Letztes Update: 26.08.2020
Die Lesezeit betrÀgt in etwa ~ 15 Minuten.

Was sind die Unterschiede sowie die jeweiligen Vor- und Nachteile der beiden Nikon Vollformat Weitwinkel Zoom Objektive AF-S Nikkor 14-24mm F/2.8 und AF-S Nikkor 16-35mm F/4. Ich habe sie fĂŒr Dich getestet und verglichen. In diesem Artikel erfĂ€hrst du, welches Objektiv, fĂŒr welche Motive am besten geeignet ist.

Nikon Nikkor 14-24mm mit Polfilter
Das Nikon Nikkor 14-24mm F/2.8 mit Polfilter an Nikon D810 auf Stativ

Direkte GegenĂŒberstellung

Solltest du keine Zeit oder Lust haben den ausfĂŒhrlichen Artikel mit den Tests und meinen Erfahrungen komplett zu lesen und die Beispielbilder zu vergleichen, kannst du dir auch diese kurze und knappe tabellarische GegenĂŒberstellung mit den harten technischen Fakten ansehen und dir daraus dein eigenes Urteil bilden.

Nikon Nikkor 14-24mm F/2.8
Professionelles Weitwinkel-Nikkor
FX-Format
Brennweitenbereich 14 bis 24 mm
NanokristallvergĂŒtung verringert Lichtreflexe
Silent-Wave-Motor - schnelles & leises Scharfstellen
Abmessungen: 13,2 x 9,8 x 9,8 Zentimeter
Gewicht: 0,97 kg
FiltergrĂ¶ĂŸe: extragroß
Abbildungsleistung: Überragend
aktuellen Preis anzeigen
Nikon Nikkor 16-35mm F/4
Ultraweitwinkel-Zoomobjektiv
FX-Format
Zoombereich: 16-35 mm
ED-Glaslinsen (Extra-low Dispersion)
Bildstabilisator der zweiten Generation (VR II)
Abmessungen: 12,5 x 8,3 x 8,3 Zentimeter
Gewicht: 0,68 kg
FiltergrĂ¶ĂŸe: 77 mm
Abbildungsleistung: Sehr gut
aktuellen Preis anzeigen

Warum der Vergleich

Nach meinem Systemwechsel von Canon zurĂŒck zu Nikon, hatte ich das Nikkor 14-24mm als mein Standard Weitwinkel Objektiv an der Nikon D810 im Einsatz. Die SchĂ€rfe und die BildqualitĂ€t der Linse sind unĂŒbertroffen und das absolut Beste, was ich in dieser Rubrik bisher erleben durfte. Nicht umsonst kaufen sich sogar Fotografen, die sonst andere Kamera Hersteller bevorzugen, genau diese Linse und benutzen sie mit Adaptern an ihren Kameras. In Sachen QualitĂ€t gibt es kaum etwas Vergleichbares, was an diese hervorragende Abbildungsleistung heran kommt.

Der fotografische Alltag als Landschaftsfotograf hat dann aber gezeigt, dass mir die Linse in der Handhabung und vom Gewicht her oft zu anstrengend und unpraktisch war. Das hat mehrere GrĂŒnde, auf die ich weiter unten im Detail eingehe. Diese Tatsache fĂŒhrte dann zum Kauf des leichter handhabbaren Nikkor 16-35mm. Beide Linsen sind die Flaggschiffe im Segment der Weitwinkel Zoom Objektive fĂŒr Nikon Vollformat Kameras. Das lichtstarke 14-24mm ist aber, rein von der QualitĂ€t her betrachtet, ganz klar der König aller ultra Weitwinkel Objektive.

Ich habe jetzt seit einigen Jahren beide Objektive aktiv im Einsatz. In diesem Artikel möchte ich dir erklĂ€ren, wann und fĂŒr welches Motiv ich welches Objektiv benutze und warum. Aus meinen praktischen Erfahrungen der letzten Jahre im Umgang mit diesen beiden Linsen, kannst du hoffentlich fĂŒr dich nĂŒtzliches Wissen ableiten und so eine fundierte und bessere Kaufentscheidung fĂŒr deine eigenen BedĂŒrfnisse treffen.

Die auffÀlligsten Unterschiede

Die auffĂ€lligsten Unterschiede der beiden Nikon Objektive Nikkor 14-24mm und Nikkor 16-35mm sind die Brennweite und der Zoom Bereich, das Gewicht und der Preis. Das sind die Unterschiede, die du auch schon der Tabelle oben entnehmen kannst. Weiter unten geht’s dann ans Eingemachte und ich gehe im Detail z.B. auf die Handhabung und die SchĂ€rfe ein.

Das AF-S Zoom Nikkor 14-24mm 1:2,8G ED Objektiv

Das super Weitwinkel Objektiv beeindruckt auf den ersten Blick mit seinem bulligen Auftreten, der ausladenden Frontlinse mit integrierter Gegenlichtblende und seinem hohem Gewicht, was auf das hochwertige Glas zurĂŒckzufĂŒhren ist. Mit den beeindruckenden 14mm Brennweite auf Vollformat bietet es einen extremen Weitwinkel, den sonst nur Fisheye Objektive schaffen. Der Zoom Bereich geht hoch bis 24mm Brennweite, was immer noch recht weit-winklig ist. Die beiden Nikon Zoom Objektive Nikkor 24-70mm und Nikkor 24-120mm knĂŒpfen nahtlos an die 24mm Brennweite an und bieten bei guter BildqualitĂ€t Brennweiten bis in den Telebereich.

Vorteile

  • hervorragende SchĂ€rfe und BildqualitĂ€t durch NanokristallvergĂŒtung
  • sehr lichtstark mit Offenblende F/2.8
  • extremer ultra Weitwinkel bei 14mm Brennweite ohne Verzerrung

Nachteile

  • relativ hohes Gewicht verglichen mit anderen Weitwinkel Objektiven
  • teure und sehr große Filter nötig und kompliziertes Montieren (+Transport)
  • kein Bildstabilisator

Der fĂŒr mich wohl gravierendste Nachteil sind die kompliziert zu montierenden Filter. Es gibt den Polfilter als Set von Wonderpana und Grauverlaufsfilter von Haida mit den Filterhaltern von Logodeckel. Du kannst die Filter, dann aber auch nicht einfach so drauf lassen, wie bei „normalen“ Linsen, da sich durch die enorme GrĂ¶ĂŸe der Transport dann sehr schwierig gestaltet.

Das umstĂ€ndliche An- und Abbauen kann auf Dauer schon ziemlich nerven, QualitĂ€t hin oder her. Auf dem Bild oben siehst du den montierten Wonderpana Polfilter. Das Setup mit Kamera sieht aus, als wĂ€re eine Art SatellitenschĂŒssel angebaut und passt schlecht in die meisten FotorucksĂ€cke.

Das AF-S Nikkor 16-35mm 1:4G ED VR Objektiv

Vorteile

  • sehr gute SchĂ€rfe und BildqualitĂ€t
  • normaler 77mm Filterring trotz 16mm Brennweite mit großem Weitwinkel Bereich
  • geringeres Gewicht trotz integriertem Bildstabilisator

Nachteile

  • weniger Offenblende mit F/4 (fĂŒr Landschaftsfotografen nicht relevant, außer bei Nachtaufnahmen)
  • etwas weniger Weitwinkel, verglichen mit dem 14-24mm
  • mehr Verzeichnung in den Ă€ußersten Randbereichen

Warum sind mir die Filter so wichtig?

Als Landschaftsfotograf habe ich in 95 Prozent der FĂ€lle irgendeinen Filter auf der Linse montiert. Das hat unterschiedlichste GrĂŒnde. Filter wie der Polfilter können Reflektionen mindern und Wasser sozusagen durchsichtig machen, den Kontrast erhöhen und die Farben intensivieren. Neutrale Graufilter verlĂ€ngern die Belichtungszeit fĂŒr eine Aufnahme. Durch diese speziellen Eigenschaften kannst du unterschiedlichste kreative Effekte fĂŒr deine Bilder schon wĂ€hrend der Aufnahme erzielen.

Wenn du wie ich einen kĂŒnstlerischen Anspruch an deine eigenen Bilder hast, mit dem Herzen fotografierst und nicht nur zur Dokumentation Fotos aufnehmen willst, dann kommst du an diesen Filtern kaum vorbei. Viele der damit erzielten Effekte lassen sich nĂ€mlich nicht in der digitalen Nachbearbeitung nachahmen.

Tipp: in meinem Artikel 10 Tipps fĂŒr kreative Landschaftsfotos erfĂ€hrst du, was du mit diesen und weiteren Filtern alles anstellen kannst und welche Effekte du damit fĂŒr deine Fotos in verschiedenen Situationen generieren kannst

Der Vergleich

So, genug des VorgeplĂ€nkels. Jetzt geht’s an den eigentlichen Vergleich.

Testaufbau

Ich habe beide Objektive seit Jahren parallel im Einsatz und kann schon viele Kriterien aus dem Bauch heraus und aus meinen Erfahren beurteilen. FĂŒr diesen Artikel habe ich mir aber nichtsdestotrotz zwei unterschiedliche Motive ausgesucht und dedizierte Testbilder aufgenommen.

Testaufbau Objektiv Vergleich Motiv 1
Testaufbau Objektiv Vergleich Motiv 1

FĂŒr die Testreihen habe ich mit beiden Objektiven Fotos auf derselben Kamera mit den exakt gleichen Einstellungen aufgenommen. Die Nikon D810 war dabei fest auf einem stabilen Stativ montiert. Es wurden an den Linsen keine Filter benutzt. Es gab so gut wie keinen spĂŒrbaren Wind und fĂŒr das Auslösen der Aufnahmen wurde zusĂ€tzlich ein Fernauslöser benutzt, um mögliche Verwacklungen zu reduzieren.

Vorbereiten der Raw Bilder zum Vergleichen

Ich habe die Testaufnahmen im Raw Format gespeichert. Das sind die tatsÀchlich geschriebenen Roh-Daten der Kamera und anhand derer kann man die QualitÀt besser beurteilen. JPEG Bilder werden nÀmlich schon in der Kamera verarbeitet, d.h. es werden Bildstile angewandt und es wird auch bereits in der Kamera nachgeschÀrft.

Tipp: Warum du immer besser RAW als JPG aufnehmen solltest, kannst du in meinem Artikel dazu nachlesen.

Raw Fotos mĂŒssen immer „entwickelt“ werden, d.h. die Kontraste, Farben und deren Temperatur mĂŒssen bei jedem Bild manuell eingestellt werden. Du kannst RAW auch als digitale Negative betrachten und sie mit dem analogen Film vergleichen.

Entwicklung der Testbilder
Entwicklung der Testbilder fĂŒr den Vergleich

Zum besseren Vergleichen der Bilder habe ich aber lediglich die in Adobe Camera Raw hinterlegten Objektiv-Korrekturen angewandt und den Weißabgleich auf Tageslicht gestellt.

Schwierigkeiten

Einstellungen maximale SchÀrfe

Ein direkter Vergleich zwischen zwei Objektiven bei gleichen Einstellungen ist immer schwierig. Woran liegt das? Unterschiedliche Objektive haben ihre beste SchÀrfe an unterschiedlichen Brennweiten und bei unterschiedlichen Blenden.

SchÀrfster Bereich Nikkor 12-24mm
SchÀrfster Bereich Nikkor 12-24mm bei DXOMARK

Bei welcher Brennweite und bei welcher Blende deine Linsen ihre maximale SchÀrfe entfalten, kannst du bei den Kollegen von DXO im Bereich Linsen nachlesen.

Darstellung auf mobilen EndgerÀten

Um die SchĂ€rfe der 100 Prozent Ausschnitte der Bilder des Vergleichs weiter unten richtig beurteilen zu können, empfehle ich dir das Betrachten auf einem richtigen Monitor am Computer. Auf mobilen EndgerĂ€ten wie Handys oder Tablets werden die Bilder auf deren GrĂ¶ĂŸe und Auflösung skaliert und damit geht die originale SchĂ€rfe verloren. Das macht einen vernĂŒnftigen Vergleich der Fotos sinnlos. Auch fĂŒr das Vergleichen der originalen RAW Dateien der Downloads empfehle ich dir einen Monitor fĂŒr Bildbearbeitung.

QualitÀtsmerkmale

Was sind ĂŒberhaupt QualitĂ€tsmerkmale von Objektiven und worin konkret unterscheiden sich die beiden Linsen voneinander? Neben so offensichtlichen Dingen wie dem Gewicht der Linsen, kommt es vor allem auf die folgenden drei Merkmale an.

SchÀrfe

Die SchÀrfe eines Objektivs wird zum einen durch die SchÀrfe der einzelnen Pixel definiert, zum anderen dadurch wie sehr die QualitÀt von der Mitte zu den RÀndern des Fotos hin abnimmt. Wie stark die SchÀrfe von der Mitte zum Rand abnimmt ist dabei eines der wichtigsten QualitÀtsmerkmale eines guten Objektives.

Testaufbau Objektiv Vergleich Motiv 2
Testaufbau Objektiv Vergleich Motiv 2

Offenblende

Der Wert der Offenblende beschreibt wie lichtstark ein Objektiv ist. Je kleiner der Wert, um so weiter kannst du die Blende maximal öffnen. Das 14-24mm hat mit F/2.8 schon eine recht große Offenblende, was bedeutet das bei geöffneter Blende viel Licht auf den Sensor kommt und du eine geringere Verschlusszeit bei gleichbleibender ISO benötigst. Gleichwohl bedeutet eine weit geöffnete Blende immer auch weniger TiefenschĂ€rfe.

Sollten dich die ZusammenhĂ€nge und Auswirkungen der drei Werte noch verwirren, kannst du sie gern in meinem Artikel ĂŒber das fotografische Dreieck nachlesen.

In der klassischen Landschaftsfotografie ist eine große Offenblende nicht wirklich wichtig. Ich fotografiere in den meisten FĂ€llen im Bereich zwischen F/5.6 und F/11. Ausnahmen bilden dabei nur das Fotografien von Milchstraße oder Nordlichtern bei Nacht. Unter den aller grĂ¶ĂŸten UmstĂ€nden, nehme ich auch alle fĂŒnf Jahre mal ein Bild mit Offenblende auf, um ein schönes Bokeh im Hintergrund eines scharfen Hauptmotivs zu erzeugen. Das passiert aber wirklich selten.

Sonnenstern bei geschlossener Blende
Sonnenuntergang am Bergsee mit Sonnenstern
Sonnenuntergang am Bergsee mit Sonnenstern | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 1/6 Sekunde, ISO200 | AusrĂŒstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Wichtiger als das Bokeh bei Offenblende, ist fĂŒr mich als Landschaftsfotograf der vom Objektiv erzeugte Sonnenstern bei geschlossener Blende wie F/22. Jedes Objektiv erzeugt dabei durch seine Bauform und die Anordnung der Lamellen ein anderes Aussehen des Sterns. Das Bild oberhalb wurde mit dem 16-35mm aufgenommen. Ein Foto mit Sonnenstern des 14-24mm findest du weiter unten bei den Beispielen. An dieser Stelle muss ich noch beilĂ€ufig erwĂ€hnen, dass die wohl schönsten und klarsten Sonnensterne vom Canon L 16-35mm produziert werden.

Wie das genau funktioniert und wie der technische Ablauf bei solchen Aufnahmen ist, habe ich hier sehr genau anhand der obigen Beispielaufnahme beschrieben.

Brennweite

Die Brennweite bzw. der Zoom Bereich einer Linse ist von sehr entscheidender Bedeutung. Es ist wohl das erste Kriterium, was du dir vor einem Kauf anschaust. In diesem Vergleich sind beide Objektive super Weitwinkel (<24mm) und können einen sehr großen Bildausschnitt abbilden, was fĂŒr Landschaftsfotografie natĂŒrlich ideal ist. Du bekommst mit beiden Linsen einfach sehr viel Landschaft auf ein Foto.

Je nachdem wie viele weitere Linsen du bereits in deinem Repertoire hast, ist der Zoom-Bereich mehr oder weniger wichtig fĂŒr dich. Solltest du auch das Nikkor 24-70mm oder das Nikkor 24-120mm besitzen, wird dich der erweiterte Zoom Bereich des Nikkor 16-35mm gegenĂŒber dem Nikkor 14-24mm sowieso nicht interessieren.

Unterschiede zwischen 14mm und 16mm Brennweite

Der minimale Brennweitenbereich dagegen ist schon sehr interessant und die Unterschiede erheblich. Zur Veranschaulichung habe ich das in den Bildern unterhalb mit dem roten Rand dargestellt. Er markiert den Unterschied zwischen 14mm und 16mm Brennweite auf einer Vollformat Kamera.

In diesem extremen Bereich machen die 2mm Unterschied in der Brennweite enorm viel aus.

14mm vs. 16mm Vergleich auf Vollformat
14mm vs. 16mm Vergleich auf Vollformat
Beispielbild 14mm Brennweite
14mm auf Vollformat Beispielbild
14mm auf Vollformat Beispielbild

Einstellungen: F/11, 1/125 Sekunden, ISO64 | AusrĂŒstung: Nikon D810 + Nikkor 14-24mm

Beispielbild 16mm Brennweite
16mm auf Vollformat Beispielbild
16mm auf Vollformat Beispielbild

Einstellungen: F/11, 1/125 Sekunden, ISO64 | AusrĂŒstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm

Wahl des Bildausschnitts

Ich habe bei beiden Motiven die Mitte sowie die unterschiedlichen Randbereiche miteinander verglichen. Bei Motiv 1 habe ich die Wolken der RĂ€nder oben außen vorgelassen, bei Motiv 2 das (durch die 1/3s Belichtung) unscharfe Wasser der RĂ€nder unten. Die Stellen im Foto, an denen tatsĂ€chlich Zeichnung im Bild ist und Kanten vorhanden sind, sind am besten geeignet um die SchĂ€rfe zu beurteilen.

Motiv 1 – Feld – 14mm und 16mm Brennweite

Einstellungen: F/11, 1/125 Sekunde, ISO64 | AusrĂŒstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm / Nikkor 14-24mm bei 14mm und 16mm

Bildmitte links

Objektiv Vergleich Motiv 1 - Mitte links
Objektiv Vergleich Motiv 1 – Mitte links

Bildmitte rechts

Objektiv Vergleich Motiv 1 - Mitte rechts
Objektiv Vergleich Motiv 1 – Mitte rechts

Bildmitte

Objektiv Vergleich Motiv 1 - Mitte
Objektiv Vergleich Motiv 1 – Mitte

Bild unten links

Objektiv Vergleich Motiv 1 - Unten links
Objektiv Vergleich Motiv 1 – Unten links

Bild unten rechts

Objektiv Vergleich Motiv 1 - Unten rechts
Objektiv Vergleich Motiv 1 – Unten rechts

Motiv 2 – Fluss und Wald – 24mm Brennweite

Einstellungen: F/11, 1/3 Sekunde, ISO100 | AusrĂŒstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm / Nikkor 14-24mm bei 24mm

Gesamtbild

Objektiv Vergleich 16-35mm vs 14-24mm Beispielbild Tal mit Fluss und Wald
Objektiv Vergleich 16-35mm vs 14-24mm Beispielbild Tal mit Fluss und Wald

Bild oben links

Objektiv Vergleich Motiv 2 - Oben links
Objektiv Vergleich Motiv 2 – Oben links

Bild oben rechts

Objektiv Vergleich Motiv 2 - Oben rechts
Objektiv Vergleich Motiv 2 – Oben rechts

Bildmitte

Objektiv Vergleich Motiv 2 - Mitte
Objektiv Vergleich Motiv 2 – Mitte

Bildmitte links

Objektiv Vergleich Motiv 2 - Mitte links
Objektiv Vergleich Motiv 2 – Mitte links

Bildmitte rechts

Objektiv Vergleich Motiv 2 - Mitte rechts
Objektiv Vergleich Motiv 2 – Mitte rechts

Auswertung

Welche Erkenntnisse haben sich nun durch den Vergleich der beiden Objektive fĂŒr mich ergeben?

In dem von mir getesteten Brennweiten und Blenden Bereich unterscheiden sich die beiden Linsen nicht so stark, wie ich es erwartet hÀtte. Beide sind aber auf einem sehr hohen Niveau was die BildqualitÀt betrifft. Der Verlust der SchÀrfe von der Bildmitte zu den RÀndern hin, sowie die Verzeichnung an den RÀndern, ist bei beiden gering. Auch das hÀtte ich anders erwartet. Anscheinend habe ich mit diesen beiden Exemplaren zwei sehr gute ihrer Charge erwischt.

Der ultimative Vergleich der SchĂ€rfe beider Linsen mĂŒsste theoretisch natĂŒrlich an ihren jeweils maximalsten SchĂ€rfepunkten gemessen werden. Das hieße beim 12-24mm dann Blende F/2.8 bei 14mm und beim 16-35mm F/4 bei 24mm Brennweite. Diese Werte sind dann aber bloße Theorie und sehr praxisfern und lassen sich ohnehin nicht wirklich vergleichen. Mit so offener Blende und der daraus resultierenden geringen TiefenschĂ€rfe ist sowieso kein Landschaftsfotograf im Alltag unterwegs.

Was noch ins Auge fÀllt, ist, dass das Nikkor 14-24mm bei komplett identischen Kameraeinstellungen ein leicht dunkleres Bild liefert als das Nikkor 16-35mm. Daran Àndert auch die Objektivkorrektur im Camera Raw beim Entwickeln nichts.

Nach diesem Test muss ich sagen, dass beide Linsen, allein von der SchĂ€rfe und der Verzeichnung her betrachtet, auf einem Ă€hnlichem hohem Level sind und die geringen Unterschiede bei der QualitĂ€t fĂŒr mich kein ausschlaggebendes Kaufkriterium fĂŒr eine der beiden mehr darstellen. Wie auch beim Kauf der fĂŒr dich besten Kamera kommt es vielmehr auf die Kombination aller wichtigen Kriterien an. Ausschlaggebend ist zudem, was dir besonders wichtig ist und was du mit dem Objektiv alles so vor hast und welche Motive du damit fotografieren willst. Mehr dazu dann im Fazit.

Testdaten und Vergleich bei DXOMARK

Die Kollegen von DXOMARK.com haben ebenfalls die beiden Objektive gegeneinander auf einer Nikon D810 getestet. Die Ergebnisse und Messwerte sind in der Abbildung unterhalb zu sehen. Auch bei dieser GegenĂŒberstellung machen beide Linsen eine gute Figur mit Ă€hnlichen Messwerten. Unter idealen Bedingungen errechnet sich fĂŒr das Nikon 14-24mm ein höherer Wert der GesamtschĂ€rfe.

Vergleich 14-24mm vs. 16-35mm
Vergleich 14-24mm vs. 16-35mm mit Testdaten und Ergebnissen von DXOMARK

Download der originalen RAW Dateien

Damit du dir selbst ein genaues Bild der Tests machen kannst, verlinke ich dir hier alle Bilddaten im RAW Format zum Download. Dann kannst du selbst mal auf 100% reinzoomen und dein eigenes Pixel Peeping veranstalten. Wie das mit Photoshop am besten funktioniert, erklĂ€re ich dir weiter unten. Viel Spaß dabei!

Was ist drin

Ich habe vier ZIP Archive mit je einem Bild der beiden Linsen zusammengestellt. Jedes der vier Pakete beinhaltet zwei Bilder mit den gleichen Einstellungen zum Vergleichen. Zwei von jedem Objektiv bei unterschiedlichen Blenden, aber sonst identischen Einstellungen. Ein unkomprimiertes RAW Bild der 36 Megapixel Kamera Nikon D810 ist ca. 73 MB groß. Deshalb habe immer nur zwei Bilder in ein Archiv gepackt. So kannst du genau die Bilder herunterladen, die du vergleichen möchtest, ohne dabei unnötig hohes Datenvolumen zu produzieren.

Bilderdownload – die Pakete

  • Download Paket 1: Motiv 1 – 14mm-vs-16mm-Vergleich_Feld_F11.zip – GrĂ¶ĂŸe 108MB
  • Download Paket 2: Motiv 1 – 14mm-vs-16mm-Vergleich_Feld_F8.zip – GrĂ¶ĂŸe 108MB
  • Download Paket 3: Motiv 1 – 14mm-vs-16mm-Vergleich_Feld_F56.zip – GrĂ¶ĂŸe 108MB
  • Download Paket 4: Motiv 2 – 14mm-vs-16mm-Vergleich_Tal_F11.zip – GrĂ¶ĂŸe 108MB

Warum die zusÀtzlichen Bilder

Die vier Download Pakete enthalten alle oben gezeigten Testbilder. In Paket eins und vier sind die im Beitrag dargestellten Fotos bei Blende 11 zu finden. Die zusÀtzlichen Bilder in Paket drei und vier sind bei Blende F/8 und F/5.6 aufgenommen.

Hintergrund ist (wie weiter oben schon erwĂ€hnt), dass nicht alle Linsen ihre maximale SchĂ€rfe bei der gleichen Blende haben. Das ist bei jedem Objektiv etwas anders. Die meisten haben aber die beste SchĂ€rfe bei einem Wert zwischen F/5.6 und F/11. Schließt du die Blende weiter, entsteht der Effekt der Diffraktion bzw. BeugungsunschĂ€rfe und die Pixel im Bild werden insgesamt wieder unscharf bzw. verwaschen.

Eine kleine ErklĂ€rung dazu findest du in meinem Artikel ĂŒber das SchĂ€rfen von Fotos. Noch mehr Informationen dazu kannst in meinem Artikel ĂŒber das Zusammenspiel von Blende, Belichtungszeit und ISO nachlesen.

Fotos mit Photoshop selbst vergleichen

Wenn ich zwei Fotos bestmöglich miteinander vergleichen will, benutze ich meistens Photoshop oder Adobe Bridge dafĂŒr. FĂŒr einen effektiven Vergleich musst du zunĂ€chst beide Dateien in Photoshop parallel öffnen und die Ansicht ĂŒber das MenĂŒ auf 100 Prozent stellen.

Bilder in Photoshop vergleichen
Zwei Bilder in Photoshop nebeneinander vergleichen

In Fachkreisen wird auch gemunkelt, dass sich die tatsĂ€chliche SchĂ€rfe von Fotos in Photoshop am besten bei 50 Prozent beurteilen lĂ€sst. Das hĂ€ngt natĂŒrlich auch alles von deiner Monitor Auflösung und der GrĂ¶ĂŸe der Dateien ab und wie viele Megapixel die Auflösung der Fotos wiederum betrĂ€gt. Probiere es einfach mal aus und urteile selbst.

💡 Hinweis: Worauf es bei einem Monitor fĂŒr Bildbearbeitung ankommt, das dieser nicht unbedingt teuer sein muss und wie du deinen Monitor kalibrierst, erfĂ€hrst du in den verlinkten Artikeln.

Hast du nun beide Bilder in Photoshop geöffnet und eingezoomt, klickst du im MenĂŒ oben auf Fenster -> Anordnen und 2 nebeneinander. Nun liegen beide Fotos direkt nebeneinander im Arbeitsbereich und du kannst den Haken oben links an der Option Bildlauf in allen Fenster durchfĂŒhren setzen. Mit dem Hand-Werkzeug (H-Taste) und der Maus kannst du jetzt in einem der Fotos umher-scrollen (d.h. den sichtbaren Bereich verschieben) und es wird automatisch auf beide Bilder angewendet. Bam. Ideal zum Vergleichen.

Beispielbilder beider Linsen

Nikon 14-24mm

Bild 1 – Sonnenstern am Heringstein

Sonnenaufgang am Heringstein
Sonnenaufgang am Heringstein | Zum Bild

Einstellungen: F/11, 1/25 Sekunde, ISO100 | AusrĂŒstung: Nikon D810 + Nikkor 14-24mm + Polfilter

Das Bild zeigt den Heringstein zum Sonnenaufgang im Sommer und den dabei vom Nikon 14-24mm erzeugten Sonnenstern bei geschlossener Blende. Eine genaue Beschreibung der Planung, den Vorbereitungen und wie das Bild entstanden ist, kannst du gern hier nachlesen.

Bild 2 – Polarlichter in Island

Nordlichter in Island
Nordlichter im SĂŒden von Island | Zum Bild

Einstellungen: F/2.8, 15 Sekunden, ISO800 | AusrĂŒstung: Nikon D810 + Nikkor 14-24mm + Stativ

Bei solchen Nachtaufnahmen von Polarlichtern oder der Milchstraße kommt der extremst weite Brennweitenbereich des Nikon 14-24mm zum Einsatz. Bei den vorhandenen 14mm Brennweite passt einfach sehr viel vom Himmel auf den Sensor und die Offenblende von F/2.8 hilft die Verschlusszeiten bei akzeptablen ISO Werten gering zu halten. Diese Kombination von Offenblende und Brennweite ist optimal fĂŒr Nachtaufnahmen.

Nikon 16-35mm

Bild 1 – Papageientaucher in Island

Papageientaucher und Sonnenuntergang
Ein Papageientaucher sitzt an den Klippen und guckt in den Sonnenuntergang am Strand

Einstellungen: F/8, 1/50 Sekunde, ISO400 | AusrĂŒstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Das Zeitfenster um diesen einzigartigen Augenblick, in dem der Papageientaucher in den Sonnenuntergang guckt, festzuhalten war sehr kurz. Das Foto war nur möglich durch die Kombination eines sehr hohen Dynamikumfangs der Kamera und dem Bildstabilisator des Objektivs. HĂ€tte ich erst noch ein Stativ aufbauen mĂŒssen, wĂ€re der Vogel lĂ€ngst weg geflogen.

Bild 2 – Sonnenuntergang in Å

Å Sonnenuntergang auf den Lofoten
Der Sonnenuntergang im Hafen der Hafenstadt Å auf den Lofoten

Einstellungen: F/8, 1/400 Sekunde, ISO400 | AusrĂŒstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

Auch diese Lichtsituation am Hafen von Å auf den Lofoten ergab sich plötzlich und die spontane Aufnahme wĂ€hrend eines Spaziergangs war ebenfalls nur durch die Kombination von hohem Dynamikumfang und Bildstabilisator, dafĂŒr ohne Stativ und schön locker aus der HĂŒfte, möglich.

Gebrauchtes Objektiv gĂŒnstig kaufen

Es muss nicht immer ein nigelnagelneues Objektiv sein. Gerade fĂŒr den Anfang und um ein neues Produkt oder Hobby
zunĂ€chst einmal auszuprobieren eignet sich gebrauchte AusrĂŒstung hervorragend. Der Calumet
Shop
hat geprĂŒfte und sehr gut erhaltene Objektive fĂŒr kleines Geld im Angebot. Obendrein hast Du
einen Garantieanspruch auf den gekauften Gebrauchtartikel. Ein Blick in den Shop lohnt sich also.

Calumet DSLR
Gerbauchte Objektive im Calumet Shop

Bonus: Richtig NachschÀrfen

FĂŒr das Veröffentlichen deiner Bilder im Internet und die optimale Darstellung auf unterschiedlichen Plattformen wie Instagram, Facebook oder 500px ist es wichtig, dass du deine Fotos verkleinerst und nachschĂ€rfst. Auch fĂŒr den Druck einer bestimmten AusgabegrĂ¶ĂŸe wie A4 zum Beispiel oder das Verkaufen deiner Fotos ist ein maßgeschneidertes SchĂ€rfen sinnvoll. Wie genau das geht, habe ich in einem extra Artikel ĂŒber das NachschĂ€rfen beschrieben.

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Mein Fazit zum Nikon 14-24mm vs. Nikon 16-35mm Vergleich

Ich habe seit vielen Jahren beide Linsen im Einsatz. Beide sind hochwertige und sehr gut verarbeitete Weitwinkel Zoom Objektive fĂŒr Nikon FX Vollformat Kameras. Das 14mm besticht durch seine unglaubliche BildqualitĂ€t, die Offenblende F/2.8 und die SchĂ€rfe bis in die Ă€ußersten Ecken des Bildes. Ein echter WOW – Effekt!

Im Alltag eines Landschaftsfotografen, beim Wandern und insbesondere bei langen Bergtouren, stört aber das hohe Gewicht und der schwierige Umgang mit Filtern. Insbesondere bei Nachtaufnahmen der Milchstraße oder Polarlichtern kann es aber durch den extremen ultra Weitwinkel bei 14mm auf Vollformat und Blende 2.8 aufwarten. Nachts wirst du auch kaum Filter brauchen. Durch den weiten Blickwinkel der geringen Brennweite eignet es sich zudem sehr gut fĂŒr Architekturaufnahmen. Das 16mm punktet hingegen mit seinem geringeren Gewicht, dem einfachen Anschrauben von 77mm Filtern und dem integrierten Bildstabilisator. Diese drei Punkte machen es fĂŒr mich zum perfekten Immer-drauf-Weitwinkel-Objektiv fĂŒr Landschaftsfotografen.

Wenn dich der hohe Preis, das hohe Gewicht und das Gefummel mit dem Filtern nicht stören ist aus Sicht der QualitĂ€t das Nikkor 14-24mm vorn. Ich habe aus oben genannten GrĂŒnden beide und möchte keines fĂŒr seinen jeweiligen Einsatzzweck missen. MĂŒsste ich mich fĂŒr eines der beiden entscheiden, wĂŒrde ich mich heute fĂŒr das Nikkor 16-35mm entscheiden. Es ist einfacher zu handhaben und deckt ein breiteres Spektrum an Einsatzmöglichkeiten ab. Zudem ist ungefĂ€hr ein Drittel billiger als das 14-24mm.

Vergleichstabelle

Nikon Nikkor 14-24mm F/2.8
Professionelles Weitwinkel-Nikkor
FX-Format
Brennweitenbereich 14 bis 24 mm
NanokristallvergĂŒtung verringert Lichtreflexe
Silent-Wave-Motor - schnelles & leises Scharfstellen
Abmessungen: 13,2 x 9,8 x 9,8 Zentimeter
Gewicht: 0,97 kg
FiltergrĂ¶ĂŸe: extragroß
Abbildungsleistung: Überragend
aktuellen Preis anzeigen
Nikon Nikkor 16-35mm F/4
Ultraweitwinkel-Zoomobjektiv
FX-Format
Zoombereich: 16-35 mm
ED-Glaslinsen (Extra-low Dispersion)
Bildstabilisator der zweiten Generation (VR II)
Abmessungen: 12,5 x 8,3 x 8,3 Zentimeter
Gewicht: 0,68 kg
FiltergrĂ¶ĂŸe: 77 mm
Abbildungsleistung: Sehr gut
aktuellen Preis anzeigen


Was ist deine Meinung dazu? Hast du auch Erfahrungen mit einem oder beiden Objektiven? Dann lass gerne einen Kommentar da!

Nikon 14-24mm vs. Nikon 16-35mm Vergleich 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (2 Stimmen, Im Schnitt: 5,00 von 5)

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Veröffentlicht von

Ich bin Dave und seit ĂŒber 15 Jahren leidenschaftlicher Landschafts- und Architekturfotograf. Meine Erfahrungen und mein ĂŒber die Jahre zusammengetragenes Wissen in diesen Bereichen der Fotografie gebe ich gern hier auf diesen Seiten in den Rubriken Tutorials, AusrĂŒstung und Reisen an dich weiter. Um zukĂŒnftig keinen dieser BeitrĂ€ge mehr zu verpassen, kannst Du einfach meinen kostenlosen Newsletter abonnieren oder den ebenso kostenlosen RSS Feed benutzen. Eine kleine Auswahl meiner Landschaftsfotos findest du hier in der Galerie und auf meiner persönlichen Foto Webseite.

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