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In diesem Artikel stelle ich dir 10 Tipps f√ľr kreative Landschaftsfotos vor. Hier findest du neue Ideen und Aufnahmetechniken f√ľr deine Landschaftsfotografie! Frische Konzepte und Inspiration erwarten dich jenseits der allseits bekannten 08-15 Bildkomposition und dem Benutzen von Blende 8, wenn die Sonne lacht.

Inhaltsverzeichnis

Einleitung & Motivation

K√ľnstlerische Landschaftsfotografie

In der Landschaftsfotografie geht es darum, die Gef√ľhle die du beim Betrachten einer Landschaft hast, in einem Foto festzuhalten und damit den Betrachtern deiner Bilder zu kommunizieren. Denn anders als bei der blo√üen und n√ľchternen Dokumentation eines Ortes in Bildern, geht es bei der kunstvollen Landschaftsfotografie darum, deine Gef√ľhle beim Fotografieren der Szenerie vor Ort in das Foto einflie√üen zu lassen.

Gegenlichtaufnahme am Kleinen Winterberg zum Sonnenaufgang
Kleiner Winterberg zum Sonnenaufgang | Zum Bild

Einstellungen: F/11, 1/8 Sekunden, ISO200 | Ausr√ľstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Wenn du nun also selbst kein seelenloser Stahlbolzen bist und tats√§chlich vielleicht schon das ein oder andere Mal beim Anblick einer wundersch√∂nen Landschaft Freudentr√§nen in den Augen hattest, dann willst du dieses Gef√ľhl sicherlich auch im Foto festhalten.

Emotionale Reaktion beim Betrachter

Das i-T√ľpfelchen ist nat√ľrlich, wenn du es schaffst, eine √§hnliche Reaktion beim Betrachter des Fotos hervorzurufen. Das gelingt dir aber sicher nicht mit emotionsloser Dokumentationsfotografie. Es gen√ľgt nicht, dass alle technischen Parameter, wie z.B. die Belichtung des Fotos, korrekt sind. Dazu folgend ein Zitat.

Die Tatsache, dass eine (im konventionellen Sinn) technisch fehlerhafte Fotografie gef√ľhlsm√§√üig wirksamer sein kann als ein technisch fehlerloses Bild, wird auf jene schockierend wirken, die naiv genug sind, zu glauben, dass technische Perfektion den wahren Wert eines Fotos ausmacht.

Andreas Feininger

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Das Gef√ľhl, nach einer fr√ľh morgendlichen Wanderung durch einen dunklen Wald und dem anstrengenden Kraxeln auf einen Berg, um dort allein auf den den Sonnenaufgang zu warten und diesen dann schlie√ülich zu erleben und zu fotografieren, kann man nur sehr schwer in Worte fassen. Und an dieser Stelle kommt die k√ľnstlerische Fotografie ins Spiel. Sie kann ausdr√ľcken, wozu Worte oft nicht in der Lage sind. Nicht umsonst gibt es das Sprichwort: „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte„.

Das obige Bild habe ich an solch einem Sonnenaufgang in der S√§chsischen Schweiz aufgenommen. Es war der dritte Versuch und diesmal hat das Wetter und der Nebel endlich mitgespielt. Das fr√ľhe Aufstehen und schwei√ütreibende Wandern im Dunkeln hatte sich mehr als gelohnt. Oben angekommen, war ich einfach √ľberw√§ltigt vom grandiosen Ausblick und von der Ruhe des Ortes und habe diese Gef√ľhle beim Aufnehmen und Nachbearbeiten in das Foto einflie√üen lassen.

Die Entstehung des Fotos unterhalb und die genaue Geschichte hinter dem Bild kannst du ausf√ľhrlich im Artikel Sonnenaufgang am Heringstein nachlesen.

Sonnenaufgang am Heringstein in der Sächsischen Schweiz
Sonnenaufgang am Heringstein | Zum Bild

Einstellungen: F/11, 1/25 Sekunden, ISO100 | Ausr√ľstung: Nikon D810 + Nikkor 14-24mm + Polfilter

Los geht’s

Solltest du das n√§chste Mal selbst f√ľnf Uhr morgens auf einem Berg stehen und vom sanften Licht der Morgensonne gek√ľsst werden und hast deine Kamera dabei, dann gibt es die unterschiedlichsten Methoden, um diesen Gef√ľhlen fotografisch Ausdruck zu verleihen. Meine pers√∂nlichen Top 10 dieser Ideen f√ľr kreative Landschaftsfotos stelle ich dir hier in diesem Artikel vor. Los geht‚Äôs.

Langzeitbelichtung

Als erstes m√∂chte ich dir die Langzeitbelichtung vorstellen. Du fragst dich jetzt vielleicht, was ist √ľberhaupt eine Langzeitbelichtung. Bei der Fotografie wird jedes Bild, was mehr als eine halbe Sekunde oder auch deutlich l√§nger belichtet wird, als Langzeitbelichtung bezeichnet. Eine exakte Definition, ab welcher Belichtungszeit ein Foto als Langzeitbelichtung gilt, gibt es allerdings nicht. Das ist auch vollkommen egal. Wichtig ist die Wirkung auf das Bild, das dabei entsteht und welche Auswirkung diese Aufnahmetechnik auf das Motiv hat und es gegebenenfalls sogar in Aussehen und Wirkung ver√§ndert.

Diese Technik wird haupts√§chlich in der k√ľnstlerischen Architektur- und Landschaftsfotografie (inkl. der Nachtfotografie) eingesetzt.

Motive – Welchen Look kannst du mit der LZB generieren

Mit diesen langen Verschlusszeiten kannst du, je nach Motiv und Wetterbedingungen, unterschiedlichste Effekte und Looks f√ľr deine Landschaftsfotos erreichen. In den meisten F√§llen werden lange Belichtungszeiten in der Fotografie daf√ľr benutzt Bewegungen zu visualisieren.

Bewegung von Wasser in Fl√ľssen und B√§chen

In der Natur ist ein häufiger Anwendungsfall das Fließen von Wasser sanfter darzustellen. Je nach Fließgeschwindigkeit eines Flusses oder Bachs kannst du die Verzeichnung der Stromschnellen kurz oder lang werden lassen. Dabei gilt, je länger die Belichtungszeit, umso größer wird auch die Weichzeichnung der Bewegung.

Beispiel 1: Fluss in der Böhmischen Schweiz
Langzeitbelichtung in der Böhmischen Schweiz
Langzeitbelichtung in einem urigen Tal in der Böhmischen Schweiz | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 0.8 Sekunden, ISO64 | Ausr√ľstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Du musst also je nach Flie√ügeschwindigkeit des Wassers deine Belichtungszeit anpassen. Je nachdem, welchen Look du f√ľr dein Foto haben willst, musst du entsprechend l√§nger oder k√ľrzer belichten. F√ľr das obige Bild habe ich durchschnittliche Werte benutzt, nichts au√üergew√∂hnliches. Das hei√üt soviel, wie nicht so kurz, dass ich es h√§tte aus der Hand fotografieren k√∂nnen, aber auch keine 30 Sekunden oder l√§nger. Wie die drei Werte Blende, ISO und Verschlusszeit zusammenh√§ngen habe ich in einem extra Artikel ausf√ľhrlich erkl√§rt.

Langzeitbelichtung bei Wind

Tipp: Wenn es windig ist und du eine Langzeitbelichtung aufnehmen willst, kann es sein, dass zwar das Wasser w√§hrend der Aufnahme weich gezeichnet wird, aber leider auch die Gr√§ser und Bl√§tter an den B√§umen unscharf werden. Um das zu umgehen, kannst du neben der Langzeitbelichtung, zus√§tzlich eine normale kurze Belichtung aufnehmen. Diese nimmst du dann als Ausgangsfoto bei der Nachbearbeitung des Fotos und legst die lange Belichtung in Photoshop einfach dar√ľber. Dann legst du eine komplett schwarze Maske √ľber diese Ebene (ALT bei Anlegen der Maske dr√ľcken, oder STRG + BACKSPACE im Nachhinein) und malst mit einem weichen Pinsel mit 100% Sichtbarkeit mit Wei√ü als Vordergrundfarbe die Bereiche sichtbar, die du aus der Langzeitbelichtung im Bild haben willst.

Beispiel 2: Wasserfall in Island
Wasserfall der Götter - Island
Wasserfall der Götter РNorden von Island | Zum Bild

Einstellungen: F/11, 0.6 Sekunden, ISO100 | Ausr√ľstung: Nikon D810 + Nikkor 14-24mm + Polfilter

Das zweite Beispiel entstand im Norden von Island am ber√ľhmten Wasserfall der G√∂tter, dem „Waterfall of the Gods“. Ich habe hier eine leicht k√ľrzere Verschlusszeit benutzt, als im Beispiel oben. Trotzdem sieht das Wasser aus als, als w√§re das Foto deutlich l√§nger belichtet worden. Das kommt durch die viel schnellere Flie√ügeschwindigkeit des Wasser in diesem Fluss, verglichen mit dem Fluss in der B√∂hmischen Schweiz.

Du kannst also nicht stur irgendwelche fixen Werte benutzen, um den gew√ľnschten Effekt f√ľr dein Foto zu erreichen, sondern musst immer auf die Gegebenheiten vor Ort achten und entsprechend reagieren.

Tipp: Bei allen Aufnahmen vom Stativ, also nicht nur bei Langzeitbelichtungen, solltest du immer vorhandene Bildstabilisatoren am Objektiv und der Kamera deaktivieren. Diese sind nur hilfreich, wenn du aus der Hand fotografierst. Bei Aufnahmen vom Stativ können die Bilder bei aktiviertem Bildstabilisator unscharf werden.

Bewegung am Himmel

Genauso kannst du auch die Bewegung von Wolken am Himmel darstellen. Je nach Windst√§rke und Belichtungszeit kann das sehr surreal aussehen. Der Effekt ist nat√ľrlich am gr√∂√üten, wenn du dich genau entgegen der Richtung stellst und fotografierst, in der die Wolken ziehen.

Das Beispiel dazu: „Wie eine Kerze im Wind“
Langzeitbelichtung von ziehenden Wolken √ľber einem See
Langzeitbelichtung von ziehenden Wolken √ľber einem See | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 80 Sekunden, ISO100 | Ausr√ľstung: Canon 5D + Canon L 16-35mm + Polfilter

Um das Bild zu fotografieren wie du es jetzt siehst, war einiges an Vorbereitung nötig. Ich war mehrere Male im Vorfeld an diesem Ort. Primär einfach um draußen zu sein, aber auch um neue Fotospots in der Nähe zu erkunden. Als ich den Baumstumpf mit den Pflanzen darauf sah, kam mir die Idee zu genau diesem Bild.

Daf√ľr sind aber schnell ziehende Wolken Richtung Osten n√∂tig. Es hat dann nochmal ein paar Wochen gedauert, bis die Bedingungen so waren, wie ich es brauchte und das Foto schlie√ülich von meinem Kopf endlich im Kasten war.

Ja, ich habe mich nicht vertippt. Das Bild wurde tags√ľber 80 Sekunden lang belichtet, um genau diesen Effekt in den Wolken zu haben. Ich h√§tte auch eine scharfe Version der kleinen Str√§ucher im Vordergrund reinblenden k√∂nnen, aber wie der Titel schon sagt, ist das Absicht. Deiner Fantasie sind bei solchen Langzeitaufnahmen keine Grenzen gesetzt. Tobe dich mal richtig aus!

Verwendete Filter

Tipp: Um diese lange Belichtungszeit von √ľber 1 Minute tags√ľber zu erreichen, habe ich eine Kombination aus verschiedenen neutralen Graufiltern verwendet. Die Belichtungszeit w√§chst exponentiell, wenn du mehrere Filter wie den ND8, ND64 oder ND1000 kombinierst.

Neutrale Graufilter ND8, ND64 und ND1000 f√ľr Langzeitbelichtungen
Die neutralen Graufilter ND8, ND64 und ND1000 f√ľr Langzeitbelichtungen

K√ľste & Meer

Wenn du an der K√ľste fotografierst, kannst du mit dieser Technik die Wellen im Meer komplett verschwinden und das Wasser glatt werden lassen, bis es wie ein ruhiger See aussieht. Eine Langzeitbelichtung mit angeschraubten Polfilter kann zudem die Farbintensit√§t erh√∂hen. Der Polarisationsfilter erh√∂ht auch den Kontrast und den Dynamikumfang. Er ist ein absolutes Muss f√ľr jeden Landschaftsfotografen. Ich habe ihn gef√ľhlt 90% der Zeit am verwendeten Objektiv im Einsatz.

Die Farbintensität sollte sich allerdings bei neutralen Graufiltern nicht verändern. Leider haben aber die meisten Billig Produkte einen Magenta-Farbstich. Deshalb rate bei diesen Filtern vom Kauf von Billigware ab. So einen Farbstich bekommt man auch während der Nachbearbeitung nur sehr schlecht bis gar nicht wieder entfernt und er ist einfach sehr ärgerlich.

Beispiel 1: Komplette Glättung der Wellen am Meer
Anleger bei Zingst zum Sonnenuntergang
Anleger bei Zingst zum Sonnenuntergang als Langzeitbelichtung | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 30 Sekunden, ISO200 | Ausr√ľstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Durch die lange Belichtung von 30 Sekunden sieht das Meer und die Brandung hier aus, als sei es ruhiger See an einem windstillen Sommerabend. Das bringt sehr viel Ruhe ins Bild. Die warmen Farbt√∂ne tragen beim Betrachten zus√§tzlich zu einem harmonischen Gef√ľhl bei.

Tipp: Bei Spiegelreflexkameras solltest du w√§hrend mehr-sek√ľndiger Belichtungen den Sucher der Kamera abdecken. Der Hintergrund ist, dass durch den Sucher ebenfalls Licht in die Kamera und auf den Sensor gelangen kann. Das spielt bei normalen Ausl√∂sungen meistens keine Rolle und ist unkritisch, da sich ja im Normalfall eins deiner Augen am Sucher befindet und ihn damit abdeckt. Bei Langzeitbelichtungen ist das aber nicht der Fall. Zum Abdecken kannst du einfach den Tragriemen bzw. Kameragurt daf√ľr verwenden.

Beispiel 2: Leichte Weichzeichnung der Brandung
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Sonnenuntergang an der Ostee | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 0.5 Sekunden, ISO200 | Ausr√ľstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Das Bild entstand zum Sonnenuntergang an der Ostseek√ľste an einem wilden, naturbelassenen Strand. Die Belichtungszeit ist mit einer halben Sekunde relativ kurz gehalten, um zu zeigen wie die Wellen sanft an den Strand flie√üen. Damit diese Belichtung auch technisch korrekt ist, habe ich bei konstanter Blende 8 (f√ľr die entsprechende Sch√§rfe), den ISO Wert auf 200 erh√∂ht.

Tipp: Wie genau Blende, Verschlusszeit und ISO zusammenh√§ngen habe ich im verlinkten Artikel f√ľr dich erkl√§rt und auch wie du das Histogramm in Bezug auf die Belichtung lesen und interpretieren musst, habe ich einen extra Artikel mit Beispielen beschrieben.

Beispiel 3: Langzeitbelichtung zur Blauen Stunde am Meer
Buhne an der Ostsee im Nebel zur Blauen Stunde
Buhne an der Ostsee im Nebel zur Blauen Stunde | Zum Bild

Einstellungen: F/5.6, 30 Sekunden, ISO64 | Ausr√ľstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Dieses Bild entstand an einem sehr ruhigen 1. Januar an der Ostseek√ľste. An diesem Tag herrschten dort geradezu mystische Wetterverh√§ltnisse. Es war die ganze Zeit √ľber neblig und vollkommen windstill an der K√ľste. Gegen Abend zur blauen Stunde spitze es sich zu und die Grenze zwischen Nebel und Meer verlief flie√üend am Horizont. Mit der Langzeitbelichtung von 30 Sekunden habe ich auch die letzten kleinen Wellen gegl√§ttet und so sieht es fast aus, als w√§re die Buhne auf eine blaue Leinwand gemalt worden.

Lichtspuren in der Stadt

An dieser Stelle unternehme ich mit dir einen kleinen Exkurs in die Architekturfotografie. Auch in Stadtlandschaften sind Langzeitbelichtung f√ľr kreative Aufnahmen m√∂glich. Es gibt auch hier unterschiedliche Effekte, die du damit erreichen kannst.

Zum Beispiel kannst du den Verkehr in der Stadt durch die Leuchtspuren der Autos, Busse und Straßenbahnen darstellen. Ein weiterer sehr spannender Effekt, wie ich persönlich finde, ist Menschen durch eine Langzeitbelichtung praktisch entfernen zu können.

Beispiel 1: Lichtspuren zur Blaue Stunde
Leuchtspuren in der Stadt
Leuchtspuren in der Stadt Leipzig zur blauen Stunde | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 1.0 Sekunde, ISO200, EV+0.33 | Ausr√ľstung: Nikon D810 + Nikkor 14-24mm + Stativ

Das Bild zeigt den bekannten Augustusplatz in Leipzig, mit all seinem Verkehr von Stra√üenbahnen und Autos, ebenfalls zur blauen Stunde nach Sonnenuntergang. Zu sehen sind der MDR Tower, die Oper und das Kirchen √§hnliche Geb√§ude der Universit√§t Leipzig. Mit diesem sogenannten Timescape Bild m√∂chte ich das vielf√§ltige und hektische Treiben dieses Ortes zeigen. Das finale Bild setzt sich deshalb auch aus sieben Einzelbelichtungen mit nahezu identischen Einstellungen zusammen. Eine Grundbelichtung des Platzes, plus f√ľnf Fotos f√ľr die Lichtspuren und eine zus√§tzliche Belichtung mit Blende F/22 f√ľr die Sterne an den Laternen.

Beispiel 2: Menschenleerer Bahnhof
Leuschner Platz Leipzig
Leuschner Platz in Leipzig | Zum Bild

Einstellungen: F/11, 3 Sekunden, ISO64, EV+0.67 | Ausr√ľstung: Nikon D810 + Nikkor 14-24mm + Stativ

Dieses Bild vom Leuschner Platz in Leipzig, zeigt einen einfahrenden, sowie einen ausfahrenden Zug im menschenleeren Bahnhof. Man k√∂nnte auch meinen sie fahren beide einfach durch, ohne √ľberhaupt anzuhalten. F√ľr das Bild waren vier Aufnahmen n√∂tig. Die Grundbelichtung des Bahnhofs, eine sehr lange Belichtung von jenseits der 30 Sekunden, um alle herumlaufenden Menschen komplett verschwinden zu lassen und jeweils eine f√ľr die Z√ľge.

Tipp: Wenn du lange genug belichtest, kannst du praktisch jeden Platz in einer Stadt auf einem Foto menschenleer erscheinen lassen.

Wetter und Abstraktes

Mit Langzeitbelichtungen lässt sich aber noch mehr einfangen und darstellen. Zum Beispiel die fantastischen tanzenden Nordlichter (Aurora Borealis) am nördlichen Nachthimmel oder Blitze während eines Gewitters. Polarlichter gibt es zwar auch in der Antarktis, aber die meisten von uns kommen wohl eher auf der Nordhalbkugel in deren Genuss.

Beispiel 1: Nordlichter
Nordlichter in Island spiegeln sich in einem See
Nordlichter im S√ľden von Island | Zum Bild

Einstellungen: F/2.8, 15 Sekunden, ISO800 | Ausr√ľstung: Nikon D810 + Nikkor 14-24mm + Stativ

Um die fallenden und tanzenden Nordlichter zu fotografieren braucht man meistens ebenfalls eine Langzeitbelichtung. Optimal ist es, wenn der Vordergrund zus√§tzlich sehr hell, oder beleuchtet ist, oder sich spiegelt, wie es bei Schneelandschaften und Wasseroberfl√§chen der Fall ist. Die ideale Belichtungszeit h√§ngt wie so oft vom Motiv selbst ab. Die Lichter „fallen“ und „tanzen“ mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Damit es nicht zu verwaschen aussieht sind Zeiten zwischen 4 und 20 Sekunden ratsam.

Am Ende musst du das vor Ort ausprobieren. Das obige Bild ist in einer einzigen 15 sek√ľndigen Belichtung entstanden. Ich stand alleine mitten im Nirgendwo bei Eisesk√§lte und der ganze Himmel um mich herum war voll von tanzenden Lichtern in unterschiedlichen Farben. Ein absolut einzigartiges Erlebnis, dem ein einzelnes Foto nur sehr schwer auch nur ansatzweise gerecht werden kann.

Beispiel 2: Gewitter √ľber Davos
Gewitter mit Blitz √ľber Davos in der Schweiz
Gewitter √ľber Davos in der Schweiz | Zum Bild

Einstellungen: F/11, 30 Sekunden, ISO200 | Ausr√ľstung: Canon 5D MkII + Canon L 16-35mm + Polfilter

Das Bild des Blitzes entstand am ersten Abend einer einwöchigen Tour durch die Schweiz vom Dach unseres Hotels in Davos. Am Abend braute sich ein massives Alpengewitter zusammen und ich dachte, warum nicht mal mit der Kamera draufhalten. Da man ja nie genau weiß, wann genau denn wieder ein Blitz sich seinen Weg durch die Wolken sucht, muss man mit einer Langzeitbelichtung arbeiten und hoffen, dass man am Ende einen einfängt. In diesem Fall hat es mit einer Belichtungszeit von 30 Sekunden geklappt. Durch die lange Belichtung war auch gleich der Vordergrund des Bildes ausreichend hell, sodass hier nur eine Belichtung nötig war.

Beispiel 3: Geisterbild in einem Lost Place
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Geisterbild | Zum Bild

Einstellungen: F/3.5, 1.5 Sekunden, ISO200 | Ausr√ľstung: Nikon D80 + 18-70mm Kit Objektiv + Stativ

Dieses Selbstportrait in einem Lost Place bei Köthen (Anhalt) entstand während meiner Studienzeit dort und zwar im Jahr 2007. Ich habe es mit dem Selbstauslöser an meiner ersten DSLR Kamera aufgenommen. Wie im Screenshot zu sehen ist, hatte ich die Nikon D80 am 26. Februar 2007 gekauft.

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Meine erste DSLR Kamera

Rein technisch gesehen ist das Foto eine Langzeitbelichtung, aber der eigentliche „Trick“ bei der Aufnahme ist es, eine Belichtung mit der Person und eine ohne Person anzufertigen. Die mit Person habe ich dann in der Nachbearbeitung mit 30% Deckkraft auf einer eigenen Ebene wieder eingeblendet, um es wie eine Art Geist aussehen zu lassen. Genau so k√∂nntest du nat√ľrlich auch andere Objekte, wie beispielsweise Autos, halbdurchl√§ssig im Bild einblenden und damit unterschiedliche Effekte erzielen.

Vorstellbar w√§ren auch andere Varianten des Einblendens. Zum Beispiel k√∂nntest du die Person vom Kopf bis zu den F√ľ√üen hin, mit Hilfe des Verlaufswerkzeugs auf der Ebenenmaske, immer durchsichtiger werden lassen. Oder du blendest das Objekt / die Person nur punktuell wieder ein, oder l√§sst nur einzelne Teile (teilweise) sichtbar werden, oder was auch immer dir noch einf√§llt und irgendwie sinnvoll erscheint.

Zusammenfassung Langzeitbelichtung

Ich hoffe diese Beispiele und Anregungen geben dir einen Eindruck, welche Effekte und Looks du damit in unterschiedlichen Situationen erreichen kannst und inspirieren dich einfach mal raus zu gehen und ein paar neue Techniken auszuprobieren und mit dem neuen Wissen kreativ zu werden.

Neue Perspektiven

Am Boden – die Ameisenperspektive

Eine weitere Idee um deine Fotos ein wenig aufzupeppen, ist es neue Blickwinkel und Perspektiven auszuprobieren. Also nicht einfach wie immer das Stativ aus Gewohnheit voll ausfahren, aufstellen, die Kamera darauf positionieren und direkt wild drauf los fotografieren, sondern etwas bedachter vorgehen.

Bärlauch zum Sonnenaufgang
Bärlauch zum Sonnenaufgang im Wald bei Leipzig | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 1/30 Sekunde, ISO400 | Ausr√ľstung: Canon 5D MkII + Zenitar Fisheye

Bei mir hat es sich √ľber die Jahre bew√§hrt, dass ich mir schon vor dem Aufbau des Stativs √ľberlege, f√ľr welchen Bildausschnitt ich mich √ľberhaupt entscheiden will.

Mein Vorgehen dabei ist, dass ich vor allem erst einmal in Ruhe ankomme, mir Zeit nehme und mich umsehe und den jeweiligen Ort auf mich wirken lasse. Dann laufe ich mit der Kamera in der Hand herum, lege mich manchmal sogar auf den Boden und suche mir genau den Bildausschnitt, den ich im Foto abbilden will.

Erst dann baue ich mein Stativ genau dort auf und stelle es auf die H√∂he ein, die ich mir zuvor ausgeknobelt habe. Du wirst sehen, dadurch ergeben sich viel mehr M√∂glichkeiten und frische Perspektiven f√ľr deine Fotos.

Aus der Luft – die Vogelperspektive

Vor einigen Jahren hat sich mir durch die Drohnenfotografie noch einmal eine v√∂llig neue Welt und eine zus√§tzliche Dimension f√ľr meine Landschaftsfotografie er√∂ffnet. Die Vogelperspektive aus der Luft erm√∂glicht es mir an Stellen zu fotografieren, wo ich sonst nie mit einer Kamera hingelangt w√§re. Diese neue M√∂glichkeit ist fantastisch und bringt neuen Wind in jedes Portfolio.

Kleiner Exkurs: Ich habe, wie eigentlich immer, im Vorfeld sehr viel recherchiert, welche Drohne f√ľr Landschaftsfotografie am besten ist. Ich habe mich dann guten Gewissens f√ľr die DJI Phantom 4 Pro+ Drohne und gleich noch f√ľr einen Polfilter f√ľr die Drohne und zwei Ersatz Drohnen Akkus entschieden. Mit denen komme ich dann insgesamt mit einer Akkuladung auf gut eine Stunde Flugzeit. Mit einem Aufladeger√§t f√ľr das Auto kann ich neben den normalen Kamera Akkus nun sogar auch die Drohnen Akkus bequem beim Fahren laden, wenn ich auf einer l√§ngeren, mehrt√§gigen Fototour unterwegs bin. Ich bin mit der Drohne sehr zufrieden.

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DJI Phantom 4 Pro Plus Drohne

Bisher war ich mit der Drohne in Deutschland, Island, Norwegen, Schweden und Italien unterwegs. Da ich sowieso vorwiegend in menschenleeren Gegenden fliege und fotografiere, hatte ich damit bisher auch nirgends irgendwelche Probleme. Ich werde demn√§chst noch einen ausgiebigen Artikel √ľber die Drohnenfotografie schreiben. Dabei werde ich weitaus detaillierter auf die Vor- und Nachteile und den Vorurteilen gegen√ľber Drohnen und dem Fotografieren auf der Luft eingehen.

Beispiel 1: Top-Down Shot

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Tropisch anmutende K√ľste an einem Bergsee in Bayern | Zum Bild

Einstellungen: F/5.6, 1/5 Sekunde, ISO100 | Ausr√ľstung: DJI Phantom 4 Pro+ + Polfilter f√ľr die Drohne

Die beiden Luftaufnahmen, die ich hier f√ľr die Veranschaulichung der Vogelperspektive nutze, sind beide im sch√∂nen Bayern in S√ľddeutschland entstanden. Das Bild oberhalb zeigt das tropisch anmutende Ufer des Hintersees. Die Kamera der Drohne habe ich daf√ľr komplett senkrecht nach unten schauen lassen, um diese direkte Draufsicht von oben zu erm√∂glichen.

Beispiel 2: Vogelperspektive

Die Ludwigs Insel im Eibsee aus der Vogelperspektive
Die wundervolle Ludwigs Insel im Eibsee mit der Zugspitze im Hintergrund | Zum Bild

Einstellungen: F/5.6, 1/100 Sekunde, ISO100 | Ausr√ľstung: DJI Phantom 4 Pro+ + Polfilter f√ľr die Drohne

Das Foto oben zeigt die bekannte Ludwigs Insel im Eibsee und Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze, im Hintergrund. Auch diese einzigartige Perspektive ist nur aus der Luft möglich und wäre von einem Boot oder einfach stehend am Ufer mit Stativ niemals möglich.

Zusammenfassung Neue Perspektiven

Ob nun aus der Luft oder am Boden liegend, probiere einfach immer mal komplett neue Perspektiven f√ľr deine Fotos aus. Es wird sich lohnen! Vielleicht hast du ja noch mehr Einf√§lle und Ideen f√ľr au√üergew√∂hnliche Kamerapositionen? Dann schreib sie mir in den Kommentaren. Ich freue mich drauf!

Abstrakte Fotos

Einleitung

Diese Technik ist schon ein bisschen spezieller und wird nicht jedem zusagen. Ich mag sie und hab schon ganze Bild – Serien auf diese Weise produziert.

Das Resultat dieser Methode ist eine recht abstrakte Wiedergabe dessen, was während der Aufnahme vor der Kamera war.

F√ľr mich pers√∂nlich haben solche Fotos irgendwie immer die Wirkung, dass sie meine Fantasie anregen und ich ewig drauf gucken k√∂nnte. Zudem wirken solche Bilder oft eher wie Gem√§lde als wie Fotografien.

Das Foto unterhalb zeigt solche eine Abstraktion eines mystischen Winterwaldes im Harz.

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Mystischer Winterwald im Harz | Zum Bild

Einstellungen: F/11, 1 Sekunde, ISO100 | Ausr√ľstung: Canon 5D MkII + Canon L 16-35mm + Polfilter

Wie funktioniert diese Technik

Der Trick ist die Kameraeinstellungen so zu w√§hlen, dass du eine Belichtungszeit jenseits dessen erreichst, was du scharf aus der Hand fotografieren k√∂nntest. Als Faustformel gilt ungef√§hr Belichtungszeit ist gleich 1 durch Brennweite, also s = 1 / 24mm zum Beispiel. Da solltest du also dr√ľber liegen.

Wenn du dir die technischen Einstellungen der Kamera unter den Beispielen ansiehst, wirst du feststellen, dass es schon relativ lange Belichtungszeiten sind, um diese Bilder scharf aus der Hand und ohne Stativ zu fotografieren. Falls du nochmal nachlesen willst, wie genau der Zusammenhang von Blende, ISO und Verschlusszeit ist, kannst du das in diesem Artikel tun.

Kamera beim Belichten bewegen

Der Effekt und der abstrakte Look des Fotos entsteht hauptsächlich durch die Bewegung der Kamera während der Aufnahme und noch etwas kreative Nachbearbeitung im Anschluss. Bei den Beispielen im Wald habe ich einfach während der Auslösung die Kamera mit den Armen gerade nach unten bewegt. Du kannst sie zum Beispiel aber auch nur mit den Händen nach oben oder unten neigen. Das liegt ganz bei dir.

Vor Ort kannst du ruhig mal mit einigen unterschiedlichen Verschlusszeiten spielen und gucken wie sich die Ergebnisse ver√§ndern. Alternativ kannst du nat√ľrlich auch die Bewegung der Kamera selbst mal schneller und mal langsamer ausf√ľhren.

Wald Abstrakt mittels Kamerabewegung während der Aufnahme
Herbst Wald Abstrakt | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 1/2 Sekunde, ISO100 | Ausr√ľstung: Canon 5D MkII + Canon L 16-35mm + Polfilter

Probiere es einfach mal irgendwo aus. Es muss ja nicht im Wald sein. Das Sch√∂ne ist, du brauchst daf√ľr keine zus√§tzliche Ausr√ľstung. Einfach Kamera in die Hand nehmen und los geht es.

Tipp: Um die Belichtungszeit zu erhöhen, kannst du den A-Modus der Kamera benutzen (Blendenprioritätsmodus), die ISO so niedrig wie möglich einstellen und die Blende immer weiter schließen. Theoretisch kannst du in diesem Fall die Blende bei Bedarf sogar komplett bis F/22 schließen. Der auftretende Effekt der Diffraktion, der die Pixel ab einer bestimmten Blende wieder unscharf werden lässt, kann dir in dem Beispiel egal sein, da das Endergebnis ja sowieso kein knack-scharfes Foto sein soll.

Ein weiteres mögliches Motiv

Das Beispielfoto unterhalb zeigt ein weiteres m√∂gliches Motiv f√ľr diese Methode. In diesem Fall habe ich die Kamera allerdings nur wirklich minimal bewegt und einfach die Leute sich stattdessen bewegen lassen, um die gewollte Unsch√§rfe zu erreichen.

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Geister in der Nacht am Flughafen Berlin Tempelhof | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 1/3 Sekunde, ISO200 | Ausr√ľstung: Canon 5D MkII + Canon L 16-35mm + Polfilter

Zusammenfassung

Probieren geht √ľber Studieren und wenn du, wie ich, solche Fotos interessant findest und sie dir zusagen und du es ausprobierst, lass deiner Fantasie mal komplett freien Lauf. Auf diese Weise lernst du auch gleich nebenbei deine Kamera und die Auswirkungen der Einstellungen besser kennen. Poste gern einen Link zu solch einem Foto dazu den Kommentaren.

Spiegelungen

Einleitung

Nat√ľrlich vorkommende Spiegel in der Natur, wie z.B. auf der (spiegel-)glatten Wasseroberfl√§che eines Sees, wirken immer magisch und verzaubernd. Sie lassen sich wunderbar bei der Bildgestaltung eines Landschaftsfotos nutzen und sind ein wahrer Blickfang.

Spiegelung optimal nutzen

Der Grad der Spiegelung bzw. der Reflexion auf der glatten Oberfläche lässt sich mit einem guten zirkularen Polarisationsfilter optimal steuern. Durch Drehen des Filters kannst du entweder die Spiegelung komplett sichtbar machen oder die Oberfläche komplett durchsichtig werden lassen, sodass du hindurch fotografieren kannst.

Tipps & Tricks

Tipp: Wenn du nur Teile der Spiegelung in deinem finalen Bild zeigen willst, musst nur zwei Belichtungen des exakt gleichen Bildausschnitts anfertigen. Eine mit Spiegelung und nat√ľrlich auch eine ohne (einfach den Polfilter drehen). Am besten vom Stativ aus aufnehmen, um auf Nummer sicher zu gehen, dass sich an der Bildkomposition auch nichts ge√§ndert hat. In der digitalen Nachbearbeitung legst du die Bilder wieder √ľbereinander. Dann f√ľgst du eine schwarze Ebenenmaske hinzu und malst mit einem Pinsel die Bereiche wieder sichtbar (d.h. wei√ü), die du im Foto haben m√∂chtest.

Spiegelung eines Bergs im windstillen, whiskey-farbenen Wasser des Loch Maree
Spiegelung eines Bergs im windstillen, whiskey-farbenen Wasser des Loch Maree | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 1/160 Sekunden, ISO200, EV+0,33 | Ausr√ľstung: Canon 5D MkII + Canon L 16-35mm + Polfilter

Durch die optische Wiederholung des Motivs und dem austauschbaren Oben und Unten wirkt das Foto interessanter und wird regelrecht zu einem Augenfang (Eye-Catcher). Wenn du das Gehirn des Betrachters vollkommen durcheinander bringen und verwirren willst, kannst du in der Nachbearbeitung das Bild vertikal spiegeln, d.h. oben und unten vertauschen. In Photoshop: Bild -> Bilddrehung -> Arbeitsfläche vertikal spiegeln.

Je nach Intensität der Spiegelung und der Verunreinigung bzw. Bewegung auf der spiegelnden Oberfläche, braucht das Gehirn eine Weile um die Nuancen und kleinen Unterschiede zu erkennen und festzustellen, was tatsächlich oben und unten ist. Das lässt dein Bild aus der Masse hervorstechen und garantiert eine längere Verweildauer des Betrachters.

Spiegelung von Boot, Regenbogen und Karikollen (753m) im Fjord auf den Ofoten
Spiegelung von Boot, Regenbogen und Karikollen (753m) im Fjord auf den Ofoten | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 1/100 Sekunde, ISO100, EV-0,33| Ausr√ľstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Wo findest du Spiegelungen

Solche nat√ľrlich vorkommenden Spiegelungen findest du auf fast allen glatten Wasseroberfl√§chen. Das k√∂nnen Pf√ľtzen, Seen, das Meer oder ein nasser flacher Strandabschnitt sein. Wenn du mit einem Weitwinkelobjektiv richtig nah an eine Pf√ľtze ran gehst, kann diese im Bild riesig – fast wie ein See – wirken.

Noch mehr Spiegelungen findest du z.B. auf Glasoberfl√§chen in der Stadt, auf Sonnenbrillen oder Motorhauben, um nur einige Beispiele zu nennen. Es gibt sie √ľberall, halte einfach die Augen offen.

Bei folgendem Beispielfoto unterhalb habe ich mit Absicht die Standard Regeln der Bildkomposition missachtet und stattdessen auf perfekte Symmetrie gesetzt. Die beiden Beispiele oberhalb halten sich eher an die Drittel Regel des goldenen Schnitts. Bei Spiegelungen kann beides gut funktionieren.

Darauf musst du achten

Inwieweit du bei der Nachbearbeitung an der Realit√§t bleiben willst, ist nat√ľrlich dir √ľberlassen. Spiegelungen und Reflexionen im Wasser sind naturgem√§√ü dunkler als das sich spiegelnde Original. Wenn du deine Bilder m√∂glichst original-getreu halten bzw. aussehen lassen willst, dann sollte die Spiegelung immer etwas dunkler sein. In F√§llen wo du mit dem Betrachter spielst, ihn verwirren willst, oder dich einfach austoben willst, kann es helfen beides gleich hell wirken zu lassen.

Perfekte Spieglung im See der Träume
Ein traumhafter Bergsee mit einer Spiegelung im fast windstillen Wasser | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 1/60 Sekunde, ISO64, EV-0,67|Ausr√ľstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Zusammenfassung Spiegelung

Spiegelungen sind ein Augenschmaus und machen deine Bilder interessanter. Halte also zuk√ľnftig einfach √ľberall Ausschau nach nat√ľrlich vorkommenden Spiegelungen, die dein Motiv wiederholen. Mit einem zirkularen Polfilter kannst du die Intensit√§t der Spiegelung manuell regeln. Wo genau du die Spiegelachse platzierst, entscheidet √ľber den Grad der Symmetrie im Bild. Ich mag es, das Bild in genau zwei H√§lften zu teilen und dabei auch mal die Drittel Regel der Bildkomposition in den Skat zu dr√ľcken. Nimm am besten vor Ort immer gleich mehrere Varianten unterschiedlicher Bildkompositionen auf, dann kannst du sp√§ter immer noch entscheiden, welche Version f√ľr dich am besten funktioniert.

Startrails

Einleitung

Die Startrail Fotografie ist eine Unterform der Nachtfotografie. Sie zeigt nicht nur den statischen Nachthimmel, sondern viel mehr die Bewegung der Sterne relativ zu deiner Blickrichtung auf der Erde. Wenn du nun auf der Nordhalbkugel Richtung Norden fotografierst und sehr sehr lange belichtest erzeugt die Bewegung der Sterne (bzw. eigtl. die der Erde) damit Lichtspuren auf dem Foto.

Was musst du beachten

Das n√§chtliche Fotografieren funktioniert bekanntlich am besten in Gebieten mit m√∂glichst geringer Lichtverschmutzung. Das hei√üt du siehst die Sterne, Nordlichter und gegebenenfalls die Milchstra√üe in l√§ndlichen Arealen bei weitem besser, als in der N√§he einer Stadt. Wenn du also ein Nacht Shooting planst, suche dir ein Motiv mit m√∂glichst wenig k√ľnstlichem Licht in der N√§he aus. Als Anregung daf√ľr, habe ich dir hier die Karte der Lichtverschmutzung verlinkt.

Eine 20 Minuten Belichtung f√ľr die n√§chtlichen Startails
Eine 20 Minuten Belichtung f√ľr die n√§chtlichen Startails | Zum Bild

Einstellungen: F/4, 1200 Sekunden, ISO100 | Ausr√ľstung: Canon 5D MkII + Canon L 16-35mm + Polfilter

Wenn du nachts fotografierst spielt auch die Mondphase eine entscheidende Rolle. Je heller der Mond, umso mehr √ľberstrahlt er die Sterne im Foto, hellt aber auch gegebenenfalls deinen Vordergrund im Bild auf. Wann der Mond auf- bzw. untergeht, sowie die Zeiten des Sonnenaufgangs und Sonnenuntergangs kannst du sehr genau mit dem Tool The Photographers Ephemeris planen. Die Desktop Version ist kostenlos, f√ľr die mobile Variante musst du etwas Geld bezahlen.

Wie funktioniert die Startrailfotografie

Um ein Startrailfoto aufzunehmen suchst du dir als erstes, wie schon oben beschrieben, ein sehr dunkles Fleckchen auf unserer schönen Erde, möglichst ohne Lichtverschmutzung.

Himmelsrichtung bestimmen

Als zweites bestimmst du die Himmelsrichtung. Damit die Sternspuren im finalen Bild wie eine Art Trichter oder Strudel wirken, in den der Betrachter hineingezogen wird, musst du in Richtung Norden fotografieren. Am besten zentrierst du „deinen Strudel“ auf Polaris, den Nordstern. Den findest du, in dem du die Deichsel des gro√üen Wagens am Nachthimmel mit einem unsichtbaren Lineal verl√§ngerst, siehe Grafik unterhalb.

Grafik: Polaris am Himmel finden
Grafik: Polaris am Himmel finden

Bildausschnitt finden

Nachdem du erfolgreich den Norden und den Polarstern gefunden hast, kommt als dritter und letzter Vorbereitungspunkt die Bildkomposition. Denke dabei an das Sprichwort: „Vordergrund macht Bild gesund!“ Wenn du also kein reiner Astro-Fotograf ist, sondern dein Fokus eher auf Landschaftsfotografie liegt, dann suche dir einen Vordergrund f√ľr dein Bild. Im Beispielbild unterhalb habe ich mir einen Fluss (die Elbe bei Magdeburg) gesucht und die B√§ume und deren Spiegelung als Vordergrund genutzt. Das Bild habe ich auch als eine orange Version vom RAW aus entwickelt. Zum n√§chtlichen Himmel passt aber irgendwie ein tief blauer bis schwarzer Himmel besser, finde ich.

30 Startrails Minuten Belichtung des Nachthimmels + Spiegelung
30 Startrails Minuten Belichtung des Nachthimmels

Einstellungen: F/5.6, 1800 Sekunden, ISO100 | Ausr√ľstung: Canon 5D MkII + Canon L 16-35mm + Polfilter

Hast du deine Bildkomposition rund um den Nordstern gemacht und das Stativ steht wirklich fest, dann kannst du mit der Belichtung beginnen. Ich empfehle auf jeden Fall irgendeine Art Fernausl√∂ser f√ľr die Kamera zu benutzen.

Zwei Varianten des Belichtens

F√ľr die Belichtung kannst du zwischen zwei Varianten w√§hlen. Entweder du machst du sehr viele Einzelbilder (√† 30 Sekunden) und l√§sst diese dann sp√§ter von einem Tool automatisiert zu einem Bild zusammen rechnen oder du belichtest das Bild im Bulb Modus und arretiertem Fernausl√∂ser in einem Rutsch.

Es hat beides seine Vor- und Nachteile. Sollte z.B. der Akku unerwartet schlapp machen nach 30 Minuten, dann ist bei der zweiten Variante das eine erstellte Bild eventuell komplett futsch und alles war umsonst, w√§hrend du bei der anderen Variante noch alle zuvor erstellten Aufnahmen h√§ttest. Nur das letzte Teilst√ľck w√§re verloren.

Bei so vielen Einzelbildern ist das Bildrauschen im finalen Bild zudem geringer und der Vordergrund wird nicht so schnell √ľberbelichtet. Alles in einem Bild zu belichten hat nat√ľrlich den Vorteil, dass du im Nachhinein kein extra Tool mehr benutzen musst, sondern das fast fertige Bild schon „in-Camera“ hast. Dabei entstehen manchmal durch erhitzen des Sensors bei DSLR Kameras sogenannte rote Hot-Spots oder Hot-Pixel auf dem Foto, die aber bei der Raw-Entwicklung des Bildes automatisch entfernt werden.

Tipp: Wenn du die Variante mit vielen Bilder bevorzugst musst du diese nat√ľrlich nicht h√§ndisch selbst ausl√∂sen. Du machst alle Kameraeinstellungen soweit fertig, stellst die Kamera auf Serienaufnahme und l√§sst den Fernausl√∂ser einrasten. Dann macht die Kamera so lange Bilder, bis den Ausl√∂ser wieder entriegelst, der Akku alle ist oder die Speicherkarte voll ist.

Welche Kameraeinstellungen soll ich nehmen

So, alles ist aufgebaut und du fragst dich welche Kameraeinstellungen du nehmen sollst. Die Belichtung sollte nicht unter ~20 Minuten dauern. Das heißt im Bulb Modus einfach 20 Minuten belichten oder eben mindestens 40 Bilder à 30 Sekunden mit der Serienbildfunktion aufnehmen. Dabei gilt: je länger du belichtest, umso deutlicher und länger werden die Lichtspuren am Himmel. Das Beispiel oben wurde im Bulb Modus ca. 30 Minuten belichtet. Da geht noch deutlich mehr. Wenn du die Geduld hast, belichte ruhig mal eine ganze Stunde und sieh dir das Ergebnis an.

Voraussetzung f√ľr die Startrailfotografie ist nat√ľrlich eine Kamera mit manuellem Modus (M-Modus) um Belichtungszeit, Blende und ISO selbst festzulegen. Die Sch√§rfe wird bei der Nachtfotografie meist auch manuell auf unendlich festgelegt, sodass das Objektiv ruhig auch nur manuellen Fokus haben darf. Die Blende kannst du soweit √∂ffnen wie es dein Objektiv zul√§sst und die ISO, je nach Lichtverschmutzung vor Ort, kannst du dann mit einigen Test-Belichtungen anheben bis du meinst, dass es passt.

Ein recht g√§ngiges Beispiel f√ľr die Kameraeinstellung ist: Blende F/3.5, 30 Sekunden und ISO400

Nachbearbeitung der Fotos

Nachdem du die bzw. alle notwendigen Belichtungen im Kasten hast, geht die Nachbearbeitung los.

Bei der Variante mit den vielen Einzelbildern, musst du diese zun√§chst z.B. mit der Photoshop Stapelverarbeitung in JPEGs konvertieren. Achte dabei darauf, dass du die Objektivkorrekturen im RAW Konverter deaktiviert hast, sonst kommt es zu Fehlern. Dann importierst du die Bilder in das kostenlose Tool von Startrails.de und l√§sst sie dort zu einem Bild zusammen rechnen. Danach kannst du ggf. die Objektivkorrektur durchf√ľhren und deine normalen Einstellungsebenen der Nachbearbeitung anwenden.

Bei der Ein-Bild-Variante kannst du nat√ľrlich sofort mit der normalen Raw Entwicklung und der Nachbearbeitung beginnen.

Zusammenfassung Startrails

Ich hoffe die Startrail Fotografie er√∂ffnet dir ein paar neue M√∂glichkeiten und gibt dir Anreize f√ľr deine zuk√ľnftigen Bilder. Die Nachtfotografie ist generell sehr spannend. Insbesondere, wenn du sie mit anderen Techniken kombinierst. Dazu noch zwei weitere Bild Beispiele, die als Denkansto√ü gedacht sind, um wiedermal etwas komplett Neues auszuprobieren.

Beispiel 1: Dolomiten bei Nacht

Spiegelung der Berge an der italienischen Pale di San Martino Gruppe
Italienische Nächte an der Pale di San Martino | Zum Bild

Einstellungen: F/4, 30 Sekunden, ISO400 | Ausr√ľstung: Canon 5D MkII + Canon L 16-35mm + Polfilter

Das Bild oben zeigt die ber√ľhmte Bergkette Pale di San Martino in den italienischen Alpen bei Nacht und klarem Sternenhimmel. Ich habe den Vordergrund und die Wiesen schon zur blauen Stunde aufgenommen, die Kamera aber dann mehrere Stunden dort auf dem Stativ stehen lassen und gewartet. Als es dann komplett dunkel war, habe ich den Nachthimmel und die Spiegelung im See fotografiert. Zu hause am PC habe ich die Belichtungen dann zu einem Bild zusammengef√ľgt.

Beispiel 2: Milchstraße

Milchstraße und Jupiter im Sommer
Milchstraße und Jupiter im Sommer | Zum Bild

Einstellungen: F/2.8, 30 Sekunden, ISO800 | Ausr√ľstung: Nikon D810 + Nikkor 14-24mm + Stativ

Entgegen der Startrail Fotografie, bei der du in Richtung Norden fotografierst, richtest du deine Kamera beim Fotografieren der Milchstra√üe eher Richtung S√ľden aus. Ich habe zum Planen dieses Fotos das kostenlose Tool Stellarium-Web benutzt. Dort siehst du genau, wann und in welcher Richtung die Milchstra√üe zu sehen sein wird. Dann musst du dir nur noch einen geeignete Vordergrund suchen und es kann losgehen. Technisch ist das Bild nichts besonderes. Eine einfach Belichtung mit oben genannten Kameraeinstellungen und ein wenig ganz normale Entwicklung der Raw Datei. Wichtig bei solchen Bildern ist der manuelle Wei√üabgleich und die Sch√§rfe, sowie Kontraste.

Bildkomposition

Einleitung

Du musst dich nicht immer zwingend an die Grundregeln der Bildkomposition halten. Auch wenn du sie gezielt brichst und umgehst, kann solch ein Foto sehr gut funktionieren. So ein Bild funktioniert, je nach Motiv und Wetter, manchmal sogar besser, wenn du dich nicht hundertprozentig an die Regeln des goldenen Schnitts und der Drittel Regel hältst, oder sogar das Hauptmotiv mal mittig setzt. Kunst ist nicht dazu da, um sich an die Regeln zu halten und es anderen recht zu machen.

Beispiele Alternative Bildkomposition

Beispiel 1 – Elemente bewusst weg lassen

Bei dem Bild unterhalb habe ich mich z.B. dazu entschlossen √ľberhaupt gar keinen Himmel im oberen Bereich zu integrieren, sondern ihn ausschlie√ülich bei der Spiegelung der Berggipfel im unteren Bereich des Fotos zu zeigen. F√ľr mich funktioniert das Bild trotz des Bruchs mit den Grundregeln der Bildkomposition. Ich w√ľrde es mir an die Wand h√§ngen. Das ist nat√ľrlich Geschmackssache. Probiere einfach aus, was dir in den Kopf kommt und schaue dann, ob es dir gef√§llt und in deinen Augen stimmig ist. Das ist am Ende das Wichtigste, finde ich. Dein Foto sollte vor allem dir gefallen und nicht etwaigen Kritikern.

Bildkomposition - Reflektionen im See
Spiegelung der Berggipfel im Hintersee | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 1/25 Sekunde, ISO250, EV-2 | Ausr√ľstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Beispiel 2 – Oben und Unten vertauschen

Das folgende Bild ist wieder relativ klassisch, was die reine Bildgestaltung angeht. Der Fluchtpunkt der Linienf√ľhrung ist genau im unteren linken Drittel. Dem gegen√ľber steht der Wegweiser auf dem Boden, im Bild oben rechts. Das klingt etwas widerspr√ľchlich. Ist es auch. Der Trick hier ist, dass das Bild vertikal gespiegelt ist. Durch die sich spiegelnde Deckenbeleuchtung auf dem Fu√üboden funktioniert die Illusion ganz gut. Als Betrachter merkt man auf den ersten Blick noch nicht, dass oben und unten vertauscht sind.

Bildkomposition am Flughafen Mallorca, Spanien
Am Flughafen Mallorca, Spanien | Zum Bild

Einstellungen: F/4, 1/20 Sekunde, ISO200 | Ausr√ľstung: Canon 5D MkII + Canon L 16-35mm + Polfilter

Tipp: Bei den meisten Kameras kannst du ein Gitternetz im Sucher oder auf dem Liveview Bildschirm einblenden und das direkt bei der Bildkomposition nutzen. Entweder um dich daran zu halten oder um sie gezielt zu brechen.

Beispiel 3 – Spezielle Wettersituation

Manchmal ergeben sich durch spezielle Wettersituationen ganz besondere M√∂glichkeiten. So auch im Bild unterhalb. Der Abend auf der Gro√üglockner Hochalpenstra√üe war recht verregnet und stark bew√∂lkt bis in die T√§ler. Die Sicht war teilweise zero zero und man sah kaum die Hand vor Augen. Da wir aber auf einer Fototour und nicht im Urlaub waren, fotografierten wir trotzdem weiter. Und es sollte dieses Mal auch belohnt werden. F√ľr kurze Zeit zogen die Wolken f√ľr einen kurzen Moment auf und gaben die direkte Sicht auf den Gipfel des Wiesbachhorns frei. Zum Gl√ľck waren Kamera und Stativ schon aufgebaut, alle Kameraeinstellungen gemacht, sodass ich nur noch den Ausl√∂ser bet√§tigen musste.

Durch die Wolken ergibt sich ein nat√ľrlicher Rahmen um den Berggipfel. Dieses magische Fenster war nur f√ľr wenige Sekunden genau so sichtbar. Was will ich dir damit sagen? Nutze einfach immer die Gegebenheiten und Gelegenheiten vor Ort und mach das beste draus, statt komplett ohne Bild einfach wieder nach hause zu fahren, nur weil gerade nicht exakt die Bedingungen sind, die du dir vielleicht gew√ľnscht hast.

Ein magisches Fenster zum Gipfel des Wiesbachhorns durch die Sturmwolken
Ein magisches Fenster zum Wiesbachhorn | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 1/3 Sekunde, ISO200 | Ausr√ľstung: Canon 5D MkII + Canon L 16-35mm + Polfilter

Es kommt nat√ľrlich immer auf die jeweilige Situation an. Wenn z.B. der Himmel komplett wolkenlos ist und du diesen inhaltslosen Raum (sog. negative space) nicht f√ľr Werbetexte oder Artikel√ľberschriften einplanst, weil du das Foto √ľber Verlage lizenzieren willst, dann kannst du den Himmel auch nur zu 10 Prozent (statt der √ľblichen 30%) f√ľr die Bildkomposition nutzen.

Beispiel 4 – Spiegelungen erkennen

Wie du vielleicht schon gemerkt hast, bin ich ein gro√üer Freund von Spiegelungen. Und davon Spiegelungen zu spiegeln. Aus k√ľnstlerischer Sicht kannst du auch einfach mal alles auf den Kopf stellen, wie im Bild unterhalb. Das mag den Betrachter auf den ersten Blick verwirren, aber gibt auch einen guten Anreiz etwas l√§nger bei dem Bild zu verweilen und dar√ľber nachzudenken.

Daf√ľr musst du nat√ľrlich erstmal deinen Blick √ľben und schulen, damit du solche Situationen √ľberhaupt im Alltag erkennst. Achte beim Spazieren einfach mal √∂fter drauf, wo du √ľberall Spiegelungen siehst und √ľberlege dir, wie du sie fotografisch und bildgestalterisch interessant umsetzen kannst.

Neue Perspektiven bei der Bildkomposition
Neue Perspektiven | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 1/20 Sekunde, ISO200 | Ausr√ľstung: Canon 5D MkII + Canon L 16-35mm + Polfilter

Zusammenfassung Bildkomposition

Das letzte Beispiel soll dir noch einmal zeigen, dass du dich nicht immer zwingend an die Grundregeln der Bildkomposition halten musst. Regeln sind ja bekanntlich da, um gebrochen zu werden. Du kannst dich daran halten, musst du aber nicht.

Spiegelung der Drei Zinnen im Antorno Bergsee
Spiegelung der Drei Zinnen im Antorno Bergsee | Zum Bild

Einstellungen: F/11, 1/25 Sekunde, ISO64, EV-0,67|Ausr√ľstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Das Hauptmotiv eines Bildes sollte z.B. niemals mittig gesetzt werden. Aber genau das ist im Beispielbild oberhalb der Fall. Es ist nicht mittig-mittig, sondern schon eher im oberen Drittel, also ist es kein totaler Fauxpas. F√ľr mich funktioniert es durch die Linienf√ľhrung der Wolken, die genau auf den Berggipfel zulaufen und durch den starken Vordergrund des Fotos und die Spiegelung des Hauptmotivs trotzdem sehr gut. Wie √ľberall gilt eben auch hier: probieren geht √ľber studieren und Versuch macht kluch!

Gegenlicht und Sonnenstern

Einleitung

Fotos ins Gegenlicht und insbesondere solche mit einem Sonnenstern sind nicht umsonst im Trend, denn sie sind ein wahrer Hingucker und Augen√∂ffner. Vor einigen Jahren noch undenkbar, sind sie heute aus der modernen Landschaftsfotografie nicht mehr wegzudenken. Solche Fotografien sind technisch allerdings auch etwas aufwendiger zu produzieren und du brauchst nat√ľrlich die richtigen Wetterbedingungen. Wie das genau technisch funktioniert und wie du dabei einen nat√ľrlichen Look beibeh√§ltst, erkl√§re ich dir in den folgenden Abschnitten.

Nordisches Paradis
Steile Klippen und ein schwarzer Sandstrand zum Sonnenuntergang | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 1/6 Sekunde, ISO200 | Ausr√ľstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Ins Gegenlicht fotografieren

Planung im Vorfeld

Moderne Tools benutzen

Die Planung solcher aufwendigen Fotos im Vorfeld des eigentlichen Shootings spielt bei mir eine sehr wichtige Rolle. Wenn ich online z.B. via Google Earth m√∂gliche Fotospots auskundschafte, gucke ich auch direkt bei Photographers Ephemeris, ob die Location ein m√∂glicher Sonnenaufgangs oder Sonnenuntergang Spot zur geplanten Jahreszeit ist. Das ist n√§mlich die Hauptvoraussetzung, dass solche Fotos √ľberhaupt entstehen k√∂nnen. Der zweite entscheidende Faktor ist, dass die Wetterbedingungen zum Zeitpunkt des Shootings mitspielen und die Sonne √ľberhaupt zu sehen ist und sich nicht hinter dicken Regenwolken versteckt. Das l√§sst sich im Zweifel mit dem Wetterdienst deines Vertrauens im Vorfeld einer anstrengenden Wanderung grob abchecken.

Diesen Bergsee hatte ich mir im Vorfeld der Tour schon auf diversen Wanderkarten und eben auch bei The Photographers Ephemeris ausgekundschaftet und wusste ungefähr was mich erwartet. Das Wetter sah am Nachmittag vielversprechend aus, also machte ich mich auf den Weg. Auf dem Weg nach oben, zogen schon langsam immer mal wieder Wolken am Horizont und vor der Sonne entlang, aber ich lies mich nicht beiirren und wanderte weiter.

Vor Ort Zeit nehmen
Lago di Limides zum Sonnenuntergang im Gegenlicht
Sonnenuntergang an einem Bergsee in den italienischen Dolomiten | Zum Bild

Einstellungen: F/11, 1/20 Sekunde, ISO100 | Ausr√ľstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Oben angekommen, war ich erstmal sehr froh dar√ľber den See auf √ľber 2000Hm komplett f√ľr mich alleine zu haben. Keine anderen Wanderer oder Fotografen weit und breit. Ich war fr√ľh dran und lie√ü mir Zeit und den Ort erstmal auf mich wirken. Nach einiger Zeit bin ich dann einmal ringsum gelaufen um mir Gedanken √ľber die Bildkomposition zu machen. Letztendlich habe ich mich dann f√ľr den Bildausschnitt oben entschieden, der eine Spiegelung des gegen√ľberliegenden Berges im ruhigen See erlaubt, sowie den prominenten Baumstamm als Vordergrund nutzt und die Sonne genau im oberen linken Drittel zeigt.

Technischer Ablauf

Die Voraussetzung um √ľberhaupt solche Fotos erstellen zu erstellen ist, dass du vom Stativ fotografierst und um Verwacklungen bei der Aufnahme zu vermeiden und zus√§tzlich einen Fernausl√∂ser oder z.B. den 2 Sekunden Timer der Kamera nutzt. Denk dran auf dem Stativ immer alle vorhandenen Bildstabilisatoren zu deaktivieren, sonst werden die Bilder unscharf.

Belichtung

Hast du die Bildkomposition fertig und die Kamera steht stabil auf dem Stativ, dann kann es mit dem Belichten losgehen. Mein Prozedere daf√ľr ist, 3 Belichtungsreihen (EV 0, EV-2, EV+2) hintereinander durchlaufen zu lassen. Das ergibt dann 9 Bilder insgesamt.

Belichtungsreihen deshalb, weil Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge erfahrungsgemäß sehr dynamische Lichtverhältnisse im Bild vereinen, d.h. von sehr dunkel bis sehr hell ist alles dabei. Mit den drei Belichtungen pro Bild, gehe ich nur sicher den ganzen Dynamikumfang auch tatsächlich im Kasten zu haben. Alternativ kannst du auch eine Testbelichtung machen und das Histogramm checken. Wenn nichts am einen oder anderen Ende der Skala ausschlägt, reicht wahrscheinlich auch nur eine Belichtung. Macht dann nur 3 Bilder.

Beispiel Gegenlicht fotografieren - Lensflares
Beispiel Gegenlicht und Sonnenstern fotografieren – Lensflares

Die erste Reihe ist eine ganz normale Belichtung. Einstellungen z.B. F/11, 1/60 Sekunde, ISO64
Bei der zweiten Reihe halte ich etwas vor die Sonne, damit keine Lensflares im Bild sind (siehe Beispiel Bild oben)
Die dritte dient dann dem Einfangen des Sonnensterns. Da schließe ich dann die Blende bis zu F/22

Beispiel Gegenlicht und Sonnenstern fotografieren - Der Trick
Beispiel Gegenlicht und Sonnenstern fotografieren – Der Trick
Digitale Nachbearbeitung

Die drei Ausgangsbilder, d.h. die Normalbelichtung, die ohne Lensflares und die mit Sonnenstern blende ich dann in Photoshop √ľber Ebenen zusammen. Dazu √∂ffnest du das Grundbild und f√ľgst dann die Belichtung ohne Lensflares und mit Sonnenstern einfach ein. Photoshop legt diese als Ebenen dar√ľber.

Fotos in Photoshop zusammen blenden √ľber Ebenen
Fotos in Photoshop zusammen blenden √ľber Ebenen

Die zwei oberen Ebenen machst du mit Hilfe von komplett schwarzen Ebenenmasken nun unsichtbar und malst mit einem weißen Pinsel die Bereiche des jeweiligen Bildes auf der Maske wieder sichtbar. Siehe Screenshot oben.

Das hei√üt in der zweiten Ebene nutzt du die Bereiche vom Vordergrund, wo eben keine Lensflares zu sehen sind und in der dritten Ebene blendest du auf diese Weise den Sonnenstern in das Foto ein. Fertig. Danach kannst du wahlweise STRG + ALT + SHIFT + E dr√ľcken, um eine Composite Ebene dar√ľber anzulegen. Auf diese Ebene kannst du nun auch deine normalen Standard Nachbearbeitungsschritte anwenden.

Tipp: Wenn du meine automatisierten Photoshop Aktionen nutzt, sollte was im Screenshot oben „Ebene 3“ ist, „Hintergrund“ hei√üen. Dann kannst du F4 dr√ľcken und das Makro legt dir meine ganzen Standard Ebenen f√ľr die Bildbearbeitung an.

Letzte Tipps

Zum Abdecken der Sonne kannst du was auch immer nehmen. Ich benutze einfach immer einen meiner Finger. Die hab ich ja meistens dabei. Der Sonnenstern lässt sich am besten fotografieren, wenn die Sonne an einer Kante ganz leicht verdeckt ist, das heißt wenn sie gerade hinter einem Berg vorkommt oder an einer Wolke kratzt zum Beispiel. Der Himmel und die Atmosphäre sollten recht klar sein, sonst kann es sein, dass du trotz geschlossener Blende keinen Sonnenstern auf deinem Foto siehst.

Wie der Sonnenstern am Ende aussieht, entscheidet sich auch durch die Bauweise der Blenden Lamellen deines Objektivs. Das Canon L 16-35mm produziert z.B. sehr sch√∂ne und klare Sonnensterne. Angeblich die sch√∂nsten √ľberhaupt. Das Nikon Nikkor 14-24mm kann da nicht ganz mithalten, ist aber die beste Nikon Alternative.

Zusammenfassung

Fotos ins Gegenlicht mit Sonnenstern aufzunehmen ist ein Technik, die atemberaubende Resultate hervorbringen kann. Dank der modernen digitalen Fotografie ist dies relativ einfach realisierbar. Die ersten paar Aufnahmen und die Nachbearbeitung der ersten Bilder werden dich noch etwas fordern, aber nach ein paar gegl√ľckten Versuchen ist es praktisch kein gro√üer Mehraufwand mehr. Und alles was du daf√ľr zus√§tzlich brauchst ist ein Stativ und einen deiner Finger.

Infrarotfotografie

Die Infrarot Fotografie erschließt dir eine völlig neue Sicht auf schon bekannte und vielleicht sonst langweilig anmutende Motive. Durch sie kann eine normal wirkende Situation interessant, ja sogar magisch wirken. Sie ist ein bisschen wie ein Blick in eine andere Dimension. Mit einem Infrarot Filter, wie dem bekannten Hoya R72, und ein bisschen Nachbearbeitung kannst du so weiße Blätter an Bäumen und tiefblaue Gewässer und Himmel erzeugen.

Infrarot Langzeitbelichtung an einem See mit Spiegelung
Infrarot Langzeitbelichtung an einem See mit Spiegelung

Einstellungen: F/5.6, 30 Sekunden, ISO200, EV+2 | Ausr√ľstung: Nikon D80 + 18-70mm Kit Objektiv + Stativ + IR Filter

Was brauchst du dazu

m Grunde brauchst du erstmal nur deine ganz normale Ausr√ľstung, d.h. Kamera, Objektiv und Stativ. Was du zus√§tzlich brauchst, ist eben der Infrarotfilter. Ich benutze daf√ľr seit 2008 den Hoya R72. Du kannst die Technik mit praktisch jeder Kamera und Objektiv in Kombination mit dem Filter anwenden.

Einschränkungen

Es gibt allerdings ein paar Fallstricke. Die meisten Kameras haben IR-Sperrfilter verbaut, die das Infrarotlicht eben nicht zum Sensor durchlassen sollen. Dadurch ergeben sich die sehr langen Belichtungszeiten. Einige Objektive haben auch in der Mitte einen sogenannten Hotspot (heller Bereich), der bei der Infrarotfotografie sichtbar wird. Das ist erstmal nicht ganz so schlimm und kann in der Nachbearbeitung auch zum Teil ganz gut vertuscht werden.

Um die Technik √ľberhaupt erstmal auszuprobieren und zu gucken, ob das was f√ľr dich ist und dir der Effekt und der Look der Fotos gef√§llt, reicht es absolut aus dir erst einmal nur den Filter zu kaufen und direkt loszulegen. Wenn du irgendwann merkst, dass ist was f√ľr dich und du willst diese Art der Fotografie intensivieren, kannst du dann nach Kameras ohne IR Sperrfilter suchen (z.B. Sony F828) oder dir den Sperrfilter aus deiner Kamera entfernen lassen.

Hotspot und Sperrfilter

Es gibt eine Liste im Internet, wo du nachschauen kannst, welche Objektive keinen Hotspot haben und somit eher f√ľr die Infrarotfotografie geeignet sind. Hier in der Link zur Liste. Anbieter die dir den Sperrfilter tauschen oder ganz entfernen sind z.B. Lifepixel mit Sitz in den USA oder als deutscher Vertreter Optic Macario mit Sitz in M√∂nchengladbach. Ohne einen fest verbauten Sperrfilter, aber mit montiertem Infrarotfilter an der Linse kannst du dann auch Belichtungszeiten erreichen, die du aus der Hand und ohne Stativ fotografieren kannst. Ein weiterer Vorteil der k√ľrzeren Belichtungszeiten ist nat√ľrlich, dass die B√§ume, Bl√§tter usw. sch√§rfer abgebildet werden, als wenn sie bei einer mehrere Sekunden andauernden Belichtung im Wind schwanken.

Infrarot Aufnahme ohne Tausch der Farbkanäle
Infrarot Aufnahme ohne Tausch der Farbkanäle | Zum Bild

Einstellungen: F/5.6, 30 Sekunden, ISO200, EV+2 | Ausr√ľstung: Nikon D80 + 18-70mm Kit Objektiv + Stativ + IR Filter

Wann kannst du am besten Infrarot fotografieren

Die „besten“ Landschaftsbilder werden ja bekanntlich zum Sonnenuntergang oder Sonnenaufgang und den interessanten Zeiten ringsherum, d.h. zur blauen und goldenen Stunde fotografiert. Diese sind allerdings, je nach Jahreszeit, sehr fr√ľh bzw. sehr sp√§t am Tag. Das wiederum kann sehr anstrengend f√ľr dich als Fotografen sein kann. Ich muss mich jedenfalls ganz sch√∂n raus qu√§len und selbst motivieren, wenn es mal wieder zum Sonnenaufgang fr√ľh um 5 Uhr morgens geht.

Beste Tageszeit

Die Infrarotfotografie ist da viel gen√ľgsamer und dankbarer, was die Tageszeiten angeht. Die beste Tageszeit daf√ľr ist im Grunde genau zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, also einfach tags√ľber. Ein Infrarotfilter schluckt viel Licht und deshalb kann man auch tags√ľber, je nach Kamera und Objektiv mehrere Sekunden Belichtungszeit einplanen. Das h√§ngt vor allem davon ab, ob deine Kamera, wie oben beschrieben, einen Sperrfilter f√ľr Infrarot Licht verbaut hat, oder eben nicht.

Beste Jahreszeit

Die beste Jahreszeit f√ľr Infrarotaufnahmen ist der Sommer, wenn Bl√§tter an den B√§umen sind und alles gr√ľn ist. Praktisch bei uns in Deutschland meistens zwischen Mai und Oktober. Das gilt nat√ľrlich vor allem f√ľr Landschaftsfotografie. Wenn du Architektur im infraroten Licht fotografieren m√∂chtest, geht das nat√ľrlich auch im Winter.

Infrarotaufnahme mit Tausch der Farbkan√§le und einem nat√ľrlichem Rahmen
Infrarotaufnahme mit Tausch der Farbkan√§le und einem nat√ľrlichem Rahmen

Einstellungen: F/5.6, 30 Sekunden, ISO200, EV+2 | Ausr√ľstung: Nikon D80 + 18-70mm Kit Objektiv + Stativ + IR Filter

Nachbearbeitung der Bilder

Nachdem du dein erstes Bild mit montiertem Infrarotfilter im Kasten hast, wird dich die Vorschau deiner Kamera wahrscheinlich eher ern√ľchtern. Das Ergebnis wird ungef√§hr so aussehen, wie das folgende Bild unterhalb. Rot-stichig, dunkel und noch keine wei√üen Bl√§tter.

Unbearbeitetes Roh Bild mit montiertem Infrarot Filter
Unbearbeitetes Roh Bild mit montiertem Infrarot Filter

Deshalb solltest du deine Infrarotaufnahmen auf jeden Fall im Raw Format von der Kamera speichern lassen. Es gibt im Nachgang noch ein, zwei Schritte zu tun. Nach der Standard Objektivkorrektur im Raw Konverter und deinen sonst dort √ľblichen Schritten, musst du bei Infrarot Fotos vor allem einen Wei√üpunkt setzen und den Rot und Blau Kanal vertauschen.

Den Wei√üpunkt kannst du z.B. mit einer Tonwertkorrektur setzen, indem du bei der Tonwertkorrektur den Pinsel f√ľr „Wei√üpunkt setzen“ aktivierst und auf ein Blatt klickst. Und zack, werden diese Bereiche im Bild wei√ü. F√ľr den Tausch des roten und blauen Kanal kannst du den Kanalmixer nehmen oder eine meiner automatisierten Photoshop Aktionen daf√ľr nutzen. Danach noch ein bisschen die Farben intensiveren und Kontraste erh√∂hen und et voil√†.

Was musst du noch zu beachten

Noch schnell ein paar kleine Tipps, bevor du mit der Infrarotfotografie loslegen kannst. Wenn du nun also tags√ľber mit Infrarot Filter losziehen m√∂chtest und damit fotografieren willst, denke vor allem an die l√§ngeren Belichtungszeiten. Du solltest dir daf√ľr also nicht die st√ľrmischsten und wind-reichsten Tagen aussuchen. Und falls doch, dann such dir Motive die nicht im Wind schwanken.

Wahrscheinlich wirst du nicht im Automatik Modus der Kamera mit angeschraubten IR Filter fotografieren k√∂nnen, sondern eher im komplett manuellem Modus. Je nach Kamera, Objektiv und vorhandenem Licht, musst du auf das Histogramm gucken, welche Belichtungszeit du f√ľr das aktuelle Bild brauchst und gegebenenfalls nachkorrigieren.

Wichtig ist noch, dass wohl die meisten Kameras nicht mehr wirklich fokussieren können, wenn der Infrarotfilter vor der Linse sitzt. Also am besten gleich manuell auf unendlich fokussieren. Du kannst alternativ auch deine Bildkomposition ausrichten und scharfstellen ohne den Filter und diesen erst kurz vor der Aufnahme anschrauben und Kamera und Objektiv dann erst auf manuellen Fokus stellen.

Belichtungszeiten

Neben der schon weiter oben erwähnten Langzeitbelichtung, gibt es noch weitere Sonderformen der Belichtung eines Fotos. Diese sind allerdings jenseits der normalen und Histogramm konformen Werte. Das können sogenannten High-Key oder Low-Key Aufnahmen sein. Sie beschreiben einen technisch-gestalterischen Stil in der modernen Landschaftsfotografie, werden aber hauptsächlich eher in der Porträtfotograf eingesetzt.

Low-Key

Beispiel Low-Key Foto:

Silhouetten der Windfänger am Strandwald zur blauen Stunde
Silhouetten der Windfänger am Strandwald zur blauen Stunde | Zum Bild

Einstellungen: F/5.6, 1/15 Sekunde, ISO400 | Ausr√ľstung: Canon 5D MkII + Canon L 16-35mm + Polfilter

Das Low-Key Foto oberhalb entstand gegen Ende der blauen Stunde im Darßer Urwald am Weststrand an der Ostsee. Ich wollte die dunklen Silhouetten der Bäume genau so im Foto darstellen, wie ich sie selbst auf dem Heimweg wahrnahm.

Solche Low-Key Fotos sind tendenziell geprägt von starken Kontrasten und sehr dunklen Farbtönen. Ganz im Gegenteil zu den High-Key Fotos. Diese sind eher definiert durch weiches Licht, helle Farbtöne und niedrige Kontraste.

Wenn du das mal ausprobieren möchtest, brauchst du eigentlich nur deine Kamera ohne irgendwelches extra Zubehör. Bei High-Key Aufnahmen kann es sein, dass die Belichtungszeiten so groß werden, dass du doch ein Stativ brauchst.

Entweder nutzt du einfach die EV-Verschiebung der Kamera, um die jeweilige Szene √ľber- oder unterzubelichten, oder du fotografierst im manuellen Modus (M-Modus oder im T-Modus f√ľr Zeitsteuerungsmodus) und legst die Belichtungszeit selbst fest.

Tipp: Wie genau Blende, Verschlusszeit und ISO zusammenh√§ngen habe ich im verlinkten Artikel f√ľr dich erkl√§rt und auch wie du das Histogramm in Bezug auf die Belichtung lesen und interpretieren musst, habe ich einen Artikel mit Beispielen beschrieben.

High-Key

Beispiel High-Key Foto:

Dicker Nebel kombiniert mit absoluter Windstille an der Ostsee
Dicker Nebel kombiniert mit absoluter Windstille an der Ostsee | Zum Bild

Einstellungen: F/11, 20 Sekunden, ISO64, EV+2 | Ausr√ľstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Das Foto mit der Buhne ist an einem sehr nebligen und windstillem Tag an der Ostsee entstanden. Durch den Nebel und die lange Belichtungszeit von 20 Sekunden sieht es aus, als w√ľrden Meer und Himmel am Horizont miteinander verschmelzen. Das Foto hatte ich im Blendenpriorit√§tsmodus (A-Modus) der Kamera aufgenommen. Durch die schwierigen Wetterverh√§ltnisse w√§re die Belichtung, die die Kamera automatisch errechnet hat, viel zu dunkel geworden. Also habe ich die EV Verschiebung von +2 genutzt um das Foto signifikant aufzuhellen.

Motiv optimieren

Bei dieser „Technik“ greifst du selbst ins Motiv ein und ver√§nderst es damit. Bei manchen Fotografen, vor allem aber bei denen, die eher auf Dokumentationsfotografie stehen und einen Stock in ihrem werten Ges√§√ü haben, mag diese Technik verp√∂nt sein. Ich finde sie super und lasse mich dahingehend auch nicht mehr auf langwierige und schwierige Diskussionen ein. Hier geht es n√§mlich um k√ľnstlerische Landschaftsfotografie. Und in der Kunst, Liebe und im Krieg ist ja bekanntlich alles erlaubt!

Bevor ich mir damit jetzt aber zu viele Gegner mache, nein, es geht nicht darum, Dinge in der digitalen Nachbearbeitung herbei- oder wegzuzaubern, sondern nur darum vor Ort einzugreifen bzw. zu optimieren und zwar vor der Linse. Das Foto ist dann trotzdem – wie gesehen – im Kasten. Nach meiner Definition ist das auch keine Fotomanipulation. Das kann aber nat√ľrlich jeder f√ľr sich entscheiden. Folgend ein paar Beispiele dazu.

Beispiel 1 – Vordergrund macht Bild gesund

Getreu dem Motto: „Vordergrund macht Bild gesund“ habe ich in folgendem Bild einen Stein ins Wasser geworfen und w√§hrenddessen mit der Serienbildfunktion mehrere Aufnahmen beim Eintauchen geschossen. Eine Grundbelichtung, eine als der Stein ins Wasser fiel und einige f√ľr die wellenf√∂rmigen Ringe. Diese habe ich dann in der Nachbearbeitung mit Ebenenmasken zu einem Foto zusammen gesetzt. Meiner Meinung nach, wertet die zus√§tzliche Aktion im Vordergrund das Bild auf und schafft √ľberhaupt erst einen interessanten Vordergrund f√ľr das Foto.

Fjallsarlon Gletscher Bucht in Island zum Sonnenuntergang
Fjallsarlon Gletscher Bucht in Island zum Sonnenuntergang | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 1/30 Sekunde, ISO64 | Ausr√ľstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Beispiel 2 – Nebel durch Anhauchen

Das zweite Beispiel ist eine typische Wald-Szene mit einem wundersch√∂nen Wasserfall im Harz. Der Wald im Hintergrund des Bildes war mir allerdings ein bisschen zu langweilig, also habe ich die Linse von oben her angehaucht und so k√ľnstlich Nebel vor der Linse produziert. Es braucht ein wenig bis man diese Technik soweit optimiert hat und den richtigen St√§rke-Grad und Winkel beim Anhauchen der Linse raus hat, aber es kann sich durchaus lohnen. Der Nebel oben in den B√§umen fungiert so auch als eine Art nat√ľrliche Vignette, die den Fokus des Betrachters nicht aus dem Bild heraus, sondern wieder zur√ľck auf das Hauptmotiv, n√§mlich den Wasserfall, lenkt.

Wasserfall im Ilsetal
Wasserfall im Ilsetal im Harz, Sommer | Zum Bild

Einstellungen: F/5.6, 0.3 Sekunden, ISO64 | Ausr√ľstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Wenn ich das Bild jetzt betrachte und dr√ľber nachdenke, sieht der √§u√üerst rechte untere Bereich noch relativ uninteressant und leer aus. Aus heutiger Sicht w√ľrde ich dort wahrscheinlich ein paar bunte Bl√§tter o.√§. positionieren, um das vorhandene sch√∂ne Motiv und die Bildkomposition weiter aufzuwerten und einen zus√§tzlichen Farbtupfer im Bild zu haben.

Beispiel 3 – Person im Foto nutzen

Manchmal ist es bei Landschaftsfotos f√ľr den Betrachter schwierig die schiere Gr√∂√üe von bestimmten Elementen der Natur wie z.B. Wasserf√§llen, Klippen oder Bergen und die schiere Weite einer Landschaft richtig einzusch√§tzen und zu begreifen. F√ľr dich als Fotografen kann es dann unter anderem sinnvoll sein, eine Person (oder auch ein Tier) bewusst im Foto einzusetzen, um dadurch das Gr√∂√üenverh√§ltnis im Bild richtig zu vermitteln und dem Betrachter sozusagen eine Skala an die Hand zu geben.

Das Bild unterhalb entstand auf einer einw√∂chigen Tour quer durch ganz Island. Wir haben in dieser Zeit einen kleinen Werbefilm f√ľr Canon produziert und ich habe die Fotos dazu geschossen. Die Person im Bild, die mir hier f√ľr die Skalierung des riesigen Sk√≥gafoss Wasserfalls als Model dient, ist der australische Regisseur Matthew Huntley. Er ist voraus gegangen, um zu schauen ob wir direkt am Fu√üe des Wasserfalls eine kleine Szene drehen k√∂nnen und ich habe meine Chance gesehen und von weitem mit der Telelinse drauf gehalten. Ohne die Person k√∂nnte der Betrachter des Fotos die unglaubliche H√∂he und Gr√∂√üe des Wasserfalls bestenfalls erahnen.

Person steht vor gewaltigem Wasserfall in Island
Sk√≥gafoss Waterfall im S√ľden von Island | Zum Bild

Einstellungen: F/5.6, 1/45 Sekunde, ISO100|Ausr√ľstung: Canon 5D MkII + Canon L 24-105mm IS + Polfilter

Zusammenfassung

Solche Optimierungen am Motiv, vor der Linse, sind nat√ľrlich am Ende reine Geschmackssache. Was h√§ltst du davon, w√ľrdest du so etwas bei deiner Fotografie machen? W√ľrdest du z.B. abgestorbene √Ąste, oder verwelkte Blumen aus der deiner Bildkomposition entfernen, weil sie deinen Vordergrund st√∂ren w√ľrden?Schreib es mir in den Kommentaren.

Bonus Tipp

Kombination mehrerer Techniken

Noch ein Bonus Tipp zum Schluss. Die K√∂nigsdisziplin ist nun, wenn m√∂glich, vor Ort zu erkennen, wenn eine Kombination dieser Methoden und Ideen m√∂glich ist. Dann kommt wahrscheinlich ein sogenannter Hero-Shot dabei heraus, ein Bild f√ľrs Portfolio.

Ein Beispiel daf√ľr ist die Gegenlichtaufnahme „Tjeldbergtinden Sun“. Sie ist nahe Svolvaer auf den Lofoten Inseln an einem der dort seltenen „Sch√∂n Wetter Tage“ mit stahlblauem Himmel entstanden. Sie kombiniert drei der oben genannten Ans√§tze. Das Fotografieren ins Gegenlicht, einen Sonnenstern in die Bildkomposition einzubauen und eine Spiegelung der Landschaft im windstillen See.

Da die Aufnahme ungef√§hr zur Mittagszeit entstanden ist und trotzdem ein solides Landschaftsbild dabei heraus gekommen ist, wiederlegt sie zudem das g√§ngige Fotografensprichwort „Zwischen 11 und 3 hat der Landschaftsfotograf frei“. Durch die nicht vorhandenen Wolken und den freien Raum oben rechts im Bild, eignet sich das Foto au√üerdem prima f√ľr die Lizenzierung und den Verkauf des Fotos, um dort beispielsweise Artikel√ľberschriften zu platzieren.

Tjeldbergtinden Tafelberg mit Sonne und Spiegelung im See
Der Tafelberg Tjeldbergtinden (367m) und die Sonne spiegeln sich im See Litl-Kongsvatnet | Zum Bild

Einstellungen: F/11, 1/125 Sekunde, ISO100 | Ausr√ľstung: Canon 5D MkII + Canon L 16-35mm + Polfilter

Gegenlicht und Light Bleeding Technik

Beispiel 1 – Sonnenstrahlen im Gegenlicht, LZB f√ľr das Wasser

Auch die folgenden beiden Beispiele kombinieren mehrere der oben genannten Techniken in einem Foto. Das Bild unterhalb habe ich im Vorfeld mit der kostenlosen Web Version von The Photographers Ephemeris geplant. Da ich diesen Ort schon sehr oft besucht und fotografiert hatte, wollte ich dieses Mal ein ganz spezielles Bild mit der Laubf√§rbung im Herbst, dem Wasserfall und einem Sonnenstern im Gegenlicht. Als das Wetter passte und ein klarer Himmel f√ľr den Nachmittag vorhergesagt war, bin ich losgefahren.

Das Bild habe ich technisch genau so erstellt, wie ich es weiter oben schon bei der Methode „Gegenlicht fotografieren“ erkl√§rt habe. Mehrere Belichtungen und unterschiedliche Blenden f√ľr die unterschiedlichen Bildbereiche, wie Sonne, Wald und Wasserfall. Diese dann in der Nachbearbeitung √ľber Ebenen manuell zusammengeblendet.

Langzeitbelichtung bei Gegenlicht im Herbst
Langzeitbelichtung bei Gegenlicht im Herbst | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 1/2 Sekunde, ISO64 | Ausr√ľstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Was ist denn nun Light-Bleeding? Das ist eine recht neue Methode der modernen Landschaftsfotografie. Und zwar verst√§rkt man dabei mit Hilfe der Nachbearbeitung das nat√ľrlich vorhandene Licht und Gl√ľhen in einer Szene (und weitet es ggf. aus). H√∂rt sich erstmal abgefahren an, ist aber ganz einfach. Voraussetzung ist nat√ľrlich, dass tats√§chlich auch Licht an der Stelle vorhanden ist, welches du verst√§rken kannst, sonst sieht es nachher aus wie gewollt und nicht gekonnt. Ich erkl√§re dir an folgendem Beispiel wie das geht .

Beispiel 2 – Light Bleeding um die Sonne

An diesem Beispielbild l√§sst es sich ganz gut erkl√§ren. Du erstellst eine neue Ebene und √§nderst den Modus der Ebene von „Normal“ auf „Weiches Licht„. Dann nimmst du mit der Pinzette den Farbton, den du verst√§rken willst. Ich habe hier einen Bereich unweit der Sonne genommen, ein helles orange. Dann aktivierst du den normalen Pinsel und setzt die Sichtbarkeit des Pinsels auf 10%. Jetzt malst du mit einem relativ gro√üen Pinsel-Radius (abh√§ngig vom Motiv) um die Sonne das nat√ľrlich vorhandene Licht nach und verst√§rkst das schon vorhandene Leuchten und Gl√ľhen der Farben, zB. an den Bergflanken. Das hat in dem Foto unten z.B. den Bergen und dem aufsteigendem Nebel im Tal rechts im Bild diesen leichten orangen Touch gegeben.

Mit dieser Methode kannst du nicht aus einem schlechten Bild ein gutes machen, es ist am Ende eher nochmal das i-T√ľpfelchen, bei einem ohnehin schon guten Bild, bzw. guten Licht- und Wetterbedingungen.

Carolafelsen Sonnenuntergang
Carolafelsen zum Sonnenuntergang | Zum Bild

Einstellungen: F/11, 1/4 Sekunde, ISO64 | Ausr√ľstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

In Kombination mit Ortskenntnissen durch viel herumstromern und einer gewissenhaften Planung der Sonnenst√§nde mit Tools und Apps wie z.B. The Photographers Ephemeris, sowie dem Beobachten und Antizipieren von Wetterbedingungen, kannst du solche Bilder ganz gut im Voraus planen. Mit einem durchdachtem Vorgehen und guter Planung kannst du deinem Gl√ľck, wie es viele oft f√§lschlich nennen, auf diese Weise n√§mlich sehr gut auf die Spr√ľnge helfen.

Welche Ausr√ľstung brauchst du (+Kameraeinstellungen)

Ausr√ľstung

Kamera

Obwohl die meisten Fotografie Anf√§nger und Leihen immer davon ausgehen, dass eine gute Kamera Voraussetzung f√ľr gute Fotos ist, siehst du ja hier an den Beispielen, dass das nicht unbedingt der Fall sein muss. F√ľr die meisten der hier im Artikel vorgestellten Techniken und Ideen brauchst du kaum zus√§tzliche Ausr√ľstung. Keine spezielle Kamera oder besondere Objektive und kein anderes teures Zubeh√∂r ist f√ľr die Umsetzung n√∂tig. Jede Kamera, bei der du die Belichtungszeit selbst regeln kannst, ist praktisch daf√ľr geeignet. Das hei√üt alle Kameras, die einen Av, T oder M Modus haben. Viel wichtiger als die Ausr√ľstung ist, dass du das Wissen und diese Ideen im Kopf hast und sie dann vor Ort im Feld (oder in der Stadt) auch umsetzen kannst.

Objektive

An Objektiven kannst du deine ganz normalen, schon vorhandenen Linsen nehmen. Ideal wäre die Möglichkeit einen Filter vorn anschrauben zu können. In den meisten Fällen einen Polfilter und bei ganz langen Belichtungszeiten auch durchgehende neutrale Graufilter. Da du bei diesen Zeiten nicht mehr aus der Hand fotografieren kannst, ist ein stabiles Stativ selbstverständlich und ein Fernauslöser ratsam. Mit ihm und der Spiegelvorauslösung (im Fall du benutzt eine DSLR) vermeidest du Verwacklungen und Unschärfe bei den langen Belichtungen.

Empfehlungen

Solltest du dir dennoch unsicher sein, was die Ausr√ľstung betrifft, dann schau einfach mal in meine Artikel √ľber die beste Kamera f√ľr Landschaftsfotografie, Objektive f√ľr Landschafsfotografie und meine pers√∂nlichen Ausr√ľstungsempfehlungen.

Tipp: Mit sehr dunklen Graufiltern in Kombination mit einem Polfilter kannst du die Belichtungszeit exponentiell steigern. Das hei√üt, du kannst auch tags√ľber Belichtungszeiten von √ľber 30 Sekunden und mehr erreichen. Und damit nat√ľrlich auch sehr spezielle Effekte und Looks kreieren. Achte nur darauf, das zu viele Filter, je nach Brennweite, das Bild vor dem Objektiv vignettieren k√∂nnten.

Kameraeinstellungen

Ich habe mir die M√ľhe gemacht, die exakten Kameraeinstellungen und die verwendete Ausr√ľstung unter jedem Bild hier im Beitrag aufzuf√ľhren. Ich hoffe das hilft dir beim Lernen und Nachvollziehen der Ergebnisse. Stichwort: „Sag mal Einstellungen Digger.“ Mir hat das ganz am Anfang meines eigenen Lernprozesses immer sehr gefallen, wenn ich das bei den Profis an deren Beispielen sehen und lernen konnte.

Newsletter Box

Standard Einstellungen mit minimalen Anpassungen

Und wie du siehst sind bei vielen der Bilder die Kamera Einstellungen bei der Landschaftsfotografie relativ ähnlich. Meistens Blende F/8 bis F/11 im A-Modus der Kamera. Dazu Anpassungen der ISO Empfindlichkeit an das vorhandene Licht zwischen ISO64 und ISO200 um die Verschlusszeit nach oben oder unten zu regeln. Je nachdem, ob du vom Stativ arbeitest oder aus der Hand fotografierst. Mehr ist bei gängigen Landschaftsaufnahmen kaum einzustellen. Darauf gehe ich aber einen weiteren Artikel demnächst tiefer ein.

Zusammenfassung

Ich hoffe dieser Artikel gibt dir viele n√ľtzliche Tipps und Tricks f√ľr deine zuk√ľnftigen Landschaftsfotos an die Hand, inspiriert dich und hilft dir dabei, deine Landschaftsfotografie auf ein neues Level zu heben.

Der Beitrag zeigt Fotos aus meiner Anfangszeit in der Landschaftsfotografie von vor ca. 15 Jahren, einige Bilder die erst k√ľrzlich entstanden sind und viele aus den Jahren mittendrin. Was will ich dir damit sagen? Das ist eine ganze Menge geballtes Wissen was ich mir √ľber sehr viele Jahre angeeignet und auf unz√§hligen Fototouren nach und nach ausprobiert, trainiert und sukzessive verinnerlicht habe. Gut Ding will Weile haben. Wenn nicht alles sofort beim erstmal Mal so richtig funktioniert, lass dich nicht entmutigen und probiere es sp√§ter nochmal. Bei mir hat auch nicht immer alles gleich so geklappt, wie ich mir das gedacht hatte.

Solltest du irgendwas noch nicht richtig verstanden haben, oder ich habe irgendwo einen wichtigen Punkt vergessen, dann frage mich hier in den Kommentaren oder direkt √ľber das Kontakt Formular. Ich habe selbst das meiste meines Wissens √ľber die Fotografie aus Artikeln im Internet und von anderen Fotografen gelernt und m√∂chte das hier √ľber diese Seite gern an dich weitergeben, also frag ruhig!

Solltest du noch andere Fragen oder Anmerkungen haben, kannst du gerne einen Kommentar hier lassen.

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Veröffentlicht von

Ich bin Dave und seit √ľber 15 Jahren leidenschaftlicher Landschafts- und Architekturfotograf. Meine Erfahrungen und mein √ľber die Jahre zusammengetragenes Wissen in diesen Bereichen der Fotografie gebe ich gern hier auf diesen Seiten in den Rubriken Tutorials, Ausr√ľstung¬†und Reisen an dich weiter. Um zuk√ľnftig keinen dieser Beitr√§ge mehr zu verpassen, kannst Du einfach meinen kostenlosen Newsletter abonnieren oder den ebenso kostenlosen RSS Feed benutzen. Eine kleine Auswahl meiner Landschaftsfotos findest du hier in der Galerie und auf meiner pers√∂nlichen Foto Webseite.

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