenstern fotografieren – Der Trick
Digitale Nachbearbeitung

Die drei Ausgangsbilder, d.h. die Normalbelichtung, die ohne Lensflares und die mit Sonnenstern blende ich dann in Photoshop ├╝ber Ebenen zusammen. Dazu ├Âffnest du das Grundbild und f├╝gst dann die Belichtung ohne Lensflares und mit Sonnenstern einfach ein. Photoshop legt diese als Ebenen dar├╝ber.

Fotos in Photoshop zusammen blenden ├╝ber Ebenen
Fotos in Photoshop zusammen blenden ├╝ber Ebenen

Die zwei oberen Ebenen machst du mit Hilfe von komplett schwarzen Ebenenmasken nun unsichtbar und malst mit einem wei├čen Pinsel die Bereiche des jeweiligen Bildes auf der Maske wieder sichtbar. Siehe Screenshot oben.

Das hei├čt in der zweiten Ebene nutzt du die Bereiche vom Vordergrund, wo eben keine Lensflares zu sehen sind und in der dritten Ebene blendest du auf diese Weise den Sonnenstern in das Foto ein. Fertig. Danach kannst du wahlweise STRG + ALT + SHIFT + E dr├╝cken, um eine Composite Ebene dar├╝ber anzulegen. Auf diese Ebene kannst du nun auch deine normalen Standard Nachbearbeitungsschritte anwenden.

­čöÄ Tipp: Wenn du meine automatisierten Photoshop Aktionen nutzt, sollte was im Screenshot oben „Ebene 3“ ist, „Hintergrund“ hei├čen. Dann kannst du F4 dr├╝cken und das Makro legt dir meine ganzen Standard Ebenen f├╝r die Bildbearbeitung an.

Letzte Tipps

Zum Abdecken der Sonne kannst du was auch immer nehmen. Ich benutze einfach immer einen meiner Finger. Die hab ich ja meistens dabei. Der Sonnenstern l├Ąsst sich am besten fotografieren, wenn die Sonne an einer Kante ganz leicht verdeckt ist, das hei├čt wenn sie gerade hinter einem Berg vorkommt oder an einer Wolke kratzt zum Beispiel. Der Himmel und die Atmosph├Ąre sollten recht klar sein, sonst kann es sein, dass du trotz geschlossener Blende keinen Sonnenstern auf deinem Foto siehst.

Wie der Sonnenstern am Ende aussieht, entscheidet sich auch durch die Bauweise der Blenden Lamellen deines Objektivs. Das Canon L 16-35mm produziert z.B. sehr sch├Âne und klare Sonnensterne. Angeblich die sch├Ânsten ├╝berhaupt. Das Nikon Nikkor 14-24mm kann da nicht ganz mithalten, ist aber die beste Nikon Alternative.

Zusammenfassung

Fotos ins Gegenlicht mit Sonnenstern aufzunehmen ist ein Technik, die atemberaubende Resultate hervorbringen kann. Dank der modernen digitalen Fotografie ist dies relativ einfach realisierbar. Die ersten paar Aufnahmen und die Nachbearbeitung der ersten Bilder werden dich noch etwas fordern, aber nach ein paar gegl├╝ckten Versuchen ist es praktisch kein gro├čer Mehraufwand mehr. Und alles was du daf├╝r zus├Ątzlich brauchst ist ein Stativ und einen deiner Finger.

Infrarotfotografie

Die Infrarot Fotografie erschlie├čt dir eine v├Âllig neue Sicht auf schon bekannte und vielleicht sonst langweilig anmutende Motive. Durch sie kann eine normal wirkende Situation interessant, ja sogar magisch wirken. Sie ist ein bisschen wie ein Blick in eine andere Dimension. Mit einem Infrarot Filter, wie dem bekannten Hoya R72, und ein bisschen Nachbearbeitung kannst du so wei├če Bl├Ątter an B├Ąumen und tiefblaue Gew├Ąsser und Himmel erzeugen.

Infrarot Langzeitbelichtung an einem See mit Spiegelung
Infrarot Langzeitbelichtung an einem See mit Spiegelung

Einstellungen: F/5.6, 30 Sekunden, ISO200, EV+2 | Ausr├╝stung: Nikon D80 + 18-70mm Kit Objektiv + Stativ + IR Filter

Was brauchst du dazu

m Grunde brauchst du erstmal nur deine ganz normale Ausr├╝stung, d.h. Kamera, Objektiv und Stativ. Was du zus├Ątzlich brauchst, ist eben der Infrarotfilter. Ich benutze daf├╝r seit 2008 den Hoya R72. Du kannst die Technik mit praktisch jeder Kamera und Objektiv in Kombination mit dem Filter anwenden.

Einschr├Ąnkungen

Es gibt allerdings ein paar Fallstricke. Die meisten Kameras haben IR-Sperrfilter verbaut, die das Infrarotlicht eben nicht zum Sensor durchlassen sollen. Dadurch ergeben sich die sehr langen Belichtungszeiten. Einige Objektive haben auch in der Mitte einen sogenannten Hotspot (heller Bereich), der bei der Infrarotfotografie sichtbar wird. Das ist erstmal nicht ganz so schlimm und kann in der Nachbearbeitung auch zum Teil ganz gut vertuscht werden.

Um die Technik ├╝berhaupt erstmal auszuprobieren und zu gucken, ob das was f├╝r dich ist und dir der Effekt und der Look der Fotos gef├Ąllt, reicht es absolut aus dir erst einmal nur den Filter zu kaufen und direkt loszulegen. Wenn du irgendwann merkst, dass ist was f├╝r dich und du willst diese Art der Fotografie intensivieren, kannst du dann nach Kameras ohne IR Sperrfilter suchen (z.B. Sony F828) oder dir den Sperrfilter aus deiner Kamera entfernen lassen.

Hotspot und Sperrfilter

Es gibt eine Liste im Internet, wo du nachschauen kannst, welche Objektive keinen Hotspot haben und somit eher f├╝r die Infrarotfotografie geeignet sind. Hier in der Link zur Liste. Anbieter die dir den Sperrfilter tauschen oder ganz entfernen sind z.B. Lifepixel mit Sitz in den USA oder als deutscher Vertreter Optic Macario mit Sitz in M├Ânchengladbach. Ohne einen fest verbauten Sperrfilter, aber mit montiertem Infrarotfilter an der Linse kannst du dann auch Belichtungszeiten erreichen, die du aus der Hand und ohne Stativ fotografieren kannst. Ein weiterer Vorteil der k├╝rzeren Belichtungszeiten ist nat├╝rlich, dass die B├Ąume, Bl├Ątter usw. sch├Ąrfer abgebildet werden, als wenn sie bei einer mehrere Sekunden andauernden Belichtung im Wind schwanken.

Infrarot Aufnahme ohne Tausch der Farbkan├Ąle
Infrarot Aufnahme ohne Tausch der Farbkan├Ąle | Zum Bild

Einstellungen: F/5.6, 30 Sekunden, ISO200, EV+2 | Ausr├╝stung: Nikon D80 + 18-70mm Kit Objektiv + Stativ + IR Filter

Wann kannst du am besten Infrarot fotografieren

Die „besten“ Landschaftsbilder werden ja bekanntlich zum Sonnenuntergang oder Sonnenaufgang und den interessanten Zeiten ringsherum, d.h. zur blauen und goldenen Stunde fotografiert. Diese sind allerdings, je nach Jahreszeit, sehr fr├╝h bzw. sehr sp├Ąt am Tag. Das wiederum kann sehr anstrengend f├╝r dich als Fotografen sein kann. Ich muss mich jedenfalls ganz sch├Ân raus qu├Ąlen und selbst motivieren, wenn es mal wieder zum Sonnenaufgang fr├╝h um 5 Uhr morgens geht.

Beste Tageszeit

Die Infrarotfotografie ist da viel gen├╝gsamer und dankbarer, was die Tageszeiten angeht. Die beste Tageszeit daf├╝r ist im Grunde genau zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, also einfach tags├╝ber. Ein Infrarotfilter schluckt viel Licht und deshalb kann man auch tags├╝ber, je nach Kamera und Objektiv mehrere Sekunden Belichtungszeit einplanen. Das h├Ąngt vor allem davon ab, ob deine Kamera, wie oben beschrieben, einen Sperrfilter f├╝r Infrarot Licht verbaut hat, oder eben nicht.

Beste Jahreszeit

Die beste Jahreszeit f├╝r Infrarotaufnahmen ist der Sommer, wenn Bl├Ątter an den B├Ąumen sind und alles gr├╝n ist. Praktisch bei uns in Deutschland meistens zwischen Mai und Oktober. Das gilt nat├╝rlich vor allem f├╝r Landschaftsfotografie. Wenn du Architektur im infraroten Licht fotografieren m├Âchtest, geht das nat├╝rlich auch im Winter.

Infrarotaufnahme mit Tausch der Farbkan├Ąle und einem nat├╝rlichem Rahmen
Infrarotaufnahme mit Tausch der Farbkan├Ąle und einem nat├╝rlichem Rahmen

Einstellungen: F/5.6, 30 Sekunden, ISO200, EV+2 | Ausr├╝stung: Nikon D80 + 18-70mm Kit Objektiv + Stativ + IR Filter

Nachbearbeitung der Bilder

Nachdem du dein erstes Bild mit montiertem Infrarotfilter im Kasten hast, wird dich die Vorschau deiner Kamera wahrscheinlich eher ern├╝chtern. Das Ergebnis wird ungef├Ąhr so aussehen, wie das folgende Bild unterhalb. Rot-stichig, dunkel und noch keine wei├čen Bl├Ątter.

Unbearbeitetes Roh Bild mit montiertem Infrarot Filter
Unbearbeitetes Roh Bild mit montiertem Infrarot Filter

Deshalb solltest du deine Infrarotaufnahmen auf jeden Fall im Raw Format von der Kamera speichern lassen. Es gibt im Nachgang noch ein, zwei Schritte zu tun. Nach der Standard Objektivkorrektur im Raw Konverter und deinen sonst dort ├╝blichen Schritten, musst du bei Infrarot Fotos vor allem einen Wei├čpunkt setzen und den Rot und Blau Kanal vertauschen.

Den Wei├čpunkt kannst du z.B. mit einer Tonwertkorrektur setzen, indem du bei der Tonwertkorrektur den Pinsel f├╝r „Wei├čpunkt setzen“ aktivierst und auf ein Blatt klickst. Und zack, werden diese Bereiche im Bild wei├č. F├╝r den Tausch des roten und blauen Kanal kannst du den Kanalmixer nehmen oder eine meiner automatisierten Photoshop Aktionen daf├╝r nutzen. Danach noch ein bisschen die Farben intensiveren und Kontraste erh├Âhen und et voil├á.

Was musst du noch zu beachten

Noch schnell ein paar kleine Tipps, bevor du mit der Infrarotfotografie loslegen kannst. Wenn du nun also tags├╝ber mit Infrarot Filter losziehen m├Âchtest und damit fotografieren willst, denke vor allem an die l├Ąngeren Belichtungszeiten. Du solltest dir daf├╝r also nicht die st├╝rmischsten und wind-reichsten Tagen aussuchen. Und falls doch, dann such dir Motive die nicht im Wind schwanken.

Wahrscheinlich wirst du nicht im Automatik Modus der Kamera mit angeschraubten IR Filter fotografieren k├Ânnen, sondern eher im komplett manuellem Modus. Je nach Kamera, Objektiv und vorhandenem Licht, musst du auf das Histogramm gucken, welche Belichtungszeit du f├╝r das aktuelle Bild brauchst und gegebenenfalls nachkorrigieren.

Wichtig ist noch, dass wohl die meisten Kameras nicht mehr wirklich fokussieren k├Ânnen, wenn der Infrarotfilter vor der Linse sitzt. Also am besten gleich manuell auf unendlich fokussieren. Du kannst alternativ auch deine Bildkomposition ausrichten und scharfstellen ohne den Filter und diesen erst kurz vor der Aufnahme anschrauben und Kamera und Objektiv dann erst auf manuellen Fokus stellen.

Belichtungszeiten

Neben der schon weiter oben erw├Ąhnten Langzeitbelichtung, gibt es noch weitere Sonderformen der Belichtung eines Fotos. Diese sind allerdings jenseits der normalen und Histogramm konformen Werte. Das k├Ânnen sogenannten High-Key oder Low-Key Aufnahmen sein. Sie beschreiben einen technisch-gestalterischen Stil in der modernen Landschaftsfotografie, werden aber haupts├Ąchlich eher in der Portr├Ątfotograf eingesetzt.

Low-Key

Beispiel Low-Key Foto:

Silhouetten der Windf├Ąnger am Strandwald zur blauen Stunde
Silhouetten der Windf├Ąnger am Strandwald zur blauen Stunde | Zum Bild

Einstellungen: F/5.6, 1/15 Sekunde, ISO400 | Ausr├╝stung: Canon 5D MkII + Canon L 16-35mm + Polfilter

Das Low-Key Foto oberhalb entstand gegen Ende der blauen Stunde im Dar├čer Urwald am Weststrand an der Ostsee. Ich wollte die dunklen Silhouetten der B├Ąume genau so im Foto darstellen, wie ich sie selbst auf dem Heimweg wahrnahm.

Solche Low-Key Fotos sind tendenziell gepr├Ągt von starken Kontrasten und sehr dunklen Farbt├Ânen. Ganz im Gegenteil zu den High-Key Fotos. Diese sind eher definiert durch weiches Licht, helle Farbt├Âne und niedrige Kontraste.

Wenn du das mal ausprobieren m├Âchtest, brauchst du eigentlich nur deine Kamera ohne irgendwelches extra Zubeh├Âr. Bei High-Key Aufnahmen kann es sein, dass die Belichtungszeiten so gro├č werden, dass du doch ein Stativ brauchst.

Entweder nutzt du einfach die EV-Verschiebung der Kamera, um die jeweilige Szene ├╝ber- oder unterzubelichten, oder du fotografierst im manuellen Modus (M-Modus oder im T-Modus f├╝r Zeitsteuerungsmodus) und legst die Belichtungszeit selbst fest.

­čĺí Bonus: Wie genau Blende, Verschlusszeit und ISO zusammenh├Ąngen habe ich im verlinkten Artikel f├╝r dich erkl├Ąrt und auch wie du das Histogramm in Bezug auf die Belichtung lesen und interpretieren musst, habe ich einen Artikel mit Beispielen beschrieben.

High-Key

Beispiel High-Key Foto:

Dicker Nebel kombiniert mit absoluter Windstille an der Ostsee
Dicker Nebel kombiniert mit absoluter Windstille an der Ostsee | Zum Bild

Einstellungen: F/11, 20 Sekunden, ISO64, EV+2 | Ausr├╝stung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Das Foto mit der Buhne ist an einem sehr nebligen und windstillem Tag an der Ostsee entstanden. Durch den Nebel und die lange Belichtungszeit von 20 Sekunden sieht es aus, als w├╝rden Meer und Himmel am Horizont miteinander verschmelzen. Das Foto hatte ich im Blendenpriorit├Ątsmodus (A-Modus) der Kamera aufgenommen. Durch die schwierigen Wetterverh├Ąltnisse w├Ąre die Belichtung, die die Kamera automatisch errechnet hat, viel zu dunkel geworden. Also habe ich die EV Verschiebung von +2 genutzt um das Foto signifikant aufzuhellen.

Motiv optimieren

Bei dieser „Technik“ greifst du selbst ins Motiv ein und ver├Ąnderst es damit. Bei manchen Fotografen, vor allem aber bei denen, die eher auf Dokumentationsfotografie stehen und einen Stock in ihrem werten Ges├Ą├č haben, mag diese Technik verp├Ânt sein. Ich finde sie super und lasse mich dahingehend auch nicht mehr auf langwierige und schwierige Diskussionen ein. Hier geht es n├Ąmlich um k├╝nstlerische Landschaftsfotografie. Und in der Kunst, Liebe und im Krieg ist ja bekanntlich alles erlaubt!

Bevor ich mir damit jetzt aber zu viele Gegner mache, nein, es geht nicht darum, Dinge in der digitalen Nachbearbeitung herbei- oder wegzuzaubern, sondern nur darum vor Ort einzugreifen bzw. zu optimieren und zwar vor der Linse. Das Foto ist dann trotzdem – wie gesehen – im Kasten. Nach meiner Definition ist das auch keine Fotomanipulation. Das kann aber nat├╝rlich jeder f├╝r sich entscheiden. Folgend ein paar Beispiele dazu.

Beispiel 1 – Vordergrund macht Bild gesund

Getreu dem Motto: „Vordergrund macht Bild gesund“ habe ich in folgendem Bild einen Stein ins Wasser geworfen und w├Ąhrenddessen mit der Serienbildfunktion mehrere Aufnahmen beim Eintauchen geschossen. Eine Grundbelichtung, eine als der Stein ins Wasser fiel und einige f├╝r die wellenf├Ârmigen Ringe. Diese habe ich dann in der Nachbearbeitung mit Ebenenmasken zu einem Foto zusammen gesetzt. Meiner Meinung nach, wertet die zus├Ątzliche Aktion im Vordergrund das Bild auf und schafft ├╝berhaupt erst einen interessanten Vordergrund f├╝r das Foto.

Fjallsarlon Gletscher Bucht in Island zum Sonnenuntergang
Fjallsarlon Gletscher Bucht in Island zum Sonnenuntergang | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 1/30 Sekunde, ISO64 | Ausr├╝stung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter + Stativ

Beispiel 2 – Nebel durch Anhauchen

Das zweite Beispiel ist eine typische Wald-Szene mit einem wundersch├Ânen Wasserfall im Harz. Der Wald im Hintergrund des Bildes war mir allerdings ein bisschen zu langweilig, also habe ich die Linse von oben her angehaucht und so k├╝nstlich Nebel vor der Linse produziert. Es braucht ein wenig bis man diese Technik soweit optimiert hat und den richtigen St├Ąrke-Grad und Winkel beim Anhauchen der Linse raus hat, aber es kann sich durchaus lohnen. Der Nebel oben in den B├Ąumen fungiert so auch als eine Art nat├╝rliche Vignette, die den Fokus des Betrachters nicht aus dem Bild heraus, sondern wieder zur├╝ck auf das Hauptmotiv, n├Ąmlich den Wasserfall, lenkt.

Wasserfall im Ilsetal
Wasserfall im Ilsetal im Harz, Sommer | Zum Bild

Einstellungen: F/5.6, 0.3 Sekunden, ISO64 | Ausr├╝stung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Wenn ich das Bild jetzt betrachte und dr├╝ber nachdenke, sieht der ├Ąu├čerst rechte untere Bereich noch relativ uninteressant und leer aus. Aus heutiger Sicht w├╝rde ich dort wahrscheinlich ein paar bunte Bl├Ątter o.├Ą. positionieren, um das vorhandene sch├Âne Motiv und die Bildkomposition weiter aufzuwerten und einen zus├Ątzlichen Farbtupfer im Bild zu haben.

Beispiel 3 – Person im Foto nutzen

Manchmal ist es bei Landschaftsfotos f├╝r den Betrachter schwierig die schiere Gr├Â├če von bestimmten Elementen der Natur wie z.B. Wasserf├Ąllen, Klippen oder Bergen und die schiere Weite einer Landschaft richtig einzusch├Ątzen und zu begreifen. F├╝r dich als Fotografen kann es dann unter anderem sinnvoll sein, eine Person (oder auch ein Tier) bewusst im Foto einzusetzen, um dadurch das Gr├Â├čenverh├Ąltnis im Bild richtig zu vermitteln und dem Betrachter sozusagen eine Skala an die Hand zu geben.

Das Bild unterhalb entstand auf einer einw├Âchigen Tour quer durch ganz Island. Wir haben in dieser Zeit einen kleinen Werbefilm f├╝r Canon produziert und ich habe die Fotos dazu geschossen. Die Person im Bild, die mir hier f├╝r die Skalierung des riesigen Sk├│gafoss Wasserfalls als Model dient, ist der australische Regisseur Matthew Huntley. Er ist voraus gegangen, um zu schauen ob wir direkt am Fu├če des Wasserfalls eine kleine Szene drehen k├Ânnen und ich habe meine Chance gesehen und von weitem mit der Telelinse drauf gehalten. Ohne die Person k├Ânnte der Betrachter des Fotos die unglaubliche H├Âhe und Gr├Â├če des Wasserfalls bestenfalls erahnen.

Person steht vor gewaltigem Wasserfall in Island
Sk├│gafoss Waterfall im S├╝den von Island | Zum Bild

Einstellungen: F/5.6, 1/45 Sekunde, ISO100|Ausr├╝stung: Canon 5D MkII + Canon L 24-105mm IS + Polfilter

Zusammenfassung

Solche Optimierungen am Motiv, vor der Linse, sind nat├╝rlich am Ende reine Geschmackssache. Was h├Ąltst du davon, w├╝rdest du so etwas bei deiner Fotografie machen? W├╝rdest du z.B. abgestorbene ├äste, oder verwelkte Blumen aus der deiner Bildkomposition entfernen, weil sie deinen Vordergrund st├Âren w├╝rden?Schreib es mir in den Kommentaren.

Bonus Tipp

Kombination mehrerer Techniken

Noch ein Bonus Tipp zum Schluss. Die K├Ânigsdisziplin ist nun, wenn m├Âglich, vor Ort zu erkennen, wenn eine Kombination dieser Methoden und Ideen m├Âglich ist. Dann kommt wahrscheinlich ein sogenannter Hero-Shot dabei heraus, ein Bild f├╝rs Portfolio.

Ein Beispiel daf├╝r ist die Gegenlichtaufnahme „Tjeldbergtinden Sun“. Sie ist nahe Svolvaer auf den Lofoten Inseln an einem der dort seltenen „Sch├Ân Wetter Tage“ mit stahlblauem Himmel entstanden. Sie kombiniert drei der oben genannten Ans├Ątze. Das Fotografieren ins Gegenlicht, einen Sonnenstern in die Bildkomposition einzubauen und eine Spiegelung der Landschaft im windstillen See.

Da die Aufnahme ungef├Ąhr zur Mittagszeit entstanden ist und trotzdem ein solides Landschaftsbild dabei heraus gekommen ist, wiederlegt sie zudem das g├Ąngige Fotografensprichwort „Zwischen 11 und 3 hat der Landschaftsfotograf frei“. Durch die nicht vorhandenen Wolken und den freien Raum oben rechts im Bild, eignet sich das Foto au├čerdem prima f├╝r die Lizenzierung und den Verkauf des Fotos, um dort beispielsweise Artikel├╝berschriften zu platzieren.

Tjeldbergtinden Tafelberg mit Sonne und Spiegelung im See
Der Tafelberg Tjeldbergtinden (367m) und die Sonne spiegeln sich im See Litl-Kongsvatnet | Zum Bild

Einstellungen: F/11, 1/125 Sekunde, ISO100 | Ausr├╝stung: Canon 5D MkII + Canon L 16-35mm + Polfilter

Gegenlicht und Light Bleeding Technik

Beispiel 1 – Sonnenstrahlen im Gegenlicht, LZB f├╝r das Wasser

Auch die folgenden beiden Beispiele kombinieren mehrere der oben genannten Techniken in einem Foto. Das Bild unterhalb habe ich im Vorfeld mit der kostenlosen Web Version von The Photographers Ephemeris geplant. Da ich diesen Ort schon sehr oft besucht und fotografiert hatte, wollte ich dieses Mal ein ganz spezielles Bild mit der Laubf├Ąrbung im Herbst, dem Wasserfall und einem Sonnenstern im Gegenlicht. Als das Wetter passte und ein klarer Himmel f├╝r den Nachmittag vorhergesagt war, bin ich losgefahren.

Das Bild habe ich technisch genau so erstellt, wie ich es weiter oben schon bei der Methode „Gegenlicht fotografieren“ erkl├Ąrt habe. Mehrere Belichtungen und unterschiedliche Blenden f├╝r die unterschiedlichen Bildbereiche, wie Sonne, Wald und Wasserfall. Diese dann in der Nachbearbeitung ├╝ber Ebenen manuell zusammengeblendet.

Langzeitbelichtung bei Gegenlicht im Herbst
Langzeitbelichtung bei Gegenlicht im Herbst | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 1/2 Sekunde, ISO64 | Ausr├╝stung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Was ist denn nun Light-Bleeding? Das ist eine recht neue Methode der modernen Landschaftsfotografie. Und zwar verst├Ąrkt man dabei mit Hilfe der Nachbearbeitung das nat├╝rlich vorhandene Licht und Gl├╝hen in einer Szene (und weitet es ggf. aus). H├Ârt sich erstmal abgefahren an, ist aber ganz einfach. Voraussetzung ist nat├╝rlich, dass tats├Ąchlich auch Licht an der Stelle vorhanden ist, welches du verst├Ąrken kannst, sonst sieht es nachher aus wie gewollt und nicht gekonnt. Ich erkl├Ąre dir an folgendem Beispiel wie das geht .

Beispiel 2 – Light Bleeding um die Sonne

An diesem Beispielbild l├Ąsst es sich ganz gut erkl├Ąren. Du erstellst eine neue Ebene und ├Ąnderst den Modus der Ebene von „Normal“ auf „Weiches Licht„. Dann nimmst du mit der Pinzette den Farbton, den du verst├Ąrken willst. Ich habe hier einen Bereich unweit der Sonne genommen, ein helles orange. Dann aktivierst du den normalen Pinsel und setzt die Sichtbarkeit des Pinsels auf 10%. Jetzt malst du mit einem relativ gro├čen Pinsel-Radius (abh├Ąngig vom Motiv) um die Sonne das nat├╝rlich vorhandene Licht nach und verst├Ąrkst das schon vorhandene Leuchten und Gl├╝hen der Farben, zB. an den Bergflanken. Das hat in dem Foto unten z.B. den Bergen und dem aufsteigendem Nebel im Tal rechts im Bild diesen leichten orangen Touch gegeben.

Mit dieser Methode kannst du nicht aus einem schlechten Bild ein gutes machen, es ist am Ende eher nochmal das i-T├╝pfelchen, bei einem ohnehin schon guten Bild, bzw. guten Licht- und Wetterbedingungen.

Carolafelsen Sonnenuntergang
Carolafelsen zum Sonnenuntergang | Zum Bild

Einstellungen: F/11, 1/4 Sekunde, ISO64 | Ausr├╝stung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

In Kombination mit Ortskenntnissen durch viel herumstromern und einer gewissenhaften Planung der Sonnenst├Ąnde mit Tools und Apps wie z.B. The Photographers Ephemeris, sowie dem Beobachten und Antizipieren von Wetterbedingungen, kannst du solche Bilder ganz gut im Voraus planen. Mit einem durchdachtem Vorgehen und guter Planung kannst du deinem Gl├╝ck, wie es viele oft f├Ąlschlich nennen, auf diese Weise n├Ąmlich sehr gut auf die Spr├╝nge helfen.

Welche Ausr├╝stung brauchst du (+Kameraeinstellungen)

Ausr├╝stung

Kamera

Obwohl die meisten Fotografie Anf├Ąnger und Leihen immer davon ausgehen, dass eine gute Kamera Voraussetzung f├╝r gute Fotos ist, siehst du ja hier an den Beispielen, dass das nicht unbedingt der Fall sein muss. F├╝r die meisten der hier im Artikel vorgestellten Techniken und Ideen brauchst du kaum zus├Ątzliche Ausr├╝stung. Keine spezielle Kamera oder besondere Objektive und kein anderes teures Zubeh├Âr ist f├╝r die Umsetzung n├Âtig. Jede Kamera, bei der du die Belichtungszeit selbst regeln kannst, ist praktisch daf├╝r geeignet. Das hei├čt alle Kameras, die einen Av, T oder M Modus haben. Viel wichtiger als die Ausr├╝stung ist, dass du das Wissen und diese Ideen im Kopf hast und sie dann vor Ort im Feld (oder in der Stadt) auch umsetzen kannst.

Objektive

An Objektiven kannst du deine ganz normalen, schon vorhandenen Linsen nehmen. Ideal w├Ąre die M├Âglichkeit einen Filter vorn anschrauben zu k├Ânnen. In den meisten F├Ąllen einen Polfilter und bei ganz langen Belichtungszeiten auch durchgehende neutrale Graufilter. Da du bei diesen Zeiten nicht mehr aus der Hand fotografieren kannst, ist ein stabiles Stativ selbstverst├Ąndlich und ein Fernausl├Âser ratsam. Mit ihm und der Spiegelvorausl├Âsung (im Fall du benutzt eine DSLR) vermeidest du Verwacklungen und Unsch├Ąrfe bei den langen Belichtungen.

Empfehlungen

Solltest du dir dennoch unsicher sein, was die Ausr├╝stung betrifft, dann schau einfach mal in meine Artikel ├╝ber die beste Kamera f├╝r Landschaftsfotografie, Objektive f├╝r Landschafsfotografie und meine pers├Ânlichen Ausr├╝stungsempfehlungen.

­čöÄ Tipp: Mit sehr dunklen Graufiltern in Kombination mit einem Polfilter kannst du die Belichtungszeit exponentiell steigern. Das hei├čt, du kannst auch tags├╝ber Belichtungszeiten von ├╝ber 30 Sekunden und mehr erreichen. Und damit nat├╝rlich auch sehr spezielle Effekte und Looks kreieren. Achte nur darauf, das zu viele Filter, je nach Brennweite, das Bild vor dem Objektiv vignettieren k├Ânnten.

Kameraeinstellungen

Ich habe mir die M├╝he gemacht, die exakten Kameraeinstellungen und die verwendete Ausr├╝stung unter jedem Bild hier im Beitrag aufzuf├╝hren. Ich hoffe das hilft dir beim Lernen und Nachvollziehen der Ergebnisse. Stichwort: „Sag mal Einstellungen Digger.“ Mir hat das ganz am Anfang meines eigenen Lernprozesses immer sehr gefallen, wenn ich das bei den Profis an deren Beispielen sehen und lernen konnte.

Newsletter Box

Standard Einstellungen mit minimalen Anpassungen

Und wie du siehst sind bei vielen der Bilder die Kamera Einstellungen bei der Landschaftsfotografie relativ ├Ąhnlich. Meistens Blende F/8 bis F/11 im A-Modus der Kamera. Dazu Anpassungen der ISO Empfindlichkeit an das vorhandene Licht zwischen ISO64 und ISO200 um die Verschlusszeit nach oben oder unten zu regeln. Je nachdem, ob du vom Stativ arbeitest oder aus der Hand fotografierst. Mehr ist bei g├Ąngigen Landschaftsaufnahmen kaum einzustellen. Darauf gehe ich aber einen weiteren Artikel demn├Ąchst tiefer ein.

Zusammenfassung

Ich hoffe dieser Artikel gibt dir viele n├╝tzliche Tipps und Tricks f├╝r deine zuk├╝nftigen Landschaftsfotos an die Hand, inspiriert dich und hilft dir dabei, deine Landschaftsfotografie auf ein neues Level zu heben.

Der Beitrag zeigt Fotos aus meiner Anfangszeit in der Landschaftsfotografie von vor ca. 15 Jahren, einige Bilder die erst k├╝rzlich entstanden sind und viele aus den Jahren mittendrin. Was will ich dir damit sagen? Das ist eine ganze Menge geballtes Wissen was ich mir ├╝ber sehr viele Jahre angeeignet und auf unz├Ąhligen Fototouren nach und nach ausprobiert, trainiert und sukzessive verinnerlicht habe. Gut Ding will Weile haben. Wenn nicht alles sofort beim erstmal Mal so richtig funktioniert, lass dich nicht entmutigen und probiere es sp├Ąter nochmal. Bei mir hat auch nicht immer alles gleich so geklappt, wie ich mir das gedacht hatte.

Solltest du irgendwas noch nicht richtig verstanden haben, oder ich habe irgendwo einen wichtigen Punkt vergessen, dann frage mich hier in den Kommentaren oder direkt ├╝ber das Kontakt Formular. Ich habe selbst das meiste meines Wissens ├╝ber die Fotografie aus Artikeln im Internet und von anderen Fotografen gelernt und m├Âchte das hier ├╝ber diese Seite gern an dich weitergeben, also frag ruhig!

Solltest du noch andere Fragen oder Anmerkungen haben, kannst du gerne einen Kommentar hier lassen.

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Ver├Âffentlicht von

Ich bin Dave und seit ├╝ber 15 Jahren leidenschaftlicher Landschafts- und Architekturfotograf. Meine Erfahrungen und mein ├╝ber die Jahre zusammengetragenes Wissen in diesen Bereichen der Fotografie gebe ich gern hier auf diesen Seiten in den Rubriken Tutorials, Ausr├╝stung┬áund Reisen an dich weiter. Um zuk├╝nftig keinen dieser Beitr├Ąge mehr zu verpassen, kannst Du einfach meinen kostenlosen Newsletter abonnieren oder den ebenso kostenlosen RSS Feed benutzen. Eine kleine Auswahl meiner Landschaftsfotos findest du hier in der Galerie und auf meiner pers├Ânlichen Foto Webseite.

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2 Kommentare

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  1. Super Artikel, besten Dank.
    wie verrechne ich im PS 3 Ebenen mit verschiedener Belichtung zu einem optimalen Bild?

    1. Hallo Peter und vielen Dank f├╝r deinen Kommentar!

      In Photoshop kannst du im Men├╝ unter Datei -> Automatisieren -> Zu HDR Pro zusammenf├╝gen oder alternativ auch Datei -> Automatisieren -> Photomerge benutzen.

      Ich blende unterschiedliche Belichtungen allerdings lieber manuell. Daf├╝r lege ich die Fotos als Ebenen ├╝bereinander und blende die sichtbaren Bereiche mit einem Pinsel auf den Ebenenmasken ein.

      Falls du noch Fragen hast, schreib gern wieder.

      Beste Gr├╝├če, Dave

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