Letztes Update
Die Lesezeit beträgt in etwa ~ 28 Minuten.

Von der Auswahl der Drohne, über Rechtliches, bis hin zur Sicherheit gebe ich dir in diesem Artikel viele Tipps & Tricks für die Drohnenfotografie an die Hand. Dies ist ein Ratgeber für Einsteiger, die gerade neu in die Welt der Luftaufnahmen eintauchen, sowie für fortgeschrittene Fotografen und Drohnenpiloten, die ihre Fotos verbessern wollen.

Svínafellsjökull Gletscher aus der Luft im Licht der goldenen Stunde
Svínafellsjökull Gletscher aus der Luft im Licht der goldenen Stunde | Zum Bild

Technische Daten: F/5.6 | 1/240 Sekunde | ISO 100 Ausrüstung: DJI Phantom 4 Pro+ & Polfilter für die Drohne

Inhaltsverzeichnis

Mein Weg zur Drohnenfotografie

Inspiration

Auf die Idee ernsthafte Landschaftsbilder mit einer Drohne zu fotografieren, bin ich initial durch die Fotos eines meiner fotografischen Vorbilder gekommen. Die Luftaufnahmen von Stefan Forster haben mich seit seinen Anfängen 2013 mit selbstgebauten und großen Oktokoptern schwer beeindruckt und inspiriert. Er hatte damals mit seinem Eigenbau sogar die relativ große Nikon D810 Vollformat Kamera mit dem schweren Nikkor 14-24mm Objektiv mit seinem Multikopter transportiert. Das war noch bevor Drohnen mit Kameras für jeden verfügbar und erschwinglich waren. Über einige Jahre hinweg habe ich mir immer wieder beeindruckende Luftaufnahmen von schwindelerregenden Orten und mit aus atemberaubenden Perspektiven und Blickwinkeln angesehen und der Wunsch, selbst solche Fotos kreieren zu können, wuchs und wuchs in mir.

Video von Stefan Forster: D800E an Oktocopter

Ergänzend zum Video des Oktokopters von Stefan Forster gibt es unter folgendem Link ein kleines Video in der ZDF Mediathek zu den Terra X Dreharbeiten mit dem Oktokopter im Nationalpark Serra da Capivara.

Entscheidung und Kauf einer Drohne

Nach mehreren Jahren des Zusehens und neidvollen Beobachtens habe ich es dann Anfang 2017 nicht mehr ausgehalten und wollte von den kommenden geplanten Reisen im Frühjahr und Sommer auch endlich Bilder aus der Luft mit nach hause bringen können. Dann habe ich, wie immer und bei allem eigentlich, im Vorfeld sehr viel recherchiert, welche Drohne für Landschaftsfotografie am besten ist.

Ich habe mich dann guten Gewissens für die DJI Phantom 4 Pro+ und gleich noch für einen Polfilter für die Drohne und zwei Ersatzakkus entschieden. Mit denen komme ich dann insgesamt mit einer Akkuladung auf gut eine Stunde Flugzeit (ca. 3 x 20min). Mit einem Adapter kann ich neben den normalen Kamera Akkus nun sogar auch die Drohnen Akkus bequem im Auto laden, wenn ich auf einer längeren, mehrtägigen Fototour unterwegs bin. Ich bin bis heute sehr zufrieden mit der Drohne.

Mit dem Auto auf Fototour
Kamera und Drohnen Akkus während der Fahrt laden

Neben den hervorragenden Flugeigenschaften und der leichten Bedienbarkeit war die Phantom 4 Pro+ zum damaligen Stand weit vorne, besonders was die Bildqualität der verbauten Kamera betrifft. Das war mich für das ausschlaggebende Kriterium für den Kauf. Momentan kommt nur die DJI Mavic 2 Pro an diese Qualität heran. Das zusätzliche Plus am Ende der Artikelbezeichnung besagt, dass ein dedizierter und fest verbauter Controller mit Display im Lieferumfang enthalten ist. Das war mir wichtig um beim Fliegen und Fotografieren unabhängig von zusätzlichen Drittsystemen, wie z.B. dem Mobiltelefon mit einer zusätzlichen Steuerungs-App als Display bzw. Controller, zu sein. Ich wollte die Drohne als geschlossene Einheit haben und bin auch immer noch sehr froh über diese Entscheidung.

Ostseestrand aus der Luft fotografiert während der goldenen Stunde
Eins meiner ersten ernsthaften Drohenfotos – Ein Strand an der Ostsee | Zum Bild

Technische Daten: F/5.6 | 1/100 Sekunde | ISO 100 Ausrüstung: DJI Phantom 4 Pro+ & Polfilter für die Drohne

Alles auf Anfang

Nach rund 10 Jahren Landschaftsfotografie war es für mich noch einmal ein Gefühl wie ganz am Anfang mit der Fotografie. Durch die neuen Möglichkeiten der Technik eröffnen sich dir als Fotograf so viele neue Perspektiven und Blickwinkel, die du ohne Drohne oft einfach schlichtweg nicht erreichen kannst. Alles fühlte sich neu an. Ich war wieder richtig aufgeregt und gespannt auf die neuen Möglichkeiten und konnte es kaum abwarten, die ersten ernsthaften Fototouren damit zu unternehmen.

Moderne Landschaftsfotos aus der Luft erweitern in jedem Fall dein Portfolio und schaffen dir weitere Möglichkeiten, falls du deine Fotos online verkaufen möchtest. Und wenn du, wie ich, außerdem ein bisschen Technik affin bist, ist es zudem einfach ein tolles Spielzeug und ein erstaunliches und faszinierendes kleines Wunderwerk der Technik.

Warum Fotos mit einer Drohne machen

Neue Perspektiven

Eine idyllische Insel der Träume in Fjord Norwegen von oben fotografiert
Eine idyllische Insel der Träume in Fjord Norwegen | Zum Bild

Technische Daten: F/5.6 | 1/20 Sekunde | ISO 100 Ausrüstung: DJI Phantom 4 Pro+ & Polfilter für die Drohne

Eine Drohne mit Kamera eröffnet dir völlig neue und vorher ungeahnte Möglichkeiten. Du gelangst mit der Kamera an Positionen, an die du ohne das Fluggerät nicht aus eigener Kraft gelangen könntest. So kannst du die Landschaften aus völlig neuen Perspektiven und einzigartigen Blickwinkeln aus der Luft präsentieren. Das ginge theoretisch oft auch mit einem Helikopter oder Buschflugzeug. Eines davon zu mieten und die nötigen Genehmigungen usw. zu organisieren, wäre aber bei weitem aufwendiger und teurer. Mit einem Multikopter hast du grundsätzlich nur die einmaligen Anschaffungskosten. Dafür steht sie dir dann für unzählige Flugstunden zur Verfügung und ist auch mal spontan einsetzbar.

Natur schützen

Du kannst mit der Drohnenfotografie die Natur sogar indirekt schützen. Wenn ich z.B. an die mit filigranen Moos bewachsenen Flächen im isländischen Hochland denke, kannst du dort mit einer Drohne fotografieren, ohne sie dabei zu zertrampeln. Dies ist ein weiterer Weg die Natur beim Fotografieren tendenziell eher zu schützen, anstatt sie zu zerstören. So kannst du auf sanfte Art und Weise Orte präsentieren, an die du nach den Richtlinien der Nature First Allianz der Naturfotografen, nicht gelangen würdest oder einfach nicht betrittst, weil du sie schützen willst.

Luftaufnahme von Kylingaskard im isländischen Hochland
Luftaufnahme von Kylingaskard im isländischen Hochland | Zum Bild

Technische Daten: F/5.6 | 1/200 Sekunde | ISO 100 Ausrüstung: DJI Phantom 4 Pro+ & Polfilter für die Drohne

Du solltest solche empfindlichen Orte natürlich auf keinen Fall zertrampeln. Dann lass das Fotografieren dort alternativ lieber ganz sein und achte und schütze eher diese fragilen Bereiche der Natur und stelle sie deiner eigenen Fotografie vornan.

Es macht Spaß

Bilder aus der Luft zu fotografieren und mit der Drohne zu fliegen macht einfach Spaß! Punkt. Auch nach einigen Jahren des regelmäßigen Fliegens durchfließt mich bei jedem Start ein kleiner Adrenalinstoß, weil es sich immer noch aufregend und ein klein bisschen abenteuerlich anfühlt solche spektakulären Bilder aus der Luft aufnehmen zu können.

Vor einigen Jahren hat sich mir durch die Drohnenfotografie noch einmal eine völlig neue Welt und eine zusätzliche Dimension für meine Landschaftsfotografie eröffnet. Die Vogelperspektive aus der Luft ermöglicht es mir an Stellen zu fotografieren, wo ich sonst nie mit einer Kamera hingelangt wäre. Diese neue Möglichkeit ist einfach fantastisch und bringt auf jeden Fall auch neuen Wind in deine eigene Landschaftsfotografie. Probieren geht über Studieren!

Welche Drohne soll ich mir kaufen?

Die aktuelle Auswahl an bezahlbaren, guten Drohnen für Fotografie ist überschaubar. Im Gegensatz zur Entscheidung zur besten Kamera für Landschaftsfotografie braucht es hier keinen großen Ratgeber. Aber auch hier habe ich für das Ranking bestimmte Kriterien wie Bildqualität, Flugeigenschaften und Preise berücksichtigt. Dieser Artikel richtig sich in erster Linie an Landschaftsfotografen, daher habe ich Drohnen ohne Kamera sowie und Spielzeug-Drohnen nicht berücksichtigt.

Ludwigs Insel von oben mit Zugspitze im Hintergrund
Die wundervolle Ludwigs Insel im Eibsee in Bayern mit der Zugspitze im Hintergrund. | Zum Bild

Technische Daten: F/5.6 | 1/100 Sekunde | ISO 100 Ausrüstung: DJI Phantom 4 Pro+ & Polfilter für die Drohne

Beste Drohne zum Fotografieren

Übersicht & Preise

Nachfolgend der Vergleich der drei Kamera Drohnen Phantom 4 Pro+, Mavic 2 Pro und der Spark vom chinesischen quasi Branchenführer DJI. Alle drei Modelle gelten als Hobby-Drohnen. Die Spark ist ein klassisches Einsteigermodell, die beiden anderen erfüllen in meinen Augen schon gehobene Ansprüche. Anfang November 2019 ist neben der Spark ein weiteres Einsteigermodell von DJI erschienen. Die Mavic Mini beeindruckt mit einer guten Akkulaufzeit und einem geringen Gewicht. Sie kann aber leider nur das Jpg Format schreiben, kein Raw. Damit bleibt sie aus Fotografensicht eine Einsteigerdrohne.

Die folgende Ranking Tabelle listet die wichtigsten Hauptmerkmale, sowie einige Highlights der jeweiligen Drohne auf.

DJI Phantom 4 Pro+
Platz 2
20 Megapixel Kamera
4K Videos @60 fps
1388g Fluggewicht
72 kmh Maximalgeschwindigkeit
Bis zu 28 Minuten Flugzeit
6km Reichweite
Modelljahr 2016
289,5 × 289,5 × 196 mm (L×B×H)
Preis anzeigen
DJI Spark
Platz 3
12 Megapixel Kamera
HD Videos (1080p)
300g Fluggewicht
50 kmh Maximalgeschwindigkeit
Bis zu 16 Minuten Flugzeit
2km Reichweite
Modelljahr 2018
143 × 143 × 55 mm (L×B×H)
Preis anzeigen

Technische Spezifikation

Sollte dich wirklich die gesamte technische Spezifikation und alle Parameter jeder Drohne im Detail interessieren, dann findest du sie unter folgenden Links, direkt beim Hersteller:

Technische Daten im Detail (öffnet in neuem Fenster): Phamtom 4 Pro+ | Mavic 2 Pro | Spark

Auswahl der Drohnen

Bei der Auswahl der zu vergleichenden Geräte, habe ich mich auf Drohnen mit fest-verbauten Kameras konzentriert und versucht unterschiedliche Preissegmente abzudecken. Dass es sich dabei komplett um Modelle des Herstellers DJI handelt ist Zufall. Es gibt aber momentan auch noch nicht wirklich sehr viel ernst zunehmende Konkurrenz in diesem Segment. Zudem habe ich selbst jahrelange Erfahrung mit dem Branchenführer und kann diesen auch nach eigenen Erfahrungen bedenkenlos weiterempfehlen.

Wie kommt es zu diesem Ranking

Das Ranking habe ich in erster Linie aus Sicht eines Landschaftsfotografen, nicht aus Sicht eines Drohnenpiloten erstellt. Wie im Screenshot oben zu sehen ist, habe ich mir die Phantom4 Pro+ Anfang 2017 bestellt und fliege und fotografiere seitdem mit dieser Drohne.

Hätte ich bisher keine Drohne mit Kamera und wäre zwischenzeitlich nicht die Mavic 2 Pro erschienen, würde ich mir die Phantom4 Pro+ wieder kaufen. Technisch sind beide auf sehr hohem Niveau und nehmen sich nicht wirklich viel. Das kannst du in der obigen Tabelle ganz gut vergleichen.

Hintersee von oben zum Sonnenuntergang mit Spiegelung
Der windstille Hintersee mit Spiegelung zum Sonnenuntergang | Zum Bild

Technische Daten: F/5.6 | 1/40 Sekunde | ISO 100 Ausrüstung: DJI Phantom 4 Pro+ & Polfilter für die Drohne

Da mir persönlich Videos nicht so wichtig sind, würden mich die 30fps bei 4K Videoaufnahmen der Mavic 2 Pro nicht weiter stören. Die 60fps der Phantom 4 Pro haben u.a. den Vorteil, dass du in der Nachbearbeitung z.B. Slow-Motion-Aufnahmen daraus erstellen kannst. Das geringe Packmaß der gefalteten Mavic 2 und das deutlich geringere Gewicht sind für mich dagegen die beiden Pluspunkte, die sie zum Sieger in diesem Ranking machen.

Vorteile des Testsiegers

Gerade auf Flugreisen sind die kleineren Abmessungen von großem Vorteil. Höchstwahrscheinlich willst du neben der Drohne noch weiteres Equipment im Handgepäck unterbringen. Bei Flugreisen hatte ich bisher immer einen Rucksack für die normale Kameraausrüstung und dann zusätzlich einen extra Rucksack für die Phantom 4 Pro+ mit allem Zubehör und Pipapo. Das kostet extra Geld und nervt, weil du viel tragen und rumzotteln musst. Bei den gefalteten Maßen der Mavic 2 (214×91×84 mm) ist durchaus denkbar, dass alles in einen Rucksack passt. Ein riesen Vorteil!

Nachteile

Natürlich ist auch die Mavic 2 nicht die „Eierlegende Wollmilchsau“, die alle Vorteile von Drohnen in sich vereint. Sie hat natürlich auch Nachteile. Im Vergleich mit der hier zweit platzierten Phantom 4 Pro+, hat sie weniger Sensoren verbaut. Das ist natürlich erst einmal gut für das Gewicht, beim rückwärts Fliegen fehlen der Mavic 2 aber Sensoren zum Erkennen von Hindernissen. Die Phantom 4 ist dagegen ringsum „gesichert“ und warnt dich rechtzeitig vor einem möglichen Zusammenstoß.

Nützliches Zubehör

Es gibt natürlich sehr viel mehr oder weniger sinnvolles Zubehör rings um die Drohnen. Wirklich brauchen tust du davon aber nicht viel. In den letzten Jahren haben sich für mich, als tatsächlich nützliches Zubehör im Alltag mit einem Multikopter, im Wesentlichen drei Dinge erwiesen.

Oppstrynsvatnet bei Stryn in Norwegen
Oppstrynsvatnet bei Stryn in Norwegen | Zum Bild

Technische Daten: F/5.6 | 1/160 Sekunde | ISO 100 Ausrüstung: DJI Phantom 4 Pro+ & Polfilter für die Drohne

Rucksack oder Koffer

Das ist separater Rucksack oder Koffer, zum Verstauen, Verreisen mit dem Flugzeug und dem Transportieren der Drohne im Auto. In meinem Fall ist das ein umfunktionierter Foto-Rucksack der Marke Lowepro Vertex 300 AW. In diesen Rucksack passt die Phantom 4 Pro+ mitsamt allem Zubehör, was ich für das Fluggerät habe, ganz locker rein. Ein weiterer Vorteil sind die Abmaße des Rucksacks, da du ihn z.B. problemlos bei sämtlichen Fluglinien einfach als Handgepäck mitnehmen kannst. Das war damals auch der ursprüngliche Grund, warum ich mir gerade diesen Fotorucksack vor einigen Jahren gekauft habe. Alternativ kannst du auch einen Transportkoffer für die Drohne benutzen. Finde ich persönlich aber unpraktischer. Mit so einem sperrigen Koffer irgendwohin „wandern“ macht voraussichtlich nicht so extrem viel Spaß.

Polfilter für die Drohne

Der im Artikel nochmal weiter unten erwähnte Polfilter für die Drohne, um unter anderem die Farben zu intensivieren und den Dynamikumfang und Kontrast im Bild schon in der Kamera zu erhöhen. Der Polfilter erhöht zwar minimal die Verschlusszeit, da er etwas Licht schluckt, aber das ist es in meinen Augen in jedem Fall wert. Ich habe den Filter praktisch die ganze Zeit, anstelle der normalen Frontblende, an der Drohnenkamera montiert.

Ersatzakkus und Ladegerät

Und dann natürlich – last but not least – die beiden Ersatzakkus und der Adapter zum Laden der Batterien im Auto. Ich empfehle auf jeden Fall mindestens zwei weitere Akkus mitzunehmen. Einer der Akkus kann immer mal, sei es durch Kälte oder was auch immer, unerwartet Energie verlieren. Dann ist es immer besser weitere Akkus z.B. im warmen Rucksack dabei zu haben. Nichts wäre ärgerlicher als nach einer langen Anreise, irgendwo an der schönsten Naturkulisse zu stehen und dann festzustellen, dass man nicht mehr genügend Akkuleistung für einen Flug dort hat.

Kein unnötiger Firlefanz

Das ist auch schon alles. Mit diesen paar Dingen kann ich mit der Drohne ins Ausland fliegen und sie transportieren, bessere Fotos damit kreieren und sie auf längeren Fototouren autark im Auto laden und damit unabhängig bleiben.

Den ganzen Firlefanz, den man sonst so kaufen kann braucht man nicht wirklich. Sei es ein künstlicher Landeplatz, so genannte Landegestelle, zusätzliche Stabilisatoren und Gimbal-Schutzbleche. Alles Dinge, die mehr Gewicht bedeuten und zusätzlich kaputt gehen können. Weniger ist manchmal mehr.

Darauf musst du beim Fliegen achten

Bisher war ich mit der Drohne in Deutschland, Island, Norwegen, Schweden und Italien unterwegs. Da ich sowieso vorwiegend in menschenleeren Gegenden fliege und fotografiere, hatte ich damit bisher auch nirgends irgendwelche Probleme mit anderen Leuten.

Drohne in Aktion - Fliegen am Skaftafellsjökull Gletscher in Island
Drohne in Aktion – Fliegen am Skaftafellsjökull Gletscher in Island | Zum Bild

Vor dem ersten Flug

Bevor du den ersten echten Flug irgendwo draußen startest, ließ dir auf jeden Fall das Handbuch und die Anleitung sorgfältig durch. Damit du auch eine Weile was davon hast und gleich die erste komplette Flugstunde absolvieren kannst, solltest du vorher natürlich deine Akkus richtig voll laden. Nimm alle wichtigen Einstellungen in der Software vor, d.h. die richtigen Maßeinheiten einstellen, zusätzliche Messwerte im HUD einblenden, Schwellenwerte für die Alarmfunktion des Akkuladestandes setzen, Rückflughöhe der Return Home (Failsafe) Funktion auswählen usw. Richte auch die Hardware deiner Drohne im Vorfeld sorgfältig ein. Der Gimbal zum Stabilisieren der Kamera muss kalibriert werden, damit die Fotos und Videos der Drohne auch einen möglichst geraden Horizont haben. Mach dich mit der Bedienung und dem Lesen der Instrumente vertraut. Kenne alle notwendigen Schutzmechanismen, wie z.B. die Return Home Funktion der DJI Drohnen und wie du sie aktivierst, die verbauten Sensoren, den Kollisionsschutz und sei dir der Regeln und Pflichten im Umgang mit Multikoptern bewusst.

Suche dir irgendwo ein richtig ruhiges Plätzchen und mache dich mit der Handhabung, den Flugeigenschaften und der Steuerung deiner Drohne vertraut. Ich kann mich noch an meinen ersten Flug erinnern. Ich war einerseits aufgeregt wie ein kleines Kind und konnte es andererseits gar nicht abwarten endlich zu starten. Es ist aber alles recht intuitiv und der Schock über den Krach macht dem Spaß am Fliegen und Fotografieren schnell Platz.

Die aktuelle Drohnenverordnung

Damit du dich beim Fliegen in Deutschland auch mit den geltenden Regeln auskennst und mit der Nutzung der Drohne alles regel konform abläuft, stelle ich dir hier kurz die wichtigsten Punkte der Verordnung vor.

Regeln des BMVI

In Deutschland gibt es, je nach Gewicht und Größe deiner Drohne, vor dem ersten Flug einige Dinge zu beachten. Am besten ließt du dir in Ruhe die verlinkte Drohnenverordnung und die Liste mit den wichtigsten Regeln durch, bevor du das erste mal mit dem Gerät in die Luft steigst und fliegst.

Da sich die genauen Werte der einzelnen Regeln immer mal ändern werden, habe ich hier nur die vier wichtigsten Regeln in einer kleinen Übersicht aufgeführt und nicht im alle einzeln und im Detail im Artikel aufgelistet, sondern auf die aktuelle Version des Ministeriums BMVI verlinkt.

Links: Hier ist der Link zum Flyer der aktuellen Drohnenverordnung [PDF] des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur. In diesem separaten Artikel sind vom Ministerium alle wesentlichen Regelungen in einer Liste zusammen gefasst.

Zusammenfassung der Drohnen-Verordnung (Stand März 2018)

Die fantastisch anmutende Bergwelt der Sunnmøre Alpen in Norwegen
Die fantastisch anmutende Bergwelt der Sunnmøre Alpen in Norwegen | Zum Bild

Technische Daten: F/5.6 | 1/100 Sekunde | ISO 100 Ausrüstung: DJI Phantom 4 Pro+ & Polfilter für die Drohne

Kennzeichnungspflicht

Ab 0,25 kg Gesamtgewicht des Fluggerätes muss eine Plakette mit Namen und Adresse des Eigentümers angebracht werden. Das gilt überall in Deutschland, auch auf Modellfluggeländen.

Kenntnisnachweis

Ab 2,0 kg müssen besondere Kenntnisse nachgewiesen werden. Das betrifft allerdings keine der hier im Beitrag vorgestellten Drohnen.

Erlaubnispflicht

Ab 5,0 kg wird eine spezielle Erlaubnis der Landesluftfahrtbehörde benötigt.

Ab 100m Höhe

In dieser Höhe dürfen Drohnen nur fliegen, wenn eine behördliche Ausnahmeerlaubnis eingeholt wurde. Bei Modellflugzeugen müssen lediglich besondere Kenntnisse nachgewiesen werden.

Wichtige Regeln

Der gesunde Menschenverstand

Abgesehen von den gesetzlichen Pflichten und Regeln, ist eines der wichtigsten Instrumente beim Umgang mit Drohnen, der gesunde Menschenverstand. Leider habe ich schon zu viel gesehen und erlebt, um zu wissen, dass es immer einige Leute gibt, die ihren Verstand zu hause lassen oder erst gar keinen oder nur sehr wenig davon haben.

Drohne fliegt am menschenleeren Strand
Drohne am menschenleeren Strand

Du solltest natürlich niemals und unter keinen Umständen andere Menschen oder Tiere durch dein Fluggerät gefährden. Immer Safety-First! Es gilt immer genügend Abstand zu halten und nicht über besiedelte Wohngebiete zu fliegen, um niemanden zu sehr auf die Pelle zu rücken. Das ist wohl leider einer der häufigsten Gründe für den mittlerweile schlechten Ruf, den die Drohnen bekommen haben. Auch solltest du dir immer im Vorfeld reiflich überlegen, wo du deine Drohne startest, damit du die Natur und die darin lebenden Tiere mit dem Krach der Drohne nicht zu sehr störst.

Ich sehe es aber leider immer wieder, dass – wie soll ich es sagen – Idioten ihre Drohne an einem vollen Strand steigen lassen, oder in der Stadt an einer Hauswand lang fliegen, über Parkplätze an Einkaufsmärkten oder gar über Autobahnkreuzen fliegen. Die Ignoranz und Dummheit kennt leider keine Grenzen.

Die Drohne kann für Andere als ein sehr aufdringliches und sehr lautes und störendes Objekt wirken, also immer gegenseitig Rücksicht nehmen und den Respekt voreinander bewahren.

Pflichten

Plakette

Was unabhängig vom Gewicht für alle echten Drohnen gilt, ist die Kennzeichnungspflicht. Mit echt meine ich, dass du keine klitzekleine Spielzeugdrohne unter 0,25 Gramm benutzt. Kennzeichnung heißt, dass du eine Plakette mit Namen und Adresse des Besitzers an der Drohne anbringen musst. Wichtig ist, dass die Kennzeichnung dauerhaft und feuerfest beschriftet und fest mit dem Gerät verbunden ist.

Die Drohnen-Plakette zeichnet sich durch hochwertiges Material, eine hochwertige Lasergravur und eine geringe Größe aus. Ich hatte auch Sorgen, dass sie das Flugverhalten der Drohne beeinflussen würde. Das tut sie aber nicht im geringsten. Sie ist dermaßen klein und leicht und hat keinen Einfluss auf die Drohne beim Fliegen. Kaufen kannst du sie z.B. im Shop von drohnen.de oder bei Amazon.

Versicherung

Bereits seit 2005 müssen unbemannte Flugobjekte, daher auch Drohnen bzw. Kameradrohnen, versichert werden. So haftet der Pilot für alle Schäden, die durch den Multikopter verursacht werden. Unabhängig vom Startgewicht und davon ob die Drohne gewerblich oder rein privat als Hobby genutzt wird, unterliegen gemäß §43 Abs. 2 LuftVG so genannte Luftfahrzeuge der Versicherungspflicht. Im Versicherungsvergleich der Kollegen von drohnen.de findest du eine Übersicht unterschiedlicher Versicherer und Tarife.

Was ist noch zu beachten

Neben den gesetzlichen Regelungen gibt es noch ein paar weitere Dinge im Umgang mit Multikoptern zu beachten.

Rechtliches & Regeln

Der Kratersee Ljótipollur im Hochland von Island
Der Kratersee Ljótipollur im Hochland von Island | Zum Bild

Technische Daten: F/5.6 | 1/120 Sekunde | ISO 100 Ausrüstung: DJI Phantom 4 Pro+ & Polfilter für die Drohne

Flugverbotszonen

Neben den schon erwähnten gesetzlichen Regeln gibt es natürlich auch Flugverbotszonen überall auf der Welt. Die DJI Drohnen haben diese in ihrer Flug-Software bereits integriert. Du wirst auch regelmäßig zum Updaten gezwungen, da die Drohne sonst irgendwann einfach nicht mehr startet. Befindest du dich in der Nähe oder in einer solcher Verbotszone, warnt dich die Drohne von selbst oder verweigert den Flug komplett. Meistens sind solche Zonen im Umfeld von kleinen und großen Flughäfen sowie Militärgeländen.

Höhenbegrenzung

In Deutschland darfst du aktuell bis zu einer Höhe von 100m fliegen. Das ist in der Software schon voreingestellt. Du kannst diese Einstellung manuell bis auf eine Höhe von 500m überschreiben. Ohne Sondererlaubnis ist das aber eben nicht erlaubt. Viel Spaß beim Erklären, wenn du in über 100m Höhe mit etwas in Deutschland zusammenstoßen solltest.

Nationalparks

Um in Nationalparks und Naturschutzgebieten fliegen zu dürfen, brauchst du in Deutschland eine Aufstiegs-Erlaubnis. Diese muss in jedem Bundesland separat beantragt werden.

Verantwortung & Rücksicht nehmen

Abschließend möchte ich nochmal darauf hinweisen im Umgang mit Drohnen einfach gegenseitig Rücksicht zu nehmen. Für Fotografen können sie ein wirklich großartiges Werkzeug sein, um moderne und spektakuläre Bilder zu erstellen. Anderseits können sie natürlich missbräuchlich oder rücksichtslos benutzt werden und zum Schaden anderer beitragen, wodurch sie mittlerweile von vielen Leute eher argwöhnisch betrachtet werden. Sei dir deiner Verantwortung als Pilot eines Multikopters mit Kamera also stets bewusst.

Tipps für bessere Luftaufnahmen

Bevor es losgeht

Wetter checken

Informiere dich vor jedem Flug, wie das Wetter ist und werden soll. Je nachdem in welchen Breitengraden du gerade fliegen willst, sei dir gewiss darüber wie kalt oder heiß es dort gerade ist und ob die Temperaturen der Drohne und den Akkus gefährlich werden können. Vor allem aber, achte auf den Wind!

Das fast tropisch anmutende Fischerdorf Sakrisøya auf den Lofoten
Das fast tropisch anmutende Fischerdorf Sakrisøya auf den Lofoten | Zum Bild

Technische Daten: F/5.6 | 1/200 Sekunde | ISO 100 Ausrüstung: DJI Phantom 4 Pro+ & Polfilter für die Drohne

Die Drohne warnt dich vor gefährlichem Wind und darauf solltest du Acht geben und entsprechend reagieren. Die Akkus werden bei starkem Wind und Böen ebenfalls stärker beansprucht, dementsprechend nimmt die Gesamt-Flugdauer pro Akku ab. Das solltest du einkalkulieren, wenn du ein Stück weiter weg fliegen willst. Außer Sichtweite solltest du mit der Drohne dabei aber so oder so nicht fliegen.

Regen ist neben Wind ein weiter natürlicher Feind der Multikopter. Ich bin schon bei mäßigen Regen und Nieselregen mit etwas Wind geflogen. Das kann die Phantom 4 ganz gut ab. Bei starkem Regen, Schnee oder einem Sandsturm würde ich aber stark vom Flug abraten. Es ist einfach zu gefährlich.

Die richtige Umgebung

Sie dir vor dem Start immer sicher, dass du dort auch fliegen darfst und niemanden gefährdest. Innerhalb von strikten Flugverbotszonen lässt sich die Drohne sowieso nicht starten bzw. nur in einem eingeschränktem Modus mit einer Maximalhöhe von 30 Metern.

Drohne beim Fliegen in Norwegen
Drohne beim Fliegen in Norwegen

Auf keinen Fall solltest du das Fluggerät innerhalb von Gebäuden oder geschlossenen Räumen einsetzen. Auch wenn es am Anfang in den Fingern juckt und du das neue Spielzeug unbedingt gleich ausprobieren willst, mach das nicht in deiner Wohnung, sondern irgendwo draußen!

Reichweite

Die meisten Drohnen haben eine ungefähre maximale Reichweite von ca. 6 Kilometern. Da du theoretisch nur in Sichtweite fliegen darfst, wirst du kaum an diese 6km herankommen. Die maximale Entfernung hängt natürlich auch von der Beschaffenheit des Terrains ab. Massive Berge und Wälder können das Signal schwächen, sodass du irgendwann den Kontakt zur Drohne verlierst. In diesem Fall schaltet das Gerät zeitnah in den Return Home Modus und fliegt selbstständig zum Startpunkt zurück.

Tipp: Anders als die Phantom 4 hat die Mavic 2 kein rückwärts gerichtetes Sichtsystem bzw. Sensoren. Du kannst also nicht „sehen“, was sich hinter deiner Drohne befindet. Ergo ist es am besten mit der Mavic 2 vorrangig vorwärts zu fliegen.

Kameraeinstellung der Drohne verstehen

Wie du an den technischen Daten der Fotos im Artikel sehen kannst, nutze ich fast immer relativ ähnliche Kameraeinstellungen. Ich fotografiere mit der Drohne so gut wie immer im Blendenprioritätsmodus (A-Modus). Das heißt ich stelle die Blende fix auf F/5.6 für maximale Schärfe, die ISO möglichst gering auf ISO100 für die maximale Bildqualität und lasse die Kamera die Verschlusszeit bestimmen.

Tipp: Um mehr über den Zusammenhang von Blende, Verschlusszeit und ISO zu erfahren, schaue mal in den verlinkten Artikel. Dort habe ich das fotografische Dreieck im Detail erklärt.

Da eine höhere ISO immer mit weniger Bildqualität und mehr Bildrauschen einher geht, erhöhe ich die ISO nur, wenn die Belichtungszeiten zu lang werden und dadurch die Bilder unscharf werden würden. Sollte die Kamera mit der Berechnung der Verschlusszeit falsch liegen, korrigiere ich das mit Hilfe der EV Verschiebung. Damit kannst du die errechnete Belichtungszeit einfach und schnell nach oben oder unten korrigieren. Das kann in sehr dynamischen Lichtsituationen passieren und wenn du ins Gegenlicht fotografieren willst.

Live Histogramm einblenden

Da du mit der Drohne vorrangig draußen unterwegs sein wirst und dein Display der Sonneneinstrahlung mit den entsprechenden Blend-Effekten ausgesetzt ist, ist der Einsatz des Histogramms sehr zu empfehlen. Nur anhand der Abbildung auf dem Bildschirm lässt sich nämlich nicht verlässlich sagen, ob das Foto korrekt belichtet ist.

Fotografieren mit der Drohne an der windigen norwegischen Küste, an der Atlantikstrasse
Fotografieren mit der Drohne an der windigen norwegischen Küste | Zum Bild

Auf dem Foto der Atlantikstraße ist das Histogramm links unten neben der Karte eingeblendet. Das Display warnt ebenfalls vor ausgefransten Stellen in den Wolken oben links. Das sieht man schon vor dem Auslösen. Du kannst nun die Belichtungszeit mit der EV Verschiebung verringern, bis die Bereiche nicht mehr ausfransen. Dadurch wird aber das ganze Foto dunkler. Alternativ kannst du Belichtungsreihen einsetzen, sollte der dynamische Umfang des Lichts zu groß für den Sensor sein. Genau das habe ich in der Szene oben auch getan. Die 3 die im Auslöse-Button zu sehen ist, besagt, dass drei Belichtungen für das Bild beim Auslösen gemacht werden.

Tipp: In diesem Artikel habe ich das Lesen des Histogramms anhand von Beispielen erklärt.

Die dabei erstellen Fotos setze ich dann später in Photoshop manuell zusammen. Wie du die Belichtungsreihen (AEB) aktivierst, kannst du im Handbuch deiner jeweiligen Drohne nachlesen. Die Kamera macht dann beim Auslösen automatisch eine „normale“ Belichtung, eine dunklere und eine hellere, sodass das gesamte Spektrum des Lichtumfangs eingefangen ist. Sollte die Lichtsituation wirklich sehr extrem sein, kannst du die Stufen der Belichtungsreihe größer oder kleiner stellen und die Anzahl der Aufnahmen auf bis zu 5 pro Belichtungssequenz setzen.

Dateiformat Raw oder Jpg

Ich fotografiere grundsätzlich im RAW Format. Das hat viele Vorteile für die Bildqualität und die digitale Nachbearbeitung der Bilder. Es gibt allerdings auch etwaige Nachteile, wie einen erhöhten Zeitaufwand beim Entwickeln der RAW Dateien. Es hängt also davon ab, was du später mit den Bildern vorhast. Glücklicher Weise kannst du auch einstellen das die Kamera Raw und Jpg aufnimmt. Es werden dann bei jeder Belichtung beide Formate gespeichert und auf die Karte geschrieben. Das nimmt natürlich mehr Speicherplatz weg, dafür kannst du im Nachgang entscheiden, welche der Dateien du behalten und weiter verarbeiten möchtest.

Tipp: Mehr zur Wahl des Dateiformats kannst du in dem Artikel RAW oder JPEG nachlesen.

Achte auf die Bildkomposition

Norðurbarmur - die Berge von Landmannalaugar aus der Luft fotografiert
Norðurbarmur – die Berge von Landmannalaugar aus der Luft fotografiert | Zum Bild

Technische Daten: F/5.6 | 1/400 Sekunde | ISO 100 | EV-0,66 Ausrüstung: DJI Phantom 4 Pro+ & Polfilter für die Drohne

Wie bei der ganz normalen Landschaftsfotografie am Boden, solltest du natürlich auch bei Luftaufnahmen auf die Bildkomposition achten und nicht einfach wild drauf los knipsen. Das Bild oberhalb z.B. führt den Betrachter mit Hilfe einer klassischen S-Kurve durch das Bild. Das Auge verweilt dann am Ort mit dem höchsten Kontrast im Bild, d.h. hier das Ende der S-Kurve am mit Schnee bedeckten, aber trotzdem teilweise von Vulkanasche bedeckten schwarzen Berggipfeln.

Generell achte ich immer sehr auf die Ecken im Bild, auf hinaus laufende Linien, die Kontraste im Bild und darauf, dass nicht zu viel „toter Raum“ im Foto ist. Bei normalen klassischen Landschaftsbildern sollte die Bildkomposition sehr ausgeglichen sein. Solltest du deine Fotos online verkaufen, können natürlich auch Alternativen der Bilder mit gewollt viel toten Raum für Slogans oder Überschriften dabei sein.

Am Beispiel oben siehst du auch den Einsatz der Drittel Regel. Ein Drittel des Bildes ist Himmel, zwei Drittel sind Landschaft. Je nach Kulisse, Wetter und vielen anderen Faktoren kannst du das Verhältnis natürlich auch umkehren oder auf z.B. 1/5 Himmel zu 4/5 Landschaft abändern.

Hinweis: Um das schon beim Komponieren des Bildes in der Luft optimal beachten zu können, blende am besten neben dem Histogramm auch das Gitternetz (sog. Grid) im Display ein. So kannst du recht einfach Motive auf die Schnittpunkte der Linien positionieren.

Spiele mit den Perspektiven

Der Einsatz einer Drohne hat wohl hauptsächlich den Zweck frische und neue Perspektiven zu entdecken und zu fotografieren. Allein schon der normale Einsatz der fliegenden Kamera verschafft dir neue Blickwinkel und Bilder von Orten, an die du sonst nur mit dem Flugzeug, Helikopter oder vielleicht auch überhaupt gar nicht gelangt wärst. Für erdgebundene Menschen sind diese neuen Aussichten, Perspektiven und ungewohnten Blickwinkel erst einmal fremd und ungewohnt. Deshalb verweilen sie beim Anschauen in der Regel länger auf einem solchen Foto. Zudem regt es den Betrachter vermehrt zum Nachdenken über das Bild an.

Das Ufer vom bayerischen Hintersee von oben betrachtet
Das Ufer vom bayerischen Hintersee von oben betrachtet | Zum Bild

Technische Daten: F/5.6 | 1/5 Sekunde | ISO 100 Ausrüstung: DJI Phantom 4 Pro+ & Polfilter für die Drohne

Auch wenn der normale Einsatz schon spektakuläre Bilder verspricht, lohnen sich nichtsdestotrotz Experimente und auch mal ein Blick direkt nach unten. Genau das habe ich am Beispiel des obigen Hintersee Fotos getan. Am Controller des Multikopters habe ich einen Knopf, der die Kamera direkt nach unten schauen lässt und bei Bedarf wieder zurückschwenkt. Solche Bilder kann man vom Boden aus nur erahnen. Ob es tatsächlich machbar ist und dann auch noch nach was aussieht, kannst du meistens erst beurteilen, wenn du bereits in der Luft bist. Solche Bilder werden auch Top-Down Shots genannt.

Benutze einen Polfilter

Wie weiter oben schon unter Zubehör bereits kurz erwähnt, ist ein Polarisationsfilter ein absolutes Muss. Leider ist er nicht im Standard Lieferumfang enthalten. Ich empfehle dir aber unbedingt einen Polfilter für die Drohne einzusetzen. Ich habe ihn seit dem Kauf praktisch immer im Einsatz.

Hinweis: Im verlinkten Polfilter Paket sind zusätzlich weitere ND Filter (Neutral Density oder neutral Grau) enthalten, die du gleich für das Filmen mit der Drohne verwenden kannst.

Der Grund, warum ich so begeistert von diesem Filter bin, ist das er viele tolle Bild verändernde Eigenschaften in sich vereint. Die meisten davon sind nur sehr schwer bis gar nicht mit digitaler Nachbearbeitung machbar. Der Filter erhöht den Dynamikumfang des Lichts, den der Kamerasensor aufnehmen kann. Er erhöht ebenfalls den Kontrastumfang im Foto und intensiviert die Farben im Bild. Der Filter kann Spiegelungen in Gewässern oder glatten Oberflächen intensivieren oder sie komplett verschwinden lassen, je nachdem wie weit du ihn drehst. Und das alles mit einem einzigen Filter!

Tipp: Wenn du mehr darüber erfahren willst, wie du den Filter optimal für deine Fotografie einsetzen kannst, schaue mal in meinem umfangreichen Ratgeber 10 Tipps für kreative Landschaftsfotos vorbei.

Den größten Wirkungsgrad hat ein zirkularer Polfilter, wenn er im 90° Winkel zur Sonneneinstrahlung eingesetzt wird. Dann kann es sogar soweit gehen, dass der Filter bei blauem Himmel und maximaler Wirkung einen Effekt im Bild hinterlässt, der einen unnatürlich wirkenden Farbverlauf erzeugt. Dann solltest du ihn etwas zurück regulieren, wieder indem du ihn einfach etwas zurück drehst.

Nicht mit kalten Akkus starten

Die Atlantikstraße in Norwegen von oben
Die Atlantikstraße in Norwegen von oben | Zum Bild

Technische Daten: F/5.6 | 1/80 Sekunde | ISO 100 Ausrüstung: DJI Phantom 4 Pro+ & Polfilter für die Drohne

Ich rate dir nicht mit kalten Akkus zu starten. Das kann dazu führen, dass sie beim Fliegen schneller an Leistung verlieren und die Ladestand Anzeige im Controller nicht richtig funktioniert. Im schlimmsten Fall stürzt dir die Drohne dann unterwartet einfach ab.

Ich transportiere die Ausrüstung meistens in der mitgelieferten Styroporbox oder einem der Fotorucksäcke. Je nach Außentemperatur lasse ich die Drohne und die Akkus sich dann vor dem Fliegen draußen akklimatisieren, sodass einem reibungslosen Flug nichts mehr im Weg steht.

Ersatz Akkus mitnehmen

Denke immer daran ausreichend Ersatz Akkus mitzunehmen. Ein normaler Drohnen Akku hält bei optimalen Bedingungen ca. 20-25 Minuten. Das ist nicht wirklich viel. Ich habe immer zwei weitere aufgeladene Akkus dabei. So komme ich dann auf ungefähr 60 Minuten Flugzeit. Beim Fahren im Auto lade ich die leeren Akkus dann mit einem Adapter direkt wieder auf. Das System funktioniert für mich bisher super.

Achte darauf die Akkus auch nachts nicht zu sehr auskühlen zu lassen, d.h. lass sie nicht im Auto liegen oder irgendwo draußen. Beim Campen solltest du sie in Körpernähe oder gut isoliert aufbewahren, da sie bei Kälte viel von ihrer Leistung einbüßen. Während eines Roadtrips durch Norwegen war es beim Übernachten im Fjell in einer Nacht so kalt, dass alle drei Akkus am nächsten Morgen nur noch wenige Prozent ihrer Leistung hatten, obwohl alle vorher voll aufgeladen und sie in mehreren Schichten gut isoliert gelagert waren.

Speicherkarten

Ich habe immer zwei Speicherkarten für die Drohne im Einsatz. Eine ist im Gerät, die andere dient als Backup. Nach einem Flug sichere ich dann im Idealfall die gemachten Fotos auf eine Festplatte. Sollte das mal nicht gehen, weil der Reiseplan eng ist oder was auch immer, dann kann ich die zweite Karte beim nächsten Flug benutzen. Das bewahrt mich vor Datenverlust, sollte die Drohne beim nächsten Flug abstürzen, da ja sonst alle bereits gemachten Bilder der ersten Karte weg wären.

4K Videos mit der Drohne aufnehmen

Obwohl sich der Artikel primär auf das Fotografieren von Landschaften mit einer Drohne konzentriert, möchte ich im folgendem dennoch kurz das Thema Filmen und Videos erstellen mit einem Multikopter eingehen.

Darauf musst du achten

Beim Drehen von Videos mit der Drohne ist weniger zu beachten als beim Fotografieren. Filmemacher und Videografen werden mir diesen Satz hoffentlich verzeihen. Die Aussage resultiert natürlich aus meiner Sicht als Landschaftsfotograf, in deiner Welt kann das anders aussehen. Grundsätzlich solltest du auch beim Filmen zuerst einige Grundeinstellungen festlegen.

Videoformat

Das ist allem voran das Videoformat. Bei uns solltest du PAL benutzen, in den USA z.B. NTSC.

Qualität

Die Videogröße / Bildqualität hängt natürlich von deiner Kamera ab und wie groß du deine Aufnahmen tatsächlich haben willst. Je größer das Video, umso mehr Speicherplatz wird benötigt und umso mehr Rechenleistung brauchst du beim Nachbearbeiten. Überlege dir also im Vorfeld, was du mit den Aufnahmen später anstellen willst. Ich nutze, wenn ich schon filme, dann auch die vollen 4K, die die Kamera an Qualität hergibt.

Dateiformat

Beim Dateiformat, kannst du ähnlich bei Fotos zwischen zweien entscheiden. Bei Videos stehen dir .mov und .mp4 zur Auswahl. Nimm einfach, was besser in deinen Workflow passt, bzw. das was schon deine DSLR als Videoformat benutzt. Bei der Qualität der Videodaten unterscheiden sich die beiden Formate nicht.

Weißabgleich

Beim Fotografieren im RAW Format brauche ich mir keinen Kopf um den Weißabgleich machen, den die Kamera im Moment der Aufnahme kalkuliert hat. Diesen setze ich immer manuell als einen der ersten Schritte bei der digitalen Nachbearbeitung des Bildes. Beim Filmen geht das nicht so einfach. Daher macht es Sinn den Weißabgleich (die Farbtemperatur des Lichtes) selbst zu bestimmen. Wenn dich das nicht weiter juckt, dann lass die Einstellung einfach auf AWB (Automatic White Balance). Willst du die Farbstimmung der Aufnahme selbst bestimmten, kannst du unter verschiedenen Vorgaben wählen oder sie komplett manuell einstellen. Da das immer von der jeweiligen Szene und deinen Vorlieben für die aktuelle Aufnahme / das Projekt oder den Film variiert, kann ich dir dahingehend keine konkreten Vorschläge geben. Probiere es am besten aus und sieh dir die Auswirkungen der Einstellungen an.

Style und Farben

Des Weiteren gibt es Einstellungsoptionen für den Style. Dabei können Schärfe, Kontrast und Farbsättigung geregelt werden. Bei den Farben kann man unter verschiedensten Presets wählen. Das ist dann in etwa so, als würdest du einen Farbfilter vor die Linse halten. Das ist ungefähr das Gleiche wie die Picture-Style Eigenschaften in der normalen DSLR / DSLM Kamera. Ich lasse davon grundsätzlich die Finger, um ein möglichst „flaches“ Bild aus der Kamera zu bekommen, was ich dann während der Nachbearbeitung entwickle und dort diese Werte setzte.

Belichtung

Du musst ein Auge auf die Belichtung haben und ggf. die EV Verschiebung zur Korrektur nutzen. Auch beim Filmen greifen natürlich die grundsätzlichen Regeln der Bildkomposition, die ich weiter oben schon erwähnt hatte.

Kamerafahrten & Hilfreiche Extras

Um möglichst sanfte „Kamerafahrten“ aufzunehmen solltest du schon sehr vertraut mit der Steuerung der Drohne deiner Wahl sein. Es gibt meistens vielfältige extra Funktionen, die dir das Leben leichter machen. Also solltest du dich damit auskennen und wissen, wann du sie sinnvoll für dich einsetzen kannst. Da gibt es z.B. die Follow-Me (ActiveTrack) Funktion, mit der du beispielsweise dich selbst beim Wandern oder dein Auto beim Fahren durchs einsame Hochland relativ einfach, aber eindrucksvoll filmen kannst. Des weiteren kannst du bestimmte Routen (Tapfly) festlegen, die die Drohne dann selbstständig abfliegt und dabei filmt.

Filmen im Sportmodus

Im Sportmodus bei ca. 70km Fluggeschwindigkeit kann es sein, dass sich die Drohne so weit nach vorn neigt, dass du die Propeller im Videos siehst. Das Gleiche passiert auch, wenn du sehr schnelle Richtungswechsel beim Filmen einleitest. Also beim Aufnehmen eines Videos lieber etwas langsamer und geschmeidiger fliegen, dann sind die Propeller nicht zu sehen und es bleiben unangenehme Ruckler beim Filmen aus.

Beispiel Videos der Phantom 4 Pro+

Hier eine kleine Beispiel Sequenz in 4K Qualität. Die Szene habe ich mit der Phantom 4 Pro+ in Italien auf einem Bergpass auf ca. 2.236m Höhe aufgenommen. Bisher habe ich die Möglichkeit Filme mit der Drohne aufzunehmen kaum genutzt, will das aber in Zukunft nachholen und intensivieren.

360° Drehung 4K Video

Das kurze Video soll zu Demonstrationszwecken der Qualität dienen.

360° Drehung der Drohne auf einem Pass auf 2236m Höhe in Italien

4K Video mit Flug und Richtungswechseln

Ebenfalls nur ein kurzes Beispiel Video zur Veranschaulichung der Flugeigenschaften und der Qualität der Drohne beim Filmen.

Beispiel Flug mit Richtungswechseln der Drohne auf einem Pass auf 2236m Höhe in Italien

Mit der Drohne ins Ausland verreisen

Das musst du beachten

In Deutschland gibt es sehr viele Regeln im Umgang mit Drohnen. Das Land ist unglaublich dicht besiedelt, überall sind Siedlungen und Menschen. In den wenigen Naturgebieten und Nationalparks brauchst du oft eine Aufstiegsgenehmigung des jeweiligen Bundeslandes, wenn du dort mit dem Multikopter fliegen und fotografieren oder filmen willst. All das führt dazu, dass ich mittlerweile am liebsten irgendwo in der Wildnis im hohen Norden Skandinaviens oder Islands mit der Drohne unterwegs bin. Vielleicht geht es dir da ähnlich und willst auch mit der Drohne irgendwohin ins Ausland verreisen. Dazu nachfolgend ein paar hilfreiche Tipps.

Das Fischerdorf Reine auf den Lofoten
Das Fischerdorf Reine auf den Lofoten | Zum Bild

Technische Daten: F/5.6 | 1/240 Sekunde | ISO 100 Ausrüstung: DJI Phantom 4 Pro+ & Polfilter für die Drohne

Mit der Drohne im Urlaub

Nicht nur in Deutschland gibt es im Umgang mit Drohnen zahlreiche Vorschriften zu beachten. Auch im Ausland, selbst in der Wildnis des einsamen Norden Europas, gibt es Regeln an die du dich halten musst. Die europäische Drohnenverordnung ist in Planung und steht in den Startlöchern. Bis es soweit ist, gelten auch in unseren Nachbarländern jeweils gesonderte Gesetze, Regeln und Pflichten über die du dich im Vorfeld einer Reise informieren solltest.

Nicht selten signalisieren Bilder wie dieses ein Verbot von fliegenden Kameras vor Ort aber ganz eindeutig. Diese Drohnen Verbotsschilder gibt es sogar schon für private Grundstücke für praktisch jedermann zu kaufen. Ungefragt über private Anwesen oder Grundstücke zu fliegen ist gleichbedeutend mit dem unbefugten Betreten fremder Gelände. Nur weil du nicht physisch darauf herum trittst, heißt das nicht, dass du das darfst. Im Zweifelsfall lieber den vorher den Eigentümer fragen.

Drohnen Verbotsschild
Drohnen Verbotsschild am Anfang eines tschechischen Wanderwegs

Es gibt aber durchaus auch Länder, die im Umgang mit den Fluggeräten (noch) relativ liberal eingestellt sind. Das ist z.B. in Island oder der Schweiz der Fall. In Island und auch in Tschechien habe ich bei meinen letzten Besuchen dort gesehen, dass mittlerweile an vielen Natur Attraktionen und Nationalparks solche Drohnen Verbotsschilder aufgestellt sind. Im Fall einer Missachtung drohen dir durchaus empfindliche Strafen. Für einen nicht genehmigten Flug im Teide Nationalpark auf Teneriffa werden zum Beispiel 6000 EUR fällig. Fliegst du unrechtmäßig in einem Nationalpark in den USA und wirst dabei erwischt, kann das sogar vor Gericht enden. Beide Konsequenzen klingen nicht sehr verlockend! Dann lieber am Boden bleiben.

Hinweise Flugreisen

Um im menschenleeren Gegenden irgendwo im Ausland mit der Drohne fliegen zu können, müssen du und das Gerät da natürlich erst einmal zusammen hingelangen. Beim Transport im eigenen Auto, Bus oder Camper ist nichts weiter zu beachten, außer sie möglichst nicht über Nacht draußen liegen zu lassen.

Tipp: Bei bestimmten Herstellen entladen sich die Akkus nach ein paar Tagen des rumliegens von selbst. Das dient dem Erhalt der maximalen Leistung der Akkus. Beim automatischen Entladen kann es allerdings zu Wärmeentwicklung kommen. Das sollte man beim Packen für lange Reisen im Hinterkopf behalten.

Solltest du die Drohne bei einer Flugreise mitnehmen wollen, solltest du darauf achten, dass sie und die Ersatz Akkus zwingend mit ins Handgepäck müssen. Das maximale Gewicht für das Handgepäck variiert je nach Fluglinie erheblich. Es schwankt von ca. 6kg bis max 12kg, ebenso wie die Abmessungen vor allem in der Länge zwischen 45cm und 55cm schwanken. Das bedeutet, wenn du mehr Ausrüstung mitnehmen willst als erlaubt ist, musst du das ggf. auf deine Mitreisenden verteilen oder ein zweites Handgepäck Stück für dich dazubuchen. Deine Begleiter werden begeistert sein, wenn du ihnen dein Gepäck aufbrummst. Vor allem aber, wenn sie wegen deiner Ausrüstung zum Sicherheitscheck müssen. Ich spreche da aus Erfahrung.

Da Akkus und Batterien potenzielle Gefahrenquellen im Flugzeug sind, müssen sie zum einen ins Handgepäck, zum anderen ist zusätzlich ihre maximale Kapazität, die du mit an Bord nehmen darfst, beschränkt. Mach dich also vorher bei der jeweiligen Airline schlau, wie viele Akkus du bei ihr transportieren darfst. Mit drei Phantom 4 Akkus, plus ca. drei normale Nikon Kamera Akkus hatte ich allerdings noch nirgends Probleme.

Regeln vor Ort beachten

Ich habe dir in diesem Artikel die wichtigsten Regeln für das Fliegen einer Drohne in Deutschland vorgestellt. Diese Regeln sind natürlich in jedem Land etwas anders. Informiere dich im Vorfeld der Reise, welche Gesetze dort für den Umgang mit Kameradrohnen gelten. In manchen Ländern wie beispielsweise Nicaragua oder Marokko darfst du eine Drohne nicht einmal in das Land einführen. Im schlimmsten Fall kann sie dir direkt noch am Flughafen von den Behörden vor Ort konfisziert werden. Am besten ist also du informierst dich vor Reiseantritt bei der Luftfahrtbehörde des Ziellandes über eventuelle Restriktionen.

Tipp: Die hinterlegten Flugverbotszonen in der Software deiner Drohne können unter Umständen veraltet oder nicht korrekt sein. Die kostenlose APP „Airmap for Drones“ für das Mobiltelefon kann dir zur zusätzlichen Evaluierung dienen, ob du an dem jeweiligen Standort fliegen darfst.

Sollte das Fliegen mit einem Multikopter dort, wo du es geplant hattest zu fliegen verboten sein, respektiere das bitte. Während meinen letzten Besuchen in Island habe ich an immer mehr Sehenswürdigkeiten und Naturattraktionen die obigen Drohnen-Verbotsschilder gesehen – und natürlich Leute, die trotzdem dort geflogen sind. Lass die Drohne bitte der Natur zu liebe, an Orten wo es explizit verboten ist, einfach am Boden.

Registrierung der Drohne

Einige der beliebten Reiseländer wie Norwegen, die USA oder auch Kroatien erwarten im Vorfeld eine Registrierung der Drohne und des ausländischen Piloten. Das ist im Besonderen dann der Fall, wenn es sich um gewerbliche Produktionen handelt. Oft spielt hier auch wieder die Größe und das Gewicht der Drohne eine Rolle. In den USA muss sogar die von der FAA (Federal Aviation Administration) vergebene Nummer sichtbar an der Drohne angebracht werden. Das sogenannte Fact Sheet dazu findest du unter diesem Link.

Updates vorher einspielen

Besonders vor einer Reise solltest du die Software der Drohne auf den neusten Stand bringen. So umgehst du eventuelle Flugsperren wegen alter Firmware und einem damit verbundenen alten GPS Netz inkl. Flugverbotszonen. Und ganz wichtig, probiere sie zu hause noch einmal aus und checke und teste, ob nach dem Update wirklich noch alles funktioniert.

Der Skaftafellsjökull mit seiner gewaltigen Gletscherzunge (10km lang und 2.5km breit) in Island
Der Skaftafellsjökull mit seiner gewaltigen Gletscherzunge ist 10km lang und 2.5km breit | Zum Bild

Kleine Anekdote dazu: Vor einer meiner Islandreisen habe ich die Drohne einen Abend vorher „noch schnell“ so halbherzig und nebenbei geupdated, ohne sie nochmal zu testen. Das böse Erwachen kam dann erst in Island. Beim ersten Testflug dort bekam der Controller kein vernünftiges Videosignal mehr von der Drohne. Nur mit Störungen und sehr verzerrt, wenn eine Übertragung überhaupt zustande kam. Ich hab dann ca. einen Tag damit verbracht auf dem Laptop alle möglichen Drohnenforen zu durchforsten, woran das liegen kann. Am Ende kam dabei heraus, dass bei diesem speziellen Update auch die Controller Software aktualisiert werden musste, damit weiterhin eine korrekte Kommunikation zwischen beiden Einheiten gewährleistet ist. Ein komischer Zufall war es schon, weil ich so etwas bei einem Update weder vorher noch danach noch mal erlebt habe. Nichtsdestotrotz, sei davor gewarnt und teste die Funktionalität lieber einmal öfter vor der Reise.

Checkliste als PDF zum Download

Wie bei der „richtigen“ Luftfahrt darf natürlich vor dem Start das Abhaken einer Checkliste nicht fehlen. So hast du vor dem Take Off direkt das echte Pilotenfeeling und es unterstreicht noch mal die mit dem Flug einhergehende Verantwortung.

Ich habe versucht die Liste so kompakt wie möglich zu halten und nur das wirklich Wichtige aufzunehmen.

Einige Sachen setze ich einfach voraus und habe sie deshalb nicht mit auf die Liste geschrieben. Zum Beispiel, dass du in regelmäßigen Abständen die Aktualität der Drohnenfirmware, der Controller-App und nach einem Update deren beider Funktion überprüfst. Das brauchst du aber nicht zwingend vor jedem Start tun. Das vollständige Einpacken und Mitnehmen der kompletten Ausrüstung zum Abflugort ist ebenfalls Voraussetzung und muss meiner Meinung nach nicht extra gecheckt und abgehakt werden.

Download: Drohnenfotografie Checkliste [PDF]

Zusammenfassung und Fazit

Ich denke dieser Artikel gibt dir nützliches Wissen für den Einstieg in die Welt der Luftaufnahmen, viele Tipps und Tricks für das Fotografieren mit einer Drohne, sowie die wichtigsten Regeln und Pflichten im Umgang mit Multicoptern an die Hand.

Denke speziell in Deutschland an die geltenden Regeln und Pflichten im Umgang mit den noch relativ neuen Geräten und respektiere die Privatsphäre anderer. Nimm deinen gesunden Menschenverstand mit raus und nutze ihn! Das oben verlinkte Flyer vom BMVI kannst du auch ausdrucken und einfach mit in deinen Rucksack oder Koffer packen. Dann hast du die wichtigsten Fakten der Drohnenverordnung immer dabei, solltest du mal unterwegs etwas nachgucken wollen.

So, nun aber viel Spaß beim Fliegen, Fotografieren und Filmen aus der Luft!

Solltest du noch andere Fragen oder Anmerkungen haben, kannst du gerne einen Kommentar hier lassen.

Drohnenfotografie 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (3 Stimmen, Im Schnitt: 5,00 von 5)

Loading...

Veröffentlicht von

Ich bin Dave und seit über 15 Jahren leidenschaftlicher Landschafts- und Architekturfotograf. Meine Erfahrungen und mein über die Jahre zusammengetragenes Wissen in diesen Bereichen der Fotografie gebe ich gern hier auf diesen Seiten in den Bereichen Tutorials, Guides und Reisen an dich weiter. Um zukünftig keinen dieser Beiträge mehr zu verpassen, kannst Du einfach meinen kostenlosen Newsletter abonnieren oder den ebenso kostenlosen RSS Feed benutzen. Eine kleine Auswahl meiner Landschaftsfotos findest du hier in der Galerie und auf meiner persönlichen Foto Webseite.

Beteilige dich an der Unterhaltung

2 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Ich teile Ihre Leidenschaft für Luftaufnahmen mit Drohnen. Vor allem das Argument, dass man durch die Landschaftsfotografie die Umwelt nicht beeinflusst oder gar zerstört ist ziemlich stark. Klar ist es schwierig sich bei dem immer mehr wachsenden Angebot an Drohnen einen Überblick zu verschaffen, allerdings reicht zu Beginn auch ein Anfängermodell aus um hochwertige Luftaufnahmen zu machen!

    1. Vielen Dank für den Kommentar! Ja, es ist im Grunde wie bei der „normalen“ Fotografie auch – nicht die gute Kamera macht die guten Fotos – ein guter Fotograf macht sie. Wenn man die Bilder später allerdings verkaufen will, gucken die Verlagseditoren u.a. sehr auf die reine Bildqualität und mehr Megapixel sind dabei z.B. von Vorteil.

Kostenlosen Newsletter abonnieren!

Der Wanderer

Lass deine E-Mail da und werde Teil der Liga
der leidenschaftlichen Landschaftsfotografen!

Ich informiere bereits unzählige Landschaftsfotografen und Foto Enthusiasten regelmäßig über neue Beiträge. Werde auch du ein Teil davon!

Zum Newsletter!

    Blog   Tutorials   Guides   Reisen   Galerie   Autor   Empfehlungen   Kontakt

Navigation