Letztes Update: 22.09.2020
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Bist du auf der Suche nach dem besten Land für Landschaftsfotografie? Dieser Artikel stellt dir ein Land vor, was vor Landschaft, Natur und fotografischen Möglichkeiten praktisch überquillt. Buchstäblich hinter jeder Kurve warten neue fantastische Eindrücke und beeindruckende Ausblicke mit abwechslungsreichen Landschaften. Dieses Land ist das beste Reiseziel für Fotografen und Naturliebhaber. Warum ein Norwegen Urlaub sich immer lohnt, erkläre ich dir in diesem Artikel.

Norwegen Urlaub - Idylle pur
Die arktische Idylle bei Reine auf den Lofoten | Zum Bild

Einstellungen: F/11, 1/160 Sekunde, ISO64, EV-0,67 | Ausrüstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Inhaltsverzeichnis

Einleitung & Motivation

„Wer in Skandinavien geboren wird, zieht den Hauptgewinn in der Lotterie des Lebens.“

Dag Hammarskjöld (Schwedischer Friedensnobelpreisträger)

Abgrenzung

Landschaftsfotografen sind immer auf der Suche nach spektakulären Landschaften und Motiven, die beim Betrachter im besten Fall eine emotionale Reaktion auslösen. Eine Sehnsucht, einen Wunsch, eine Erinnerung – was auch immer. Welche das genau sind, hängt von vielen persönlichen Erfahrungen und Präferenzen des Einzelnen ab und unterscheidet sich natürlich von Person zu Person. Es ist am Ende Geschmackssache. Deshalb spiegelt dieser Artikel natürlich auch nur meine persönliche Meinung wieder.

Die Idee

Der Einfall dazu kam mir während meiner letzten Tour in den hohen Norden im August – September. Während ich wieder einmal alleine mit meinem, auf Expeditionsmodus umgebauten, Ford Mondeo durch die vielen fantastischen Fjord-Landschaften mit ihren beeindruckenden Bergen und Tälern, vorbei an unzähligen Wasserfällen, fuhr, kam mir der Gedanke zu diesem Artikel. Das anhaltende Glücksgefühl dort zu sein und genau das sehen und erleben zu können, wollte ich über meine Landschaftsfotos hinaus weitergeben und mit Gleichgesinnten teilen. Ich hoffe, dass mir das mit diesem Artikel gelingt.

Mit dem Auto auf Fototour im Urlaub in Norwegen
Mit dem Auto auf Fototour – Kamera und Drohnen Akkus werden während der Fahrt geladen

Ethik und Naturschutz

Obwohl es heutzutage der Ethik moderner Landschaftsfotografen widerspricht bestimmte fotogene Orte öffentlich bekannt zu geben und so theoretisch indirekt zu deren Zerstörung durch die Massen beizutragen, schreibe ich diesen Artikel.

Ich bin Mitglied bei der Nature First Allianz und will natürlich diese geliebten Orte in besten Zustand erhalten wissen. Also, warum schreibe ich diesen Beitrag? Zum einen gebe ich keine konkreten (oder ohnehin schon allgemein bekannte) Orte preis, welche mich so begeistern und die ich über die vielen Jahre hinweg sukzessive für mich entdeckt habe. Zum anderen kann ich einfach nicht anders, als diesen wunderbaren Flecken Erde als Landschaftsfotografie Paradies zu feiern. Selbst Naturliebhaber ohne Kamera kommen in einem Norwegen Urlaub immer voll auf ihre Kosten. Es gibt einfach so unglaublich viel zu sehen und zu entdecken!

Für mich ist Norwegen einfach das beste Land für Landschaftsfotografie.

Das Traumziel für alle

Aus der Sicht eines Landschaftsfotografen gibt es überall auf der Welt verteilt unglaublich viele interessante Reiseziele. Leider sind die verfügbare Zeit und das frei verfügbare Geld meistens die Limitationen solch großer Ambitionen wie einer Weltreise zum Beispiel. Zudem hat jeder seinen eigenen Geschmack. Einer mag es eher warm, der Andere eher kalt. Ich gehöre definitiv zur letzteren Kategorie und bevorzuge schon von Haus aus eher kalte Regionen und den Norden. Deshalb habe ich den letzten ca. 15 Jahren fast ausschließlich Urlaub in Norwegen und anderen nordischen Ländern gemacht.

Urlaub im Fischerdorf Hamnoya auf den Lofoten in Nordnorwegen
Das Fischerdorf Hamnoya auf den Lofoten | Zum Bild

Einstellungen: F/11, 1/100 Sekunde, ISO64 | Ausrüstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Norwegen hat, neben den für mich sehr angenehmen Temperaturen, noch weitere Vorteile, die gut zu meinen Werkseinstellungen passen. Darauf gehe ich weiter unten noch detaillierter ein. Wenig Leute auf viel Raum verteilt ist zum Beispiel ein weiterer Pluspunkt für mich. Ich mag einfach keine Menschenmassen. Wenn du ein absolutes Stadtkind bist und immer möglichst viele Leute um dich haben musst und dazu noch tendenziell eher warme Gefilde magst, ist Norwegens nordische Wildnis wahrscheinlich eher nicht dein Traumziel für einen Urlaub. Das muss jeder für sich selbst herausfinden. Es gibt nicht das eine Traumziel, welches zu allen Leuten, deren Eigenschaften und Vorstellungen passt.

Wo genau soll das sein

Nach zahlreichen Urlaubsreisen von Kap Lindesnes im Süden, bis zum Nordkapp im hohen Norden, habe ich schon sehr viel gesehen in Norwegen. Aber ich weiß auch, dass ich in den kommenden Jahren immer wieder zurückkehren werde. Einerseits weil ich Land und Leute sehr mag, aber auch weil ich bei jedem Besuch neue fabelhafte Orte mit tollen fotografischen Möglichkeiten entdecke.

Postkartenmotive im Norwegen Urlaub
Der Tafelberg Tjeldbergtinden und die Sonne spiegeln sich im See | Zum Bild

Einstellungen: F/11, 1/125 Sekunde, ISO100 | Ausrüstung: Canon 5D MkII + Canon L 16-35mm + Polfilter

Das Land ist einfach so groß und weitläufig, dass du sowieso nicht alles in einem Urlaub schaffen wirst. Ich will dir also gar keinen konkreten Ort bzw. eine Region benennen oder zeigen, die du nun unbedingt besuchen musst. Vielmehr geht es darum dir Norwegen, mit seinen vielen Vorteilen und unterschiedlichsten Naturattraktionen, als ein sehr interessantes Land für Foto- und Natur begeisterte Menschen vorzustellen.

Urlaub in Norwegen – Warum überhaupt

Alles schön und gut, aber vielleicht fragst du dich gerade: „warum in aller Welt kann gerade der Typ das beurteilen und warum sollte ich ihm glauben?“ Lass mich dazu in den folgenden Abschnitten ein paar erklärende Worte schreiben.

Fischerdorf Sakrisoya auf den Lofoten in Norwegen
Das kleine Fischerdorf Sakrisoya | Zum Bild

Technische Daten: F/5.6 | 1/200 Sekunde | ISO 100 Ausrüstung: DJI Phantom 4 Pro+ & Polfilter für die Drohne

Wie alles anfing – erster Urlaub im Norden

Bereits bei meinem ersten Besuch in Island im Jahr 2008 wurde ich vom sogenannten Nordkäfer gebissen, wie man im englisch-sprachigen Raum sagen würde. Wenn der dich einmal hat, lässt er dich nicht wieder los. Es folgten viele weitere Urlaubs- und Foto-Reisen in den hohen Norden. Meine Schottland Reise war die erste Tour, bei der ich komplett autark nur mit meinem Auto unterwegs war und bei der ich über Wochen hinweg im Kofferraum geschlafen habe. Die dabei erfahrene Freiheit beim Reisen, ohne vorgebuchte Hotelzimmer und Flüge, haben mich, aller Unannehmlichkeiten zum Trotz, noch viele weitere solcher Urlaubsreisen in Deutschland, Tschechien, Italien, Schweiz, Österreich, Dänemark, Schweden und eben auch Norwegen durchführen lassen.

Viele Urlaubsreisen vom Süden bis zum Nordkap

Über die Jahre hinweg, habe ich bereits viele mehrwöchige und teils sehr ausgedehnte Reisen durch das ganze Land unternommen. Mein erster Urlaub in Norwegen war im Jahr 2009. Dabei sind wir mit dem Schiff die ganze Küste von Bergen bis Kirkenes an der russischen Grenze entlang gefahren und haben sehr viele Zwischenstopps eingelegt. Es folgten Reisen mit dem Flugzeug, Mietwagen und Fähren auf die Lofoten Inselkette im Norden. Danach kamen dann mehrere Touren mit einem in Deutschland gemieteten Wohnmobil dazu. Dabei ging es komplett kreuz und quer durch Fjord-Norwegen.

In den letzten Jahren habe ich dann einige dedizierte und sehr ausgedehnte Foto-Touren alleine mit meinem umgebauten PKW und einem Camper unternommen. Insgesamt habe ich bisher mehrere zehntausend Kilometer auf norwegischen Straßen, Schotterpisten und Fähren absolviert und unzählige Kilometer auf Wanderwegen zurückgelegt.

Die Freiheit und die sagenhaften visuellen Eindrücke, die ich dabei in Norwegen erleben durfte, sind einfach atemberaubend schön! Jeder Urlaub in Norwegen ist anders und es gibt immer wieder Neues zu entdecken.

Fischen im Norwegen Urlaub
Boote in einem windstillen See | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 1/50 Sekunde, ISO64, EV-1 | Ausrüstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Ich bin also auf unterschiedlichsten Reisearten vom äußersten Süden bis in den höchsten Norden Norwegens gefahren und war praktisch schon „überall“. Nichtsdestotrotz gibt es immer noch jede Menge unentdeckte Orte auf der Norwegen Karte in meinem Kopf. Zudem bringe ich nach jedem Urlaub immer wieder neu entdeckte Fotospots mit, bei denen das Wetter noch nicht korrekt war oder die Jahreszeit nicht gepasst hat und die ich dann unbedingt im richtigen Licht noch einmal besuchen möchte.

Viele andere Ländern zum Fotografieren besucht

Keine Angst, ich bin kein Norwegen Fanatiker, der andere Länder verteufelt oder nicht wert schätzen kann und alles in Verbindung mit Norwegen blauäugig in den Himmel lobt. Wie schon weiter oben kurz erwähnt, war ich zum Fotografieren auch viel in Deutschland, Tschechien, Italien, Schweiz, Österreich, Dänemark, Schweden, Spanien, Portugal, Schottland und allen voran auch in Island unterwegs.

Urlaub auf dem Campingplatz am Oldevatnet in Fjord Norwegen
Spiegelungen im Oldevatnet in Fjordnorwegen | Zum Bild

Einstellungen: F/5.6, 1/30 Sekunde, ISO200, EV-1 | Ausrüstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Es ist für mich aber so, dass es Orte gibt, die sind ganz nett und schön und dann gibt es noch Orte, die hauen dich einfach richtig um und ich kriegst den Mund gar nicht mehr zu vor lauter Staunen. Solche Orte gibt es für mich definitiv vorrangig in Norwegen und Island. Norwegen hat aber, aufgrund seiner guten Erreichbarkeit von Deutschland aus und der abwechslungsreicheren Natur, für mich die Nase vorn.

Norwegen – das beste Land für Fotografen

Welche Kriterien spielen eine Rolle bei der Auswahl des Urlaubsziels eines Landschaftsfotografen oder Naturliebhabers? Was macht ein Land zum besten Reiseland für Menschen wie uns? Lass mich dir in den folgenden Abschnitten erklären, was meiner Erfahrung nach wirklich wichtig ist und worauf es ankommt.

Landschaft, Landschaft und noch mehr Landschaft

Die Sunnmore Alpen in Fjord Norwegen aus der Luft fotografiert
Die Sunnmore Alpen aus der Luft fotografiert | Zum Bild

Technische Daten: F/5.6 | 1/100 Sekunde | ISO 100 Ausrüstung: DJI Phantom 4 Pro+ & Polfilter für die Drohne

Norwegen Urlaub – mehr Vielfalt und Abwechslung geht nicht

Kein anderes Land bietet für mich mehr Abwechslung und mehr Landschaften als Norwegen. Es gibt beeindruckende Berge, tausende Kilometer Küsten und tropisch anmutende Strände, tief ins Land ragende Fjorde, malerische Täler, vielfältige Wälder, wilde Flüsse, stille Seen, wildes Hochland, einsame Inseln, (noch) große Gletscher, die tanzenden Nordlichter, unzählige Wasserfälle und viel abwechslungsreiche Taiga und Tundra Landschaften.

Was kann sich ein Landschaftsfotograf oder Naturliebhaber mehr wünschen?

Norwegen entdecken – unzählige noch „unentdeckte“ Orte

Als Zugabe gibt es noch unzählig viele außergewöhnliche Orte zu entdecken, die bisher noch nicht in den sozialen Medien wie Instagram, Facebook und Co. breitgetreten und „tot-fotografiert“ sind. Es gibt dort noch genug unberührte Natur, abseits von Berühmtheiten wie der Trolltunga, dem Preikestolen und dem Geiranger Fjord zu entdecken. Allesamt sehr schön und sehenswert, aber in den Sommermonaten leider oft auch die reinsten touristischen Rattenlöcher. Und wo viele Menschen rumwuseln, ist für mich kein entspannter Urlaub möglich, das ist dann eher Stress.

Wandern am Preikestolen in Norwegen
Wandern zum Preikestolen am Lysefjord in Norwegen

Die gut befestigte Wanderung zur weltbekannten Aussicht Preikestolen am Lysefjord war selbst in der Nebensaison unglaublich voll und durch die vielen Menschen leider auch sehr laut. Teilweise hatte ich eher das Gefühl eine Einkaufsmeile irgendwo in der Innenstadt entlangzulaufen und nicht draußen in der Natur zu sein. Kein so wirklich schönes Naturerlebnis. Zumindest meiner Fasson nach nicht.

Norwegen Urlaub – Abwechslung der Jahreszeiten

Ein weiteres Highlight ist die Tatsache, dass du Norwegen praktisch zu jeder Jahreszeit irgendeine Arte von Urlaub machen kannst. Es kommen alle vier Jahreszeiten über die Monate verteilt vor. Je nördlicher du kommst, umso verschobener sind sie um ein paar Wochen zu unseren, aber dennoch grundsätzlich vorhanden. Das bedeutet, dass du die gleichen Orte und Landschaften unter unterschiedlichsten Bedingungen besuchen und fotografieren kannst.

Fischerboot im Fjord - Urlaubsträume
Ein kleines Fischerboot und ein Regenbogen spiegeln sich in Efjorden | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 1/125 Sekunde, ISO200 | Ausrüstung: Nikon D810 + Nikkor 24-120mm + Polfilter

Von der Mitternachtssonne und den warmen, hellen und langen Sommertagen bis zu den bitterkalten, dunklen und langen Nächten im Winter ist alles dabei. Von November bis Mai liegt viel Schnee im Hochland und einige Straßen können noch gesperrt sein. Ab September bis März ist, je nach Sonnenaktivität, das Nordlicht (Aurora Borealis) am klaren Nachthimmel zu beobachten.

Jede Jahreszeit hat ihren eigenen Reiz mit spezifischen Vor- und Nachteilen und jede bietet besondere fotografische Möglichkeiten und Naturattraktionen im geplanten Urlaubszeitraum.

Frühling – Schneebedeckte Berge und Blüte

Der Frühling im Mai und Juni hat in Fjord Norwegen in der Gegend rund um den Hardangerfjord und in der Region Stryn einen ganz besonderen Charme. Auf den Gipfeln der Berge liegt der Schnee wie Zuckerguss auf einem süßen Kuchen, während im Tal bereits die Bäume in voller Blüte stehen. Ein reinstes Fest für die Augen. Eye-Candy! Je nach Schneelage können allerdings noch einige Passstraßen geschlossen sein und höher im Norden sind die Bäume immer noch kahl und ohne Blätter.

Sommer – Magisches Licht der Mitternachtssonne

Spätestens Ende Juni, Anfang Juli sollten aber alle Straßen befahrbar sein, denn nun beginnen die längsten und wärmsten Tage in Norwegen. Die Zeit der legendären Mitternachtssonne. In der Mittsommernacht geht die Sonne am Polarkreis gar nicht unter, sondern berührt nur kurz den Horizont. Das bedeutet für Fotografen endlos lange Stunden des besten Lichts. Stundenlange Sonnenauf- und Sonnenuntergänge, die die Landschaft mit goldenem Licht zum Leuchten bringen, können in aller Ruhe fotografiert oder im Liegestuhl genossen werden.

Der Vøringsfossen Wasserfall an der Hardangervidda
Der beeindruckende Vøringsfossen Wasserfall | Zum Bild

Einstellungen: F/9, 1/2 Sekunde, ISO100 | Ausrüstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter + Stativ

Je nach Wetterlage und nördlichem Breitengrad wird es zu dieser Zeit auch nicht mehr wirklich dunkel. Über dem Polarkreis geht die Sonne nun gar nicht mehr unter und es ist z.B. auf den Lofoten auch nachts nur etwas dunkler als tagsüber. Beim ersten Mal ist das fast ein surreales Erlebnis, wenn es um Mitternacht draußen noch taghell ist.

Herbst – Laubfärbung und Indian Summer

Im Herbst normalisieren sich die Dämmerungszeiten wieder auf unser normales und aus Deutschland gewohntes Niveau. Der Herbst setzt in Norwegen allerdings schon etwas früher ein. Je nachdem, wie weit nördlich du bist, kann die Laubfärbung schon Anfang September beginnen und Mitte Oktober alles vorbei sein. Die herbstliche Sonne kann Teile der Landschaft so surreal aussehen lassen, wie du es aus Dokumentationen aus Alaska und dessen berühmten Indian Summer kennst. Siehe Bild weiter unten.

Winter – Sagenhafte Nordlichter

Selbst die kalte und dunkle Jahreszeit hat in Norwegen ihre Vorteile. Bei einem wolkenlosen Nachthimmel und ausreichend Sonnenaktivität kannst du die sagenhaften Nordlichter beobachten und fotografieren. Dafür empfiehlt sich in der Regel eine spiegelnde Oberfläche für den Vordergrund oder schöner weißer und heller Schnee. Bei der Aufnahme unterhalb hatte ich beides nicht zur Hand. Aber durch die direkt nach dem Sonnenuntergang, noch während der blauen Stunde, auftretenden und tanzenden Nordlichter war der Himmel und Vordergrund (d.h. die Küste und das Meer) für mich hell genug. Ich fand das Farbspiel sowieso faszinierend und wollte das unbedingt in einem Foto festhalten.

Tanzende Nordlichter (Aurora Borealis) an der Küste Norwegens
Tanzende Nordlichter an der Küste | Zum Bild

Einstellungen: F/5.6, 15 Sekunden, ISO3200 | Ausrüstung: Nikon D810 + Nikkor 14-24mm

Neben den Polarlichtern kannst du im Winter auch unterschiedliche Walarten an den Küsten Norwegens beobachten. Das geht zwar auch im Sommer, aber im Winter kommen die ganz großen Exemplare, wie die Buckelwale, Blauwale und Orcas, zum Fressen an die Küsten. Auf den Lofoten gibt es z.B. in Hennigsvaer, Svolvaer und Andenes unterschiedliche Anbieter von Wal Safaris.

Meine Lieblingsjahreszeit für einen Norwegen Urlaub

Meine persönliche Lieblingsjahreszeit für einen Norwegen Urlaub ist Ende Sommer, Anfang Herbst. Das bedeutet Ende August bis Anfang-Mitte September. Je nachdem, wie weit nördlich du dich zu der Zeit befindest, gibt es schon die spektakuläre Laubfärbung und, wenn die Voraussetzungen passen, nachts auch schon die faszinierenden Nordlichter. Die Straßen sind überall frei von Schnee und es ist ab September Nebensaison. Das bedeutet weniger andere Touristen sind unterwegs und die Kosten auf Campingplätzen und in Hotels für den Urlaub sind geringer.

Indian Summer zum Sonnenuntergang im Urlaub in Norwegen
Indian Summer zum Sonnenuntergang am Vatnfjorden | Zum Bild

Einstellungen: F/11, 1/5 Sekunde, ISO100 | Ausrüstung: Canon 5D MkII + Canon L 16-35mm + Polfilter

Es gibt aus fotografischer Sicht also zu jeder Jahreszeit in Norwegen etwas Interessantes zu entdecken. Das Land quillt buchstäblich über vor Natur. Ich glaube, selbst wenn du komplett planlos einfach irgendwann wild drauf losfahren würdest, würdest du mit einem ganzen Sack voll toller Landschaftsfotos und spektakulärer Eindrücke zurückkommen.

Temperaturen und Klima in Norwegen

Immer wieder sehe ich Touristen auf Wanderungen in den Bergen, die völlig unangemessen gekleidet sind, kaum ausreichend Proviant und Wechselkleidung dabei haben und offensichtlich mit der Situation überfordert sind. Informiere dich im Vorfeld gut, was genau dich vor Ort erwartet. Viele sind entspannt und im Urlaubsmodus und unterschätzen schlichtweg den Schwierigkeitsgrad und den Zeitaufwand einiger Wanderungen. Auch die Temperaturen in anderen Höhenlagen und mögliche Wetterumschwünge müssen bei der Planung berücksichtigt werden.

Strasse umgeben von Schnee im Fjell im Mai in Norwegen
Strasse umgeben von Schnee im Fjell im Mai in Norwegen | Zum Bild

Straßenverhältnisse richtig einschätzen

Auf dem Bild sind Wetterbedingungen Ende Mai in der Mitte Norwegens, ungefähr auf Höhe des Geirangerfjords, zu sehen. Die Straßen im Fjell sind Ende Mai zwar geräumt und befahrbar, aber du solltest auch dein Auto (od. den Camper) dem Wetter entsprechend ausrüsten. Im Mai würde ich noch nicht mit Sommerreifen in den Norwegen Urlaub fahren.

Dementsprechend solltest du auch angemessene Kleidung für die Jahreszeit einpacken. Damit du dich im Vorfeld richtig informieren kannst, habe ich dir hier drei verschiedene Klimatabellen mit Norwegens durchschnittlichen Temperaturen und zu erwartenden Niederschlagsmengen verlinkt.

Klimatabelle Norwegen bei: Klimatabelle.info | Beste-Reisezeit.org | Wetter-Atlas.de

Körperliche Fitness fürs Wandern im Aktivurlaub

Sei bei der Planung von Wanderungen ehrlich zu dir selbst. Wie fit bist du wirklich? Informiere dich genau über die anstehenden Höhenmeter und die Gesamtlänge (Hin- und Rücktour) und den Schwierigkeitsgrad der Route. Jahr für Jahr müssen leider immer mehr Menschen von der Bergwacht gerettet werden, weil sie falsch ausgerüstet waren, die Zeit falsch eingeschätzt haben oder aufgrund von körperlichen Ermüdungserscheinungen Unfälle hatten und gerettet werden mussten. Dann lieber „Safety First“ – der Norwegen Urlaub soll ja nicht zum Horrortrip werden.

Urlaubsplanung mit Karten in einer Rorbuer auf den Lofoten
Tourplanung mit Karten abends in der Rorbuer

Als Wanderführer für Norwegen eigenen sich meiner Meinung nach die Bücher von Bernhard Pollmann vom Bergverlag Rother sehr gut für die Einschätzung der Schwierigkeit und für die Planung einer Tour. Ich benutze sie seit vielen Jahren und bin sehr zufrieden damit. Es gibt sie auch für andere Länder. In den Wanderführern wird jede Wanderung in einen Schwierigkeitsgrad eingestuft und es wird erklärt was damit für Anstrengungen und Gefahren verbunden sind.

Freiheit und das Jedermannsrecht in Norwegen

Im Gegensatz zum Leben hier in Deutschland, besonders in einer größeren Stadt und deren Umgebung, wirkt Norwegen groß und sehr dünn besiedelt. Die schiere Größe des Landes in Relation zur Einwohnerzahl verglichen mit Deutschland ist beeindruckend.

Einwohnerzahl und Größe

Bei uns leben ungefähr 83 Millionen Einwohner auf einer Fläche von 357.000 km². In Norwegen leben circa 5.3 Millionen Menschen auf 385.000 km². Das entspricht einer Bevölkerungsdichte in Deutschland von 232 Einwohner pro Quadratkilometer und als erfrischenden Kontrast dazu leben in Norwegen nur 13 Einwohner pro Quadratkilometer. Das ist schon ein riesen Unterschied – und das merkst du auch wenn du da bist. Ein Norwegen Urlaub ist für mich vor allem ein Urlaub Abseits der Massen.

Insel der Träume - Luftaufnahme einer Insel in Norwegen
Luftaufnahme einer Insel in Norwegen | Zum Bild

Technische Daten: F/5.6 | 1/20 Sekunde | ISO 100 Ausrüstung: DJI Phantom 4 Pro+ & Polfilter für die Drohne

Diese Weitläufigkeit in Norwegen gibt mir das Gefühl von Freiheit, was ich Deutschland leider oft vermisse, da wir uns hier viel zu eng auf der Pelle hängen. Wenn ich nach so einem mehr-wöchigen Trip vom Norden zurück komme, muss ich mich immer erstmal mehrere Tage wieder an den Krach und das ganze Gewusel bei uns gewöhnen.

Das Jedermannsrecht

„In Norwegen hat jeder das uneingeschränkte Recht, die Natur zu genießen und ihre Früchte zu nutzen. Dazu gehören auch die Nationalparks.“

https://www.visitnorway.de/reiseplanung/reisetipps/jedermannsrecht/

Das Recht die Natur genießen zu können ist in Norwegen sogar im Gesetz verankert. Auf allen nicht wirtschaftlich genutzten Flächen darfst du dich frei bewegen und auch mal eine Nacht im Zelt dort verbringen. Das gilt allerdings nicht unbedingt für alle Rastplätze!

Die Europastrasse E6 bei Sommarset in Nord Norwegen
Die Europastrasse E6 bei Sommarset in Nord Norwegen | Zum Bild

Norwegen ist eine Nation von Campern und Naturliebhabern. Sehr viele Norweger haben deshalb selbst ein Wohnmobil und fahren in ihrer freien Zeit durch das weite Land und stehen gern irgendwo einfach wild und übernachten dort. Die Einheimischen sind nicht zuletzt dadurch ausländischen Campern gegenüber sehr freundlich und tolerant. Du solltest natürlich trotzdem immer die geltenden Regeln beachten und vernünftig sowie respektvoll bleiben. Und vor allem deinen Müll immer mitnehmen und anständig entsorgen.

Eine sehr ausführliche Infoseite, was denn nun wann und wo genau erlaubt ist, findest du auf der verlinkten Seite von VisitNorway.de.

Norwegen Urlaub ist für Jedermann erschwinglich

Norwegen ist zwar generell ein sehr teures Reiseland, aber dennoch für jeden erschwinglich. Es kommt vor allem auf die Art zu reisen an. Im Grunde genommen brauchst du nur ein Auto und ein Zelt und schon kann es mit dem Entdecken losgehen. Eine wichtige Zutat für das perfekte Reiseerlebnis fehlt allerdings noch und das ist die Zeit. Am besten bringst du so viel Zeit wie möglich mit. Es gibt unendlich viel zu entdecken!

Wenn du also auf teure Flüge, Hotels und Mietwagen verzichtest, kannst du sehr viel Geld sparen. Mein Tipp: das Auto zu hause noch einmal richtig mit haltbaren Proviant und einem guten Gaskocher vollladen und schon kann es losgehen. Alle Kosten, die du dann noch hast, sind die Fähren und der Sprit fürs Auto.

Camping mit dem Wohnmobil im Norwegen Urlaub
Camping mit dem Wohnmobil in Norwegen

Solltest du mit einem Camper das Land erkunden, sind die Norweger sogar so entgegenkommend und haben überall Ver- und Entsorge Stationen zur Verfügung gestellt, an denen du kostenlos Frischwasser aufnehmen und dein Abwasser ablassen kannst.

Camping im Auto - Abenteuer Urlaub
Camping im Auto in Norwegen

Mein minimalistischster Ansatz ist immer noch der, einfach im Kofferraum des Autos zu schlafen. Einfach die Sitze umklappen, ein paar Decken, ISO Matte und Schlafsack drauf drapiert und fertig. Beim Fahren werden Handy, Kameras, Drohne und Laptop über einen Wechselrichter und einen Adapter geladen. Eine komplette Liste meiner Ausrüstung findest du unter meinen Empfehlungen. Das Ganze sieht dann allerdings in etwa so chaotisch aus wie auf den Bildern ober- und unterhalb und ist nicht unbedingt jedermanns Sache.

Fotoexpedition mit dem Auto - Ausrüstung laden ist kein Problem
Fotoexpedition mit dem Auto – Ausrüstung laden ist kein Problem

Die einzige Voraussetzung für diesen Ansatz ist, dass dein Kofferraum ausreichen groß ist. Mit meinen normal großen 1,81m kann ich komplett ausgestreckt in meinem Mondeo Kombi schlafen. Für ein paar Wochen Wildnis-Fototour-Abenteuer-Urlaub komm ich damit gut klar. Bei Bedarf kann man ja immer an einem der zahlreichen Campingplätze anhalten und da mal spontan ein paar Nächte in einer Hütte verbringen.

Norwegen – Lage auf der Weltkarte

Nur einen Katzensprung entfernt

Zum Glück liegt Norwegen nicht am anderen Ende der Welt, sondern ist von uns aus gesehen nur einen Katzensprung entfernt, nämlich gleich nördlich der Ostsee bzw. Nordsee. Je nachdem wo du in Deutschland wohnst, ist Norwegen logistisch gesehen sehr gut erreichbar. Ein paar Stunden Fahrt zu einem Hafen an der Nordküste, zum Beispiel nach Rostock oder Hirtshals, und dann mit der (Speed-) Fähre in ca. 2.5 Stunden auf der schnellsten Route nach Norwegen.

Ein Wasserfall in der endlosen Wildnis Nord-Norwegens
Ein Wasserfall in der endlosen Wildnis Nord-Norwegens | Zum Bild

Technische Daten: F/6.3 | 1/8 Sekunde | ISO100 Ausrüstung: DJI Phantom 4 Pro+ & Polfilter für die Drohne

Dann bist du natürlich erst am eigentlich Startpunkt der Reise, irgendwo im Süden Norwegens. Die Längenausdehnung des Landes ist aber enorm. Allein die Luftlinie von Kristiansand im Süden nach Hammerfest in der Nähe des Nordkaps beträgt nochmal beachtliche 1572 Kilometer. Die zu fahrenden Kilometer auf der Straße sind noch um einiges mehr. Die Karte gibt dir eine ungefähre Vorstellung von der Ausdehnung und der Größe des Landes.

Norwegen Karte
Norwegen Karte

Plane viel Zeit für das Fahren in Norwegen ein

Durch die Tempobeschränkungen und die zerklüftete Bauweise der Straßen mit vielen Kurven, Tunnels, Fährverbindungen und Bergpässen kannst du nur mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 60 km/h rechnen. Berücksichtige das bei der Planung deiner Route. Bei meinem ersten Road-Trip durch Norwegen bin ich von ca. 100 km/h ausgegangen und dadurch ganz schön ins Straucheln gekommen und musste am Ende einige ursprünglich geplante Ziele auslassen.

Ich bin allerdings auch schon von Narvik weit im Norden, quer durch Lappland und Schweden, in zwei Tagen zurück nach Leipzig gefahren. Von Umeå aus ging es dann in einem Rutsch die komplette E4 entlang bis Gedser in Dänemark. Von dort direkt mit der Fähre weiter nach Rostock und dann über die A19 und A9 bis Leipzig.

Camping Urlaub mit dem Auto irgendwo im Hinterland
Camping mit dem Auto irgendwo im Hinterland Norwegens

Vom Rondane Nationalpark bin ich auch schon einmal sehr früh gestartet und bis 23 Uhr zur Fähre nach Dänemark durchgefahren und nach der Überfahrt direkt nachts weiter auf der leeren Autobahn bis Leipzig. „Don’t try this at home“ wie man so schön sagt.

Das ist allerdings absolut nicht zu empfehlen. Plane lieber etwas mehr Zeit ein – auch für die Rückreise.

Wenig Menschen und kaum Kriminalität in Norwegen

Es ist einfach herrlich wenig los überall. Die Straßen sind leer, du musst nirgends anstehen und kannst die Natur in aller Ruhe für dich genießen. Der Unterschied in der Bevölkerungsdichte gegenüber unserer Heimat ist wirklich spürbar. Es sei denn natürlich, du machst einen Norwegen Urlaub in Oslo, Bergen, Stavanger, Trondheim oder einer anderen größeren Stadt im Land. Dort ist natürlich auch Trubel und es sind relativ viele Menschen unterwegs und auf den Straßen ist mehr los als im Hinterland.

Ein weiterer Nebeneffekt der wenigen Menschen ist, dass es praktisch kaum Kriminalität gibt. Während all meiner Reisen in den hohen Norden habe ich mir noch nicht ein einziges Mal Gedanken um meine Sicherheit gemacht. Dabei habe ich zahllose Nächte irgendwo wild in der Pampa gestanden, aber nie Angst gehabt, dass ich überfallen werden könnte oder ähnliches.

Farbenfroher Sonnenuntergang in Fjord-Norwegen
Farbenfroher Sonnenuntergang in Fjord-Norwegen | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 1/30 Sekunde, ISO400, EV-1,33 | Ausrüstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Auf den Inseln der Lofoten lassen die Leute sogar den Schlüssel im Auto stecken und die Türen zu den Häusern unverschlossen. Bei meinem ersten Besuch auf den Inseln bekam ich einen Abend vorher eine SMS, dass alles fertig sei und ich am kommenden Tag einfach in die Rorbuer gehen könne – es stehe alles offen. Wo gibt’s schon noch sowas?!

Eine Ausnahme bilden natürlich die großen Ballungsräume in Stadtnähe. Dort gibt es auch in Norwegen Fälle von Einbrüchen in parkende Wohnmobile und Taschendiebstahl zum Beispiel.

Die Infrastruktur in Norwegen ist super

Gepflegte Straßen, tolle Tunnel und pünktliche Fähren

Die Infrastruktur von Straßen und Fähren von uns in Richtung Norwegen ist hervorragend. Alle paar Stunden fahren unterschiedliche Fähren von Deutschland aus zahlreiche Häfen im Süden Norwegens an. Vor Ort erwartet dich eine unglaubliche Landschaft wie aus einem Fantasy Film, aber eben sehr gut erschlossen.

Ein beleuchteter Kreisverkehr im Tunnel bei Eidfjord in Norwegen
Ein beleuchteter Kreisverkehr im Tunnel bei Eidfjord

Manchmal wirkt die ganze Szenerie auf mich wie eine riesige, mit Wasser aufgekippte Eisenbahnplatte. Die Norweger haben ihr stark zerklüftetes Land mit endlos vielen Fähren, Tunneln und Passstraßen aufwendig erschlossen.

Im oben abgebildeten Tunnel fährst du erst durch einen beleuchteten Kreisverkehr im Tunnel, dann direkt über eine riesige Hängebrücke über den Fjord, nur um auf der anderen Seite direkt wieder in einen Tunnel mit Kreisverkehr zu fahren. Unglaublich. Auf dem Weg zum Vøringsfossen Wasserfall windet sich der Tunnel dorthin sogar spiralförmig den Berg hinauf. Als Krönung der Baukunst haben die Norweger mit dem 24.5 Kilometer langen Lærdalstunnel den längsten Straßentunnel der Welt. Er führt die E16 durch das Skandinavische Gebirge von Aurland nach Lærdal. Damit es beim Durchfahren nicht langweilig wird, ist er mit einigen interessanten Lichtspielen geschmückt.

Kein Bargeld notwendig und guter Empfang

Trotz der schönen Natur, den endlosen Weiten und der relativ geringen Einwohnerzahl in Relation zur Größe, ist Norwegen sehr fortschrittlich. Das Bezahlen ist beispielsweise sehr einfach und überall bargeldlos mit Karte möglich. Selbst auf den kleinsten und entlegensten Campingplätzen kannst du die Kreditkarte benutzen.

Die Atlantikstrasse auf der Luft fotografiert
Die Atlantikstrasse auf der Luft fotografiert | Zum Bild

Technische Daten: F/5.6 | 1/80 Sekunde | ISO 100 Ausrüstung: DJI Phantom 4 Pro+ & Polfilter für die Drohne

Du brauchst in der Praxis wirklich kein Bargeld in Skandinavien. Für meine letzte Tour hatte ich mir „sicherheitshalber“ vor der Reise wenigstens 200 Euro in norwegische Kronen gewechselt. Das Geld habe ich aber 1:1 ungenutzt wieder mit zurück gebracht. Selbst in den kleinsten Souvenir Läden kannst du elektronisch zahlen. Auch bei den Fährverbindungen, auf noch so kleinen Campingplätzen und Kiosken ist bargeldloses Bezahlen üblich. Es ist also überflüssig für deinen Norwegen Urlaub schon Geld in Deutschland zu tauschen.

Es gibt fast überall, selbst in den Bergen, guten Handy Empfang und mobiles Internet. Die Roaming Gebühren wurden europaweit vor einiger Zeit abgeschafft und somit kannst du dein Mobiltelefon in Norwegen wie von zu Hause gewohnt nutzen, ohne das dir unvorhergesehene hohe Telefonkosten entstehen. Das ist ganz praktisch um z.B. täglich die Wettervorhersage zu checken und den nächsten Tag zu planen. Immer und überall darauf verlassen kannst du dich aber nicht. Auf einigen Bergtouren, weitab vom Schuss und in einigen schattigen Tälern, gab es tatsächlich auch mal kein Netz.

Nachteile im Norwegen Urlaub

Jede Medaille hat bekanntlich zwei Seiten und wo Licht ist auch immer Schatten. Natürlich hat auch das beste Land für Landschaftsfotografie seine Nachteile. Die folgenden Absätze kannst du als Jammern auf hohem Niveau betrachten.

Der See Oppstrynsvatnet bei Stryn in Fjord Norwegen aus der Luft fotografiert
Der See Oppstrynsvatnet bei Stryn in Fjord Norwegen aus der Luft fotografiert | Zum Bild

Technische Daten: F/5.6 | 1/160 Sekunde | ISO 100 Ausrüstung: DJI Phantom 4 Pro+ & Polfilter für die Drohne

Sehr hohe Preise

Verpflegung mitnehmen

Es ist zwar schön und praktisch, dass das Bezahlen überall so problemlos möglich ist, aber dafür brauchst du natürlich auch das nötige Kleingeld auf deinem Konto. Es ist und bleibt für uns Deutsche in Norwegen alles tendenziell sehr teuer. Das ist ein Grund, warum ich meine Verpflegung soweit es geht immer komplett mitnehme. Das hat nicht nur den Vorteil Geld zu sparen, sondern so bin ich vor Ort maximal flexibel und spare mir die Zeit dort Supermärkte anzufahren und einzukaufen. Mit der gesparten Zeit kann ich mich mehr auf das Erkunden und Fotografieren konzentrieren.

Die Fast Food Falle

In Norwegen ist es üblich, dass du an der Tanke fast überall „frisch zubereitetes“ Fast Food, wie Burger und Hotdogs und so was bekommst. Dafür gibt es im hohen Norden kaum einen McDonalds oder Burger King. Das verleitet natürlich dazu, beim Tanken mal schnell noch was warmes zu essen mitzunehmen. Das habe ich auch schon öfters mal gemacht, wenn der Heißhunger nach dem Wandern doch recht groß war zum Beispiel. Allerdings war dann der volle Tank genau so teuer wie zwei Burger und ein Hotdog mit Pommes. Die Preise für Lebensmittel im Supermarkt sind noch relativ erträglich, aber sobald irgendeine Art menschliche Serviceleistung dazu kommt, darfst du den Kapitalbedarf dafür in Norwegen nicht unterschätzen.

Eine menschenleere Bergstraße in Norwegen - Urlaub ohne Stress
Eine menschenleere Bergstraße in Norwegen | Zum Bild

Gedanken am Gaskocher

Die gesparte Zeit und das Geld sind so einige Gründe warum ich dann meistens auf mein mitgebrachtes Camping Essen zurückgreife. Als ich wie so oft dann eines abends vor meinem Campingkocher saß und nebenbei die Verpackung las, staunte ich nicht schlecht. Da saß ich nun als Fotograf in Norwegen am Fjord und kochte meine in Ungarn hergestellten japanischen Ramen Nudeln, die ich in Deutschland gekauft und mitgebracht hatte. Ein Hoch auf die Globalisierung. Die CO2 Bilanz der Instant Nudeln lag wahrscheinlich bei ca. 9000.

Alkohol im Norwegen Urlaub

Noch zwei Worte zum Thema Alkohol. Sehr teuer! Bier, Wein und Spirituosen sind im Norden in praktisch allen Ländern sehr hoch besteuert und es wird vom Staat versucht den Konsum dadurch zu reglementieren. Es gibt ihn auch nicht einfach so wie bei uns überall im Supermarkt oder gar an der Tanke. Im normalen Laden gibt es nur Radler-Bier bis maximal 2.5 Promille. Alles andere, was mehr Prozente hat, gibt es nur zwischen 11 und 15 Uhr in speziellen Geschäften. Du darfst auch bei der Einreise nicht viel mitbringen. Zwei Liter Bier sind pro Kopf erlaubt. Das heißt, du darfst vier Bier mitnehmen, egal wie lange du vor hast zu bleiben. Und ich darf dich warnen, es wird bei der Einreise auch tatsächlich kontrolliert. Meine letzte Kontrolle war nachts halb 1 im Hafen von Kristianssand, als ich gerade mit der Fähre aus Dänemark ankam.

Reiseart: Teuer vs. Billig

Der Gesamtpreis einer Reise nach Norwegen variiert stark und hängt vor allem von der Art zu reisen ab. Es gibt verschiedenste Modelle.

Kreuzfahrt mit dem Schiff

Für viele ist eine Kreuzfahrt entlang der etwa 25.000 km Atlantikküste die schönste und entspannendste Art Norwegen zu bereisen. Mit den Küsten aller angrenzenden Inseln sind es sogar unglaubliche 80.000 Kilometer Küstenlinie. Von den Veranstaltern wird viel geboten wie Tagesausflüge, Tierbeobachtungen, leckeres Essen und Unterhaltung. Ich habe so eine Reise mit den Hurtigruten von Bergen nach Kirkenes einmal mitgemacht und dabei auch gleich das Nordkap besucht. Eine tolle Erfahrung, aber du bist eben sehr eingeschränkt und unflexibel. Für eine reine Fotoreise ist das eher nicht zu empfehlen. Zudem ist auch wirklich recht teuer. Die Kreuzfahrt an sich ist ja nur ein Posten. Es kommen noch Flüge und die Tagesausflüge usw. hinzu.

Busreise nach Norwegen

So eine Busreise ist ähnlich wie eine Kreuzfahrt, aber mit dem Bus auf der Straße, statt mit einem Schiff im Wasser. Ich kann hier mit keinerlei Erfahrung aufwarten, da ich so eine Reise noch nie gemacht habe. Meine letzte Busreise war meine Abiturfahrt nach Italien vor ungefähr 20 Jahren. Du wirst aber ähnlich unflexibel sein wie bei einer geführten Reise mit dem Schiff, da ja alles vom Veranstalter vorgegeben ist und du einfach nur teilnimmst. Zudem bist du zwangsläufig immer in Gruppen unterwegs und kannst nie dein eigenes Ding machen. Das ist gar nichts für mich. Wer keine Lust auf Planung hat und wem nicht viel daran liegt selbstbestimmt zu reisen, für den ist das vielleicht interessant.

Hütten / Hotels + Mietwagen

Eine schöne Art das Land zu bereisen ist sicherlich auch die Möglichkeit hinzufliegen und sich vor Ort einen Mietwagen zum Umherstreifen zu nehmen und spontan in Hotels, Hütten oder Rorbuer zu nächtigen. Dabei bist du auch flexibel und kannst deine Pläne an das Wetter und die eigenen Befindlichkeiten anpassen. Du kannst dir die Unterkünfte entlang deiner geplanten Route vorbuchen, was in der Saison sicherlich Sinn macht. Außerhalb der Saison sind meistens ausreichend Hütten überall frei. Diese kleinen Hütten sind vergleichbar mit Gartenlauben und es gibt sie in Norwegen auf fast jedem Campingplatz. Hotels sind schon etwas seltener und eher in Stadtnähe zu finden. Allerdings ist auch diese Variante nicht gerade billig.

Camping

Die wohl flexibelste und sparsamste Art das Land zu durchstreifen ist und bleibt das mobile Camping.

Nachtplatz mit Aussicht an einem der zahlreichen Seen und Fjorden mit Gletscher im Hintergrund
Nachtplatz mit Aussicht auf einen Gletscher an einem der zahlreichen Seen und Fjorde
Wohnmobil

Was ich sehr empfehlen kann ist, sich hier in Deutschland ein passendes Vehikel zu mieten, hier alles einzukaufen was du brauchst, Fähre buchen und schon kann es los gehen. Die Fähre musst du auch nur in der Hochsaison vorbuchen, wenn du dich schon vorher auf einen genauen Termin festlegen willst. Bei meinen letzten Überfahrten habe ich vorher nur im Internet die Abfahrtszeiten gecheckt und bin dann einfach an den Hafen gefahren und habe mir vor Ort ein Ticket geholt. Das ist allerdings, gegenüber dem Vorbuchen, minimal teurer. Dann kannst du ganz entspannt deine geplante Tour in Norwegen abfahren.

Campingplätze brauchst du meiner Erfahrung nach nicht vorbuchen. Es gibt so unglaublich viele davon in Norwegen, da findest du immer was. Und einfach irgendwo an einem wunderschönen Platz wild stehen ist ja auch immer noch eine Möglichkeit. Dafür hast du ja am Ende auch so ein fahrendes Schneckenhaus. Verschenkt wird aber auch das nicht. Du musst mit mindestens rund 100 Euro pro Tag für Miete, Sprit und andere zusätzliche Kosten rechnen.

Eigener PKW (+Zelt)

Wenn ich alleine reise und auf Foto-Expedition bin, fahre ich mittlerweile meistens mit meinem PKW herum und schlafe einfach im umgebauten Kofferraum. Alleine und für einen begrenzten Zeitraum ist das wirklich ok, auch wenn sich das wohl die meisten nicht vorstellen können. Das ist vor allem praktisch, wenn du wie ich für die Lichtjagd unterwegs bist und um Momenten hinterherzujagen und diese in Fotos festzuhalten.

Da muss man natürlich differenzieren. Diese Art zu reisen ist nicht unbedingt ein Urlaub zum Erholen.

An einem der tropisch anmutenden Strände der Lofoten habe ich auch schon ein Pärchen aus Frankreich getroffen, die beide im Kofferraum ihres Mondeos geschlafen haben und die lange Reise bis in die Arktis, nördlich des Polarkreises, von ihrem Heimatland aus mit ihrem PKW gefahren sind. Keine Ahnung, wo die beiden die ganze Ausrüstung verstaut haben. Ein anderes Paar aus Deutschland, mit dem ich ins Gespräch gekommen bin, war mit Motorrädern und Zelt unterwegs und ist über Schweden bis zum Nordkap und dann durch Norwegen wieder zurück gefahren. Diese Variante ist auf jeden Fall die sparsamste und gleichzeitig die abenteuerlichste!

Wechselhaftes Wetter

Sprichwort: Schlechtes Wetter bedeutet gute Fotos!

Bad weather equals good photos!

Norwegen ist ein sehr bergiges Land mit viel Küste. Dementsprechend kannst du sehr dynamische Wetterbedingungen in deinem Norwegen Urlaub erwarten. Zum Fotografieren ist das vollkommen in Ordnung, weil schlechtes Wetter eben oft gute Fotos bedeutet. Wer aber auf einen warmen Erholungsurlaub mit möglichst viel Sonne und Strand aus ist, der ist in Norwegen einfach falsch. Norwegen besticht durch seine fantastischen Landschaften, nicht durch konstant warme Temperaturen und ständigen Sonnenschein.

Sturm im Sognefjellet auf ~1390m in Mittel Norwegen
Sturm im Sognefjellet auf ~1390m | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 1/60 Sekunde, ISO64, EV-1,33 | Ausrüstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Es gibt sehr viel Regen und eher kühle Temperaturen, vor allem in den Bergen natürlich. Das Wetter ist generell sehr wechselhaft und dynamisch. An einem Tag kann von einem stahl-blauen Himmel mit viel Sonnenschein, über Regen und Sturm mit starken Winden bis zu Hagel und Schnee alles dabei sein. Also am besten immer ausreichend Wechselkleidung dabei haben.

Auf meiner mehr-wöchigen 7000 Kilometer Rundreise durch Skandinavien mit einem gemieteten Camper bin ich nachts in zwei sehr starken Stürmen jedes Mal fast umgekippt. Das erste Mal im Sognefjellet auf 1390 Metern Höhe in den Bergen, nachdem ich das Foto obenhalb auf die Speicherkarte bannen konnte. Der Wind hat in der Nacht dermaßen stark gegen das Auto gedrückt, dass ich ernsthaft dachte, gleich kippt er um. Ein paar Wochen später dann das gleiche Spiel noch einmal auf den Lofoten. Sturm war angesagt und der kam abends auch und drückte wieder mit einer unglaublichen Kraft gegen das Auto, dass ich zum zweiten Mal dachte: „gleich kippt die Karre um“.

Soweit kam es zum Glück nie, aber die Erfahrung war, gelinde gesagt, interessant. Zudem war es nachts im Fjell teilweise so bitterkalt um den Gefrierpunkt oder leicht drunter, sodass morgens die Scheiben von innen gefroren waren. Und das im August. Durch die kalten Temperaturen im Auto nachts waren die Akkus der Kameras und Drohne leider ein ganzes Stück weit entladen worden, obwohl sie schon extra eingepackt waren.

Wanderwege & Routen

Was ich persönlich auch als kleinen Nachteil empfinde, sind die in Norwegen teilweise sehr schlecht ausgebauten und nur sehr spärlich beschilderten Wanderwege. Sie sind nicht mit unseren Wanderrouten in Deutschland, wie z.B. in den Mittelgebirgen und in den Alpen vergleichbar. Zudem sind die sehr anstrengend und hart, selbst für erfahrene und geübte Wanderer. Wenn also in deinem Wanderführer für Norwegen steht, dass die geplante Route von „mittlerer Schwierigkeit“ ist, dann rechne eher damit, dass sie schwer und körperlich herausfordernd ist.

Der sehr bekannte Trollstigen bei Andalsnes in Romsdal
Der sehr bekannte Trollstigen bei Andalsnes in Romsdal | Zum Bild

Einstellungen: F/11, 1/30 Sekunde, ISO64, EV+0,67 | Ausrüstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Was ich in den letzten Jahren beobachtet habe ist, dass die viel begangenen Touren immer weiter ausgebaut und gesichert werden. Auf den Lofoten wurde z.B. auf der Route zum legendären Reinebringen der Weg mittlerweile befestigt und teilweise Stufen installiert. Als ich zum ersten Mal den teilweise 70% steilen Berg hinauf gekraxelt bin, gab es da, bis auf ein paar Seile und genau ein Schild ganz am Anfang der „Wanderung“, nichts.

Beispiel: Skårasalen Wanderung in den Sunnmøre Alpen

Ein gutes Beispiel für die Härte norwegischer Wanderungen ist für mich der Weg hoch zum Gipfel des Skårasalen. Er ist der siebtgrößte aller norwegischen Berge und liegt in den Sunnmøre Alpen. Auf einer meiner Reisen hatte ich mir vorgenommen die Tour zu gehen und oben die Aussicht zu genießen und natürlich auch zu fotografieren. Zusätzlich zu den Informationen im Wanderführer hatte ich mir noch Berichte bei TripAdvisor angeguckt. Da berichteten einige Norweger zum Beispiel, dass es eine sehr nette und angenehm zu gehende Tour wäre, nicht zu schwer und keine technischen Herausforderungen.

Als ich dann da war, war das Wetter nicht gerade optimal. Es war bereits September und die Temperaturen lagen bei ungefähr 5°C. Die Wanderung startet am Parkplatz auf einer Mautstraße in den Bergen auf ca. 500 Meter Höhe. Der Gipfel liegt auf 1.542 Meter, d.h. es sind hoch und wieder runter ungefähr 2000 Höhenmeter zu bewältigen. Ich habe mehrere Nächte auf dem Parkplatz gewartet bis das Wetter halbwegs ok war, um mal einen Aufstieg zu wagen. Ich startete bei leichtem Nieselregen mit Aussicht auf Besserung. Es gibt genau ein Schild, was von der Schotterpiste aus den Start der Wanderung markiert. Danach geht es dann einfach nur noch sehr steil, erst durch einen kleinen Birkenwald und dann nur noch über loses Geröll, bergauf. In den norwegischen Berichten stand, dass sie nach ungefähr 1.5 Stunden auf dem Gipfel waren.

Wandern im Urlaub - Aussicht vom Skarasalen während der goldenen Stunde im September
Aussicht vom Skårasalen während der goldenen Stunde im September | Zum Bild

Ich war nach 2.5 Stunden noch mitten im Aufstieg und vom Regen und kalten Wind in den Augen ziemlich fertig. Meine Knie wackelten schon ein bisschen und das Wetter wurde, entgegen der Vorhersage, immer schlechter. Es war auch absolut kein „Weg“ zu erkennen. Es war das reinste Gekraxel über nasses Geröll, einfach immer weiter den steilen Hang hinauf.

Als es so steil wurde, dass ich auf allen vieren weiter musste, war dann der Punkt erreicht an dem ich Neugier und Sicherheit gegeneinander abwog und mich dann schweren Herzens wieder an den ebenso anstrengenden Abstieg machte. Vorher habe ich allerdings noch das Foto oben gemacht, was mich immer an diese „Wanderung“ erinnern wird.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits über mehrere Tage keinen anderen Menschen mehr gesehen und der Telefonempfang in dem Tal war eher schlecht bis nicht vorhanden. Sollte mir was passieren, war ich dort also auf mich allein gestellt und es war nicht zu erwarten, dass da irgendjemand in nächster Zeit mal zufällig vorbei kommt. Ich war heilfroh, als ich nach weiteren zwei Stunden dann wieder unten am Parkplatz ankam.

Straßen und Pässe

Die Straßen sind in Norwegen überwiegend in einem Top Zustand und sehr gepflegt. Nichtsdestotrotz sind sie sehr anstrengend zu fahren. Das liegt vor allem an den zahlreichen Kurven, Bergpässen, Serpentinen und engen Stellen. Viele Straßen sind zudem sogenannte Single-Track-Roads, was soviel wie einspurige Straße bedeutet. Sie werden aber trotzdem in beide Richtung befahren und nicht nur von kleinen Autos, sondern natürlich auch von großen Wohnmobilen, Bussen und LKWs.

Eine der vielen engen Strassen im Hardangerfjord in Norwegen
Eine der vielen engen Strassen in Norwegen

Da kann es dann schon mal eng werden. Da du die ganze Zeit konzentriert sein musst, ist das natürlich ein anstrengenderes Fahren, als wenn du einfach nur bei uns die Autobahn langhin rollst und dir in Gedanken ganz entspannt ein vergnügliches Liedchen trällerst.

Saisonale Naturattraktionen

Worauf musst du bei der Planung deines Norwegen Urlaubs noch achten. Wusstest du z.B., dass manche Wasserfälle Öffnungszeiten haben? Ich spreche hier nicht von 09:00 bis 17:00 Uhr täglich, sondern z.B. von Juni bis August. In den übrigen 10 Monaten im Jahr ist z.B. der viert-höchste Wasserfall der Welt „reguliert“. Von den beeindruckenden 655m Fallhöhe des Mardalsfossen bleibt dann nur ein kleines armseliges Rinnsal übrig.

Als ich vor Ort ankam hatte ich mich richtig auf den Ort gefreut, denn ich kannte schon viele Fotos der schönen Gegend und war gespannt es mit eigenen Augen zu sehen und selbst zu erleben.

Der 3. höchste Wasserfall der Welt - der Ramnefjellfossen (818m)
Der dritt-höchste Wasserfall der Welt – der Ramnefjellfossen (818m) | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 1/40 Sekunde, ISO64 | Ausrüstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Während der Anfahrt am langgestreckten Eikesdalsvatnet entlang, hätte ich den riesigen Wasserfall auf der anderen Seite des Sees längst sehen müssen und habe ich zu diesem Zeitpunkt schon gewundert, aber mir noch keine Sorgen gemacht. Der See liegt nur 26 Meter über dem Meeresspiegel, während die Höhe der umgebenden Berge zwischen 1500 und 1800 Meter beträgt. Es gibt sehr viel Mischwald und üppige Vegetation. Eine wirklich sehenswerte und beeindruckende Gegend. Ich kam schließlich an der Mautstraße an, bezahlte am Automaten mit Karte, und fuhr weiter zum Parkplatz. Erst da – nachdem man abkassiert wurde, stand da eine Infotafel, dass der Wasserfall nur vom 20. Juni bis 20. August für Touristen geöffnet ist und dass der Wasserfall, wenn er nicht reguliert ist, einen mächtigen Anblick bietet. Tolle Wurst!

Als ich das las, war ich echt unglaublich sauer! Wie kann man denn den viert-höchsten Wasserfall der Welt für die Industrie regulieren und einfach abdrehen? Ich verstand es nicht und es will auch bis heute nicht wirklich in meinen Kopf rein, wie Menschen guten Gewissens so einen Mist fabrizieren und vor sich selbst rechtfertigen können. Das andere war, dass man erst nach dem Bezahlen der Maut, darauf aufmerksam gemacht wird, dass es zurzeit gar keinen Wasserfall gibt. Ich finde es immer noch eine Frechheit. Klar, es ist zum Teil natürlich auch meine eigene Schuld. Hätte ich im Vorfeld gründlicher recherchiert, wäre mir das gar nicht erst passiert. Aber zu meiner Verteidigung möchte ich anmerken, dass ich an dem Tag nicht der einzige auf dem Parkplatz war, dem das nicht bewusst war. Und alle hatten wir schön unsere Maut bezahlt. Der Landbesitzer freut sich!

Mehr Infos über die Hintergründe zum Mardalsfossen findest auf der verlinkten Seite.

Planung eines Norwegen Urlaubs

Im folgenden Abschnitt fasse ich noch einmal kurz zusammen, worauf du beim Planen einer Reise nach Norwegen achten solltest und welche Entscheidungen du treffen musst.

Norwegens Nationalberg Stetind (1392m) am Tysfjord in Nordland
Norwegens Nationalberg Stetind (1392m) am Tysfjord in Nordland | Zum Bild

Einstellungen: F/11, 1/4 Sekunde, ISO64 | Ausrüstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter + Stativ

Für eine Region in Norwegen entscheiden

Als erstes solltest du dich meiner Meinung nach für eine bestimmte Region entscheiden. Was interessiert dich am meisten, was ist logistisch am Einfachsten für dich zu erreichen und was willst du dir vorrangig angucken und fotografieren? Hast du mehr als zwei bis drei Wochen Zeit, sprich eher so ein bis zwei Monate, kannst du dir auch gleich das ganze Land in einer Reise vornehmen. Das habe ich auch schon gemacht, ist aber anstrengend und die ganzen Eindrücke können einen irgendwann auch überfordern. Manchmal sind kleine Häppchen besser verdaulich. Für den Einstieg ist eine zwei-wöchige Rundreise durch Fjord-Norwegen sehr zu empfehlen. Da bekommst du schon einen ordentlichen ersten Eindruck von diesem fantastischen Land.

Beste Jahreszeit aussuchen

Steht die Region fest, solltest du dich für eine konkrete Reisezeit entscheiden. Was willst du in der Region fotografieren und welche Jahreszeit ist dafür am besten geeignet? Als sanften Einstieg finde ich dafür den Zeitraum zwischen Anfang Juli bis Mitte September am besten. Die Straßen sind überall frei von Schnee, es ist alles offen und zugänglich und die Temperaturen sind milde, der Niederschlag relativ gering.

Die Art zu reisen

Während der Planung musst du dich natürlich auf eine Art zu Reisen festlegen und dementsprechende Vorbereitungen treffen. Willst du in der Hauptsaison verreisen, solltest du ggf. Flüge, Hotels und Hütten vorbuchen. Auch ein Wohnmobil kannst du meiner Erfahrung nach, nicht mal eben spontan eine Woche vor Abreise buchen. Ich hatte ein halbes Jahr vorher angefangen zu planen und konnte mir gerade noch das letzte Exemplar beim Vermieter sichern. Warte also nicht zu lange.

Links zu Fähren

Hier mal alle relevanten Links zu den gängigsten Fähren von Hirtshals in Dänemark und Rostock:

Hirtshals nach Kristianssand (Norwegen) und zurück: Colorline oder Fjordline
Rostock nach Gedser (Dänemark) und zurück: Scandlines
Rostock nach Trelleborg (Schweden) und zurück: Stenaline

Links für die Wetter Planung

Hier ein paar wichtige Links für die Wettervorhersage und vorausgesagte Sonnenaktivität in der Nacht für die Polarlichter.

Skagsanden Sonnenuntergang
Sonnenuntergang am Strand Skagsanden bei Flakstad auf den Lofoten | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 1/100 Sekunde, ISO400 | Ausrüstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Die sehr gute und verlässliche Wettervorhersage vom norwegischen Wetterdienst YR.no und die Nordlichter Vorhersage Aurora Service oder Norway Lights kann ich sehr empfehlen. Dazu passend der beste Kartendienst Norgeskart.no und die sehr genaue App zur Planung der exakten Sonnenaufgangs- und Sonnenuntergangszeiten The Photographers Ephemeris.

Ausrüstung für einen Norwegen Urlaub

Was du alles an Ausrüstung mitnehmen willst, kommt natürlich auf die Jahreszeit und deine Art zu reisen an. Auf meinen dedizierten und mehr-wöchigen Fotoreisen, nehme ich immer zwei Kamera Bodies vom gleichen Typ mit. Zurzeit sind das die Nikon D850 und die Nikon D810. Eine dient mehr oder weniger meistens nur als Backup Kamera, falls die primäre Kamera ausfällt oder kaputt geht. Dann ohne Kamera dazustehen wäre eine Katastrophe, bedenkt man all die Planung, Zeit und das Geld was in diesen Reisen steckt. Fällt eine der Kameras aus, kann ich dann die ganzen Objektive und das Zubehör, wie Akkus, Fernauslöser, Filter und Stativ problemlos auch mit der Ersatzkamera benutzen. Deshalb sollte sie möglichst vom gleichen Typ sein. Meine kompletten Ausrüstungsempfehlungen findest du auf dieser Seite.

Wenn du noch auf der Suche nach der besten Kamera für Landschaftsfotografie, Objektiven für Landschaftsfotografie oder einem Stativ bist, schau einfach mal in die verlinkten Artikel. Auch wenn du mit einer fliegenden Kamera verreisen willst, habe ich viele Tipps und Tricks für dich in einem Ratgeber zur Drohnenfotografie zusammen getragen.

Kamera, Laptop und Drohne im Auto laden

Tipp: Für das Aufladen der Ausrüstung wie Kamera und Laptop im Auto, habe ich in den vergangenen Jahren sehr gute Erfahrungen mit dem Wechselrichter von Trust sowie dem KFZ Ladegerät von Bestek gemacht. Letztes zeigt sogar die Spannung der Autobatterie an. Für die Drohne benutze ich meistens ein extra Ladekabel fürs Auto. Im Zusammenhang mit den Ladegeräten empfiehlt sich zusätzlich der kleine Edelstahl Reise-Blitzkocher für einen heißen Kaffee oder Tee zwischendurch.

Darüber hinaus sind Wanderführer für Norwegen und Strassenkarten sehr zu empfehlen. Wie du im Coverbild des Artikels zweifelsohne schon erkennen kannst, habe ich viele interessante Anregungen und Tipps im Vorfeld auch immer wieder in unterschiedlichen Reiseführern für Norwegen gefunden.

Wanderführer, Reiseführer und Karten

Das sind die Wanderführer, Reiseführer und Karten, die ich bei der Planung und vor Ort während meiner Norwegen Reisen benutze.

Mehr kostenlose Tipps für deinen Norwegen Urlaub

Sehr viele nützliche Tipps und Tricks für die Planung, sowie ein kostenloses Informationspaket über Norwegen mit Straßenkarten, Gutscheinen, Info-Heften und Broschüren, findest du auch bei VisitNorway.de.

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Alternative Reiseziele für Fotografen

Urlaubsziele für erfahrene Fotografen

Urlaub in Svolvaer - die Hauptstadt der Lofoten
Svolvaer – die Hauptstadt der Lofoten | Zum Bild

Einstellungen: F/11, 1/40 Sekunde, ISO200 | Ausrüstung: Canon 5D MkII + Canon L 16-35mm + Polfilter

Wie schon erwähnt ist Norwegen trotz meiner Liebe zu den dortigen Landschaften nicht das einzige Land was fotografisch interessant für mich ist. Alternativen mit ähnlichen Eigenschaften was die Natur angeht, sind beispielsweise Island, Schottland, Irland, Alpen (Schweiz, Österreich, Italien, Deutschland) Kanada und Alaska. Durch den Zeit und Geldaufwand und die teils komplizierte Logistik, empfehle ich solche Reisen aber tendenziell schon eher erfahreneren Fotografen und Reisenden.

Urlaubsziele für Fotografie Anfänger

Falls du gerade erst mit der Fotografie anfängst, empfehle ich dir erstmal in deiner näheren Umgebung zu fotografieren. Schule deinen fotografischen Blick für interessante Bildkompositionen und festige den Umgang mit der Technik bis du die Kamera quasi im Schlaf beherrscht. Wenn du dann nach einiger Zeit versiert im Umgang mit der Ausrüstung bist und dich fit genug fühlst, kannst du ja immer noch mehr Zeit und Geld in Auslandsreisen zum Fotografieren investieren.

Ich habe in meinen ersten Jahren in der Landschaftsfotografie viele interessante Orte in Deutschland besucht. Bis heute habe ich einige Orte die ich praktisch jedes Jahr aufs neue aufsuche und doch immer wieder etwas neues entdecke. Deutschland hat in Sachen Natur auch sehr viel zu bieten. Das wissen die meisten nur leider nicht. Von der erfrischenden Ostsee, über die sagenhaften Mittelgebirge Harz, Sächsische Schweiz und den Thüringer Wald bis zu den Alpen, gibt es bei uns viel zu entdecken. Ich bin schon so viele Jahre auf unterschiedlichsten Fototouren quer durch Deutschland unterwegs gewesen und doch gibt es noch unzählige schöne Orte, wo ich bisher noch nie war. Die Liste ist endlos. So viel Sand und so wenig Förmchen…

Deutschland Galerie: viele meiner Deutschland Fotos findest du auf meiner Galerie Seite

Zusammenfassung & Fazit

Es gibt in diesem Land so dermaßen viel atemberaubend schöne Landschaften, dass einem beim Reisen sehr oft Minuten lang der Mund vor Begeisterung offen steht. Es ist teilweise – gerade für jemanden aus dem flachen Mitteldeutschland – unbegreiflich und überwältigt einen regelrecht. Ist mir zumindest schon ein paar Mal genau so ergangen.

„Jeg elsker det. Flott land og fantastiske landskap!“

Ich liebe es. Tolles Land mit fantastischen Landschaften!
Eine der weltweit besten Aussichten vom Gipfel des Reinebringen
Eine der weltweit besten Aussichten, vom Gipfel des Reinebringen | Zum Bild

Einstellungen: F/11, 1/100 Sekunde, ISO200 | Ausrüstung: Canon 5D MkII + Canon L 16-35mm + Polfilter

Man könnte buchstäblich alle fünf Minuten irgendwo anhalten und ein Foto machen – so schön ist es. Nur würde man dann überhaupt nicht mehr vorwärts kommen. Die Abwechslung in der Landschaft ist unübertroffen und vereint viele Eigenschaften von Ländern wie Island, Schottland, Schweden und Irland in sich. Du kannst die maximale Freiheit durch das Jedermannsrecht erfahren und auch mal kostenlos irgendwo wild zelten oder im Auto schlafen, ohne das dir gleich jemand mit irgendwelchen Regeln aufs Dach steigt. Es gibt in Norwegen viel Platz und wenig Menschen, eine herrliche Kombination. Wie in Schottland so schön gesagt wird, man hat „room to roam“. Auch die hohen Preise für einen Norwegen Urlaub relativieren sich, je nach Art des Reisens und können bei Bedarf auf ein normal verträgliches Minimum an Geldaufwand reduziert werden.

Die spektakulären Landschaften und ihre unglaubliche Vielfalt und enormen Dimensionen sind auf jeden Fall einen Besuch wert! Es ist, als würdest du durch eine Fantasy Filmkulisse fahren, nur in echt. Ein wahrer Augenöffner! Also warte nicht zu lange und fange an mit der Planung für deine ganz eigene Norwegen Reise.

Falls du noch mehr meiner Norwegen Fotos sehen willst, findest du sie in meiner Norwegen Galerie auf meiner Foto Website.

Was sind deine Erfahrungen mit Reisen und Urlaub im hohen Norden? Solltest du Fragen oder Anmerkungen zum Artikel haben, kannst du gerne einen Kommentar hier lassen.

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Ich bin Dave und seit über 15 Jahren leidenschaftlicher Landschafts- und Architekturfotograf. Meine Erfahrungen und mein über die Jahre zusammengetragenes Wissen in diesen Bereichen der Fotografie gebe ich gern hier auf diesen Seiten in den Rubriken Tutorials, Ausrüstung und Reisen an dich weiter. Um zukünftig keinen dieser Beiträge mehr zu verpassen, kannst Du einfach meinen kostenlosen Newsletter abonnieren oder den ebenso kostenlosen RSS Feed benutzen. Eine kleine Auswahl meiner Landschaftsfotos findest du hier in der Galerie und auf meiner persönlichen Foto Webseite.

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