Letztes Update: 14.08.2020
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Willst du, dass deine Fotos von der Bildbearbeitung bis zum Druck gleich aussehen? Dann musst du deinen Monitor kalibrieren. Wie und womit du das schnell und zuverlÀssig bewerkstelligen kannst, erfÀhrst du in diesem Artikel.

Farbenfroher Sonnenuntergang an der Ostsee
Farbenfroher Sonnenuntergang an der Ostsee | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 0.5 Sekunden, ISO200 | AusrĂŒstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter

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Warum den Monitor kalibrieren

Die Darstellung von Farben, Kontrasten und der Helligkeit eines Monitors hÀngt von vielen Faktoren ab. Es kommt vor allem auf die verbaute Panel-Technologie und die zur Darstellung verwendete Software ab. Diese sollte Farbmanagement fÀhig sein. Auch die LichtverhÀltnisse im Raum, sowie die Betriebstemperatur des Monitors und die Raumtemperatur haben Einfluss auf die Farbgenauigkeit und die Helligkeit (Gamma) der Bildanzeige.

Farben, Kontrast und Helligkeit

Das bedeutet, dass ein Foto, so wie du es auf deinem Monitor bearbeitest, bei einem Betrachter mit einem anderen Bildschirm unter UmstĂ€nden anders aussehen kann. Um das zu vermeiden, gibt es Standard FarbrĂ€ume (wie z.B. sRGB im Internet) und einheitliche Messmethoden fĂŒr das Kalibrieren eines Monitors. Dadurch kannst du sichergehen, dass deine Bilder auch auf anderen kalibrierten Monitoren und im Druck genau so aussehen, wie du es möchtest.

💡 Hinweis: Nur mit einem kalibrierten Monitor und einem konsistenten Farbmanagement bekommst du ein einheitliches Bild von der Aufnahme in der Kamera, ĂŒber die Bildbearbeitung bis hin zur PrĂ€sentation im Internet, den Sozialen Medien und dem Druck.

Carolafelsen zum Sonnenuntergang
Die Aussicht vom Carolafelsen in der SĂ€chsischen Schweiz zum Sonnenuntergang | Zum Bild

Einstellungen: F/11, 1/45 Sekunden, ISO200 | AusrĂŒstung: Nikon D810 + Nikkor 14-24mm + Polfilter + Stativ

Konsistentes Farbmanagement

Damit deine Fotos auf allen GerĂ€ten immer möglichst gleich aussehen gibt es das Farbmanagement. Dazu gehört eben auch, den Monitor zu kalibrieren. Ohne regelmĂ€ĂŸiges Kalibrieren verliert dein Monitor mit der Zeit seine Farbechtheit und Farbgenauigkeit. Die meisten Monitore neigen mit zunehmender Zeit zu Schwankungen z.B. bei der Farbtemperatur. Die Bilder sind dann tendenziell entweder zu warm (Gelbstich) oder zu kalt (Blaustich). Ein weiterer Effekt kann sein, dass dein Monitor Grautöne und Farben falsch darstellt und du daraufhin deine Fotos in der Bildbearbeitung viel zu sehr sĂ€ttigst. Letzteres ist z.B. oft bei modernen Smart-TV GerĂ€ten der Fall.

🔎 Bonus: Wenn du auch deine Fotos online verkaufen möchtest, erklĂ€re ich dir im verlinkten Artikel ausfĂŒhrlich wie und wo das geht und worauf du darĂŒber hinaus noch achten musst.

Gleichbleibende Darstellung

Damit deine Fotos ĂŒberall möglichst gleich dargestellt werden und von anderen ebenso wie von dir wahrgenommen werden, sind eine konstante Farbgenauigkeit und gleichbleibende Farben und Kontraste des Monitors einfach unerlĂ€sslich. Wenn du deine Fotografien nicht nur im Internet prĂ€sentierst und mit anderen teilst, sondern auch an Verlage lizenzieren und ĂŒber Reseller an Endkunden verkaufen möchtest, ist ein kalibrierter Monitor sowieso Pflicht.

⚠ Exkurs: Da sich heutzutage viele Leute durchdachte Fotografien, bei denen der Autor an jeder Farb- und Kontrastnuance gearbeitet und gepfeilt hat, dann auf einem kleinen Handybildschirm in der neusten fancy App in direktem Sonnenlicht angucken, hast du in dieser Situation als KĂŒnstler leider keinen Einfluss mehr auf die Darstellung deiner Fotos. Schachmatt. Anderen Fotografen und Bildprofis unterstelle ich an dieser Stelle aber einfach mal, dass sie diesen Fehler nicht begehen und sich die Arbeiten der Kollegen bei kontrollierten LichtverhĂ€ltnissen auf einem kalibrierten Monitor oder eben als fertigen Druck ansehen und beurteilen.

Kann jeder Monitor kalibriert werden

GrundsĂ€tzlich kann mit den weiter unten vorgestellten GerĂ€ten jeder Monitor eingestellt und kalibriert werden. Es macht allerdings nicht bei jedem GerĂ€t Sinn. Wenn die Panel-Technologie des Bildschirms grundsĂ€tzlich nicht fĂŒr die Bildbearbeitung geeignet ist oder aber nur einen Bruchteil der Farben darstellen kann, den du mit deiner Kamera aufnimmst, dann bringt auch das Kalibrieren des Monitors nichts.

💡 Tipp: Welche Monitore sich am besten fĂŒr Fotografen eignen und warum, erklĂ€re ich meinem Artikel Monitor fĂŒr Bildbearbeitung. An meinen Empfehlungen dort siehst du auch, dass ein guter Monitor fĂŒr Fotografie nicht unbedingt teuer sein muss.

Das ist der Grund, warum die Hersteller oft mit der hohen Farbraumabdeckung ihres Monitors werben. Nur wenn der Monitor ĂŒberhaupt technisch in der Lage ist, alle Farben und Kontraste darzustellen, kannst du ihn kalibrieren, damit er das auch objektiv richtig macht.

Darstellung Farbraum sRGB
Darstellung Farbraum sRGB

🔎 Bonus: Falls du deine Fotos lieber an einem Laptop fĂŒr Bildbearbeitung entwickeln möchtest, schaue einfach mal im verlinkten Artikel vorbei.

Wie oft sollte ein Monitor kalibriert werden

Durch die Nutzung des Monitors und Temperaturschwankungen im Raum und im GerÀt, Àndert sich die Darstellung der Farben, Kontraste sowie die Helligkeit des Monitors mit der Zeit. Je nachdem, wie viel Zeit du deinen Monitor durchschnittlich benutzt, empfiehlt sich eine Re-Kalibrierung alle ein bis drei Monate.

Vizima
Vizima | Zum Bild

Einstellungen: F/11, 1/25 Sekunden, ISO100 | AusrĂŒstung: Nikon D810 + Nikkor 14-24mm + Polfilter + Stativ

Monitor kalibrieren mit Hardware

Es gibt teure Profi Monitore mit integrierten MessgerĂ€ten fĂŒr eine interne Kalibrierung, fĂŒr alle anderen gibt es spezielle GerĂ€te zum Einstellen des Monitors, sogenannte Kolorimeter. Sie profilieren den Monitor anhand technischer Messwerte. Daraufhin kann der Monitor dann kalibriert werden. Es gibt aktuell zwei MarktfĂŒhrer auf dem Gebiet. Das sind die GerĂ€te von X-Rite und die Spyder-X Serie von Datacolor.

Beide erfĂŒllen ihren Zweck. Ich nutze seit jeher die FarbmessgerĂ€te von X-Rite. Das ist wieder so eine Entscheidung wie Nikon vs. Canon, BMW vs. Mercedes oder Schoko vs. Vanilleeis. Die Entscheidung liegt ganz bei dir. Wichtig ist nur, dass du ĂŒberhaupt ein MessgerĂ€t zum Kalibrieren benutzt und nicht per Augenmaß und anhand von irgendwelchen Vergleichsbildern deinen Monitor einstellen willst. Warum erklĂ€re ich im nĂ€chsten Abschnitt.

Monitor kalibrieren - Hardware
Monitor kalibrieren fĂŒr Bildbearbeitung

Monitor kalibrieren ohne Hardware

Das Kalibrieren deines Monitors nur anhand von Vergleichsbildern und per Software ist möglich, aber bleibt am Ende ungenau und ist nicht professionell. Wenn du nach Anleitungen zum „Monitor kalibrieren“ im Internet suchst, wirst du auch welche finden, die dir weiß machen wollen, dass du deinen Monitor rein visuell und ohne Kolorimeter, selbst einstellen kannst. Das wird die Darstellung der Farben und Kontraste im besten Fall nicht verschlechtern, bleibt aber sehr subjektiv. Objektiv und neutral kalibriert, ist dein Bildschirm durch ein bisschen manuelles Einstellen und Ändern der Regler aufgrund von Testbildern aber noch lange nicht. Ich kann davon nur entschieden abraten!

Farbsehtest von X-Rite

🎹 Jeder Mensch nimmt Farben anders wahr. Das demonstriert der Farbsehtest von X-Rite sehr gut. Mit diesem interessanten Test zur Ermittlung deiner subjektiven Farbwahrnehmung, kannst du schnell und unkompliziert deinen eigenen sogenannten Farb-IQ herausfinden.

Im Rahmen dieses Artikels habe ich den Test auch noch einmal selbst durchgefĂŒhrt. NatĂŒrlich an einem kalibrierten Monitor fĂŒr Bildbearbeitung und regulierten LichtverhĂ€ltnissen im Raum. Durch die vielen Jahre der Bildbearbeitung hat sich meine Augen-Gehirn-Wahrnehmung von Farben anscheinend hinreichend sensibilisiert und ich habe auf Anhieb die beste Punktzahl erreicht. Falls du den Farb-IQ Test auch durchfĂŒhrst, wĂŒrde mich dein Ergebnis (gern auch anonym) interessieren! Schreib es mir gern in den Kommentaren.

Monitor kalibrieren – Windows 10

Um deinen Monitor unter Windows zu kalibrieren, musst du als Erstes sicherstellen, dass das Betriebssystem den an den Computer angeschlossenen Bildschirm auch korrekt erkannt hat. Im Normalfall (ab Windows 10) geschieht das bei den meisten GerĂ€ten völlig automatisch mittels Plug & Play, direkt, wenn du den Monitor korrekt anschließt und anschaltest. Dabei werden die grundsĂ€tzlichen Monitor-Einstellungen wie Auflösung, Bildwiederholrate und auch schon die Farbeinstellungen festgelegt.

🛠 Trick: Die Tastenkombination Windows (-Taste) + Pause (-Taste) gleichzeitig drĂŒcken, bringt dich direkt zum GerĂ€te Manager. Dort kannst du im Unterpunkt Monitore ĂŒberprĂŒfen, ob Windows den Monitor richtig erkannt hat.

Sollte der Monitor aus irgendwelchen GrĂŒnden nicht automatisch richtig erkannt und eingerichtet worden sein, kannst du die entsprechenden Treiber meistens von der Webseite des Herstellers (oder von der beiliegenden CD / DVD) herunterladen und manuell installieren.

Monitor kalibrieren Windows dccw
Monitor kalibrieren – Windows Tool: dccw

Wenn du meinen obigen Rat ignorieren und trotz der EinwĂ€nde dennoch deinen Monitor manuell kalibrieren willst, bietet dir Windows 10 dafĂŒr das kostenlose Tool namens „dccw“ (Display Color Calibration Tool) an. Damit kannst du den Gamma Wert, die Helligkeit, den Kontrast und Farbtemperatur selbst per Augenmaß festlegen. Das Tool begleitet dich dabei schrittweise durch den Prozess. Dass diese Methode nicht besonders exakt, sondern sehr individuell ist, sollte klar sein.

Meine Meinung dazu ist dir ja bereits bekannt. Das Augenmaß kann ein Kolorimeter einfach nicht ersetzen.

Monitor kalibrieren – Mac

FĂŒr Apple und iOS Benutzer gilt in Bezug auf den Monitor im Grunde das Gleiche, wie im Abschnitt oberhalb fĂŒr Windows Benutzer. Auch Apple hat in seinem Bebtriebssystem eine integriertes, aber schon leicht in die Jahre gekommenes Kalibrierungstool. Es heißt wenig ĂŒberraschend Apple Kalibrierungsassistent. Du findest ihn in den Systemeinstellungen unter „Monitore“ – „Farben“ – „Kalibrieren“.

Es gilt allerdings die gleiche Warnung wie fĂŒr das Windows Pendant.

Was sind ICC Profile

Wenn du einzelne Fotos oder ein ganzes Fotobuch ĂŒber einen professionellen Druckdienstleister anfertigen lĂ€sst, kannst du in Farbmanagement fĂ€higer Software wie Photoshop sogenannte ICC Profile (International Color Consortium) einbinden und auf das Bild anwenden. Dann siehst du die Farben, an einem richtig eingestellten und kalibrierten Monitor, genau so, wie sie dann auf dem Druck des jeweiligen Druckers (auf dem ausgewĂ€hlten Papier) aussehen werden.

Den regulĂ€ren Arbeitsfarbraum zum Anzeigen und Bearbeiten der Fotos in Photoshop legst du unter „Bearbeiten“ – „Farbeinstellungen“ oder mit der Tastenkombination SHIFT + STRG + K fest. Das sieht dann ungefĂ€hr so aus, wie im Screenshot unterhalb.

Farbeinstellungen Software
Farbeinstellungen Software

Um einen Druck auf einem bestimmten Papier zu simulieren, musst du zunĂ€chst die entsprechenden ICC Profile vom Dienstleister deiner Wahl herunterladen. Diese kannst du dann in der Bildbearbeitungssoftware einbinden und auf deine Bilder anwenden. DafĂŒr musst du in der MenĂŒleiste auf „Ansicht“ – „Proof einrichten“ – „Benutzerdefiniert“ klicken. Es erscheint folgender Dialog. Jetzt klickst du rechts noch auf „Laden…“ und wĂ€hlst das gewĂŒnschte ICC-Profil aus.

ICC Proof in Photoshop einrichten
ICC Proof in Photoshop einrichten

Das Gleiche gilt ebenso fĂŒr komplette FotobĂŒcher. Worauf du beim Fotobuch erstellen sonst noch achten musst, sowie einige Tipps und Tricks, kannst du gerne in meinem verlinkten Artikel nachlesen.

💡 Bonus: Vor der PrĂ€sentation eines Fotos im Internet oder als Ausdruck solltest du dein Foto speziell fĂŒr diese AusgabegrĂ¶ĂŸe schĂ€rfen. Warum das so ist und wie das NachschĂ€rfen richtig funktioniert, erklĂ€re ich im Artikel Fotos schĂ€rfen fĂŒr Druck, Webseite und Soziale Medien (+ kostenloser Download von Photoshop Actions).

Unterschied: Profilierung und Kalibrierung

Da die beiden Begriffe Profilierung und Kalibrierung oft fĂ€lschlich gebraucht werden, gibt es da manchmal Verwirrung. Die sogenannte Profilierung eines Monitors ist das eigentliche Ausmessen eines Bildschirms mit einem MessgerĂ€t, womit dann schließlich ein Profil des GerĂ€ts erstellt wird. Dieses Profil wird anschließend fĂŒr die Kalibrierung des Monitors benutzt. Die Profilierung Ă€ndert erst einmal nichts, sondern misst nur aus. Erst die Kalibrierung Ă€ndert Regler und Werte im Bildschirm (oder der Vermittlungsschicht) und justiert das GerĂ€t anhand des erstellten Profils.

Monitor fuer Bildbearbeitung - Farben
Profilierter und kalibrierter Monitor fĂŒr Bildbearbeitung

Beispiel: Farbwiedergabe in RGB Nummern

Vielleicht hilft dir zur Veranschaulichung, wie das Kalibrieren und Profilieren am Monitor funktioniert ein kleines Beispiel. Jedes digitale Bild, ob nun mit der besten Kamera aufgenommen oder selbst in Photoshop gemalt, besteht aus Pixeln. Meine Nikon D850 hat zum Beispiel 45,7 Megapixel. Das bedeutet, dass ein aufgenommenes Foto 8.258 x 5.505 Pixel groß ist. Jedes einzelne dieser Pixel besitzt nun einen Farbwert, der sich wiederum aus drei Werten zwischen 0 und 255 fĂŒr die Grundfarben Rot, GrĂŒn und Blau (RGB Farbraum) zusammensetzt. Nehmen wir als Beispiel ein dunkles Blau:

RGB Farbwerte
RGB Farbwerte Beispiel

Im obigen Beispiel ist der Wert fĂŒr Rot 0, GrĂŒn hat den Wert 51 und Blau schließlich den maximalen Wert von 255. Im Internet oder im Web-Entwicklungskontext wird statt des RGB Farbwerts die hexadezimale ReprĂ€sentation angegeben. FĂŒr das dunkle Blau der Beispielfarbe ist das #0033ff.

Je nach verbauter Panel Technologie, Farbraum-Abdeckung und dem Zustand des AnzeigegerĂ€tes werden diese Farbinformationen der einzelnen Pixel, ohne weiteres justieren, auf jedem Bildschirm etwas anders aussehen. Um genau diesem Problem beizukommen, wird nun der Wert der einzelnen Pixel ĂŒber das erstellte Farbprofil modifiziert und GrĂŒn wĂ€re im Beispiel nicht mehr 51, sondern 48. Dadurch sollten im Idealfall die Farben dann auf jedem AnzeigegerĂ€t möglichst gleich aussehen.

Monitor kalibrieren – Anleitung

🔎 Hinweis: Wenn der Bildschirm kalibriert ist, zeigen nur noch die Programme richtige Farben an, die auch Farbmanagement fĂ€hig sind. Das bedeutet, sie mĂŒssen das Bildschirmprofil fĂŒr die Anzeige beachten! Alle Tools und Programme, die das erstellte Bildschirmprofil ignorieren, zeigen dann dementsprechend verkehrte Farben an. Laut aktuellem Stand betrifft das die Windows interne Bildanzeige und einfache Bildbetrachtungsprogramme, wie z.B. das oft genutzte IrfanView.

Monitor kalibrieren mit Kolorimeter

Neben einem geeigneten Monitor fĂŒr Bildbearbeitung brauchst du ein FarbmessgerĂ€t zum Kalibrieren. Welches du dafĂŒr benutzt bleibt dir ĂŒberlassen. Ich benutze seit vielen Jahren die GerĂ€te von X-Rite und bin sehr zufrieden damit. Alternativ kannst du auch ein Kolorimeter der Datacolor Spyder Reihe benutzen. Die Ergebnisse sollten nahezu identisch sein.

Monitor kalibrieren mit Kolorimeter
Monitor kalibrieren mit Kolorimeter

Beim Monitor kalibrieren misst das Kolorimeter die Farben, die der Bildschirm ausgibt, analysiert sie und vergleicht sie mit den tatsĂ€chlichen Farben. Daraus entsteht dann das Farbprofil. Dies ist nur mit entsprechender genauer Hardware, z.B. einem der beiden obigen Kolorimeter, möglich. Ich hoffe das fummelige und ungenaue Einstellen des Monitors nach Augenmaß konnte ich dir bis hierher schon ausreden.

Nur ein FarbmessgerÀt, nicht deine subjektive Augen-Gehirn-Kombination, können genau die Farben, die auf dem Display angezeigt werden, exakt analysieren. Die mitgelieferte Software errechnet dann die korrekten Werte und stellt die Farben, den Kontrast und die Helligkeit (Gamma) am Bildschirm ein. Das erstellte Profil wird gespeichert und beim Start des Computers direkt geladen und auf die Anzeige angewandt.

Der ganze Vorgang von Profilieren und Kalibrieren des Monitors dauert nur maximal 15 Minuten. Das Kalibrieren mit Hardware ist also nicht nur viel genauer, sondern auch noch viel schneller als das manuelle Einstellen. Vor allem, wenn du bedenkst, dass du diesen Vorgang regelmĂ€ĂŸig durchfĂŒhren solltest.

💡 Hinweis: Wenn du deinen Monitor zum ersten Mal kalibrierst werden dir die „neuen“ Farben und Kontraste eventuell erst einmal falsch oder zumindest ungewohnt vorkommen. War die Darstellung deines Monitors vorher weit weg vom Standard und war vielleicht sehr warm und gelb-stichig, dann haben sich deine Augen schon daran gewöhnt und nun kommt dir erstmal alles sehr kĂŒhl und blau vor. Du kannst aber davon ausgehen, dass die Farben nach der Kalibrierung richtig und neutral eingestellt sind. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit wird es dir gar nicht mehr auffallen.

Schritt fĂŒr Schritt Anleitung als Liste

Wenn du die folgenden 10 Punkte beim Monitor kalibrieren berĂŒcksichtigst, kann nichts mehr schiefgehen.

Monitor kalibrieren - Schritt fĂŒr Schritt Anleitung
Monitor kalibrieren – Schritt fĂŒr Schritt Anleitung
  1. Monitor Einstellungen auf Werkseinstellungen zurĂŒcksetzen
  2. Stelle sicher, dass der Monitor richtig angeschlossen ist (z.B. DisplayPort, HDMI statt VGA)
  3. Achte auf eine konstante Raumtemperatur (nicht gerade lĂŒften)
  4. Es sollte keine Lichtreflexionen (von Sonne oder Lampe) auf dem Bildschirm geben
  5. Lass den Monitor ca. 30 Minuten „warm laufen“ um auf Betriebstemperatur zu kommen
  6. Schließe das MessgerĂ€t per USB am PC oder Laptop an
  7. Starte die zum FarbmessgerÀt mitgelieferte Software und folge den Anweisungen
  8. Platziere das GerĂ€t mittig am Monitor (wie in der Abbildung) und drĂŒcke „Start
  9. ZurĂŒcklegen, staunen und ca. 10 – 15 Minuten warten
  10. Jetzt kannst du Fotos bearbeiten und drucken (lassen) wie ein Profi

Schritt fĂŒr Schritt Anleitung in Bildern

Hier noch eine etwas detailliertere und bebilderte Anleitung der einzelnen Schritte, nach dem Starten der Software.

Softwareeinstellungen

Nachdem du die Schritte 1 bis 6 abgehakt hast, ist das VorgeplÀnkel abgeschlossen und geht es nun endlich mit dem eigentlichen Profilieren und Kalibrieren des Monitors los. Wenn du auch ein X-Rite GerÀt benutzt, sollte der erste Bildschirm ungefÀhr wie folgt aussehen:

Monitor kalibrieren Software Einstellungen - Schritt 1
Monitor kalibrieren – initiale Software Einstellungen

Als Erstes musst du dich fĂŒr einen Weißpunkt entscheiden. Ich habe hier z.B. D65 (siehe sRGB Abbildung oben) gewĂ€hlt. Die Leuchtdichte meines Eizo ColorEdge CS2730 habe ich auf nativ belassen, d.h. es wird die ohnehin schon hohe Leuchtdichte des Monitors genommen. Die Einstellung kann bei dir, je nach Monitor, natĂŒrlich abweichen.

Monitor kalibrieren Einstellungen - Schritt 2
Monitor kalibrieren – noch mehr Einstellungen

Es gibt von beiden Herstellern unterschiedliche Versionen der GerÀte. Die teureren Exemplare haben eine Zusatzfunktion, die permanent das Umgebungslicht im Raum misst und daraufhin die Darstellung des Monitors entsprechend anpasst. Ob du diese Funktion brauchst, hÀngt von deinen RÀumlichkeiten ab und musst du selbst einschÀtzen. Ich habe sie nicht aktiviert.

MessgerÀt vorbereiten

Monitor kalibrieren - GerÀt vorbereiten- Schritt 3
Monitor kalibrieren – GerĂ€t vorbereiten

Nun fordert die Software dich auf, das GerĂ€t fĂŒr den Einsatz bereitzumachen. Das heißt den Lichtdiffusor nach hinten zu drehen und das Kabel von hinten ĂŒber den Monitor zu legen.

Monitor kalibrieren Hardware anbringen - Schritt 4
Monitor kalibrieren – Hardware anbringen

Profilierung und Kalibrierung

Dann kannst du auch schon das GerĂ€t selbst mittig am Monitor platzieren. Die Software zeigt dir die entsprechende Stelle an. Danach klickst du noch einmal auf „Weiter“ und dann „Start“.

Monitor kalibrieren - Profilierung - Schritt 5
Monitor kalibrieren -Profilierung

Die Software misst nun mit dem MessgerÀt anhand verschiedener Testbilder die tatsÀchlichen Farben, Kontraste und Helligkeit der Bildschirmanzeige aus und erstellt das Profil.

Monitor kalibrieren - Profil erstellt - Schritt 6
Monitor kalibrieren – Profil ist erstellt

UngefĂ€hr 10 Minuten spĂ€ter gelangst du zum nĂ€chsten Dialogfenster. Dort kannst du z.B. eine automatische Erinnerung fĂŒr die nĂ€chste planmĂ€ĂŸige Kalibrierung auswĂ€hlen. Fertig.

Monitor kalibrieren - Fertig - Schritt 7
Monitor kalibrieren – Fertig

Dein Monitor ist jetzt kalibriert. Du musst nichts weiter machen. Auch nach einem Neustart des Systems wird automatisch das hinterlegte Profil auf die Anzeige des Bildschirms angewandt.

🔎 Bonus: FĂŒr ein funktionierendes Farbmanagement, von der Aufnahme bis zum Druck, musst du auch die richtigen Einstellungen an deiner Kamera vornehmen. Welche ich benutzte und vor allem warum, erfĂ€hrst du im Artikel Kameraeinstellungen.

Monitor kalibrieren – Vergleich

An dieser Stelle möchte ich dir eine Art Vorher-Nachher-Vergleich zeigen. Allerdings hinkt der Vergleich zugegebener Weise etwas, denn auch mein Gaming Monitor (links) ist nÀmlich kalibriert. Das ist aber schon eine ganze Weile her. Du kannst aber auf den Bildern deutlich erkennen, wie sich die Darstellung des gleichen Bildes in Photoshop auf beiden Monitoren unterscheidet. Die Leuchtkraft der Monitore, die Farbtemperatur und die Darstellung der Kontraste und Farben sind unterschiedlich, wenn auch nicht gravierend.

Monitor kalibrieren - Vergleich vorher nachher
Monitor kalibrieren – Vergleich vorher nachher

Direkt nach dem Kalibrieren habe ich festgestellt, das mein Monitor fĂŒr Bildbearbeitung nach einigen Monaten ohne Kalibrieren leicht ins Blaue abgerutscht war. Die Software bietet direkt nach dem Prozess einen Vergleich mit unterschiedlichen Fotos zur Beurteilung der Farben und Kontraste an. In den ersten Momenten kamen mir die neuen Farben sehr gelb-stichig vor, aber nach einer kurzen Umgewöhnungsphase und einer ca. 30 minĂŒtigen Pause, kamen mir die neuen kalibrierten Farben dann wieder richtig(er) vor.

Monitor kalibrieren - Vergleich anderer Monitor
Monitor kalibrieren – Vergleich Farben

Und genau das ist das GefĂ€hrliche! Wenn du lange an einem Monitor arbeitest, ohne ihn regelmĂ€ĂŸig zu kalibrieren. Deine Augen gewöhnen sich an die falschen Farben und Kontraste. Im schlimmsten Fall bearbeitest du auf dieser falschen Grundlage deine Fotos nicht korrekt und Ă€nderst Farben, Kontraste und Helligkeit eines Bildes zu sehr oder zu wenig.

Monitor kalibrieren – Testbild

Mit diesem Testbild kannst du grob und Pi mal Daumen ĂŒberprĂŒfen, ob dein Monitor schon richtig eingestellt ist und Farben und Kontraste richtig darstellt. Öffne dazu das folgende Bild von den Kollegen der Fotocommunity in einer Farbmanagement-fĂ€higen Software wie Photoshop oder GIMP. Die Farben sollten klar und nicht farb-stichig sein und du solltest die Abstufungen der Zahlenreihen oder rechts im Bild von der 8 bis zur 1 sehen können.

Monitor kalibrieren - Testbild
Monitor kalibrieren – Testbild

Um das Monitor-Testbild und dessen Darstellung auf deinem Bildschirm richtig beurteilen zu können, musst du abgesehen von der Monitor Kalibrierung auch auf dessen Ergonomie achten. Das heißt, dass er im Idealfall im 90 Grad Winkel zum Fenster steht und keine Reflexionen von irgendwelchen Lichtquellen zu sehen sind.

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Monitor kalibrieren – Fazit

Fassen wir also zusammen. FĂŒr eine konsistente und verlĂ€ssliche Wiedergabe der Farben und Kontraste deiner Fotos ist ein kalibrierter Monitor unerlĂ€sslich. Eine Kalibrierung nach Augenmaß ist auf Dauer sehr fummelig und ungenau. Ein Kolorimeter ist daher fĂŒr eine konstante Darstellung ebenso wichtig, wie der Monitor selbst. FĂŒr eine dauerhaft korrekte Darstellung von Farben, Kontrasten und Helligkeit deines Monitors, ist eine regelmĂ€ĂŸige Kalibrierung nötig. Je nachdem wie hĂ€ufig du deinen Monitor benutzt, ist ein Re-Kalibrieren alle ein bis drei Monate ratsam. Nur so kannst du bei der Bearbeitung deiner Bilder sicher sein, dass sie auf anderen kalibrierten Monitoren und beim Druck genau so aussehen, wie auf deinem Bildschirm.

Anleger bei Zingst zum Sonnenuntergang
Anleger bei Zingst zum Sonnenuntergang als Langzeitbelichtung | Zum Bild

Einstellungen: F/8, 30 Sekunden, ISO200 | AusrĂŒstung: Nikon D810 + Nikkor 16-35mm + Polfilter + Stativ

Auf eine kurze Liste komprimiert, was ist nötig und was musst du beachten, um den Monitor zu kalibrieren:

  • Grundlage ist ein Monitor mit einem guten Panel und ausreichend Farbraumabdeckung
  • Ein GerĂ€t (Kolorimeter) zum Profilieren des Monitors, wie z.B. X-Rite oder Spyder-X
  • RegelmĂ€ĂŸiges Re-Kalibrieren alle 1 bis 3 Monate
  • Farbmanagement (gleicher Farbraum bei Aufnahme, Bearbeitung und PrĂ€sentation)
  • Beim Drucken die ICC Profile (Soft Proofing) des jeweiligen Anbieters benutzen

Wenn du diese fĂŒnf Schritte berĂŒcksichtigst, steht einem gelungenen Farbmanagement bei deiner Fotografie von der Aufnahme bis zum Druck nichts mehr im Weg.

Wie oft kalibrierst du deinen Monitor? Setzt du auf die manuelle Methode oder verlÀsst du dich auch lieber auf ein professionelles GerÀt, um die Darstellung der Farben, Kontraste und die Helligkeit deines Monitors zu steuern? Schreib es mir gern in den Kommentaren!

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Veröffentlicht von

Ich bin Dave und seit ĂŒber 15 Jahren leidenschaftlicher Landschafts- und Architekturfotograf. Meine Erfahrungen und mein ĂŒber die Jahre zusammengetragenes Wissen in diesen Bereichen der Fotografie gebe ich gern hier auf diesen Seiten in den Rubriken Tutorials, AusrĂŒstung und Reisen an dich weiter. Um zukĂŒnftig keinen dieser BeitrĂ€ge mehr zu verpassen, kannst Du einfach meinen kostenlosen Newsletter abonnieren oder den ebenso kostenlosen RSS Feed benutzen. Eine kleine Auswahl meiner Landschaftsfotos findest du hier in der Galerie und auf meiner persönlichen Foto Webseite.

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