Letztes Update: 21.07.2020
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Welche Objektive eignen sich besonders gut für die Landschaftsfotografie? In diesem Artikel stelle ich dir meine Empfehlungen für Nikon, Canon und Sony Kameras mit Vollformat sowie Crop (APS-C) Sensoren vor und erkläre dir, welche Kriterien mir an einem Objektiv im Alltag eines Landschaftsfotografen wichtig sind.

Nikkor 14-24mm Polfilter
Das große Nikon Nikkor 14-24mm F/2.8 mit Polfilter an Nikon D810 auf Stativ im Harz

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Warum ist die Auswahl der Objektive für Fotografen so wichtig? Nur mit einer Kombination aus der für dich besten Kamera und den dazu passenden Objektiven für deinen Bildstil und deine Bildsprache kannst du mit deiner Ausrüstung genau die Bilder erstellen, wie du sie dir vorstellst. Wenn du deine Fotos online verkaufen möchtest, spielt natürlich die Qualität in Form von Abbildungsleistung und Schärfe der Linsen ebenfalls eine erhebliche Rolle.

Übersicht Objektive für Landschaftsfotografie

Falls du keine Zeit oder Lust hast den kompletten Artikel zu lesen und die Hintergründe zu erfahren, warum gerade diese Objektive am besten sind für die Landschaftsfotografie, gebe ich dir hier eine tabellarische Übersicht für Vollfomrat und Crop Kameras für die Hersteller Nikon, Canon und Sony.

Objektive für Vollformat Kameras

Bei meinen Vorschlägen konzentriere ich mich bewusst auf die drei gängigsten Hersteller, da sie von den meisten Fotografen benutzt werden und ich im Umkehrschluss den meisten Leuten damit helfen kann.

Folgend eine tabellarische Liste der besten Objektive für Vollformat Kameras mit den wichtigsten Eigenschaften zum Vergleichen.

Nikon AF-S 16-35 mm 1:4G ED VR
Weitwinkel Zoomobjektiv
FX-Format
Zoombereich: 16-35 mm
Bildstabilisator: ja
Abmessungen: 12,5 x 8,3 x 8,3 Zentimeter
Gewicht: 0,68 kg
Filtergröße: 77 mm
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Canon EF 16-35mm F4L IS USM
Weitwinkel Zoomobjektiv
EF-Format
Zoombereich: 16-35 mm
Bildstabilisator: ja
Abmessungen: 8,3 x 8,3 x 11,3 Zentimeter
Gewicht: 0,62 kg
Filtergröße: 77 mm
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Sony FE 16-35mm F4 ZA OSS
Weitwinkel Zoomobjektiv
E-Format
Zoombereich: 16-35 mm
Bildstabilisator: ja
Abmessungen: 7,8 x 9,85 x 9,85 Zentimeter
Gewicht: 0,52 kg
Filtergröße: 72 mm
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Objektive Crop Kameras (APS-C)

Hier ist die Liste der besten Objektive für Crop (APS-C) Kameras, ebenfalls mit den jeweils wichtigsten Eigenschaften zum Vergleichen.

Nikon AF-P DX 10-20 mm 1:4.5-5.6G VR
Weitwinkel Zoomobjektiv
DX-Format
Zoombereich: 10-20 mm
Bildstabilisator: ja
Abmessungen: 7,29 x 7,7 x 7,7 Zentimeter
Gewicht: 231 g
Filtergröße: 72 mm
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Canon EF-S 10-22mm F3.5-4.5 USM
Weitwinkel Zoomobjektiv
EF-S-Format
Zoombereich: 10-22 mm
Bildstabilisator: ja
Abmessungen: 8,98 x 8,35 x 8,35 Zentimeter
Gewicht: 385 g
Filtergröße: 77 mm
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Sony FE 10-18 mm F4 OSS
Weitwinkel Zoomobjektiv
E-Format
Zoombereich: 10-18 mm
Bildstabilisator: ja
Abmessungen: 7 x 6,35 x 0,1 Zentimeter
Gewicht: 225 g
Filtergröße: 62 mm
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Was macht ein gutes Objektiv aus

Was macht ein gutes Objektiv überhaupt aus? Ein gutes Objektiv sollte zunächst einmal an deine Kamera passen. Das heißt, es muss kompatibel zum Mount (Objektivanschluss) deiner Kamera sein. Das ist natürlich die Grundvoraussetzung überhaupt. Solltest du ein nicht-kompatibles Objektiv irgendwie doch an deine Kamera gefriemelt bekommen, kann es sein, dass der Autofokus und der Bildstabilisator nicht richtig funktionieren. Im schlimmsten Fall kannst du dir theoretisch sogar den Sensor mit einem falschen Objektiv zerkratzen. Also Vorsicht!

Für die Landschaftsfotografie sind die Eigenschaften Schärfe, Brennweite und Gewicht eines Objektivs die entscheiden drei Faktoren, welche neben einem Bildstabilisator und dem Preis ein gutes Objektiv auszeichnen. Ich gehe weiter unten detaillierter auf diese wichtigen Kriterien ein und erkläre, warum sie für Landschaftsfotografen so wichtig sind. Vorher gibt es noch ein wenig Allgemeinwissen zu Objektiven.

Welche Arten von Objektiven gibt es

Grundsätzlich werden Objektive in unterschiedliche Kategorien eingeteilt. Es wird unterschieden, ob es sich um ein Zoom Objektiv oder um eine Festbrennweite handelt. Mit Zoom Objektiven kannst du stufenlos bestimmte Brennweiten Bereiche abdecken. Zum Beispiel 24mm bis 70mm. Eine Festbrennweite hat nur genau eine fixe Brennweite mit der du arbeiten kannst. In diesem Fall sind deine Füße der Zoom, der dich näher an dein Motiv bringt, vorausgesetzt die landschaftlichen Gegebenheiten lassen das zu. Dafür haben sie (meistens) den Vorteil leichter und schärfer zu sein als Zoom Objektive.

Neben dieser Kategorisierung gibt es die Einteilung in bestimmte Brennweiten-Bereiche. Es gibt (Super) Weitwinkel Objektive mit einer Brennweite zwischen 14mm und 24mm, die einen sehr großen Blickwinkel bieten. Im „normalen“ Brennweiten Bereich bei ca. 24mm bis 50mm, wobei bei 50mm ungefähr den Sichtbereich des menschlichen Auges wiederspiegelt, sind die meisten Kit-Objektive zu hause. Zu guter Letzt gibt es natürlich die Tele Objektive mit einer Brennweite ab ca. 70mm bis 400mm. Für Sport- und Tierfotografie gibt es Linsen mit einer noch größeren Brennweite, aber die sind eher abseits der Norm und werden selten für Landschaftsfotografie benutzt.

Standard Weitwinkel Zoom Objektiv in der Sächsischen Schweiz
Standard Weitwinkel Zoom Objektiv in der Sächsischen Schweiz

Diese Kategorien stelle ich dir in den folgenden Abschnitten näher vor und erkläre dir anhand von Beispielen, welche sich besser für die Landschaftsfotografie eignen und welche nicht.

Zoom Objektive

Für die Landschaftsfotografie sind die normalen Zoom Objektive am besten geeignet. Auf Wanderungen und ausgiebigen mehrwöchigen Fototrips nehme ich zwei bis maximal drei Linsen im Rucksack mit:

  1. Weitwinkel Zoom Objektiv: 16-35mm F/4 mit Bildstabilisator (z.B. Nikkor 16-35mm)
  2. Standard Zoom Objektiv: 24-70mm F/4 mit Bildstabilisator (z.B. Nikkor 24-70mm)
  3. Tele Zoom Objektiv: 70-300mm F/4.5-5.6 mit Bildstabilisator (z.B. Nikkor 70-300mm)

Mit dieser Kombination aus drei Linsen deckst du alles von Super Weitwinkel bis hin zu langen Tele Brennweiten ab. Auf Wanderungen kannst du beispielsweise auch mit einer Kombination aus Nikkor 16-35mm und Nikkor 24-120mm einen sehr großen Brennweiten Bereich mit zwei hervorragenden Linsen fotografieren und dabei das zu tragende Gewicht in Grenzen halten.

Superzoom Objektive

Superzoom Objektive decken einen sehr großen Brennweiten Bereich mit nur einer Linse ab. Zum Beispiel gibt es das 18-300mm für Cropkameras. Das klingt erstmal verlockend, weil du dadurch Gewicht und Geld sparst, aber in der Realität bieten diese Linsen meistens eher eine bescheidene Bildqualität und eine tendenziell sehr geringe Schärfe, besonders an den Rändern. Wenn dir was an der Qualität deiner Fotos liegt, kann ich davon nur abraten.

Fotografieren mit Super Weitwinkel Objektiv in der Landschaft der Sächsischen Schweiz
Fotografieren zum Sonnenaufgang auf dem kleinen Winterberg in der Sächsischen Schweiz

Festbrennweiten

Festbrennweiten haben keinen Zoom und bieten dir, wie der Name schon sagt, genau eine feste Brennweite. Das könnten z.B. 35mm, 50mm oder 85mm für schöne Portaits mit Bokeh sein. Diese Linsen bieten meistens eine hohe Schärfe sowie eine hohe Lichtstärke. Schärfe ist natürlich immer toll, aber in der Landschaftsfotografie geht es viel um die Bildkomposition und dafür ist ein Zoom, meiner Meinung nach, unverzichtbar. Festbrennweiten sind eher geeignet für Portaitfotografie und generell für Situationen, bei denen du vorher ungefähr weißt, was dich vor Ort an Motiven erwartet.

Warum eine hohe Lichtstärke bei Objektiven für die Landschaftsfotografie praktisch nutzlos ist, erkläre ich weiter unten im Artikel in einem extra Abschnitt.

Der Mythos, dass du mit einer Festbrennweite bewusster fotografierst und mehr auf die Bildkomposition achtest, finde ich persönlich Quatsch. Entweder fotografierst du bewusst und machst dir vor der Aufnahme Gedanken um das Foto oder eben nicht, aber eine Linse ändert daran meiner Meinung nach nichts.

Spezialobjektive

Neben den gängigen normalen Linsen, gibt es einige spezielle Objektive für ganz bestimmte Einsatzzwecke. Dazu zählen beispielsweise Tilt-Shift-Objektive, bei denen sich die Linsen mechanisch parallel in der Horizontalen oder Vertikalen verschieben (Shiften) lassen oder sich das optische System schwenken (Tilten) lässt. Das ist z.B. praktisch bei der Architekturfotografie, um stürzende Linien zu minimieren oder gänzlich zu vermeiden. Die TS-Objektive sind aber recht schwer, teuer und müssen manuell fokussiert werden.

Tilt Shift Objektiv für Landschaftsfotografie
Die Tilt Shift Linse Nikkor PC-E 1-3.5 D ED

Ein weiteres Beispiel für besondere Linsen sind Makro Objektive. Mit ihnen kannst du kleine Objekte wie einen einzelnen Wassertropfen auf einem Blatt oder eine isolierte Schneeflocke riesengroß darstellen. Diese Linsen werden außerdem oft benutzt, um kleine Tiere wie Insekten Bild füllend ablichten zu können.

Brennweite und Blickwinkel veranschaulicht dargestellt

Brennweite und Blickwinkel eines Objektivs hängen direkt zusammen. Pauschal lässt sich sagen, dass mit weniger Brennweite der Blickwinkel zunimmt. Das bedeutet, dass du bei Weitwinkel Linsen mit geringer Brennweite mehr Landschaft aufs Bild bekommst, als bei Tele Objektiven mit hoher Brennweite.

Die Kollegen von der Fotocommunity Fotoschule haben eine sehr schöne Grafik dazu in ihrem Beitrag zur Brennweite und Blickwinkel erstellt.

Zusammenhang von Brennweite und Blickwinkel bei Objektiven
Grafik zur Veranschaulichung: Zusammenhang von Brennweite und Blickwinkel bei Objektiven

Beispielbilder unterschiedlicher Brennweite

Super Weitwinkel Objektiv bei 16mm

Die untergehende Sonne strahlt den Seljalandfoss Wasserfall in Island an und lässt das fallende Wasser rot erscheinen. Um bei diesen windigen und sehr nassen Bedingungen in der Höhle ein scharfes Bild bei akzeptablen Einstellungen mit dem Superweitwinkel Nikkor 16-35mm Objektiv bei 16mm anfertigen zu können, war der Bildstabilisator sehr hilfreich. Das Stativ in der Höhle zu benutzen war aufgrund des Winds und des peitschenden Wassers keine Option.

Seljalandfoss zum Sonnenuntergang auf Island mit super Weitwinkel Objektiv
Seljalandfoss zum Sonnenuntergang auf Island | Zum Bild

Einstellungen: F/5.6, 1/30 Sekunde, ISO250, EV-0,33 | Ausrüstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Weitwinkel Objektiv bei 24mm

Um dieses Bild vom Sonnenaufgang am Heringstein aufnehmen zu können habe ich über mehrere Jahre so einige Versuche gebraucht, bis das Wetter dann endlich mitgespielt hat. Es gibt pro Jahr nur ein Zeitfenster von ungefähr einem Monat, in dem die Sonne an exakt dieser Position zum Sonnenaufgang steht. Für diese Bildkomposition, die ich mir schon auf früheren Besuchen dort ausgeguckt hatte, habe ich das Nikkor 14-24mm bei 24mm Brennweite benutzt.

Mehr Hintergrund Information zur Planung und Durchführung des Shootings findest du dem ausführlichen Artikel dazu.

Mit Weitwinkel Objektiv für Landschaftsfotografie aufgenommen am Heringstein
Sonnenaufgang am Heringstein | Zum Bild

Einstellungen: F/11, 1/25 Sekunden, ISO100 | Ausrüstung: Nikon D810 + Nikkor 14-24mm + Polfilter

Objektiv mittlerer Brennweite bei 45mm

Das Bild „Dreamland“ entstand in den Landmannalaugar Bergen im isländischen Hochland. Es zeigt die Aussicht vom Gipfel des 945m hohen Blahnukur in Richtung Brandsgil. Eine fantastische Aussicht. Die Kombination der teilweise mit grünem Moos bewachsenen sandigen Vulkanberge und den weißen Schneefeldern ist für mich immer wieder wie Schokolade für die Augen.

Ich hatte Brennweiten von 16mm bis 120mm hoch auf den Gipfel getragen und mich dort dann für eine etwas komprimierte Sicht bei 45mm, die in etwa der Wahrnehmung des menschlichen Auges entspricht, entschieden.

die Landschaft der Landmannalaugar Berge in Island mit Zoom Objektiv
Die Aussicht vom Gipfel des Blahnukur (~945m) in Richtung Brandsgil und Hábarmur (1199m) in den Bergen von Landmannalaugar in Island | Zum Bild

Einstellungen: F/11, 1/40 Sekunde, ISO64, EV-0,33 | Ausrüstung: Nikon D810 + Nikkor 24-70mm + Polfilter

Teleobjektiv bei 300mm

Die berühmten fünf Türme in den Dolomiten im Herbst. Das Foto entstand während des Aufstiegs zum Lago Federa auf der gegenüber liegenden Seite des Tals. Von einem Aussichtspunkt aus konnte ich mit dem Nikkor 70-300mm bei 300mm die Felsentürme mit der mehrstöckigen Berghütte davor und der Laubfärbung der Lärchen im Oktober heranzoomen und im Foto festhalten.

Cinque Torri Italien mit Tele Objektiv
Cinque Torri Italien Dolomiten im Herbst | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 1/320 Sekunde, ISO64, EV-0,33 | Ausrüstung: Nikon D810 + Nikkor 70-300mm + Polfilter

Was bedeuten die Werte und Zahlen an Objektiven

Die Werte und Zahlen an Objektiven sind recht einfach zu entschlüsseln. Sie sehen auf den ersten Blick recht kryptisch aus, sind aber keine Raketenwissenschaft. Nehmen wir eins meiner Lieblingsobjektive als Beispiel:

Nikon AF-S Nikkor 16-35 mm 1:4G ED VR

Auto-Fokus System

Die Bezeichnung beginnt natürlich mit dem Markennamen des Herstellers, gefolgt von dem Kürzel AF-S. Das ‚AF‘ bedeutet, dass im Objektiv ein Auto-Fokus Motor integriert ist. Das ‚S‘ steht dabei für Ultraschall-Silent-Wave-Motor (SWM), welcher einen leisen und präzisen Auto-Fokus gewährleistet.

Zusätzliche Abkürzungen

Die zusätzlichen Abkürzungen sind bei jedem Hersteller etwas anders. Du findest aber bei jedem Hersteller eine ausführliche Erklärung, was welches Kürzel genau bedeutet. Für Nikon zum Beispiel auf einer ihrer Supportseiten.

Brennweite und Lichtstärke

Die beiden wichtigsten Informationen folgen nun. Das sind die Brennweite bzw. der Brennweitenbereich in Millimetern, gefolgt von der Information zur Lichtstärke. In diesem Fall ist maximale Offenblende durchgängig, d.h. über alle Brennweiten hinweg, F/4. Ist sie nicht konstant, wird ein Bereich wie z.B. F/4.5-6.3 angegeben. Das würde bedeuten, dass die Linse bei ihrer minimalen Brennweite (16mm) eine Offenblende von F/4.5 hat und je weiter du reinzoomst (bis 35mm), schließt sich die Blende mit bis F/6.3.

Qualität

Die beiden letzten Abkürzungen bei unserem Beispiel Objektiv sagen aus, dass ‚ED‘-Glas verwendet wurde. Nach Aussage des Herstellers hat es eine besonders niedrige Dispersion in Kombination mit einer erstklassigen Schärfe und Farbkorrektur durch Minimierung von Farbfehlern. Dazu ein einfach formuliertes Zitat von der Hersteller Seite:

„Einfach ausgedrückt sind diese Farbfehler eine Folge des vom Prisma bekannten Effekts, dass Licht unterschiedlicher Farbe beim Übergang von Luft in Glas oder umgekehrt unterschiedlich stark gebrochen wird (diesen Effekt nennt man »Dispersion«). Nikon-Ingenieure haben durch die Entwicklung von ED-Glas (Extra-Low Dispersion; besonders geringe Dispersion) einen optischen Werkstoff geschaffen, mit dem Farbfehler besonders effektiv korrigiert werden können, der aber andererseits keinen der Nachteile aufweist, den zuvor hierfür verwendete Materialien hatten (z. B. mechanische Instabilität oder Änderung der optischen Eigenschaften bei Temperaturschwankungen). ED-Glas weist einerseits eine nur geringe Dispersion auf, zum anderen ist diese »anomal«, was bedeutet, dass die Regenbogenfarben in Vergleich zu »normalem« Glas in umgekehrter Reihenfolge auftreten. Durch geschickte Kombination von ED-Glas und herkömmlichen Glastypen wird eine Reduzierung von Farbfehlern auf ein Minimum möglich.“

https://www.nikonimgsupport.com/eu/BV_article?articleNo=000042505&lang=de#ED

Bildstabilisator

Die letzte Abkürzung sagt aus, dass im Objektiv ein Bildstabilisator verbaut ist. Natürlich hat auch hierfür jeder Hersteller seine eigene Abkürzung. Bei Nikon ist sie ‚VR‘, was soviel wie „Vibration Reduction“, also Vibrations Reduktion bedeutet.

Fotografieren in der Böhmischen Schweiz mit Weitwinkel Objektiv
Fotografieren in der Böhmischen Schweiz

Hinweis: Bei älteren Objektiven war es wichtig den Bildstabilisator auf dem Stativ auszuschalten, da sonst die Bilder unscharf geworden wären. Bei modernen Objektiven ist das nicht mehr zwingend notwendig, da vom Objektiv automatisch erkannt wird, ob es „in Ruhe“ oder „im Verwackelungsmodus“ ist.

Hersteller spezifische Abkürzungen für Bildstabilisatoren

Um es nicht zu einfach werden zu lassen, ist die Abkürzung für einen etwaig vorhandenen Bildstabilisator im Objektiv natürlich bei jeder Marke unterschiedlich. Folgend dazu eine Liste der gängigsten Hersteller:

  • Nikon: VR (Vibration Reduction)
  • Canon: IS (Image Stabilisation)
  • Sony: OSS (Optical Steady Shot)
  • Panasonic: OIS (Optical Image Stabilizer)
  • Sigma: OS (Optical Stabilizer)
  • Tamron VC (Vibration Compensation)

Kompatibilität zu deiner Kamera

Damit ein einwandfreies Funktionieren des Objektivs an deiner Kamera gewährleistet ist, muss der Anschluss des Objektivs zum sogenannten Mount deiner Kamera passen. Sind diese nicht kompatibel miteinander, kann es sein, dass der Autofokus nicht richtig funktioniert, die Abbildungsleistung nicht zum Sensor deiner Kamera passt, der Bildstabilisator nicht greift oder das Objektiv erst gar nicht an deine Kamera zu schrauben geht.

Achte also vor dem Kauf auf den Mount der Linse und der Kamera. Dabei wird grundsätzlich von Hersteller zu Hersteller unterschieden, sowie zwischen Vollformat und Crop (APS-C / DX) Kameras. Es gibt allerdings auch (meist billigere) Objektive von Drittherstellern mit einem entsprechenden Mount für z.B. Nikon, Canon und Sony Kameras. Für einige Hersteller gibt es zudem Adapterringe, um nicht passende Anschlüsse miteinander funktionieren zu lassen.

Wichtige Kriterien für Objektive für Landschaftsfotografie

Brennweite

Die Brennweite ist wohl das wichtigste Kriterium überhaupt, wenn es um Objektive für die Landschaftsfotografie geht. Umso geringer Brennweite eines Objektivs ist, umso größer ist der mögliche Blickwinkel. Das ist in der Grafik oben sehr schön dargestellt.

Warum eignen sich Weitwinkel Objektive am besten für Landschaftsfotografie

Weitwinkel Objektive bieten, ohne viel Verzeichnung an den Rändern, den größtmöglichen Blickwinkel. Das bedeutet wiederum, dass du mit einem Weitwinkel Objektiv einfach mehr Landschaft auf dein Bild bekommst. Je höher deine verwendete Brennweite, umso komprimierter wird die Landschaft im Foto aussehen. Diesen Effekt kannst du an den obigen Beispielbildern zur Brennweite recht gut erkennen.

Alle hier im Artikel vorgeschlagenen Weitwinkel Zoom Objektive eignen sich besonders gut für Landschaftsfotografie, weil sie eine sehr niedrige Brennweite, einen Zoom Bereich und einen Bildstabilisator haben. Diese Kombination bietet dir die größtmögliche kreative Freiheit bei der Komposition deiner Fotos.

Ich habe zwar meistens eine zweite Linse im mittleren Brennweitenbereich bei ca. 24mm – 120mm dabei, aber den Großteil meiner Landschaftsfotos fotografiere ich tatsächlich mit dem Weitwinkel Zoom Objektiv.

14mm vs 16mm Vollformat Vergleich
14mm vs 16mm Vollformat Vergleich

Das Bild verdeutlicht den Zusammenhang zwischen Brennweite und Blickwinkel noch einmal. Der Ausschnitt innerhalb des roten Randes zeigt den Blickwinkel bei 16mm, das Gesamtbild außerhalb des roten Rechtecks, ist das Foto bei 14mm. In diesem extremen Brennweitenbereich machen die zwei Millimeter Unterschied in der Brennweite einen sehr großen Unterschied im Blickwinkel.

Nikon bietet auf seiner Webseite dazu einen hervorragenden Simulator an. Du kannst dort direkt an einem Beispielbild simulieren wie sich der Blickwinkel zwischen 14mm und 800mm eines Objektivs verändert.

Link zum Simulator: https://imaging.nikon.com/lineup/lens/simulator/

Umrechnungsfaktor Sensor (APS-C vs. Vollformat)

Zwischen Crop und Vollformat Kameras gibt es einen Umrechnungsfaktor für die effektive Brennweite, den sogenannten Crop-Faktor. Bei Nikon und Sony Kameras ist er 1.5, bei Canon Kameras ein wenig höher mit 1.6.

Das bedeutet, dass die effektive Brennweite eines Crop Kamera Objektivs mit dem Crop Faktor multipliziert werden muss, um die äquivalente Brennweite auf einem Vollformat Sensor auszurechnen.

Nehmen wir als Beispiel das Canon EF-S 10-22mm F3.5-4.5 USM an der Canon 800D. Ein bei 10mm aufgenommenes Foto entspricht demnach 10mm * 1.6, also 16mm auf einer Vollformatkamera mit entsprechendem Objektiv.

Gleich die größeren Objektive für Vollformat kaufen?

Nein. Das macht aus unterschiedlichen Gründen keinen Sinn. Durch den Crop-Faktor „verlierst“ du bei einem Vollformat Weitwinkel Objektiv an einer APS-C oder DX Kamera effektiv wieder Brennweite (d.h. Blickwinkel). Würdest du beispielsweise ein 16-35mm Vollformat Objektiv an deine Crop Kamera montieren, kämen nicht die 16mm auf dem Sensor an, sondern 16mm * 1,6 = 25,6 Millimeter. Mit einem Crop Objektiv an einer Vollformat Kamera würdest du hingegen wieder Auflösung (Megapixel) verlieren, da das Objektiv den großen Sensor gar nicht komplett bedienen kann.

Kaufe also lieber die passenden Objektive für dein aktuelles System, sei es nun Crop oder Vollformat.

Fotografieren im Harz
Kamera und Stativ in einem Tal im Harz | Zum Bild

Schärfe

In einer idealen Welt hätte jedes Objektiv eine knackige Schärfe von der Mitte bis an die Ränder eines Fotos. Das ist aber nicht der Fall. Eine gute Schärfe in der Mitte bekommen noch relativ viele Objektive gut hin, aber an den Rändern trennt sich die Spreu vom Weizen. Wie das in der freien Marktwirtschaft so üblich ist, tendieren teurere Objektive dazu, eine bessere Gesamtschärfe zu haben, als die billigeren Varianten.

Tipp: Wie du deine Fotos für das Internet, Soziale Medien oder den Druck richtig schärfst, kannst du in meinem Artikel Fotos richtig schärfen nachlesen.

Die Schärfe von unterschiedlichen Objektiven lässt sich nur schwer direkt miteinander vergleichen. Jedes Objektiv hat seine maximale oder beste Schärfe bei einer bestimmten Kombination aus Brennweite und Blende. Die generelle Tiefenschärfe wird durch eine geschlossene Blende erhöht, aber ab einer bestimmten Blende (meistens F/11 oder höher) dritt der Effekt der Diffraktion auf, der die einzelnen Pixel dann wieder unschärfer werden lässt.

Schärfster Bereich Nikkor 12-24mm
Schärfster Bereich Nikkor 12-24mm | DXOMark

Das Nikkor 14-24mm hat seinen schärfsten Bereich bei 16mm und einer Blende F/2.8. Durch die geringe Tiefenschärfe würde mit dieser Blende aber kein normaler Landschaftsfotograf fotografieren. Daher sind diese Werte am Ende etwas realitätsfern und eher als theoretisch zu betrachten.

Tipp: Um herauszufinden bei welchen Kombination aus Blende und Brennweite deine Objektive am schärfsten sind, kannst du bei den Kollegen von DXOMark im Bereich Linsen nachsehen.

Filter

Filter sind bei der Landschaftsfotografie ein essentieller Bestandteil der Ausrüstung. Mit ihnen lassen sich tolle Effekte schon beim Kreieren und Aufnehmen deiner Bilder erzielen. Du kannst mit der Hilfe von Filtern den Kontrast im Foto erhöhen, die Farben intensivieren, Reflektionen und Spiegelungen reduzieren oder verstärken, Wasseroberflächen durchsichtig werden lassen, die Belichtungszeiten verlängern und vieles mehr.

Bonus: Was du mit diesen und weiteren Filtern alles anstellen kannst, erfährst du in meinem Artikel 10 Tipps für kreative Landschaftsfotos.

In Bezug auf die verwendeten Objektive ist vor allem die Größe des Filteranschlusses wichtig. Deshalb habe ich die Filtergröße auch in die Tabellen zum Vergleichen und als eins der wichtigen Kaufkriterien aufgenommen. Der große Aufwand beim Tragen und Montieren des übergroßen Polfilters an das Nikkor 14-24mm haben mich unter anderem dazu bewogen lieber das Nikkor 16-35mm zum Wandern und Fotografieren mitzunehmen. (Siehe erstes Bild ganz oben für den Wonderpana Polfilter am Nikkor 14-24mm)

Welche Filter sind für Landschaftsfotografie sinnvoll

Für die Landschaftsfotografie ist der Polarisationsfilter durch nichts zu ersetzen. Die Effekte, die du mit diesem Filter an der der Linse für deine Fotos erreichen kannst, lassen sich auch nicht ohne weiteres, wenn überhaupt, in der digitalen Nachbearbeitung nachahmen. Er erhöht beispielsweise den Dynamikumfang des Bilder, verstärkt Kontrast, intensiviert die Farben und kann Spiegelungen intensivieren sowie Reflektionen verschwinden lassen.

Neutrale Graufilter für Landschaftsfotografie
Neutrale Graufilter ND4 ND8 ND64 und ND1000

Wenn du die Belichtungszeiten z.B. auch tagsüber in die Höhe treiben willst sind die neutralen Graufilter ein absolutes Muss im Fotorucksack.

Diese beiden Filtertypen habe ich beim Fotografieren immer dabei. Den Polfilter habe ich sogar die meiste Zeit an die Linse geschraubt und nehme ich überhaupt nur bei Bedarf ab. Es gibt noch viele weitere Filter wie z.B. den Infrarotfilter oder Grauverlaufsfilter um den Dynamikumfang zu erhöhen, aber diese nutze ich mittlerweile sehr selten.

Bildstabilisator

Obwohl ich meistens vom Stativ aus arbeite, ist ein Bildstabilisator für mich ein absolutes Kaufkriterium bei einem neuen Objektiv. Er erhöht die maximale Belichtungszeit, die du frei aus der Hand fotografieren kannst und bei der dann trotzdem ein scharfes Bild dabei heraus kommt.

Faustformel für scharfe Bilder: 1 durch Brennweite in Millimetern. Also zum Beispiel 1/30s bei 30mm

Es kommt nämlich oft genug vor, dass ich spontan und ohne Stativ schnell auf eine Gegebenheit oder eine Situation reagieren muss und dann ist es immer besser etwas zu haben, als es zu brauchen. Das Bild unterhalb mit dem Papageientaucher, der auf den Klippen sitzt und in den Sonnenuntergang guckt, wäre ohne Bildstabilisator am Nikkor 16-35mm nicht möglich gewesen.

Papageientaucher Sonnenuntergang
Ein Papageientaucher guckt in den Sonnenuntergang | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 1/50 Sekunde, ISO400 | Ausrüstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Gewicht

Das Gewicht der Ausrüstung spielt bei der Landschaftsfotografie immer ein große Rolle. Sei es beim Wandern auf einen Berggipfel oder bei einer Flugreise mit limitiertem Handgepäck. Je geringer das Gesamtgewicht deiner Ausrüstung ist, um so besser.

Benutzer von Crop Kameras und den dazugehörigen Objektiven sind hier im Vorteil, da die komplette Ausrüstung gegenüber einem Vollformat Kamera System um einiges leichter ist.

Preis

Für wen der Preis eines Objektives keine Rolle spielt, der kann sich freuen. Für die meisten von uns spielt der Preis natürlich immer eine Rolle. Bei Objektiven ist er unter anderem abhängig vom Format, wobei Vollformat wesentlich teurer ist als Crop. Des weiteren spielen Faktoren wie die Verarbeitung (z.B. abgedichtet oder nicht), das Material, wie das verwendete Glas usw. eine Rolle.

Die abgedichteten Premiumlinsen von Nikon und Canon sind mit einem goldenen bzw. roten Ring am Objektiv markiert. Wenn du eine Vollformat Kamera hast, der Preis keine Rolle spielt und du nichts verkehrt machen willst, achte beim Kauf immer auf diese Ringe.

Was für Landschaftsfotografen an Objektiven unwichtig ist

Offenblende oder Lichtstärke des Objektivs

Die Lichtstärke eines Objektivs spielt in der Landschaftsfotografie nur eine untergeordnete Rolle und ist nicht wirklich wichtig. Warum ist das so? Mit der Lichtstärke wird doch oft geworben. Ja, aber in der Landschaftsfotografie wollen wir ja in den meisten Fällen ein von vorne bis hintern scharfes Bild haben und kein fluffiges Bokeh hinter dem Schärfepunkt. Um das zu erreichen müssen wir eine Blende mit hoher Tiefenschärfe benutzen. Das heißt, je nach Objektiv und Motiv nutzen wir als Landschaftsfotografen in 90% der Fälle eine Blende zwischen F/5.6 und F/11. Wir brauchen einfach keine große Offenblende an einem Objektiv.

Ausnahme: Nachtfotografie

Polarlichter (oder Aurora Borealis) fallen vom nächtlichen Himmel über Island
Polarlichter (oder Aurora Borealis) fallen vom nächtlichen Himmel über Island | Zum Bild

Einstellungen: F/2.8, 15 Sekunden, ISO800 | Ausrüstung: Nikon D810 + Nikkor 14-24mm + Stativ

Die einzige Ausnahme sind Nachtaufnahmen und das Fotografieren der Milchstraße und von fallenden Polarlichtern. In diesen Fällen ist auch bei der Landschaftsfotografie eine große Offenblende von Vorteil, um die Verschlusszeiten und ISO Werte bei so wenig vorhandenem Licht möglichst gering zu halten. Mehr über das Zusammenspiel von Blende, Verschlusszeit und ISO kannst du in meinem Artikel darüber nachlesen.

Tipp: Auf der Webseite DOF Simulator kannst du den Zusammenhang von Blende, Bokeh und Tiefenschärfe sehr schön mit Hilfe einiger Schieberegler nachvollziehen.

Meine Empfehlungen der besten Objektive

Wenn du dir ein neues Objektiv kaufst, sollte es natürlich an deine Kamera passen. Damit Objektiv und Kamera kompatibel zueinander sind muss der sogenannte Mount (d.h. der Objektivanschluss) passen. Natürlich haben alle Hersteller eigene Anschlusssysteme entwickelt. Es gibt Drittanbieter (z.B. Sigma und Tamron), welche unterschiedliche Anschlüsse für die gängigen Kamera Marken adaptiert haben. So kannst du diese dann auch problemlos an deiner Kamera verwenden.

Nikon Objektive für Landschaftsfotografie

Hier nun meine Empfehlungen der besten Objektive für Nikon Kameras.

Nikon Vollformat – FX Mount (+ Z-Mount)

Das Nikkor 16-35mm habe ich selbst seit vielen Jahren im Einsatz. Ich kann es vorbehaltlos weiterempfehlen. Der Großteil meiner Landschaftsfotos ist mit diesem Objektiv entstanden. Einige meiner schönsten Fotos wären ohne dieses Objektiv und seinem Bildstabilisator gar nicht möglich gewesen. Nikon bietet mit dem Nikkor 14-24mm ein weiteres Super Weitwinkel Objektiv mit einer hervorragenden Schärfe an. Allerdings ein Drittel teurer, als das hier empfohlene. Ich habe beide im Einsatz und miteinander verglichen. Den Artikel mit original Bilddaten zum Download dazu findest du hier.

Das Nikon AF-S 16-35 mm 1:4G ED VR Superweitwinkel Objektiv nutzt du idealer weise an Nikon D600, D610, D700, D750, D800(E), D810(A), D850, D4(S) und D5 Kameras.

Für den noch relativ neuen Nikon Z-Mount der neuen Generation der spiegellosen Kameras der Z-Serie wie der Nikon Z6, Nikon Z7 und der Nikon Z50 eignet sich das Nikkor Z 14-30mm 1:4S als Super Weitwinkel.

Nikon Cropkamera – DX Mount (+ Z-Mount)

Das Nikon AF-P DX 10-20mm ist die beste Wahl für Landschaftsfotografen mit Nikon DX Kameras. Die Bauweise ist sehr leicht und kompakt, es fokussiert blitzschnell, präzise und ist dabei so gut wie völlig lautlos. Bei meinen Empfehlungen darf natürlich der eingebaute Bildstabilisator (VR) nicht fehlen. Bei diesem Objektiv ermöglicht er um bis zu 3,5 Lichtwertstufen längere Belichtungszeiten.

Das Nikon AF-P DX 10-20 mm 1:4.5-5.6G VR Objektiv für Nikon DX Crop Kameras ist unter anderem kompatibel zu den Kameras der D3000-Serie ab der D3300, der D5000-Serie ab der D5200, der 7000-Serie ab der D7100 und der Nikon D500.

Alternativen vom Drittanbieter sind das Tamron 10-24mm F/3,5-4,5 SP Di II LD ASL IF Objektiv mit 77mm Filtergewinde, allerdings ohne Bildstabilisator. Etwas preisintensiver, dafür mit integriertem Bildstabilisator, ist das Sigma 10-20 mm F3,5 EX DC HSM Objektiv mit 82 mm Filtergewinde.

Canon Objektive für Landschaftsfotografie

In den nächsten Abschnitten stelle ich dir meine Objektiv Empfehlungen für Canon Kameras vor.

Canon Vollformat

Das Canon EF 16-35mm F4L IS USM hatte ich selbst viele Jahre an der meiner Canon 5D MkII im Einsatz. Viele tolle Landschaftsfotografien sind damit entstanden. Bei geschlossener Blende (F/22) produziert es den wohl schönsten Sonnenstern unter allen Objektiven, Hersteller übergreifend! Eine gute Schärfe bis an die Ränder, ein vier-Stufen-Bildstabilisator und die gewohnt hohe Verarbeitung bei den Premiumlinsen der Canon L-Serie bietet das Objektiv natürlich ebenfalls. Eine günstigere Alternative ohne Bildstabilisator ist das Canon L 17-40mm.

Das Canon EF 16-35mm F4L IS USM Objektiv kannst du zum Beispiel an den Vollformat Kameras der Canon EOS 6D, 6D Mark II, 5D Mark II, 5D Mark III, 5D Mark IV, 5DS, 5DS R, 1DX und 1DX Mark II problemlos nutzen.

Canon Cropkamera – APS-C

Eines der beliebtesten Canon Objektive, das Canon EF-S 10-22mm F/3.5-4.5 USM, ist auch meine Empfehlung für die Landschaftsfotografie mit einer Canon APS-C Kamera. Das Objektiv hat einen tollen Brennweiten Bereich, eine durchgehend gute Schärfe und Abbildungsleistung und das gängige 77mm Filtergewinde. Einziges Manko ist der fehlende Bildstabilisator. Alternativ gibt es das Canon EF-S 10-18mm F4.5-5.6 IS STM Ultraweitwinkel Objektiv mit Bildstabilisator, allerdings mit geringerer Schärfe.

Das kleine und leichte Canon EF-S 10-22mm F/3.5-4.5 USM Weitwinkel Objektiv funktioniert einwandfrei an den Crop Kameras der Canon EOS Serie, wie z.B. die 40D, 50D, 60D, 70D, 77D, 80D, 7D, 7D Mark II, 450D, 500D, 550D, 600D, 650D, 700D, 750D, 800D, 100D und 200D.

Auch für Canon gibt es in diesem Segment Alternativen von Drittanbietern. Das günstigere aber nicht stabilisierte Tamron 10-24mm F/3,5-4,5 SP Di II LD ASL IF Objektiv und das hochwertigere und bild-stabilisierte Sigma 10-20 mm F3,5 EX DC HSM Objektiv.

Sony Objektive für Landschaftsfotografie

Sony Vollformat – E-Mount

Für die Vollformat Kameras von Sony kann ich für die Landschaftsfotografie das Sony FE 16-35mm F4 ZA OSS empfehlen. Es bietet mit den 16mm bis 35mm einen angenehmen Weitwinkel Zoom Bereich, um möglichst frei bei der Bildgestaltung der Landschaftsfotos zu sein. Darüber hinaus hat die Linse eine Zeiss T Antireflexionsbeschichtung um mögliche Reflexionen zu minimieren und einen integrierten Bildstabilisator. Wie auch die Premiumlinsen von Nikon und Canon ist es gegen Staub- und Spritzwasser geschützt.

Das Sony FE 16-35mm F4 ZA OSS Objektiv eigenet sich für alle Vollformat Kameras mit dem Sony E-Mount wie z.B. die A7, A6000, A5100, A5000 und die Serien der Nex Reihe.

Sony Cropkamera – E-Mount

Das Sony FE 10-18 mm F4 OSS ist das Weitwinkel Pendant für Sony APS-C Cropkameras. Durch seine minimale Brennweite von 10mm und dem Zoom Bereich, der in etwa 15-27mm auf Vollformat entspricht, eignet es bestens um viel Landschaft in ein Foto zu integrieren. Ebenfalls vorhanden ist der Bildstabilisator und ein sehr gute Abbildungsleistung durch das verbaute ED-Glas.

Das Objektiv Sony FE 10-18 mm F4 OSS ist für APS-C Kameras mit dem Sony E-Mount wie z.B. die Modelle A6000, A5100, A5000 und die Nex Serien geeignet.

Kompatibilität

Hinweis: Die aufgeführten Kamera Modelle für die jeweiligen Objektive sind nur Beispiele. Es kann durchaus sein, dass das Objektiv auch zu deiner Kamera passt, wenn es hier nicht explizit aufgelistet ist.

Zweites Objektiv als Erweiterung

Neben dem primären Weitwinkel Objektiv für Landschaftsfotografie, macht es oft Sinn, eine zweite längere Linse als alternative mögliche Verlängerung der Brennweite dabei zu haben. In meinem Fall deckt es die ca. 10% der Bilder ab, die ich nicht mit dem Weitwinkel aufnehme.

Wenn du eine Kamera, egal ob Crop oder Vollformat, im Kit gekauft hast, hast du ein Objektiv in diesem Brennweitenbereich wahrscheinlich schon.

Meine Empfehlungen für ein zweites weiterführendes Objektiv.

Zweites Objektiv für Vollformat

Auch diese Objektive haben alle integrierten Bildstabilisator und eine hervorragende Abbildungsleistung.

Nikon AF-S 24-120mm 1:4G ED VR
Zoomobjektiv
FX-Format
Zoombereich: 24-120 mm
Bildstabilisator: ja
Abmessungen: 10,4 x 8,4 x 8,4 Zentimeter
Gewicht: 0,71 kg
Filtergröße: 77 mm
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Canon EF 24-105mm F4L IS USM
Zoomobjektiv
EF-Format
Zoombereich: 24-105 mm
Bildstabilisator: ja
Abmessungen: 8,3 x 8,3 x 11,8 cm
Gewicht: 0,79 kg
Filtergröße: 77 mm
aktuellen Preis anzeigen
Sony SEL-24105G F4 OSS
Zoomobjektiv
E-Format
Zoombereich: 24-105 mm
Bildstabilisator: ja
Abmessungen: 11,33 x 8,34 x 11,33 cm
Gewicht: 0,66 kg
Filtergröße: 77 mm
aktuellen Preis anzeigen

Zweites Objektiv für Crop (APS-C, DX)

Alle hier aufgelisteten Objektive verfügen über einen Bildstabilisator und sind mit den gleichen Kameramodellen kompatibel, wie die oben beschriebenen Weitwinkel Objektive.

Nikon AF-P DX Nikkor 18-55 mm f/3.5-5.6G VR
Zoomobjektiv
DX-Format
Zoombereich: 18-55 mm
Bildstabilisator: ja
Abmessungen: 6,2 x 6,2 x 6,45 Zentimeter
Gewicht: 205 g
Filtergröße: 55 mm
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Canon EF-S 18-55mm F4.0-5.6 IS STM
Zoomobjektiv
EF-S-Format
Zoombereich: 18-55 mm
Bildstabilisator: ja
Abmessungen: 6,7 x 6,2 x 6,45 Zentimeter
Gewicht: 215 g
Filtergröße: 58 mm
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Sony SEL-P18105G 18-105 mm F4 OSS
Zoomobjektiv
E-Format
Zoombereich: 18-105 mm
Bildstabilisator: ja
Abmessungen: 11 x 7,8 x 7,8 Zentimeter
Gewicht: 427 g
Filtergröße: 72 mm
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Gebrauchte Foto Ausrüstung günstig kaufen

Es muss nicht immer das neuste Objektiv sein. Gerade für den Anfang und um ein neues Produkt oder Hobby zunächst einmal auszuprobieren eignet sich gebrauchte Ausrüstung hervorragend. Der Calumet Shop hat geprüfte und sehr gut erhaltene Objektive für kleines Geld im Angebot. Obendrein hast Du einen Garantieanspruch auf den gekauften Gebrauchtartikel. Ein Blick in den Shop lohnt sich also.

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Zusammenfassung

Ein gutes Objektiv vor der Kamera zu haben ist mindestens genau so wichtig, wie die gute Kamera selbst. Ohne gutes Glas wird auch die beste Kamera keine knack scharfen Fotos auf die Speicherkarte schreiben. Plane also für die Objektive genug Geld ein und spare lieber erst einmal an der Kamera. Um richtig scharfe Bilder produzieren zu können sind gute Linsen bei der Fotografie durch nichts zu ersetzen.

Hast du andere Erfahrungen gemacht oder hast du gänzlich andere Favoriten als ich? Vielleicht benutzt du ja auch Kameras einer hier nicht aufgeführten Marke oder es gibt Linsen anderer Objektiv Hersteller, die dich begeistern. Was sind deine Erfahrungen damit? Schreibe mir gerne deine Meinung oder deine Fragen dazu in den Kommentaren!

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Ich bin Dave und seit über 15 Jahren leidenschaftlicher Landschafts- und Architekturfotograf. Meine Erfahrungen und mein über die Jahre zusammengetragenes Wissen in diesen Bereichen der Fotografie gebe ich gern hier auf diesen Seiten in den Rubriken Tutorials, Ausrüstung und Reisen an dich weiter. Um zukünftig keinen dieser Beiträge mehr zu verpassen, kannst Du einfach meinen kostenlosen Newsletter abonnieren oder den ebenso kostenlosen RSS Feed benutzen. Eine kleine Auswahl meiner Landschaftsfotos findest du hier in der Galerie und auf meiner persönlichen Foto Webseite.

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6 Kommentare

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  1. Hallo Dave,

    du empfiehlst das Nikon 16-35 und bist damit sehr zufrieden. Mich überrascht es ein wenig, denn in den Testberichten der Zeitschriften bekommt dieses Objektiv keine so guten Bewertungen.
    Wichtiger für mich sind aber Erfahrungsberichte von anderen Fotografen. Auch hier ist die Rückmeldung häufig, dass Nikon bessere Objektive anbietet als das 16-35. Fast immer wird das 14-24 genannt, aber auch das 17-35 oder 18-35 bekommen positiviere Rückmeldungen. Schau doch mal bei https://www.stefan-imig.de/2016/03/16/nikon-weitwinkel-test/ nach. Ich kann die positive Rückmeldung für das 18-35 bestätigen, es ist mein Lieblingszoom unterhalb von 24 mm.

    Hast Du – außer dem 14-24mm Objektiv – andere Weitwinkelzooms von Nikon getestet? Wenn ja, warum hast Du Dich für das 16-35 entschieden?

    Gruß Bernd

    1. Hallo Bernd,

      danke für deinen Kommentar! Ja, ich bin wirklich sehr zufrieden mit dem Nikkor 16-35mm. Es hat sich bisher auch keiner der Verlagseditoren über die Qualität der Fotos, die mit der Linse entstanden sind, beschwert.

      Was nun „bessere“ Objektive sind, hängt natürlich stark von den jeweiligen Kriterien ab, die jeder mit seinen persönlichen Vorlieben usw. an ein Objektiv stellt. Auf dem Papier und in Messlaboren kann es sein, das
      andere Linsen die Nase hier und da vorn haben. Mir ist aber wichtig, dass das Objektiv auch im Alltag eines Landschaftsfotografen gut funktioniert. Dafür ist mir z.B. ein Bildstabilisator wichtig. Viele meiner Bilder
      wären ohne VR am Objektiv nicht möglich gewesen. Einen Stabilisator haben das 18-35mm und das 14-24mm beide nicht. Zudem spielen die (Zoom-) Brennweite, das Gewicht und das Verhalten beim Sonnenstern für mich eine Rolle.
      Ich habe auch das 14-24mm ab und an im Einsatz. Auf dem Papier ist es die beste Nikon Weitwinkellinse. Ich habe das 14er und das 16er gegeneinander getestet und im Endeffekt kann man den Unterschied der Schärfe mit bloßen Augen im produktiven Alltag (d.h. z.B. bei F/8) kaum wahrnehmen. Den Test findest du hier. Darin verlinkt sind auch die originalen RAW Dateien mit unterschiedlichen Blenden. Da kannst du die Qualität der Bilder selbst unter die Lupe nehmen und vergleichen, wenn du magst.

      Warum ist gerade das 18-35mm dein Lieblingszoom?

      Grüße, Dave

      1. Hallo Dave,
        das 18-35 ist – verglichen mit den Alternativen – kleiner, leichter, preiswerter und von guter Qualität was die Fotos betrifft. 18 mm ist eine Brennweite, mit der ich „viel aufs Bild bekomme“. Benötige ich doch mal mehr, habe ich das 15-mm von Irix. Auch auf diesem Objektiv kann ich Polfilter und Graufilter ohne spezielle Halterungen einsetzen.

        Gruß Bernd

        1. Hallo Bernd,

          das sind natürlich auch nachvollziehbare und gute Gründe. Mir fehlt halt der VR beim 18mm und ich nutze die 2mm mehr vom 16er tatsächlich bei vielen meiner Landschaftsfotos. Die 2mm machen in diesem extremen Weitwinkelbereich durchaus einiges aus. Eine extra Festbrennweite mit auf Bergwanderungen zu nehmen fällt für mich aufgrund des zusätzliches Gewichts einfach aus. Das mit den Filtern auf dem 15mm Objektiv ist interessant! Hat das Irix auch ein 77mm Filtergewinde bei 15mm auf Vollformat oder nutzt du da andere Filter als beim 18-35mm?

          Grüße, Dave

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