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Was sind die Unterschiede sowie die jeweiligen Vor- und Nachteile der beiden Nikon Vollformat Weitwinkel Zoom Objektive AF-S Nikkor 14-24mm F/2.8 und AF-S Nikkor 16-35mm F/4. Ich habe sie für Dich getestet und verglichen. In diesem Artikel erfährst du, welches Objektiv, für welche Motive am besten geeignet ist.

Nikon Nikkor 14-24mm mit Polfilter
Das Nikon Nikkor 14-24mm F/2.8 mit Polfilter an Nikon D810 auf Stativ

Direkte Gegenüberstellung

Solltest du keine Zeit oder Lust haben den ausführlichen Artikel mit den Tests und meinen Erfahrungen komplett zu lesen und die Beispielbilder zu vergleichen, kannst du dir auch diese kurze und knappe tabellarische Gegenüberstellung mit den harten technischen Fakten ansehen und dir daraus dein eigenes Urteil bilden.

Nikon Nikkor 14-24mm F/2.8
Professionelles Weitwinkel-Nikkor
FX-Format
Brennweitenbereich 14 bis 24 mm
Nanokristallvergütung verringert Lichtreflexe
Silent-Wave-Motor - schnelles & leises Scharfstellen
Abmessungen: 13,2 x 9,8 x 9,8 Zentimeter
Gewicht: 0,97 kg
Filtergröße: extragroß
Abbildungsleistung: Überragend
aktuellen Preis anzeigen
Nikon Nikkor 16-35mm F/4
Ultraweitwinkel-Zoomobjektiv
FX-Format
Zoombereich: 16-35 mm
ED-Glaslinsen (Extra-low Dispersion)
Bildstabilisator der zweiten Generation (VR II)
Abmessungen: 12,5 x 8,3 x 8,3 Zentimeter
Gewicht: 0,68 kg
Filtergröße: 77 mm
Abbildungsleistung: Sehr gut
aktuellen Preis anzeigen

Warum der Vergleich

Nach meinem Systemwechsel von Canon zurück zu Nikon, hatte ich das Nikkor 14-24mm als mein Standard Weitwinkel Objektiv an der Nikon D810 im Einsatz. Die Schärfe und die Bildqualität der Linse sind unübertroffen und das absolut Beste, was ich in dieser Rubrik bisher erleben durfte. Nicht umsonst kaufen sich sogar Fotografen, die sonst andere Kamera Hersteller bevorzugen, genau diese Linse und benutzen sie mit Adaptern an ihren Kameras. In Sachen Qualität gibt es kaum etwas Vergleichbares, was an diese hervorragende Abbildungsleistung heran kommt.

Der fotografische Alltag als Landschaftsfotograf hat dann aber gezeigt, dass mir die Linse in der Handhabung und vom Gewicht her oft zu anstrengend und unpraktisch war. Das hat mehrere Gründe, auf die ich weiter unten im Detail eingehe. Diese Tatsache führte dann zum Kauf des leichter handhabbaren Nikkor 16-35mm. Beide Linsen sind die Flaggschiffe im Segment der Weitwinkel Zoom Objektive für Nikon Vollformat Kameras. Das lichtstarke 14-24mm ist aber, rein von der Qualität her betrachtet, ganz klar der König aller ultra Weitwinkel Objektive.

Ich habe jetzt seit einigen Jahren beide Objektive aktiv im Einsatz. In diesem Artikel möchte ich dir erklären, wann und für welches Motiv ich welches Objektiv benutze und warum. Aus meinen praktischen Erfahrungen der letzten Jahre im Umgang mit diesen beiden Linsen, kannst du hoffentlich für dich nützliches Wissen ableiten und so eine fundierte und bessere Kaufentscheidung für deine eigenen Bedürfnisse treffen.

Die auffälligsten Unterschiede

Die auffälligsten Unterschiede der beiden Nikon Objektive Nikkor 14-24mm und Nikkor 16-35mm sind die Brennweite und der Zoom Bereich, das Gewicht und der Preis. Das sind die Unterschiede, die du auch schon der Tabelle oben entnehmen kannst. Weiter unten geht’s dann ans Eingemachte und ich gehe im Detail z.B. auf die Handhabung und die Schärfe ein.

Das AF-S Zoom Nikkor 14-24mm 1:2,8G ED Objektiv

Das super Weitwinkel Objektiv beeindruckt auf den ersten Blick mit seinem bulligen Auftreten, der ausladenden Frontlinse mit integrierter Gegenlichtblende und seinem hohem Gewicht, was auf das hochwertige Glas zurückzuführen ist. Mit den beeindruckenden 14mm Brennweite auf Vollformat bietet es einen extremen Weitwinkel, den sonst nur Fisheye Objektive schaffen. Der Zoom Bereich geht hoch bis 24mm Brennweite, was immer noch recht weit-winklig ist. Die beiden Nikon Zoom Objektive Nikkor 24-70mm und Nikkor 24-120mm knüpfen nahtlos an die 24mm Brennweite an und bieten bei guter Bildqualität Brennweiten bis in den Telebereich.

Vorteile

  • hervorragende Schärfe und Bildqualität durch Nanokristallvergütung
  • sehr lichtstark mit Offenblende F/2.8
  • extremer ultra Weitwinkel bei 14mm Brennweite ohne Verzerrung

Nachteile

  • relativ hohes Gewicht verglichen mit anderen Weitwinkel Objektiven
  • teure und sehr große Filter nötig und kompliziertes Montieren (+Transport)
  • kein Bildstabilisator

Der für mich wohl gravierendste Nachteil sind die kompliziert zu montierenden Filter. Es gibt den Polfilter als Set von Wonderpana und Grauverlaufsfilter von Haida mit den Filterhaltern von Logodeckel. Du kannst die Filter, dann aber auch nicht einfach so drauf lassen, wie bei „normalen“ Linsen, da sich durch die enorme Größe der Transport dann sehr schwierig gestaltet.

Das umständliche An- und Abbauen kann auf Dauer schon ziemlich nerven, Qualität hin oder her. Auf dem Bild oben siehst du den montierten Wonderpana Polfilter. Das Setup mit Kamera sieht aus, als wäre eine Art Satellitenschüssel angebaut und passt schlecht in die meisten Fotorucksäcke.

Das AF-S Nikkor 16-35mm 1:4G ED VR Objektiv

Vorteile

  • sehr gute Schärfe und Bildqualität
  • normaler 77mm Filterring trotz 16mm Brennweite mit großem Weitwinkel Bereich
  • geringeres Gewicht trotz integriertem Bildstabilisator

Nachteile

  • weniger Offenblende mit F/4 (für Landschaftsfotografen nicht relevant, außer bei Nachtaufnahmen)
  • etwas weniger Weitwinkel, verglichen mit dem 14-24mm
  • mehr Verzeichnung in den äußersten Randbereichen

Warum sind mir die Filter so wichtig?

Als Landschaftsfotograf habe ich in 95 Prozent der Fälle irgendeinen Filter auf der Linse montiert. Das hat unterschiedlichste Gründe. Filter wie der Polfilter können Reflektionen mindern und Wasser sozusagen durchsichtig machen, den Kontrast erhöhen und die Farben intensivieren. Neutrale Graufilter verlängern die Belichtungszeit für eine Aufnahme. Durch diese speziellen Eigenschaften kannst du unterschiedlichste kreative Effekte für deine Bilder schon während der Aufnahme erzielen.

Wenn du wie ich einen künstlerischen Anspruch an deine eigenen Bilder hast, mit dem Herzen fotografierst und nicht nur zur Dokumentation Fotos aufnehmen willst, dann kommst du an diesen Filtern kaum vorbei. Viele der damit erzielten Effekte lassen sich nämlich nicht in der digitalen Nachbearbeitung nachahmen.

Tipp: in meinem Artikel 10 Tipps für kreative Landschaftsfotos erfährst du, was du mit diesen und weiteren Filtern alles anstellen kannst und welche Effekte du damit für deine Fotos in verschiedenen Situationen generieren kannst

Der Vergleich

So, genug des Vorgeplänkels. Jetzt geht’s an den eigentlichen Vergleich.

Testaufbau

Ich habe beide Objektive seit Jahren parallel im Einsatz und kann schon viele Kriterien aus dem Bauch heraus und aus meinen Erfahren beurteilen. Für diesen Artikel habe ich mir aber nichtsdestotrotz zwei unterschiedliche Motive ausgesucht und dedizierte Testbilder aufgenommen.

Testaufbau Objektiv Vergleich Motiv 1
Testaufbau Objektiv Vergleich Motiv 1

Für die Testreihen habe ich mit beiden Objektiven Fotos auf derselben Kamera mit den exakt gleichen Einstellungen aufgenommen. Die Nikon D810 war dabei fest auf einem stabilen Stativ montiert. Es wurden an den Linsen keine Filter benutzt. Es gab so gut wie keinen spürbaren Wind und für das Auslösen der Aufnahmen wurde zusätzlich ein Fernauslöser benutzt, um mögliche Verwacklungen zu reduzieren.

Vorbereiten der Raw Bilder zum Vergleichen

Ich habe die Testaufnahmen im Raw Format gespeichert. Das sind die tatsächlich geschriebenen Roh-Daten der Kamera und anhand derer kann man die Qualität besser beurteilen. JPEG Bilder werden nämlich schon in der Kamera verarbeitet, d.h. es werden Bildstile angewandt und es wird auch bereits in der Kamera nachgeschärft.

Tipp: Warum du immer besser RAW als JPG aufnehmen solltest, kannst du in meinem Artikel dazu nachlesen.

Raw Fotos müssen immer „entwickelt“ werden, d.h. die Kontraste, Farben und deren Temperatur müssen bei jedem Bild manuell eingestellt werden. Du kannst RAW auch als digitale Negative betrachten und sie mit dem analogen Film vergleichen.

Entwicklung der Testbilder
Entwicklung der Testbilder für den Vergleich

Zum besseren Vergleichen der Bilder habe ich aber lediglich die in Adobe Camera Raw hinterlegten Objektiv-Korrekturen angewandt und den Weißabgleich auf Tageslicht gestellt.

Schwierigkeiten

Einstellungen maximale Schärfe

Ein direkter Vergleich zwischen zwei Objektiven bei gleichen Einstellungen ist immer schwierig. Woran liegt das? Unterschiedliche Objektive haben ihre beste Schärfe an unterschiedlichen Brennweiten und bei unterschiedlichen Blenden.

Schärfster Bereich Nikkor 12-24mm
Schärfster Bereich Nikkor 12-24mm bei DXOMARK

Bei welcher Brennweite und bei welcher Blende deine Linsen ihre maximale Schärfe entfalten, kannst du bei den Kollegen von DXO im Bereich Linsen nachlesen.

Darstellung auf mobilen Endgeräten

Um die Schärfe der 100 Prozent Ausschnitte der Bilder des Vergleichs weiter unten richtig beurteilen zu können, empfehle ich dir das Betrachten auf einem richtigen Monitor am Computer. Auf mobilen Endgeräten wie Handys oder Tablets werden die Bilder auf deren Größe und Auflösung skaliert und damit geht die originale Schärfe verloren. Das macht einen vernünftigen Vergleich der Fotos sinnlos. Auch für das Vergleichen der originalen RAW Dateien der Downloads empfehle ich dir einen Monitor für Bildbearbeitung.

Qualitätsmerkmale

Was sind überhaupt Qualitätsmerkmale von Objektiven und worin konkret unterscheiden sich die beiden Linsen voneinander? Neben so offensichtlichen Dingen wie dem Gewicht der Linsen, kommt es vor allem auf die folgenden drei Merkmale an.

Schärfe

Die Schärfe eines Objektivs wird zum einen durch die Schärfe der einzelnen Pixel definiert, zum anderen dadurch wie sehr die Qualität von der Mitte zu den Rändern des Fotos hin abnimmt. Wie stark die Schärfe von der Mitte zum Rand abnimmt ist dabei eines der wichtigsten Qualitätsmerkmale eines guten Objektives.

Testaufbau Objektiv Vergleich Motiv 2
Testaufbau Objektiv Vergleich Motiv 2

Offenblende

Der Wert der Offenblende beschreibt wie lichtstark ein Objektiv ist. Je kleiner der Wert, um so weiter kannst du die Blende maximal öffnen. Das 14-24mm hat mit F/2.8 schon eine recht große Offenblende, was bedeutet das bei geöffneter Blende viel Licht auf den Sensor kommt und du eine geringere Verschlusszeit bei gleichbleibender ISO benötigst. Gleichwohl bedeutet eine weit geöffnete Blende immer auch weniger Tiefenschärfe.

Sollten dich die Zusammenhänge und Auswirkungen der drei Werte noch verwirren, kannst du sie gern in meinem Artikel über das fotografische Dreieck nachlesen.

In der klassischen Landschaftsfotografie ist eine große Offenblende nicht wirklich wichtig. Ich fotografiere in den meisten Fällen im Bereich zwischen F/5.6 und F/11. Ausnahmen bilden dabei nur das Fotografien von Milchstraße oder Nordlichtern bei Nacht. Unter den aller größten Umständen, nehme ich auch alle fünf Jahre mal ein Bild mit Offenblende auf, um ein schönes Bokeh im Hintergrund eines scharfen Hauptmotivs zu erzeugen. Das passiert aber wirklich selten.

Sonnenstern bei geschlossener Blende
Sonnenuntergang am Bergsee mit Sonnenstern
Sonnenuntergang am Bergsee mit Sonnenstern | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 1/6 Sekunde, ISO200 | Ausrüstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Wichtiger als das Bokeh bei Offenblende, ist für mich als Landschaftsfotograf der vom Objektiv erzeugte Sonnenstern bei geschlossener Blende wie F/22. Jedes Objektiv erzeugt dabei durch seine Bauform und die Anordnung der Lamellen ein anderes Aussehen des Sterns. Das Bild oberhalb wurde mit dem 16-35mm aufgenommen. Ein Foto mit Sonnenstern des 14-24mm findest du weiter unten bei den Beispielen. An dieser Stelle muss ich noch beiläufig erwähnen, dass die wohl schönsten und klarsten Sonnensterne vom Canon L 16-35mm produziert werden.

Wie das genau funktioniert und wie der technische Ablauf bei solchen Aufnahmen ist, habe ich hier sehr genau anhand der obigen Beispielaufnahme beschrieben.

Brennweite

Die Brennweite bzw. der Zoom Bereich einer Linse ist von sehr entscheidender Bedeutung. Es ist wohl das erste Kriterium, was du dir vor einem Kauf anschaust. In diesem Vergleich sind beide Objektive super Weitwinkel (<24mm) und können einen sehr großen Bildausschnitt abbilden, was für Landschaftsfotografie natürlich ideal ist. Du bekommst mit beiden Linsen einfach sehr viel Landschaft auf ein Foto.

Je nachdem wie viele weitere Linsen du bereits in deinem Repertoire hast, ist der Zoom-Bereich mehr oder weniger wichtig für dich. Solltest du auch das Nikkor 24-70mm oder das Nikkor 24-120mm besitzen, wird dich der erweiterte Zoom Bereich des Nikkor 16-35mm gegenüber dem Nikkor 14-24mm sowieso nicht interessieren.

Unterschiede zwischen 14mm und 16mm Brennweite

Der minimale Brennweitenbereich dagegen ist schon sehr interessant und die Unterschiede erheblich. Zur Veranschaulichung habe ich das in den Bildern unterhalb mit dem roten Rand dargestellt. Er markiert den Unterschied zwischen 14mm und 16mm Brennweite auf einer Vollformat Kamera.

In diesem extremen Bereich machen die 2mm Unterschied in der Brennweite enorm viel aus.

14mm vs. 16mm Vergleich auf Vollformat
14mm vs. 16mm Vergleich auf Vollformat
Beispielbild 14mm Brennweite
14mm auf Vollformat Beispielbild
14mm auf Vollformat Beispielbild

Einstellungen: F/11, 1/125 Sekunden, ISO64 | Ausrüstung: Nikon D810 + Nikkor 14-24mm

Beispielbild 16mm Brennweite
16mm auf Vollformat Beispielbild
16mm auf Vollformat Beispielbild

Einstellungen: F/11, 1/125 Sekunden, ISO64 | Ausrüstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm

Wahl des Bildausschnitts

Ich habe bei beiden Motiven die Mitte sowie die unterschiedlichen Randbereiche miteinander verglichen. Bei Motiv 1 habe ich die Wolken der Ränder oben außen vorgelassen, bei Motiv 2 das (durch die 1/3s Belichtung) unscharfe Wasser der Ränder unten. Die Stellen im Foto, an denen tatsächlich Zeichnung im Bild ist und Kanten vorhanden sind, sind am besten geeignet um die Schärfe zu beurteilen.

Motiv 1 – Feld – 14mm und 16mm Brennweite

Einstellungen: F/11, 1/125 Sekunde, ISO64 | Ausrüstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm / Nikkor 14-24mm bei 14mm und 16mm

Bildmitte links

Objektiv Vergleich Motiv 1 - Mitte links
Objektiv Vergleich Motiv 1 – Mitte links

Bildmitte rechts

Objektiv Vergleich Motiv 1 - Mitte rechts
Objektiv Vergleich Motiv 1 – Mitte rechts

Bildmitte

Objektiv Vergleich Motiv 1 - Mitte
Objektiv Vergleich Motiv 1 – Mitte

Bild unten links

Objektiv Vergleich Motiv 1 - Unten links
Objektiv Vergleich Motiv 1 – Unten links

Bild unten rechts

Objektiv Vergleich Motiv 1 - Unten rechts
Objektiv Vergleich Motiv 1 – Unten rechts

Motiv 2 – Fluss und Wald – 24mm Brennweite

Einstellungen: F/11, 1/3 Sekunde, ISO100 | Ausrüstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm / Nikkor 14-24mm bei 24mm

Gesamtbild

Objektiv Vergleich 16-35mm vs 14-24mm Beispielbild Tal mit Fluss und Wald
Objektiv Vergleich 16-35mm vs 14-24mm Beispielbild Tal mit Fluss und Wald

Bild oben links

Objektiv Vergleich Motiv 2 - Oben links
Objektiv Vergleich Motiv 2 – Oben links

Bild oben rechts

Objektiv Vergleich Motiv 2 - Oben rechts
Objektiv Vergleich Motiv 2 – Oben rechts

Bildmitte

Objektiv Vergleich Motiv 2 - Mitte
Objektiv Vergleich Motiv 2 – Mitte

Bildmitte links

Objektiv Vergleich Motiv 2 - Mitte links
Objektiv Vergleich Motiv 2 – Mitte links

Bildmitte rechts

Objektiv Vergleich Motiv 2 - Mitte rechts
Objektiv Vergleich Motiv 2 – Mitte rechts

Auswertung

Welche Erkenntnisse haben sich nun durch den Vergleich der beiden Objektive für mich ergeben?

In dem von mir getesteten Brennweiten und Blenden Bereich unterscheiden sich die beiden Linsen nicht so stark, wie ich es erwartet hätte. Beide sind aber auf einem sehr hohen Niveau was die Bildqualität betrifft. Der Verlust der Schärfe von der Bildmitte zu den Rändern hin, sowie die Verzeichnung an den Rändern, ist bei beiden gering. Auch das hätte ich anders erwartet. Anscheinend habe ich mit diesen beiden Exemplaren zwei sehr gute ihrer Charge erwischt.

Der ultimative Vergleich der Schärfe beider Linsen müsste theoretisch natürlich an ihren jeweils maximalsten Schärfepunkten gemessen werden. Das hieße beim 12-24mm dann Blende F/2.8 bei 14mm und beim 16-35mm F/4 bei 24mm Brennweite. Diese Werte sind dann aber bloße Theorie und sehr praxisfern und lassen sich ohnehin nicht wirklich vergleichen. Mit so offener Blende und der daraus resultierenden geringen Tiefenschärfe ist sowieso kein Landschaftsfotograf im Alltag unterwegs.

Was noch ins Auge fällt, ist, dass das Nikkor 14-24mm bei komplett identischen Kameraeinstellungen ein leicht dunkleres Bild liefert als das Nikkor 16-35mm. Daran ändert auch die Objektivkorrektur im Camera Raw beim Entwickeln nichts.

Nach diesem Test muss ich sagen, dass beide Linsen, allein von der Schärfe und der Verzeichnung her betrachtet, auf einem ähnlichem hohem Level sind und die geringen Unterschiede bei der Qualität für mich kein ausschlaggebendes Kaufkriterium für eine der beiden mehr darstellen. Wie auch beim Kauf der für dich besten Kamera kommt es vielmehr auf die Kombination aller wichtigen Kriterien an. Ausschlaggebend ist zudem, was dir besonders wichtig ist und was du mit dem Objektiv alles so vor hast und welche Motive du damit fotografieren willst. Mehr dazu dann im Fazit.

Testdaten und Vergleich bei DXOMARK

Die Kollegen von DXOMARK.com haben ebenfalls die beiden Objektive gegeneinander auf einer Nikon D810 getestet. Die Ergebnisse und Messwerte sind in der Abbildung unterhalb zu sehen. Auch bei dieser Gegenüberstellung machen beide Linsen eine gute Figur mit ähnlichen Messwerten. Unter idealen Bedingungen errechnet sich für das Nikon 14-24mm ein höherer Wert der Gesamtschärfe.

Vergleich 14-24mm vs. 16-35mm
Vergleich 14-24mm vs. 16-35mm mit Testdaten und Ergebnissen von DXOMARK

Download der originalen RAW Dateien

Damit du dir selbst ein genaues Bild der Tests machen kannst, verlinke ich dir hier alle Bilddaten im RAW Format zum Download. Dann kannst du selbst mal auf 100% reinzoomen und dein eigenes Pixel Peeping veranstalten. Wie das mit Photoshop am besten funktioniert, erkläre ich dir weiter unten. Viel Spaß dabei!

Was ist drin

Ich habe vier ZIP Archive mit je einem Bild der beiden Linsen zusammengestellt. Jedes der vier Pakete beinhaltet zwei Bilder mit den gleichen Einstellungen zum Vergleichen. Zwei von jedem Objektiv bei unterschiedlichen Blenden, aber sonst identischen Einstellungen. Ein unkomprimiertes RAW Bild der 36 Megapixel Kamera Nikon D810 ist ca. 73 MB groß. Deshalb habe immer nur zwei Bilder in ein Archiv gepackt. So kannst du genau die Bilder herunterladen, die du vergleichen möchtest, ohne dabei unnötig hohes Datenvolumen zu produzieren.

Bilderdownload – die Pakete

  • Download Paket 1: Motiv 1 – 14mm-vs-16mm-Vergleich_Feld_F11.zip – Größe 108MB
  • Download Paket 2: Motiv 1 – 14mm-vs-16mm-Vergleich_Feld_F8.zip – Größe 108MB
  • Download Paket 3: Motiv 1 – 14mm-vs-16mm-Vergleich_Feld_F56.zip – Größe 108MB
  • Download Paket 4: Motiv 2 – 14mm-vs-16mm-Vergleich_Tal_F11.zip – Größe 108MB

Warum die zusätzlichen Bilder

Die vier Download Pakete enthalten alle oben gezeigten Testbilder. In Paket eins und vier sind die im Beitrag dargestellten Fotos bei Blende 11 zu finden. Die zusätzlichen Bilder in Paket drei und vier sind bei Blende F/8 und F/5.6 aufgenommen.

Hintergrund ist (wie weiter oben schon erwähnt), dass nicht alle Linsen ihre maximale Schärfe bei der gleichen Blende haben. Das ist bei jedem Objektiv etwas anders. Die meisten haben aber die beste Schärfe bei einem Wert zwischen F/5.6 und F/11. Schließt du die Blende weiter, entsteht der Effekt der Diffraktion bzw. Beugungsunschärfe und die Pixel im Bild werden insgesamt wieder unscharf bzw. verwaschen.

Eine kleine Erklärung dazu findest du in meinem Artikel über das Schärfen von Fotos. Noch mehr Informationen dazu kannst in meinem Artikel über das Zusammenspiel von Blende, Belichtungszeit und ISO nachlesen.

Fotos mit Photoshop selbst vergleichen

Wenn ich zwei Fotos bestmöglich miteinander vergleichen will, benutze ich meistens Photoshop oder Adobe Bridge dafür. Für einen effektiven Vergleich musst du zunächst beide Dateien in Photoshop parallel öffnen und die Ansicht über das Menü auf 100 Prozent stellen.

Bilder in Photoshop vergleichen
Zwei Bilder in Photoshop nebeneinander vergleichen

In Fachkreisen wird auch gemunkelt, dass sich die tatsächliche Schärfe von Fotos in Photoshop am besten bei 50 Prozent beurteilen lässt. Das hängt natürlich auch alles von deiner Monitor Auflösung und der Größe der Dateien ab und wie viele Megapixel die Auflösung der Fotos wiederum beträgt. Probiere es einfach mal aus und urteile selbst.

Hast du nun beide Bilder in Photoshop geöffnet und eingezoomt, klickst du im Menü oben auf Fenster -> Anordnen und 2 nebeneinander. Nun liegen beide Fotos direkt nebeneinander im Arbeitsbereich und du kannst den Haken oben links an der Option Bildlauf in allen Fenster durchführen setzen. Mit dem Hand-Werkzeug (H-Taste) und der Maus kannst du jetzt in einem der Fotos umher-scrollen (d.h. den sichtbaren Bereich verschieben) und es wird automatisch auf beide Bilder angewendet. Bam. Ideal zum Vergleichen.

Beispielbilder beider Linsen

Nikon 14-24mm

Bild 1 – Sonnenstern am Heringstein

Sonnenaufgang am Heringstein
Sonnenaufgang am Heringstein | Zum Bild

Einstellungen: F/11, 1/25 Sekunde, ISO100 | Ausrüstung: Nikon D810 + Nikkor 14-24mm + Polfilter

Das Bild zeigt den Heringstein zum Sonnenaufgang im Sommer und den dabei vom Nikon 14-24mm erzeugten Sonnenstern bei geschlossener Blende. Eine genaue Beschreibung der Planung, den Vorbereitungen und wie das Bild entstanden ist, kannst du gern hier nachlesen.

Bild 2 – Polarlichter in Island

Nordlichter in Island
Nordlichter im Süden von Island | Zum Bild

Einstellungen: F/2.8, 15 Sekunden, ISO800 | Ausrüstung: Nikon D810 + Nikkor 14-24mm + Stativ

Bei solchen Nachtaufnahmen von Polarlichtern oder der Milchstraße kommt der extremst weite Brennweitenbereich des Nikon 14-24mm zum Einsatz. Bei den vorhandenen 14mm Brennweite passt einfach sehr viel vom Himmel auf den Sensor und die Offenblende von F/2.8 hilft die Verschlusszeiten bei akzeptablen ISO Werten gering zu halten. Diese Kombination von Offenblende und Brennweite ist optimal für Nachtaufnahmen.

Nikon 16-35mm

Bild 1 – Papageientaucher in Island

Papageientaucher und Sonnenuntergang
Ein Papageientaucher sitzt an den Klippen und guckt in den Sonnenuntergang am Strand

Einstellungen: F/8, 1/50 Sekunde, ISO400 | Ausrüstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Das Zeitfenster um diesen einzigartigen Augenblick, in dem der Papageientaucher in den Sonnenuntergang guckt, festzuhalten war sehr kurz. Das Foto war nur möglich durch die Kombination eines sehr hohen Dynamikumfangs der Kamera und dem Bildstabilisator des Objektivs. Hätte ich erst noch ein Stativ aufbauen müssen, wäre der Vogel längst weg geflogen.

Bild 2 – Sonnenuntergang in Å

Å Sonnenuntergang auf den Lofoten
Der Sonnenuntergang im Hafen der Hafenstadt Å auf den Lofoten

Einstellungen: F/8, 1/400 Sekunde, ISO400 | Ausrüstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Auch diese Lichtsituation am Hafen von Å auf den Lofoten ergab sich plötzlich und die spontane Aufnahme während eines Spaziergangs war ebenfalls nur durch die Kombination von hohem Dynamikumfang und Bildstabilisator, dafür ohne Stativ und schön locker aus der Hüfte, möglich.

Bonus: Richtig Nachschärfen

Für das Veröffentlichen deiner Bilder im Internet und die optimale Darstellung auf unterschiedlichen Plattformen wie Instagram, Facebook oder 500px ist es wichtig, dass du deine Fotos verkleinerst und nachschärfst. Auch für den Druck einer bestimmten Ausgabegröße wie A4 zum Beispiel oder das Verkaufen deiner Fotos ist ein maßgeschneidertes Schärfen sinnvoll. Wie genau das geht, habe ich in einem extra Artikel über das Nachschärfen beschrieben.

Newsletter Box

Mein Fazit zum Nikon 14-24mm vs. Nikon 16-35mm Vergleich

Ich habe seit vielen Jahren beide Linsen im Einsatz. Beide sind hochwertige und sehr gut verarbeitete Weitwinkel Zoom Objektive für Nikon FX Vollformat Kameras. Das 14mm besticht durch seine unglaubliche Bildqualität, die Offenblende F/2.8 und die Schärfe bis in die äußersten Ecken des Bildes. Ein echter WOW – Effekt!

Im Alltag eines Landschaftsfotografen, beim Wandern und insbesondere bei langen Bergtouren, stört aber das hohe Gewicht und der schwierige Umgang mit Filtern. Insbesondere bei Nachtaufnahmen der Milchstraße oder Polarlichtern kann es aber durch den extremen ultra Weitwinkel bei 14mm auf Vollformat und Blende 2.8 aufwarten. Nachts wirst du auch kaum Filter brauchen. Durch den weiten Blickwinkel der geringen Brennweite eignet es sich zudem sehr gut für Architekturaufnahmen. Das 16mm punktet hingegen mit seinem geringeren Gewicht, dem einfachen Anschrauben von 77mm Filtern und dem integrierten Bildstabilisator. Diese drei Punkte machen es für mich zum perfekten Immer-drauf-Weitwinkel-Objektiv für Landschaftsfotografen.

Wenn dich der hohe Preis, das hohe Gewicht und das Gefummel mit dem Filtern nicht stören ist aus Sicht der Qualität das Nikkor 14-24mm vorn. Ich habe aus oben genannten Gründen beide und möchte keines für seinen jeweiligen Einsatzzweck missen. Müsste ich mich für eines der beiden entscheiden, würde ich mich heute für das Nikkor 16-35mm entscheiden. Es ist einfacher zu handhaben und deckt ein breiteres Spektrum an Einsatzmöglichkeiten ab. Zudem ist ungefähr ein Drittel billiger als das 14-24mm.

Vergleichstabelle

Nikon Nikkor 14-24mm F/2.8
Professionelles Weitwinkel-Nikkor
FX-Format
Brennweitenbereich 14 bis 24 mm
Nanokristallvergütung verringert Lichtreflexe
Silent-Wave-Motor - schnelles & leises Scharfstellen
Abmessungen: 13,2 x 9,8 x 9,8 Zentimeter
Gewicht: 0,97 kg
Filtergröße: extragroß
Abbildungsleistung: Überragend
aktuellen Preis anzeigen
Nikon Nikkor 16-35mm F/4
Ultraweitwinkel-Zoomobjektiv
FX-Format
Zoombereich: 16-35 mm
ED-Glaslinsen (Extra-low Dispersion)
Bildstabilisator der zweiten Generation (VR II)
Abmessungen: 12,5 x 8,3 x 8,3 Zentimeter
Gewicht: 0,68 kg
Filtergröße: 77 mm
Abbildungsleistung: Sehr gut
aktuellen Preis anzeigen


Was ist deine Meinung dazu? Hast du auch Erfahrungen mit einem oder beiden Objektiven? Dann lass gerne einen Kommentar dar!

Nikon 14-24mm vs. Nikon 16-35mm Vergleich 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (2 Stimmen, Im Schnitt: 5,00 von 5)

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Ich bin Dave und seit über 15 Jahren leidenschaftlicher Landschafts- und Architekturfotograf. Meine Erfahrungen und mein über die Jahre zusammengetragenes Wissen in diesen Bereichen der Fotografie gebe ich gern hier auf diesen Seiten in den Bereichen Tutorials, Guides und Reisen an dich weiter. Um zukünftig keinen dieser Beiträge mehr zu verpassen, kannst Du einfach meinen kostenlosen Newsletter abonnieren oder den ebenso kostenlosen RSS Feed benutzen. Eine kleine Auswahl meiner Landschaftsfotos findest du hier in der Galerie und auf meiner persönlichen Foto Webseite.

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