Ich habe die Nikon Z8 jetzt seit einem Jahr im Praxistest unter die Lupe genommen. In diesem Artikel möchte ich dir die Ergebnisse meines Tests vorstellen. Außerdem bekommst du natürlich die imposanten technischen Details sowie die Vorteile und Nachteile der schicken und leistungsstarken System-Vollformatkamera, die mir bei der Benutzung im fotografischen Alltag aufgefallen sind.

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Einleitung
Die Nikon Z8 ist eine spiegellose Vollformatkamera, die viele Funktionen der großen Schwester, der Nikon Z9, in einem kompakteren Gehäuse bietet. Ich nutze die Kamera als Nachfolger für die Nikon D850. Für diesen Artikel habe ich die Kamera auf mehrwöchigen Fototouren auf Madeira sowie Lappland und den Lofoten ausgiebig getestet. Sie wurde dabei großer Hitze, bitterer Kälte, starkem Wind, salzigem Meerwasser sowie einer nicht unerheblichen Menge Regenwasser ausgesetzt. In den folgenden Abschnitten erfährst du, wie sich die robuste Profi-Kamera bei diesen Bedingungen geschlagen hat.
Mein Weg zur Nikon Z8
Ich habe ungefähr acht Jahre mit der Nikon D850 fotografiert. Davor bereits einige Jahre mit der Nikon D810 und der D800E. Das zeigt schon, dass das Bedienkonzept, die Haptik und vor allem auch der Dynamikumfang und die Bildqualität der Nikon Kameras zu meinen eigenen Werkseinstellungen passen. Der Quasi-Nachfolger der D850 ist die Z8. Allerdings steht damit auch ein Wechsel von der Spiegelreflex- zur Systemkamera ins Haus.
D850 Spiegelreflex vs. Z8 Systemkamera
Das ist auch einer der Gründe, warum ich nach dem Erscheinen der Z8 noch einige Monate mit dem Wechsel gewartet habe. Hinzu kommt, dass die Z8 im direkten Vergleich mit der D850 bei den Kollegen von DXOMARK sogar geringfügig unter den Messwerten der Spiegelreflex liegt (siehe Screenshot unterhalb).
Als ich dann aber die Fotos für meinen Bildband Sagenhafter Harz im Kasten hatte, habe ich den Schritt von der digitalen Spiegelreflexkamera hin zur moderneren Systemkamera schließlich doch getan. Dieses für mich wichtige fotografische Projekt wollte ich aber zunächst noch mit der mir bekannten Kamera fertig fotografieren. Einer Kamera, deren technische Grenzen ich sehr gut kenne und die ich auch im Dunkeln aus dem Effeff bedienen kann, bevor ich mich dann an eine neue Kamera und ihre Eigenheiten gewöhnen muss.
Vorteile und Nachteile der Systemkamera
Hinzu kommt noch, dass ich gar keinen wirklichen Grund zum Wechseln von der bewährten Nikon D850 zur Nikon Z8 hatte. Die drei großen Vorteile der Systemkameras gegenüber den Spiegelreflexkameras sind aus meiner Sicht:
- der stabilisierte Sensor (ein echter „Gamechanger“, der viel mehr fotografischen Freiraum bietet)
- der digitale Sucher (bietet viele nützliche Infos und ein klares, helles und scharfes Bild)
- das neue große Z Bajonett (mehr Qualität, leichtere Objektive und mehr Schärfe bis in die Bildränder)

Der einzige Nachteil, der mir bisher aufgefallen ist, ist die Akkuleistung. Den Unterschied hatte ich mir allerdings auch schlimmer vorgestellt, als er jetzt in der Praxis war. Meine Lösung dafür ist, dass ich immer zwei zusätzliche Akkus dabei habe.
Da diese Vorteile der Systemkamera aber bei der Spiegelreflex gar keine wirklichen Mankos waren, musste ich mich daher erst noch selbst von der Sinnhaftigkeit des Wechsels überzeugen. 🙂 Rückblickend kann ich aber schon mal an dieser Stelle vorwegnehmen, dass ich mit dem Wechsel sehr zufrieden bin und auch nicht mehr zurückwill.
Nikon Z8 Test
Welche Eigenschaften dir an einer Kamera wichtig sind, hängt natürlich deinem fotografischen Schwerpunkt ab. Ich habe als Landschaftsfotograf dennoch versucht, die folgenden Eigenschaften relativ objektiv und allgemeingültig zu beschreiben und zu bewerten.

Technische Daten im Überblick
Falls du noch nichts weiter über das Nikon Vollformat Flaggschiff weißt, hier erstmal die beeindruckenden technischen Daten der Systemkamera:
- Sensor: 45,7 Megapixel BSI-CMOS
- Sensorschutz: Sensor-Shield zum Schutz vor Verschmutzung
- ISO: 64 – 25.600
- Bildstabilisierung: 5-Achsen IBIS
- Dynamikumfamg: 14.2
- Prozessor: EXPEED 7
- Autofokus: 493-Punkt-Hybridsystem mit 3D-Tracking, 493 AF-Messfelder
- Umfangreiche Motiverkennung
- Video: 8K mit 60 fps, 4K mit 120 fps
- Serienbild: bis zu 120 B/s bei 11 Megapixel oder 20 B/s bei voller Auflösung
- Verschlusszeit: 1/32.000s bis zu 900 Sekunden
- Verschluss: Kein mechanischer Verschluss, elektronisch
- Gehäuse: Magnesiumlegierung, wetterfest
- Anschlüsse: USB-C, HDMI, Kopfhörer, Mikrofon
- Maße: 144 × 118 × 83 mm
- Gewicht: 910 g
Bildstabilisator für den Sensor
Der größte Unterschied beim Wechsel von der Spiegelreflex- hin zur Systemkamera ist der stabilisierte Sensor. Das ist ein echter „Game Changer“! Ich muss zugeben, ich habe die kreativen Möglichkeiten und die Freiheit, die das beim Fotografieren ermöglicht, lange unterschätzt. Die Bildstabilisierung bedeutet, dass du nun viel länger scharf aus der Hand fotografieren kannst, ohne ein Stativ benutzen zu müssen.
Konkret heißt das, dass ich bei meinen bisherigen Tests mit der Z8 bis zu einer 1/4 Sekunde ohne Stativ scharf aus der Hand fotografieren konnte. Ich finde das immer noch einfach unglaublich. Denn dadurch kannst du z.B. die Bewegung des Wassers in Flussläufen, die Zeichnung in anderen fließenden Gewässern oder die Bewegung von Wellen am Strand im Foto einfangen und musst dafür nicht mehr zwangsläufig ein Stativ aufbauen. So kannst du spontan auf schöne und einzigartige Momente in der Natur reagieren und z.B. gewagtere Bildkompositionen auf unkomplizierte Weise schnell ausprobieren … und und und.

Der einzige Nachteil, der mir bisher am Bildstabilisator aufgefallen ist, dass ich aufpassen muss, dass ich dadurch nicht zu faul werde und das Stativ gar nicht erst mehr mitnehme. Denn ich konnte dank der Stabilisierung bisher auch schon Belichtungsreihen zum Sonnenuntergang sowie Fokus-Stacks scharf aus der Hand fotografieren.
Im Grunde brauche ich das Stativ mittlerweile nur noch für wirklich kreative Landschaftsfotos, bei denen ich z.B. Filter in Kombination mit sehr langen Belichtungszeiten benutze oder bestimmte Teile des Fotos mit einer anderen Blende (z.B. Sonnenstern bei F/22, Rest des Bildes F/11) später ins finale Bild einfügen will. Alles andere geht mit der Kamera mittlerweile frei Hand. Selbst die Nordlichter in Lappland im Foto oberhalb habe ich ohne Stativ fotografiert!
Bildqualität und Leistung
Genau wie bereits die D850 überzeugt auch die Nikon Z8 mit einer herausragenden Detailtreue und einem hohen Dynamikumfang. Besonders in schwierigen Lichtverhältnissen liefert sie beeindruckende Ergebnisse.

Nikon typisch kannst du in der digitalen Nachbearbeitung auch die dunklen Bereiche im Bild verlustfreier aufhellen als bei der Konkurrenz. Das ISO-Verhalten (Standard ISO ist 64) ist exzellent und das Rauschen bleibt selbst bei hohen Empfindlichkeiten relativ gering. (siehe z.B. die Nordlichtbilder)
Versiegelung, Wetterfestigkeit und Robustheit
Für mich als Landschaftsfotograf ist es enorm wichtig, dass meine Kamera sehr robust und wetterfest ist. Ich bin bei Kälte, Hitze, Regen, Sturm, im Schnee und an der salzigen Brandung am Meer draußen unterwegs und möchte, dass die Kamera an meiner Seite im Idealfall in jeder Situation einsatzbereit ist. Die Nikon D850 hatte sich was das angeht über die Jahre hinweg als absolut verlässliche Begleiterin erwiesen. Im vergangenen Jahr habe ich nun auch schon einige brenzlige Situationen mit der Z8 erlebt – und sie hat sie mit Bravour bestanden.

Unvergessen ist mir z.B. ein sehr nasses Shooting im Fanal-Wald auf Madeira. Wir waren dort stundenlang unterwegs. Wenn ich nicht fotografiert habe, hing die Kamera die ganze Zeit an meiner Seite und wurde dabei so richtig nass. Das Wetter wechselte die ganze Zeit zwischen dichtem Nebel und strömenden Regen bei ungefähr 8° C hin und her. Nachdem dann irgendwann genug stimmungsvolle Bilder vom mystischen Wald im Kasten waren, habe ich die Kamera zum Akklimatisieren in den Rucksack gepackt und später am Abend in der Unterkunft mit einem Handtuch getrocknet.

Am nächsten Tag habe ich beim Fotografieren allerdings bemerkt, dass die Fotos etwas „neblig“ fast wie angehaucht waren. Wie sich herausstellte, war auch nach ca. 12 Stunden und wieder wärmerem Wetter immer noch sehr viel Feuchtigkeit in Kamera und Objektiv. Ich habe Gehäuse und Linse dann getrennt und unabhängig voneinander eine Weile im Wind trocknen lassen, womit das Problem dann behoben war. Nach ein paar Stunden funktionierte wieder alles einwandfrei. Noch nasser könnte die Kamera sonst nur werden, wenn ich direkt mit ihr baden gehen würde. Von daher hat sie auch diese Bewährungsprobe gut überstanden.
Autofokus und Geschwindigkeit
Mit ihrem 3D-Tracking und der Motiverkennung liefert die Z8 einen präzisen Autofokus, der tendenziell besonders bei der Sport- und Tierfotografie gebraucht wird. Auch die Serienbildgeschwindigkeit von bis zu 20 Bildern pro Sekunde im RAW-Format bei voller Auflösung ermöglicht es, selbst schnelle Bewegungen in Folge scharf einzufangen.
Das ist alles wunderbar. Für Landschaftsfotografie ist damit aber praktisch mit Kanonen auf Spatzen geschossen, denn wir brauchen weder einen schnellen Autofokus noch viele Serienbilder. Die Naturfotografen hingegen benötigen schon eher einen so schnellen Autofokus und die 20 BpS. In jedem Fall gilt aber: lieber haben als brauchen. Hin und wieder fotografiere ich ja schließlich auch Papageientaucher.

Video-Features und Filmtauglichkeit
Als Filmproduzent oder Vlogger profitierst du von der Möglichkeit, in 8K mit 60 fps oder in 4K mit 120 fps Videos mit der Z8 aufnehmen zu können. Die Kamera unterstützt zudem 10-Bit-Log-Aufnahmen für eine bessere Nachbearbeitung. Der Rolling Shutter Effekt ist minimal, was sie auch für professionelle Videoproduktionen interessant macht. Außerdem überhitzt sie nicht so schnell wie die Konkurrenz, wenn du mit den 8K Aufnahmen an der Leistungsgrenze unterwegs bist. Aus Erfahrung kann ich bei diesem Punkt allerdings nicht sprechen, da ich die Kamera bisher ausschließlich zum Fotografieren benutzt habe.
Ergonomie, Handling und der neue Sucher
Das Gehäuse ist wie oben schon erwähnt sehr robust, wetterfest und liegt perfekt in der Hand (ich habe normal große Hände). Ein großer Vorteil gegenüber der D850 ist das Klappdisplay. Es ist in alle Richtungen klapp- und neigbar, sodass du auch ungewöhnliche Perspektiven nutzen kannst und dir bei der Bildkomposition nicht den Rücken oder Hals unnötig verdrehen musst.

Ich persönlich nutze trotz der ganzen Klappmöglichkeiten des Displays immer noch lieber den Sucher, um das Foto zu arrangieren. Der hochauflösende elektronische Sucher ist nämlich im Vergleich zu dem der D850 schön hell, klar und scharf. Als ich die beiden direkt miteinander verglichen habe, war das ein Unterschied wie Tag und Nacht. Gegen den elektronischen Sucher der Z8 wirkt der optische Sucher der Spiegelreflex wie eine unscharfe, schmutzige Brille. Im Übrigen lassen im neuen Sucher viele nützliche Aufnahmeparameter wie z.B. das Live-Histogramm, Gitterlinien und eine dezente digitale Wasserwaage anzeigen, die ich sehr gerne nutze, da sie meine etwas klobige Kameraschuh-Wasserwaage überflüssig macht.
Der neue Sucher und das klappbare Display machen die Bedienung unterm Strich also beide sehr angenehm. Ein daraus resultierender Nachteil ist die vergleichsweise kurze Akkulaufzeit (insbesondere bei Videoaufnahmen). Als Landschaftsfotograf, der vorrangig den Sucher und nicht das Display nutzt, bin ich alles in allem aber immer noch sehr zufrieden mit der Akkulaufzeit.
Was mir an der Nikon Z8 (noch) fehlt
Was mir hingegen bei der Z8 noch fehlt, ist eine Überbelichtungswarnung im Sucher und auf der Live-View Anzeige auf dem Display. Klar, das ist Jammern auf sehr hohem Niveau. Außerdem gibt es ja das Live-Histogramm im Sucher und dem Display, an dem ich eine etwaige Unter- oder Überbelichtung auch ablesen kann. Aber dort sehe ich eben nicht, wo genau das Bild nicht richtig belichtet ist.
Im Videomodus gibt es das Feature allerdings schon in Form der sogenannten Zebrastreifen, die anzeigen, wo eine Korrektur notwendig ist. Leider funktioniert das bisher nicht im Fotomodus. Da das aber offensichtlich „nur“ ein Softwareproblem ist, hoffe ich, dass das mit einem zukünftigen Firmwareupdate behoben ist bzw. zugänglich gemacht wird. (Falls du weißt, ob und wie das jetzt schon aktivierbar ist, schreib mir das bitte unbedingt in die Kommentare!)
💡 Bonus: Wie dir das Histogramm bei der richtigen Belichtung deiner Fotos hilft, kannst du bei Interesse in meinem Artikel über das Lesen des Histogramms erfahren.
Beispielfotos der Nikon Z8 inkl. Einstellungen
Folgend ein paar Beispielfotos, die ich alle mit der Nikon Z8 fotografiert habe. Direkt anbei jeweils die Aufnahmeparameter des Fotos. Nur das letzte Bild dieser Liste wurde mithilfe eines Stativs aufgenommen. Der Rest ist dank des hervorragenden Bildstabilisators der Z8 freihändig und locker aus der Hüfte fotografiert.
🔎 Tipp: Falls du noch nichts mit den Kameraeinstellungen anfangen kannst, dann bitte hier entlang. Den Zusammenhang des fotografischen Dreiecks aus Blende, Verschlusszeit und ISO erkläre ich im verlinkten Artikel noch einmal ausführlicher.
Madeira
Eine Oase mit zahlreichen kleinen Wasserfällen im Dschungel. Eine Szene mit sehr hohem Dynamikumfang. Das bedeutet, es gibt sehr helle und sehr dunkle Bereiche im Bild. Um diesen Umfang an Licht in einer einzigen Belichtung einzufangen, braucht die Kamera einen hohen Dynamikumfang. Der Sensor der Z8 hat mit 14.2 einen sehr großen Dynamikumfang-Wert. Mit einer Kompaktkamera kannst du so eine Szene z.B. nicht mit einem einzigen Bild korrekt belichten.

Einstellungen: F/8, 1/20 Sekunde, ISO200, EV-0,33 | Ausrüstung: Nikon Z8 + Nikkor 14-30 mm + Polfilter
Eine weitläufige Bucht mit beeindruckenden steilen Felsklippen im Osten von Madeira. Sie sind so groß, dass ich mit dem 14 mm Weitwinkel-Objektiv auf Vollformat gerade so die ganze Landschaftsszene in einem Bild unterbringen konnte.

Einstellungen: F/8, 1/60 Sekunde, ISO64, EV-1,00 | Ausrüstung: Nikon Z8 + Nikkor 14-30 mm + Polfilter
Durch die starke Bewölkung und dem Regen war es auch tagsüber relativ dunkel unter diesem riesigen Baum im Fanal-Wald auf Madeira. Eine Belichtung von 1/13stel-Sekunde bei ISO 400 ohne Stativ war nötig, um ein ausreichend helles Bild und ein scharfes Foto zu bekommen.

Einstellungen: F/8, 1/13 Sekunde, ISO400, EV-0,33 | Ausrüstung: Nikon Z8 + Nikkor 24-120 mm + Polfilter
Lappland und Lofoten
Was gibt es Schöneres, als im Herbst mit der Sonne im Rücken durch die fantastische Landschaft Lapplands zu fahren. An dieser Stelle, wo die Straße den Betrachter durch das Bild hin zum Berg im Hintergrund führt, konnte ich nicht vorbeifahren, ohne einen Fotostop einzulegen.
🔎 Passendes Zitat: „Sonne im Rücken, Auslöser drücken.“ Mehr solcher hilfreichen Fotografie-Zitate findest du im verlinkten Artikel.

Einstellungen: F/11, 1/40 Sekunde, ISO64, EV-0,33 | Ausrüstung: Nikon Z8 + Nikkor 24-120 mm + Polfilter
Die berühmte Straße auf den Lofoten, die genau auf die Berge zuführt. Eine Szene, die besonders zum Sonnenuntergang einen extrem hohen Dynamikumfang hat. Da dort doch relativ oft Autos die Straße lang fahren und der Fotospot direkt an einer Kurve liegt, wollte ich kein Stativ aufbauen, sondern stattdessen frei Hand fotografieren. Daher auch die relativ offene Blende von F/5.6 und eine ISO von 200. Das soll die Verschlusszeit möglichst gering halten, damit ich eine wackelfrei Belichtungsreihe (EV-2, EV0, EV+2) ohne Stativ fotografieren kann.

Einstellungen: F/5.6, 1/60 Sekunde, ISO200, EV-0,00 | Ausrüstung: Nikon Z8 + Nikkor 24-120 mm + Polfilter
An diesem Tag tobte ein heftiger Sturm auf den Lofoten. Das Wetter wechselte ständig zwischen unglaublich starkem Regen und kurzen Sonnenfenstern hin und her. Am Strand angekommen, bekamen wir die Autotür fast nicht auf, so stark war der Wind. Ein paar Mal hat mich eine besonders intensive Windböe auch kurz umgestoßen oder ein paar Schritte weiter geweht. Es war schon eine gewisse Leistung notwendig, überhaupt an Ort und Stelle stehen zu bleiben und die Position zu halten. Bei diesen Verhältnissen ein horizontal gerades und scharfes Bild in den Kasten zu kriegen war gar nicht so einfach. Das Foto unterhalb ist das Ergebnis hunderter Versuche.

Einstellungen: F/8, 1/320 Sekunde, ISO200, EV-0,66 | Ausrüstung: Nikon Z8 + Nikkor 14-30 mm + Polfilter
Sächsische Schweiz
Wie eine Szene aus einem Fantasy-Film oder Spiel wirkt die Burg Hohnstein im sanften Licht des Sonnenuntergangs in der Sächsischen Schweiz. Die Sonne war schon unter dem Horizont verschwunden, sodass eine sehr lange Belichtungszeit von 15 Sekunden bei ISO 200 notwendig war. Das schafft selbst die Z8 nicht mehr ohne Stativ. Kamera unabhängig musst du auf dem Stativ daran denken, den Bildstabilisator an Kamera und / oder Objektiv zu deaktivieren. Bei solch langen Belichtungszeiten kann das Foto sonst unscharf werden.

Einstellungen: F/8, 15 Sekunden, ISO200, EV-0,00 | Ausrüstung: Nikon Z8 + Nikkor 24-120 mm + Polfilter + Stativ
Download einer RAW Datei von der Nikon Z8
Falls du dir eine originale RAW Datei von der Nikon Z8 anschauen willst, stelle ich dir eins meiner Fotos als Download zur Verfügung, damit du bei Interesse dein eigenes Pixelpeeping veranstalten kannst.
Das Bild entstand auf Madeira mit dem Nikkor 24 – 120 mm und einem Polfilter, der nativen ISO der Z8 und aktiviertem Bildstabilisator. Mit dieser Ausrüstungskombination habe ich ca. 80% der Fotos auf dieser Reise fotografiert. Das Foto ist nur im RAW Konverter entwickelt, ansonsten unbearbeitet.

Einstellungen: F/8, 1/200 Sekunden, ISO64, EV-0,33 | Ausrüstung: Nikon Z8 + Nikkor 24-120 mm + Polfilter
💾 Download: ~ 32 MB Nef Datei: Nikon_Z8_RAW (im Zip Archiv verpackt)
Vergleich mit der Konkurrenz
Wie schlägt sich die Nikon Z8 eigentlich im Vergleich mit anderen Flaggschiff Kameras wie der A7R V von Sony oder der R5 von Canon?
Nikon Z8 vs. Sony A7R V vs. Canon EOS R5
- Bildqualität: Alle drei Kameras bieten hervorragende Auflösung, wobei die Sony A7R V mit 61 MP leicht vorne liegt
- Autofokus: Die Z8 und die A7R V nutzen KI-gestützte Motiverkennung, während Canon auf Dual Pixel AF setzt
- Video: Die Z8 bietet 8K mit 60 fps, während die EOS R5 nur 8K bei 30 fps schafft.
- Handling: Die Nikon Z8 ist schwerer als die Konkurrenz, aber auch besonders robust und wetterfest
Nikon Z8 – nützliches Zubehör und neueste Firmware
Welches Zubehör habe ich mir als Landschaftsfotograf zur Nikon Z8 gekauft? Das wichtigste (und weitaus kostenintensivste) „Zubehör“ für das neue Z-Bajonett sind natürlich passende Linsen, die das große Bajonett auch entsprechend ansprechen, dessen Potenzial ausnutzen können und dadurch auch die Bildqualität auf den Sensor bringen. Darüber hinaus sind Ersatz-Akkus unerlässlich sowie Filter für die Objektive. Außerdem habe ich mir für das Fotografieren vom Stativ noch ein L-Bracket dazu gekauft. Das erleichtert das Handling der Kamera auf dem Stativ und macht z.B. auch das Fotografieren im Hochformat dort einfacher.
Kamera + Objektive + Zubehör Liste
- Nikon Z8 Gehäuse / Kit
- Nikon EN-EL15c Li-Ion Akku
- Nikkor Z 14-30 mm 1:4 S
- Nikkor Z 24-120 mm 1:4 S
- Nikkor Z 100-400 mm f/4.5-5.6 VR S
- SanDisk Extreme Pro CFexpress-Speicherkarte
- B+W 82 mm MASTER Zirkularpolfilter
- SmallRig L-Bracket für Nikon Z8
- Fernauslöser für Nikon Z8
Damit bist du als Landschaftsfotograf sehr gut aufgestellt. Ich fotografiere mit diesem Setup seit rund einem Jahr und bin wirklich sehr zufrieden damit.
Aktuelle Firmware für die Nikon Z8 installieren
Damit du die neusten Features der Kamera auch nutzen kannst, solltest du immer die aktuellste Firmware von Nikon für das Modell installieren. Für die Z8 findest du sie an dieser Stelle (dort findest du z.B. auch Handbücher und andere Software für die Z8). Klicke einfach auf den Link und lade die neueste Firmware-Version herunter. Die Datei musst du nun nur noch auf eine Speicherkarte kopieren, diese in die Kamera stecken und dann die Kamera starten. Dort wählst du im Menü nun den Punkt Firmwareupdate aus und los geht’s. Das ganze dauert keine 5 Minuten.
Preise, Verfügbarkeit und alternative Anbieter
Ein Vergleich der Preise und Lieferzeiten unterschiedlicher Anbieter lohnt sich immer. Ich habe die Nikon Z8 und das Zubehör in diesem Fall z.B. bei Calumet Photo gekauft, weil dort zu dem Zeitpunkt alle Komponenten vorrätig waren und ich dann somit auf einen Schlag alles zusammen hatte und direkt mit dem Ausprobieren und Testen loslegen konnte.
📸 Anbieter Nikon Z8: Amazon | Calumet Photo | Foto Köster | Foto Erhardt | Otto
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Mein Fazit zum Nikon Z8 Test
Dieser Artikel und das Fazit spiegeln natürlich meine persönliche Erfahrung mit der Nikon Z8 wider. Mein Fokus liegt ganz klar auf der Landschaftsfotografie. Außerdem fotografiere ich schon seit vielen Jahren mit den Kameras der Nikon D800er Serie und bin sehr zufrieden damit. Daher war der Wechsel von der D850 Spiegelreflex zur Z8 Systemkamera für mich nur eine relativ kleine Umgewöhnung, verbunden mit einigen signifikanten Vorteilen wie z.B. dem stabilisierten Sensor. Abhängig von deinem bisherigen fotografischen Hintergrund, deiner Erfahrung und deinem präferierten Foto-Genre, kann deine Erfahrung mit der Kamera daher eine andere sein.
Dessen unbeachtet ist die Nikon Z8 auch rein objektiv betrachtet eine herausragende Kamera für Profis und ambitionierte Hobbyfotografen. Sie kombiniert die Leistung der Z9 in einem handlicheren und leichteren Format. Obendrein ist sie sowohl als Foto- als auch Videokamera nutzbar und bietet damit ein noch überzeugenderes Gesamtpaket. Falls du also die beste Allround-Kamera im High-End-Profi-Segment suchst, wirst du bei der Z8 definitiv fündig.
Die Nikon Z8 ist und bleibt meine aktuelle Hauptkamera. Sie hat den Wassermassen auf Madeira standgehalten, sich in den stürmischen Winden der Lofoten bewährt und der arktischen Kälte Lapplands getrotzt. Auch nach einem Jahr im anspruchsvollen Praxiseinsatz kann ich sagen, dass ich sehr zufrieden mit der Verlässlichkeit, der Leistung, dem Handling und vor allem auch mit der Bildqualität der Z8 bin.
Hast du dich auch für die Nikon Z8 entschieden oder präferierst du ein anderes Modell? Was sind deine Erfahrungen mit modernen Systemkameras? Lass es mich in den Kommentaren wissen.
Nikon Z8 Test

Ich bin Dave und seit über 20 Jahren leidenschaftlicher Landschaftsfotograf und Autor des Bildbands Sagenhafter Harz. Meine Erfahrungen und mein über die Jahre zusammengetragenes Wissen der Landschaftsfotografie gebe ich gern hier auf diesen Seiten in den Rubriken Tutorials, Ausrüstung und Reisen an dich weiter. Um zukünftig keinen dieser Beiträge mehr zu verpassen, kannst Du einfach meinen kostenlosen Newsletter abonnieren oder den ebenso kostenlosen RSS Feed benutzen. Eine kleine Auswahl meiner Landschaftsfotos findest du hier in der Galerie und auf meiner persönlichen Foto-Webseite.
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Hallo Dave,
ich fotografiere mit der Z7 und kann deine Erfahrungen betätigen. Einen Vorteil der spiegellosen hast Du nicht erwähnt: Das Fokus-Peaking und -Stacking. Das gab es eventuell auch in der D850. Ich hatte die D750.
Die hohe Qualität der Objektive hast Du beiläufig angesprochen. Das 14-30mm kann auch normale Filter aufnehmen. Dieses Objektiv mit seiner hohen optischen Leistung war für mich der Grund zur Z7 zu wechseln.
Ich vermisse bei der Z7 die Möglichkeit Mehrfachbelichtungen als Raw zu generieren. Das konnte die D750, die Z7 gibt sie leider nur als Jpeg raus.
Gruß Bernd
Hallo Bernd!
Vielen Dank für deinen Kommentar, schön von dir zu lesen. 🙂
Da hast du recht, das 14-30 mm ist das bisher praktischste Objektiv mit dieser extremen Weitwinkel-Brennweite. Schön leicht, hohe Qualität und Filter können ohne Adapter ganz normal verwendet werden.
Fokus-Peaking hatte die D850 im Live-View Modus schon und auch Fokus-Stacking habe ich ein paar Mal mit der D850 ausprobiert. Beide Features nutze ich allerdings sehr sehr selten.
Mit der Mehrfachbelichtung das ist ja interessant. Da habe ich auch mal eine Weile mit der D850 rumgespielt, aber das bei der Z8 bisher noch gar nicht ausprobiert. Steht noch aus…
Gut Licht und beste Grüße!
Dave
Deinen Bericht kann ich voll bestätigen. Da ich gerne Portraits fotografiere ist für mich der Augen-AF ein weiterer Game-Changer.
Hallo Werner!
Vielen Dank für deinen Kommentar. 🙂 Siehst du, den Augen-AF habe ich noch gar nicht ausprobiert.